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Ein Seehafen unter schwarzer Gewitterwand, jemand legt zusätzliche Leinen am Steg

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Was verlangt die Polizze bei amtlicher Sturmwarnung?

Kurze Antwort

An den österreichischen Seen warnt eine orange Blinkleuchte, lange bevor die Front über den Bergen steht. Was danach zu geschehen hat, steht nicht im Wetterbericht, sondern in Ihrer Polizze, und die Kosten der Sicherung trägt in aller Regel der Eigner.

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An den großen Seen zwischen Salzkammergut und Kärnten steht die Warnung als orange Blinkleuchte am Ufer, lange bevor die Front über den Bergen sichtbar wird. Vierzig Blinkzeichen in der Minute bedeuten Starkwind und damit die Vorstufe, neunzig Blinkzeichen bedeuten Sturm. Am Neusiedler See und am Bodensee gilt dieselbe Ordnung, an der Donau treten an ihre Stelle die Meldungen der zuständigen Behörde zu Hochwasser und Sturm. Für den Eigner ist das der Zeitpunkt, an dem eine Uhr zu laufen beginnt, und zwar nicht nur die seemännische.

Die zweite Uhr läuft im Vertrag. Viele Bedingungswerke knüpfen an die amtliche Warnung eine Obliegenheit: zusätzliche und gekreuzte Leinen, Fender an die gefährdete Seite, Persenning, Segel und Sonnenschutz herunter, mitunter das Verholen in einen geschützten Teil des Hafens. Alles auf Kosten des Eigners, und wer nichts tut, riskiert die Leistung. Hierzulande wiegt das schwerer als nördlich der Grenze, denn wer den Versicherungsfall grob fahrlässig herbeiführt, verliert den Anspruch dem Grundsatz nach zur Gänze; eine anteilige Kürzung sieht das Gesetz hier nicht vor. Unsere Bedingungen entschärfen ihn: Der Versicherer kürzt nur nach der Schwere des Verschuldens. Ab Basis Plus verzichtet der Versicherer bis 25 Prozent, im Premium bis 50 Prozent der Versicherungssumme auf die Kürzung, außer bei Diebstahl, Alkohol oder Drogen.

Praktisch hilft eine Reihenfolge, die vor der Saison beginnt. Erstens nachlesen, ab welcher Warnstufe die Polizze etwas verlangt und für welchen Liege- oder Lagerplatz das gilt. Zweitens jemanden benennen, der handeln kann, wenn Sie in Wien sitzen und das Boot am Attersee liegt: Hafenmeister, Bootsbetreuer oder Nachbar am Steg, und diesen Namen dem Versicherer bekannt geben. Drittens im Ernstfall zuerst sichern und dabei fotografieren, mit Zeitstempel, vor und nach der Sicherung. Die Warnung selbst ist amtlich erfasst und später abrufbar, Ihr eigenes Handeln dagegen nur dann, wenn Sie es festgehalten haben.

Bei Sturmwarnung: Police prüfen, Vertretung benennen, gekreuzte Leinen und Fender ausbringen.

Zum Merken

Vierzig Blinkzeichen

in der Minute heißen Starkwind

Neunzig Blinkzeichen

in der Minute heißen Sturm

Beide Stufen sind amtlich erfasst und später nachweisbar. Was Sie danach getan haben, dokumentieren nur Sie selbst.

Fragen und Antworten

Häufige Fragen

Welche Warnstufe zählt für die Polizze?

Das legt jedes Bedingungswerk selbst fest, üblich ist die amtliche Warnung ab einer bestimmten Stufe für den konkreten Liegeplatz. Die orange Blinkleuchte am See ist dafür der praktische Anhaltspunkt, eine allgemeine Wettermeldung im Radio genügt meist nicht.

Was bedeuten vierzig und neunzig Blinkzeichen?

Vierzig Blinkzeichen in der Minute sind die Starkwindwarnung und damit die Vorstufe, neunzig Blinkzeichen stehen für Sturm. Die Vorstufe ist der richtige Zeitpunkt zum Handeln, bei der zweiten ist es auf dem Wasser meist schon zu spät.

Ich bin nicht vor Ort, was tun?

Benennen Sie vor der Saison eine Person am Liegeplatz, die verholen, Leinen ergänzen und die Persenning abnehmen darf, und hinterlegen Sie den Namen beim Hafen und beim Versicherer. Im Ernstfall ist das schneller als jede Anfahrt aus der Stadt.

Wer trägt die Kosten der Sicherung?

In aller Regel der Eigner, denn die Maßnahmen sind seine Obliegenheit und keine Leistung des Vertrags. Steht der Schaden unmittelbar bevor, ersetzt der Versicherer nach unseren Bedingungen Aufwendungen, die ihn abwenden sollen, auch wenn sie erfolglos bleiben.

NAMMERT Assekuradeur GmbH, Karl-Marx-Straße 4, 15711 Königs Wusterhausen, +49 3375 29 12 77

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