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Rumpfnummer am Boot lesen und verstehen

Tippen Sie die Rumpfnummer Ihres Bootes in das Feld. Sie sehen dann, aus welchem Land das Boot stammt, welcher Herstellercode darin steckt, in welchem Monat und Jahr es gebaut wurde und welches Modelljahr es hat. Die Nummer verlässt Ihren Browser nicht, nur der Herstellercode wird auf Wunsch in der Liste nachgesehen.

Wo Sie die Nummer am Rumpf finden, wie Sie sie verstehen und wann Sie sie brauchen, etwa bei der Zulassung oder nach einem Diebstahl, erklärt unser Ratgeber HIN Nummer Boot.

Nummer eintragen

Beispiele:

Das Werkzeug prüft nur den vorgeschriebenen Aufbau. Ob die Nummer echt ist und wirklich zu diesem Boot gehört, kann es nicht sagen. Vergleichen Sie dafür die Nummer am Rumpf mit Kaufvertrag, Rechnung und Zulassung und fragen Sie im Zweifel beim Hersteller.

Woraus die Rumpfnummer besteht

Nach der EU-Sportbootrichtlinie braucht jedes Sportboot eine Identifizierungsnummer mit Herstellercode, Herstellungsland, eindeutiger Seriennummer, Baujahr und Modelljahr. Wie die Nummer genau aussieht, steht in der Norm ISO 10087: 14 Zeichen plus ein Bindestrich hinter dem Ländercode, ohne Leerzeichen oder Schrägstriche. Bei Booten aus Österreich beginnt sie mit AT.

Europäische Form, Beispiel des Herstellers Buster: FI-BUSA0001K506
Stelle 1 und 2Ländercode des Herstellungslandes nach ISO 3166, etwa AT, DE oder IT, gefolgt von einem Bindestrich.
Stelle 3 bis 5Herstellercode, den eine zuständige Stelle im Herstellungsland zuteilt.
Stelle 6 bis 10Seriennummer der Werft aus Ziffern und Buchstaben, ohne I, O und Q.
Stelle 11Baumonat als Buchstabe, von A für Jänner bis L für Dezember.
Stelle 12letzte Ziffer des Baujahrs.
Stelle 13 und 14die letzten beiden Ziffern des Modelljahrs.

Boote für den US-Markt tragen die HIN, die Hull Identification Number, nach den Vorschriften der US Coast Guard. Sie hat 12 Zeichen ohne Bindestrich, davor darf US stehen. Die 12 Zeichen entsprechen den Stellen 3 bis 14 der europäischen Nummer.

US-Form nach 33 CFR 181.25
Stelle 1 bis 3Herstellercode (MIC) der US Coast Guard; bei importierten Booten auch der Code des Importeurs.
Stelle 4 bis 8Seriennummer ohne I, O und Q.
Stelle 9Monat der Herstellung oder Zertifizierung, A für Jänner bis L für Dezember.
Stelle 10letzte Ziffer des Jahres der Herstellung oder Zertifizierung.
Stelle 11 und 12die letzten beiden Ziffern des Modelljahrs.

Baujahr und Modelljahr können auseinanderfallen. Als Modelljahr gilt der Zeitraum von zwölf Monaten, in dem ein Modell erstmals auf den Markt kommen soll; reicht er über zwei Kalenderjahre, entscheidet der Hersteller, welches Jahr er nimmt. Wird ein Boot im Herbst für die kommende Saison gebaut, steht deshalb häufig schon das nächste Jahr als Modelljahr in der Nummer.

Wo Sie die Nummer finden

Das US-Recht schreibt den Platz genau vor: außen am Spiegel auf der Steuerbordseite, höchstens zwei Zoll, also rund fünf Zentimeter, unter der Oberkante. Ohne Spiegel sitzt sie hinten auf der Steuerbordseite des Rumpfes. Dazu kommt eine zweite, gleiche Nummer an einer verdeckten Stelle im Innern oder unter einem Beschlag.

Für CE-Boote bestimmt die Norm ISO 10087, wo und wie die Nummer angebracht wird. Schauen Sie zuerst außen am Spiegel auf der Steuerbordseite. Die Nummer ist eingeprägt, eingeformt oder auf einem fest verbundenen Schild, damit niemand sie unbemerkt entfernen kann.

Woran Sie eine veränderte Nummer erkennen

Das US-Recht verlangt, dass jede Änderung oder Entfernung der Nummer auffällt; ein Schild muss so sitzen, dass beim Abnehmen Spuren am Rumpf bleiben. Beim Kauf eines Gebrauchtboots lohnt deshalb ein genauer Blick:

  • Die Stelle am Spiegel ist abgeschliffen, gespachtelt oder neu lackiert, oder das Gelcoat hat dort eine andere Farbe.
  • Das Schild hält mit neuen Nieten, Schrauben oder Kleber, oder es wackelt.
  • Die Zeichen sind ungleich tief, schief oder in unterschiedlicher Schrift.
  • Eine verdeckte zweite Nummer im Innern stimmt nicht mit der am Spiegel überein oder ist unleserlich gemacht.
  • Die Nummer passt nicht zu Kaufvertrag, Rechnung, Konformitätserklärung oder Zulassungsschein.
  • Das Werkzeug meldet einen Fehler im Aufbau, zum Beispiel I, O oder Q in der Seriennummer oder einen Monatsbuchstaben nach L.
  • Baujahr oder Modelljahr aus der Nummer weichen vom Baujahr im Inserat ab.

Sehen Sie eines dieser Zeichen, kaufen Sie erst, wenn die Herkunft geklärt ist. Vergleichen Sie die Nummer mit der Liste Gestohlene Boote und wenden Sie sich bei Verdacht an die Polizei. Prüfen Sie außerdem bei den Rückrufaktionen, ob für das Modell etwas gemeldet ist.

Passend dazu

Ratgeber HIN Nummer Boot Gebrauchtbootmarkt Gestohlene Boote Rückrufaktionen

Quellen

  1. Richtlinie 2013/53/EU über Sportboote und Wassermotorräder, Anhang I Teil A Nummer 2.1 (EUR-Lex)
  2. ISO 10087:2022, Small craft, Craft identification, Coding system
  3. Polski Rejestr Statków, Assignment of CIN number (Zusammenfassung der ISO 10087)
  4. 33 CFR Part 181 Subpart C, Identification of Boats (eCFR)
  5. U.S. Coast Guard, Manufacturer Identification Code, Suche
  6. Buster, Beispiel einer CIN des Herstellers

Herstellercodes: Liste der U.S. Coast Guard (MIC.csv, Datei vom 18.10.2019), Werk der US-Bundesverwaltung und gemeinfrei. Übernommen sind nur Code und Firmenname.

Vier Freunde stoßen in der Sonne im Cockpit einer Segelyacht im Hafen lachend an

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