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Sind Marder- und Tierschäden am Boot in Österreich versichert?
Kurze Antwort
Im Hallenlager am Attersee und in den Donauhäfen sind Kabelbäume, Dämmung und Schläuche das Ziel. Der Biss kostet wenig, der Folgeschaden an Elektrik und Motor viel. Entscheidend ist, ob die Polizze den Folgeschaden mitträgt oder nur das angebissene Teil ersetzt.
Steinmarder, Mäuse und Ratten finden im eingewinterten Boot alles, was sie brauchen: warme Dämmung zum Nisten, Kabelisolierung zum Nagen, Kühlwasser- und Kraftstoffschläuche in Beißhöhe. In den Hallen am Attersee, am Wörthersee und in den Donauhäfen stehen die Boote von Oktober bis April, meist unbeaufsichtigt, und der Marder ist in ganz Österreich verbreitet, im Flachland ebenso wie in den Alpentälern. Bemerkt wird der Besuch fast nie im Winter, sondern beim ersten Start im Frühjahr.
Teuer ist nicht der Biss, sondern was er auslöst. Ein angenagtes Kabel führt zum Kurzschluss in der Bordelektrik, ein durchgebissener Kühlwasserschlauch läuft beim ersten Start leer und die Maschine wird heiß, eine undichte Kraftstoffleitung endet im Motorraum. Genau an dieser Stelle unterscheiden sich die Bedingungswerke: Manche ersetzen den Tierverbiss nur am unmittelbar betroffenen Teil, also am Kabel, am Schlauch, am Stück Dämmung. Andere nennen den Folgeschaden ausdrücklich. Lesen Sie diese Ziffer in Ihrer Polizze nach, bevor Sie sie brauchen; bei Elektro- und Hybridantrieben gilt sie zusätzlich für Antriebs- und Ladeeinrichtung.
Vorbeugen ist unspektakulär und wirkt. Motorraum und Bilge vor dem Einwintern reinigen, keine Lebensmittel und keine Polster an Bord lassen, Lüftungsöffnungen vergittern, das Landstromkabel abziehen. Und wenn es passiert ist: Fotografieren Sie die Bissstellen, bevor die Werft repariert, und heben Sie das ausgebaute Teil auf. Der Nachweis, dass ein Tier am Werk war und nicht die Alterung des Materials, lässt sich im Nachhinein kaum noch führen, und er entscheidet darüber, ob der Schaden als plötzliches Ereignis oder als Abnützung eingeordnet wird. Wie sich Selbstbehalt und Prämie zueinander verhalten, rechnen Sie am besten im Beitragsrechner durch, mit österreichischem Wohnsitz und der Flagge, unter der das Boot fährt.
Zum Merken
Der Biss
ist in einer Stunde repariert
Der Kurzschluss
kostet die halbe Elektrik
Nicht der Tierverbiss entscheidet über die Höhe des Schadens, sondern die Frage, ob die Polizze den Folgeschaden mitnimmt.
Fragen und Antworten
Häufige Fragen
Ist ein Marderschaden ein Kaskoschaden?
Ein Tierbiss ist ein plötzliches Ereignis von außen und damit der Sache nach ein Kaskoschaden. Gestritten wird selten über den Biss, sondern über den Folgeschaden, deshalb kommt es auf diese Ziffer der Polizze an.
Was gilt für Vogelkot und Nagespuren im Polster?
Das sind zwei verschiedene Dinge. Verschmutzung ist in aller Regel kein Versicherungsfall, ein Nagerschaden am Polster kann einer sein. Sehen Sie nach, ob Ihr Vertrag Tierschäden allgemein nennt oder nur den Biss.
Was soll ich der Werft sagen?
Erst dokumentieren, dann reparieren. Bilder von den Bissstellen, das ausgebaute Teil und eine Rechnung, die den Tierbiss ausdrücklich benennt, sind der Beleg, den die Schadenabteilung später braucht.
Beratung deutschlandweit: NAMMERT Assekuradeur GmbH, Karl-Marx-Straße 4, 15711 Königs Wusterhausen bei Berlin, telefonisch unter +49 3375 29 12 77, per E-Mail an info@nammert.com und über WhatsApp. Wir betreuen Bootseigner in Deutschland, Österreich und Spanien.
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