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E10 im Außenborder: Treibstoff, Freigabe und Lagerung über den Winter
Super mit zehn Prozent Ethanol ist an vielen Zapfsäulen in Europa zu finden, auf Reisen und am Steg hat man nicht immer die Wahl. Ob Ihr Außenborder oder Einbaumotor E10 verträgt, legt der Hersteller fest, für den Motor ebenso wie für Tank und Leitungen im Boot. Hier steht, worauf es ankommt, vor allem wenn das Boot lange steht, und welche Herstellerangaben wir öffentlich belegt gefunden haben.
Eine Liste zum Abhaken folgt am Ende. Wo Sie mit dem Boot tanken, finden Sie im Verzeichnis der Bootstankstellen.
E10 kurz erklärt
E10 ist Benzin mit bis zu zehn Prozent Ethanol, bei E5 sind es höchstens fünf Prozent. Die Sorte steht an europäischen Zapfsäulen in einem Kreis. Dieselmotoren betrifft das nicht.
Ethanol bindet Wasser und verträgt sich nicht mit jedem Gummi oder Kunststoff. Beim Auto, das laufend getankt wird, merkt man davon kaum etwas. Ein Boot steht aber oft lange, und über die Tankentlüftung kommt feuchte Luft hinein.
Wenn das Boot lange steht
Hat der Treibstoff zu viel Wasser aufgenommen, entmischt er sich: Am Tankboden liegt dann ein Gemisch aus Wasser und Ethanol, darüber Benzin mit weniger Ethanol und niedrigerer Oktanzahl. Diese Phasentrennung lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Zieht der Motor das Gemisch an, stottert er oder stirbt ab.
Suzuki Marine USA zählt zu den Folgen von zu viel Ethanol oder langer Lagerung Korrosion, angegriffene Gummi- und Kunststoffteile und Startschwierigkeiten und schreibt, dass die Entmischung häufiger vorkommt, wenn nicht regelmäßig nachgetankt wird. Honda Marine nennt eine Alterung des Treibstoffs je nach Region schon nach 15 Tagen. So lagern Sie Treibstoff richtig:
- Treibstoff frisch und nur in der Menge kaufen, die Sie bald verbrauchen.
- Einen Wasserabscheider mit Filter vor dem Motor einbauen lassen und regelmäßig nachsehen.
- Reservekanister gut verschlossen, kühl und schattig lagern.
- Alten oder trüben Treibstoff entsorgen lassen statt ihn zu verfahren.
Was die Hersteller freigeben
Welcher Treibstoff passt, steht im Handbuch Ihres Motors beim Kapitel Kraftstoff, gemeinsam mit der nötigen Oktanzahl. Öffentlich nachlesbare Herstellerangaben haben wir für zwei Marken gefunden:
Honda Marine
Laut Honda Motor Europe sind alle Honda-Bootsmotoren, die seit dem Modelljahr 1996 für den EU-Markt gebaut werden, mit E10 verträglich. Bei älteren Motoren soll man sich mit der Seriennummer an den Kundendienst wenden.
Fundstelle: Honda UK, E10 Fuel Update for Honda Marine, abgerufen am 19.10.2026
Suzuki Marine
Suzuki Marine USA schreibt in einem Hinweis zu E15, dass die Kraftstoffsysteme der Suzuki-Außenborder für höchstens zehn Prozent Ethanol ausgelegt sind, und rät, wo möglich ethanolfrei zu tanken. Der Hinweis gilt dem US-Markt; für Motoren aus dem europäischen Handel zählt das Handbuch.
Fundstelle: Suzuki Marine USA, E15 Fuel Warning (PDF), abgerufen am 19.10.2026
Für alle anderen Marken gilt das Handbuch Ihres Motors. Fehlt es, fragt man den Markenhändler mit Typ und Seriennummer. Dass der Motor E10 verträgt, heißt noch nicht, dass Tank, Schläuche und Filter eines älteren Boots es auch tun; das klären Sie mit dem Bootshersteller oder der Werft.
Lagerung über den Winter
Von Herbst bis Frühjahr bleibt der Treibstoff monatelang im Boot. Wie der Tank eingewintert wird, steht im Handbuch, und die Hersteller sehen das unterschiedlich. Honda Marine rät, beim Einlagern frischen Treibstoff mit einem Stabilisator zu verwenden, und verweist für Stabilisator und Entleeren auf das Handbuch. Üblich sind diese Schritte:
- Stabilisator nach Herstellerangabe zugeben und den Motor kurz laufen lassen, damit er bis in Vergaser oder Einspritzung kommt.
- Vergaser oder Schwimmerkammer entleeren, wenn das Handbuch es verlangt.
- Tragbare Tanks und Kanister lagern, wie es das Handbuch vorgibt.
- Wasserabscheider und Filter kontrollieren, Wasser ablassen.
- Im Frühjahr vor dem ersten Start auf Wasser am Tankboden schauen.
Was sonst vor dem Einwintern zu tun ist, steht in unserer Winterlager-Checkliste.
Falschen Treibstoff getankt
Ist Benzin im Dieseltank, Diesel im Benzintank oder Wasser im Treibstoff, lassen Sie den Motor aus und den Tank von einer Fachwerkstatt leeren. Mehr dazu unter Falschbetankung am Boot und zur Verunreinigung im Dieseltank unter Dieselpest; einen Fall vom Tanksteg schildert Bordfunk Folge 25.
Falschbetankung und die Kasko
Betriebsschäden an maschinellen Einrichtungen sind in allen drei Kasko-Tarifen ausgeschlossen (A-6.2 e, in der Basis A-5.2 e). Basis Plus und Premium kennen die Maschinenanlagen-Zusatzdeckung (A-14), wenn sie vereinbart und im Versicherungsschein dokumentiert ist. Sie nennt Schäden durch Falschbetankung von Wasser oder Kraftstoffen, auch durch verunreinigten Kraftstoff, mit Abpumpen, Entsorgen, Reinigung des Kraftstoffsystems und Ersatz des Kraftstoffs; dem Wortlaut nach gilt sie nicht für jede Art von Dieselpest.
Voraussetzung ist eine Wartung der Maschinen nach Herstellerangaben durch eine Fachfirma (A-14.3). Maschinen über zehn Jahre sowie Tanks und Leitungen sind keine versicherten Sachen (A-14.1). Ob ein Fall darunter fällt, entscheidet der Versicherer nach dem Hergang. Mehr unter Maschinendeckung.
Liste für Treibstoff und Tank
0 / 9 erledigtZum Abhaken während der Saison und vor dem Einwintern.
Fundstellen der Hersteller
Abgerufen am 19.10.2026. Verbindlich ist das Handbuch Ihres Motors.
Weiterlesen
- Bootstankstellen nach Revier
- Falschbetankung am Boot: wer zahlt?
- Dieselpest: Motor und Tank
- Bordfunk Folge 25: Falsch tanken am Tanksteg
- Maschinendeckung: Schutz für den Motor
Allgemeine Hinweise ohne Gewähr für den einzelnen Motor: Verbindlich ist das Handbuch des Herstellers. Stand: Oktober 2026.