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Wie alt darf das Rigg sein, damit die Polizze trägt?
Kurze Antwort
Für Rigg und Takelage gibt es keine Altersgrenze, maßgeblich ist der Zustand. Bricht der Mast durch Sturm, ist das versichert, in der Basis ab Windstärke 8. Durch Grundberührung ist er ab Basis Plus versichert. Ermüdet eine Wante nach zwanzig Saisonen, bleibt die Wante selbst als Abnützung beim Eigner, den Folgeschaden am Mast trägt ab Basis Plus die Kasko.
Auf den österreichischen Seen wird alt gesegelt, und das ist kein Mangel. Am Attersee, am Wörthersee und am Neusiedler See liegen Yachten, deren Rigg zwanzig Saisonen oder mehr gesehen hat, und manches davon ist besser gepflegt als ein zehn Jahre altes Rigg aus dem Dauerbetrieb an der Adria. Für die Polizze gilt darum nicht das Baujahr, sondern der Zustand. Auch Yachten jenseits von fünfundzwanzig Jahren sind versicherbar, und ein Sachverständiger wird nicht wegen einer Jahreszahl verlangt, sondern wenn der Zustand Fragen offen lässt.
Der Grenzfall ist immer derselbe, und er entscheidet sich an der Ursache. Bricht ein Mast durch Kollision oder Grundberührung, ist das ab Basis Plus versichert: Unsere Vollkasko nennt das Brechen von Masten und das Reißen von Segeln ausdrücklich. Einen Sturmschaden deckt schon die Basis, dort ab Windstärke 8. Ermüdet dagegen eine Wante, ist die Wante selbst Abnützung und nicht versichert. Den Folgeschaden am Mast oder an den Segeln trägt ab Basis Plus die Kasko. Aufgegeben wird dabei fast nie im Draht in der Mitte, sondern an den Endpunkten: Terminals und Pressverbindungen, in denen Wasser stehen bleibt, Wantenspanner mit angerissenem Gewinde, Toggles und Bolzen, die quer zu ihrer Achse arbeiten, Salingsbeschläge samt Nieten und der Rumpfanschluss der Püttinge, oft unter Verkleidung verborgen. Beim Rod-Rigg kommt Ermüdung im Kopf des Stabes dazu, die von außen nicht zu sehen ist.
Daraus folgt etwas Unbequemes: Genau diese Stellen erzeugen im Gutachten das Wort Materialermüdung. Ein Sturmschaden ist leicht zu belegen, ein gebrochenes Terminal nach zwanzig Jahren nicht. Wer sein Rigg lange fährt, sollte deshalb nicht auf eine Deckung hoffen, die für diesen Fall nicht gemacht ist, sondern die Endpunkte prüfen lassen, am besten bei gelegtem Mast im Winterlager. Und dann zählt die Ablage: eine Rechnung über getauschte Wanten, ein datiertes Riggprotokoll, Fotos der freigelegten Püttinge. Diese Unterlagen verschieben die Beweislage, weil sie zeigen, dass ein Bauteil geprüft und in Ordnung war. Ohne sie entscheidet allein die Jahreszahl, und die entscheidet gegen den Eigner. Was die Prämie für Ihre Yacht ausmacht, rechnet der Online-Rechner nach Baujahr, Wert und Fahrtgebiet.
Das Rigg einer Segelyacht: stehendes und laufendes Gut
Zum Rigg gehört alles, was den Mast hält und die Segel bewegt. Das stehende Gut sind Vorstag, Achterstag, Ober- und Unterwanten mit ihren Terminals, Wantenspannern und Püttingen. Es bleibt unter Spannung und wird selten bewegt, und gerade deshalb fällt seine Ermüdung lange nicht auf. Das laufende Gut sind Fallen, Schoten, Strecker und Reffleinen, die über Blöcke, Klemmen und Winschen laufen und mit jedem Manöver arbeiten.
Die Unterscheidung hat praktische Folgen. Ein gerissenes Fall ist ärgerlich und schnell ersetzt, eine gebrochene Want kann den Mast kosten. Für das stehende Gut zählen deshalb Prüfung und Nachweis, für das laufende Gut der regelmäßige Blick auf Scheuerstellen und ausgeblichene Leinen.
Rigg-Check am gelegten Mast: was der Prüfbogen abfragt
Ein gründlicher Rigg-Check lässt sich am besten im Herbst machen, wenn der Mast für das Winterlager am Attersee, am Traunsee oder an der Adria ohnehin gelegt wird. Dann sind Mastkopf, Salingsbeschläge und alle Terminals in Augenhöhe, und Teile lassen sich über den Winter bestellen.
Für die Ablage gibt es auf nammert.com einen Riggcheck zum Ausdrucken: einen Prüfbogen mit siebzehn Bauteilen vom Vorstag bis zu den Püttingen, mit Befund und Unterschriften. Er ersetzt nicht den Riggbauer, sorgt aber dafür, dass keine Stelle vergessen wird und dass das Ergebnis datiert im Bordordner liegt. Welche Endpunkte am häufigsten aufgeben, steht weiter oben auf dieser Seite.
Wanten tauschen: nach Befund, Nutzung und Revier
Eine feste Jahreszahl, nach der Wanten getauscht werden müssen, schreibt kein Gesetz vor. Riggbauer und Hersteller nennen Richtwerte, die von Material, Nutzung und Revier abhängen. Eine Yacht, die auf einem Binnensee im Sommer an Wochenenden segelt, belastet ihr Rigg anders als eine, die jedes Jahr über die Adria fährt und im Salzwasser liegt.
Den Ausschlag gibt der Befund: Haarrisse an Terminals, Rostfahnen an Pressungen, gebrochene Einzeldrähte oder ein Wantenspanner, der sich nur schwer drehen lässt. Wer tauscht, tauscht sinnvollerweise alle Wanten zugleich, weil sie gleich alt sind. Heben Sie die Rechnung auf, sie ist später der Nachweis, dass das stehende Gut erneuert wurde.
Laufendes Gut pflegen: Fallen, Schoten und Rollen
Fallen und Schoten verschleißen sichtbar, und das ist ihr Vorteil. Scheuerstellen an Klemmen, ein ausgefranster Mantel oder eine Leine, die in der Sonne hart geworden ist, lassen sich früh erkennen. Ein Fall, das im Masttopp über eine Rolle läuft, sollte beim gelegten Mast genau angesehen werden, denn dort entsteht der Verschleiß, den man vom Deck aus nicht sieht.
Für die Versicherung ist das laufende Gut ein klarer Fall: Verschleiß bleibt Sache des Eigners. Anders ist es, wenn eine versicherte Gefahr das Gut beschädigt, etwa Sturm oder ab Basis Plus ein Unfall. Wie die Grenze bei der Rollreffanlage verläuft, beschreibt die eigene Seite dazu.
Zum Merken
Kein Baujahr
gibt für das Rigg eine Grenze vor
Der Zustand
entscheidet, und den zeigt der Riggcheck
Abnützung bleibt beim Eigner, auch am Rigg. Wer dokumentiert wartet, macht aus einer Altersfrage eine Zustandsfrage.
Fragen und Antworten
Häufige Fragen
Gibt es eine Altersgrenze für das Rigg?
Nein, eine feste Grenze nach Baujahr gibt es nicht, auch nicht bei Yachten jenseits von fünfundzwanzig Jahren. Maßgeblich ist der Zustand, und den zeigt ein Riggcheck am gelegten Mast.
Ist ein Mastbruch versichert?
In unserer Vollkasko ab Basis Plus ist das Brechen und Knicken von Masten, Spieren und Bäumen ausdrücklich benannt. In der Basis ist ein Mastbruch nur durch Sturm, Blitz oder Brand versichert. Nicht versichert ist das ermüdete Teil selbst, den Folgeschaden am Mast trägt ab Basis Plus die Kasko.
Wo versagt ein Rigg am häufigsten?
An den Endpunkten und Gelenken, nicht im Draht: Terminals und Pressverbindungen, Wantenspanner, Toggles und Bolzen, Salingsbeschläge und der Rumpfanschluss der Püttinge. Beim Rod-Rigg zusätzlich der Kopf des Stabes.
Wie belege ich, dass kein Abnützungsschaden vorliegt?
Mit Rechnungen über getauschte Bauteile, einem datierten Riggprotokoll und Fotos der freigelegten Püttinge. Damit wird aus einer Jahreszahl ein prüfbarer Sachverhalt, über den ein Sachverständiger urteilen kann.
Wann ist der beste Zeitpunkt für einen Rigg-Check?
Im Herbst bei gelegtem Mast. Dann sind alle Beschläge erreichbar, Ersatzteile lassen sich über den Winter besorgen, und das Boot startet mit einem geprüften Rigg in die Saison.
Kann ich den Rigg-Check selbst machen?
Eine sorgfältige Sichtprüfung mit dem Prüfbogen können Sie selbst machen. Bei Rissen, Korrosion an Pressungen oder Zweifeln gehört ein Riggbauer dazu, dessen Befund später mehr Gewicht hat als die eigene Notiz.
NAMMERT Assekuradeur GmbH, Karl-Marx-Straße 4, 15711 Königs Wusterhausen, +49 3375 29 12 77
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Wo das bei uns geregelt ist
Oben unsere Antwort, hier die Ziffer im Wortlaut. Gehen beide auseinander, gilt das Bedingungswerk.
Dieselbe Sache trägt je Tarif nicht immer dieselbe Ziffer.
Alle Werke im Wortlaut: Verzeichnis der Klauseln.
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