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Segel beim Charter gerissen: Abnützung oder Fehler der Crew?
Kurze Antwort
Reißt ein altes Segel bei normalem Wind an einer mürben Naht, ist das Abnützung und Sache des Vercharterers. Hat es lange geschlagen oder war es bei zu viel Wind nicht gerefft, verrechnet die Basis den Schaden meist mit der Kaution.
Wer vom Attersee oder Neusiedler See an die Adria wechselt, merkt schnell, dass dort mehr Wind und längere Schläge warten. Ein Riss im Segel ist dann schnell passiert: Die Rollgenua schlägt beim Einrollen, das Großsegel scheuert an den Salingen, eine Bora-Böe erwischt die Crew mit voller Besegelung. Oft fällt der Schaden erst bei der Rückgabe auf, und dann will die Basis den Segelmacher aus der Kaution bezahlen. Ob das berechtigt ist, hängt daran, ob der Riss vom Umgang der Crew kommt oder vom Zustand des Tuchs.
Geschuldet ist ein segelklares Boot. Charteryachten sind viele Wochen im Jahr unterwegs, Tuch, UV-Schutzstreifen und Nähte altern entsprechend schnell. Gibt ein mürbes Segel bei normalem Wind an einer Naht nach oder dort, wo der UV-Schutz längst durchgescheuert war, ist das Abnützung und nicht Ihr Fehler. Als Fehler der Crew gelten dagegen: das Segel minutenlang schlagen lassen, bei auffrischendem Wind zu spät reffen, eine Patenthalse, Einrollen gegen vollen Winddruck oder Scheuerstellen an Wanten und Salingen hinnehmen. Dann haftet in aller Regel der Charterer, meist bis zur Höhe der Kaution.
Was zählt, ist der Beweis. Rollen Sie bei der Übernahme Vorsegel und Großsegel aus, achten Sie auf dünnes Tuch, offene Nähte und lose UV-Streifen, und halten Sie jeden Befund mit Foto im Protokoll fest. Reißt ein Segel unterwegs, bergen oder rollen Sie es sofort ein, schreiben Sie Zeit, Wind und Manöver ins Logbuch, fotografieren Sie den Riss und melden Sie ihn der Basis. Bei Streit hilft ein Segelmacher, weil man am Riss oft sieht, ob das Tuch schon mürbe war oder überlastet wurde.
Zum Merken
Abnützung
mürbes Tuch, alte Nähte, UV-Streifen fehlt: Sache des Vercharterers
Crewfehler
Schlagen, zu spät gerefft, Patenthalse: meist Sache des Charterers
Bei der Übernahme die Segel ausrollen und jede schwache Stelle fotografieren.
Fragen und Antworten
Häufige Fragen
Darf die Basis ein gerissenes Segel von der Kaution abziehen?
Wenn ein Fehler der Crew den Riss verursacht hat, in aller Regel ja. War das Segel alt und ist bei normalem Wind gerissen, ist das Abnützung und Sache des Vercharterers. Protokoll, Logbuch und Fotos entscheiden oft den Streit.
Woran sehe ich, dass ein Segel schon abgenützt ist?
An dünnem, mürbem Tuch, offenen oder ausgebleichten Nähten und einem durchgescheuerten oder abgelösten UV-Streifen. Solche Stellen gehören bei der Übernahme ins Protokoll, dann gehen sie nicht auf Sie.
Was mache ich, wenn das Segel während des Törns reißt?
Das Segel bergen oder einrollen, damit der Riss nicht weiterläuft, Zeit, Wind und Manöver ins Logbuch schreiben, Fotos machen und die Basis informieren. Flicken Sie nichts ohne Rücksprache.
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