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Bootsunfälle am Bodensee in Zahlen

Eine amtliche Statistik der Bootsunfälle für ganz Österreich gibt es nicht. Die verlässlichste Zahlenquelle für österreichische Skipper ist der Bodensee: Die See- und Wasserschutzpolizeien aus Vorarlberg, Bayern, Baden-Württemberg und der Schweiz führen dort eine gemeinsame Statistik. Dazu ein Blick auf die Küste, wo die deutschen Seenotretter fahren.

Unfälle am Bodensee insgesamt

Mit 249 Unfällen war 2023 das Jahr mit dem Höchstwert, der Tiefstwert liegt 2022 bei 133. Mitgezählt sind Bade-, Tauch- und sonstige Unfälle auf dem ganzen See, aus Vorarlberg kamen 2023 davon 30.

Unfälle. Quelle: Internationale Unfallstatistik für den Bodensee 2023, S. 2; 2020 bis 2022 zusätzlich aus den Jahresberichten

Schiffsunfälle am Bodensee

Die Reihe reicht von 107 Schiffsunfällen 2022 bis je 150 in den Jahren 2015 und 2016, 2023 waren es 148. Es geht ganz überwiegend um Sportboote, 2023 waren 90 Motorboote und 72 Segelboote beteiligt.

Unfälle. Quelle: Internationale Unfallstatistik für den Bodensee 2023, S. 4; 2020 bis 2022 aus den Jahresberichten, S. 4

Tote am Bodensee

Die Zahl ging von 17 im Jahr 2019 auf je 11 in 2022 und 2023 zurück. Sie schließt Bade- und Tauchunfälle ein, bei Schiffsunfällen kamen 2023 zwei Menschen ums Leben.

Personen. Quelle: Internationale Unfallstatistik für den Bodensee 2020 bis 2023, jeweils S. 3 und S. 4

Aus Seenot gerettete Personen

Von 432 im Jahr 2019 stieg die Zahl auf 629 im Jahr 2023, den Höchstwert der Reihe. Gezählt sind alle Rettungen der Seepolizeien am ganzen See.

Personen. Quelle: Internationale Unfallstatistik für den Bodensee 2020 bis 2023, jeweils S. 6

Einsätze im Seenotrettungsdienst der Polizei

Den Tiefstwert gab es 2019 mit 383 Einsätzen, den Höchstwert 2023 mit 539. Die Zahl gilt für den gesamten Bodensee, nicht nur für das Vorarlberger Ufer.

Einsätze. Quelle: Internationale Unfallstatistik für den Bodensee 2020 bis 2023, jeweils S. 6

Von Rettungskräften geborgene Boote

2019 und 2022 waren es je 235 Boote, 2023 mit 311 so viele wie nie zuvor in der Reihe. Gezählt werden Boote, die geborgen werden mussten.

Boote. Quelle: Internationale Unfallstatistik für den Bodensee 2020 bis 2023, jeweils S. 6

Blick auf die Küste: Menschen, denen die DGzRS geholfen hat

Die deutschen Seenotretter halfen auf Nord- und Ostsee zwischen 2.967 Menschen im Jahr 2024 und 3.532 im Jahr 2023, 2025 waren es 3.389. Die Zahl umfasst alle Schiffsarten, nicht nur Freizeitboote.

Personen. Quelle: DGzRS, Längsseits 1/2021 bis 1/2025 und Jahresbericht 2025 (Seiten wie bei Einsätze insgesamt)

Ursachen der Schiffsunfälle 2023

Mangelnde Sorgfalt des Schiffsführers77
Technische Mängel/Ausrüstung28
Sturm/Seegang18
Sonstige18
Nichtbeachtung der Fahrregeln7

Mangelnde Sorgfalt des Schiffsführers war 2023 mit 77 Fällen die mit Abstand häufigste Ursache.

Quelle: Internationale Unfallstatistik für den Bodensee 2023, S. 5

Unfallarten 2023

Kollision53
Festfahren31
Sinken/Leckage20
Kentern19
Sonstige Unfallart16
Brand/Explosion6
Bordunfall3

Am häufigsten kam es 2023 zu Kollisionen (53), gefolgt von Festfahren (31).

Quelle: Internationale Unfallstatistik für den Bodensee 2023, S. 4 und 5

Alle Zahlen stammen von der jeweils genannten Stelle, die Reihen sind unterschiedlich abgegrenzt und lassen sich nicht zusammenzählen.

Woher die Zahlen kommen und was sie nicht zeigen

Für Österreich insgesamt gibt es keine amtliche Reihe zu Bootsunfällen. Die Ertrinkungszahlen des KFV beruhen auf einer Auswertung von Medienberichten und haben keine Kategorie Boot, und von der Österreichischen Wasserrettung ist keine Einsatzstatistik öffentlich.

Die Bodensee-Zahlen sind international und gelten für Deutschland, Österreich und die Schweiz gemeinsam; eine reine Vorarlberger Reihe fehlt. Für 2024 und 2025 liegt der gemeinsame Bericht noch nicht als Originaldokument vor, die Reihe endet deshalb 2023.

Was daraus für Skipper folgt

In jedem Jahr von 2020 bis 2023 nennt die Seepolizei mangelnde Sorgfalt des Schiffsführers als häufigste Ursache, 2023 mit 77 Fällen, vor technischen Mängeln mit 28 und Sturm oder Seegang mit 18.

Kollisionen waren 2023 mit 53 Fällen die häufigste Unfallart, und die meisten Schiffsunfälle passierten in Hafen und Steganlage (50) sowie in der 300-Meter-Uferzone (43). Ruhige Manöver in Ufernähe zählen am Bodensee also mehr als das offene Wasser.

Gibt es eine österreichweite Statistik zu Bootsunfällen?

Nein. Eine amtliche Reihe für ganz Österreich existiert nicht. Am Bodensee zählt die gemeinsame Statistik für 2023 insgesamt 249 Unfälle, davon 30 in Vorarlberg.

Wie viele Schiffsunfälle gab es 2023 am Bodensee?

148 Schiffsunfälle, nach 107 im Jahr 2022. Beteiligt waren unter anderem 90 Motorboote und 72 Segelboote.

Wie viele Menschen wurden 2023 am Bodensee aus Seenot gerettet?

629 Personen, so viele wie in keinem anderen Jahr seit 2019. Die Polizeien rückten dafür zu 539 Einsätzen aus.

Wo passieren die meisten Bootsunfälle am Bodensee?

Im Hafen und an der Steganlage, dort zählte die Statistik 2023 50 Schiffsunfälle, in der 300-Meter-Uferzone 43 und auf dem offenen See 36.

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  1. Internationale Unfallstatistik für den Bodensee 2023, S. 2; 2020 bis 2022 zusätzlich aus den Jahresberichten
  2. DGzRS, Längsseits 1/2021 bis 1/2025 und Jahresbericht 2025 (Seiten wie bei Einsätze insgesamt)
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