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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen / Zusatzkrankenversicherung

Zahlt eine Zusatzversicherung Alternativmedizin in Österreich?

Kurz gesagt

Ja, eine Zusatzversicherung zahlt Alternativmedizin in Österreich, aber nur beim Arzt: Heilpraktiker sind hier verboten. Akupunktur, Homöopathie und Traditionelle Chinesische Medizin bei Wahlärzten erstatten viele Wahlarzttarife ab der mittleren Stufe. Diese kosten mit 25 bis 30 Jahren etwa 50 bis 70 Euro im Monat. Die Kasse zahlt dafür meist nichts.

Zahlt eine Zusatzversicherung Alternativmedizin in Österreich?

Was es kostet

Öffentlich genannte Prämien und Arztkosten in Österreich, Stand 2026.

BeispielRichtwert
Wahlarzt Basis, 25 bis 30 Jahre, meist ohne Alternativmedizinetwa 35 bis 50 Euro im Monat
Wahlarzt Komfort mit Alternativmedizin, 25 bis 30 Jahreetwa 50 bis 70 Euro im Monat
Wahlarzt Komfort, 41 bis 50 Jahreetwa 90 bis 130 Euro im Monat
Facharzt als Wahlarzt in Wien, Rechnungetwa 120 bis 180 Euro, Rückersatz der Kasse etwa 40 bis 50 Euro

Stand Oktober 2026.

Die Kosten einer Akupunktur-Sitzung beim Wahlarzt sind ein Richtwert aus der Angebotspraxis.

Ihre Prämie hängt von Eintrittsalter, Gesundheit und Bundesland ab;

das genaue Angebot holen wir ein.

Rechenbeispiel

Rückenschmerzen, acht Akupunktur-Sitzungen beim Wahlarzt

So rechnet sich ein Komforttarif mit 80 Prozent Erstattung und 60 Euro Monatsprämie, wenn die Kasse für die Akupunktur nichts ersetzt.

Acht Sitzungen zu je 80 Euro640 Euro
Erstattung 80 Prozent512 Euro
Ihr Eigenanteil128 Euro
Prämie im Jahr (12 × 60 Euro)720 Euro

Allein für die Akupunktur lohnt sich der Tarif nicht: Sie zahlen 848 statt 640 Euro. Erst wenn Sie zusätzlich mehrmals im Jahr Fachärzte als Wahlarzt besuchen, kommen Sie ins Plus.

Warum es in Österreich keine Heilpraktiker gibt

Anders als in Deutschland ist die Heilkunde in Österreich Ärzten vorbehalten. Wer ohne ärztliche Zulassung behandelt, macht sich strafbar. Eine eigene Heilpraktikerversicherung gibt es deshalb nicht.

Alternativmedizin bekommen Sie hier von Ärzten, die eine Zusatzausbildung haben, etwa in Akupunktur, Homöopathie oder Traditioneller Chinesischer Medizin. Viele davon arbeiten als Wahlarzt ohne Kassenvertrag.

Was die Zusatzversicherung übernimmt

Die Leistung steckt in der Wahlarztversicherung, die auch privat bezahlte Arztbesuche erstattet. Basistarife zahlen oft nur Schulmedizin, ab der mittleren Stufe kommen Akupunktur, Homöopathie und TCM dazu.

Der Tarif erstattet die Differenz zwischen Arztrechnung und dem, was die Kasse ersetzt. Weil die Kasse bei Alternativmedizin meist nichts zahlt, trägt der Tarif hier fast die ganze Rechnung bis zu seiner Grenze.

LeistungTypische Regel im Tarif
Akupunktur beim Arztin mittleren und oberen Wahlarzttarifen erstattet
Homöopathie beim Arztin mittleren und oberen Wahlarzttarifen erstattet
Traditionelle Chinesische Medizinoft erstattet, Kräuter meist nicht
Osteopathieje nach Tarif, meist nur mit ärztlicher Verordnung
Energetiker und andere Nichtärztenicht versichert

Die Grenzen, die man oft übersieht

Fast jeder Tarif hat eine Jahresgrenze für alle ambulanten Leistungen zusammen, oft im Bereich von 1.500 bis 2.000 Euro. Alternativmedizin teilt sich dieses Budget mit allen anderen Arztbesuchen.

Laufende oder angeratene Behandlungen sind nicht versichert. Wer schon zur Akupunktur geht, schließt für diese Beschwerden zu spät ab.

Wann sich der Tarif lohnt und wann nicht

Die Wahlarztversicherung lohnt sich, wenn Sie Alternativmedizin regelmäßig nutzen und auch sonst oft zu Wahlärzten gehen. Ab etwa drei bis fünf Wahlarztbesuchen im Jahr bekommen Erwachsene meist mehr heraus, als sie einzahlen.

Wer nur ab und zu eine Akupunktur möchte, zahlt besser selbst. Ein Komforttarif nur für Alternativmedizin ist zu teuer.

Schritt für Schritt

  1. Bei der eigenen Kasse fragen, ob sie zu Akupunktur oder anderen Methoden etwas ersetzt.
  2. Zählen, wie oft Sie im Jahr zu Wahlärzten gehen, mit und ohne Alternativmedizin.
  3. In den Bedingungen prüfen, ab welcher Tarifstufe Alternativmedizin versichert ist.
  4. Jahresgrenze und Erstattungssatz vergleichen.
  5. Gesundheitsfragen vollständig beantworten und erst dann mit der Behandlung beginnen.

Checkliste

  • Akupunktur, Homöopathie und TCM ausdrücklich genannt
  • Behandlung durch Ärzte mit Zusatzausbildung
  • Jahresgrenze passt zu allen Wahlarztbesuchen zusammen
  • Erstattung von mindestens 80 Prozent der Restkosten
  • Keine laufende Behandlung bei Abschluss

Häufige Fehler

  • Einen Basistarif wählen und annehmen, Alternativmedizin sei dabei
  • Erwarten, dass Behandlungen bei Energetikern erstattet werden
  • Den Tarif nur wegen weniger Akupunktur-Sitzungen abschließen
  • Beschwerden in den Gesundheitsfragen weglassen

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Gibt es in Österreich Heilpraktiker?

Nein. Die Heilkunde ist Ärzten vorbehalten, Ausbildung und Tätigkeit als Heilpraktiker sind verboten.

Zahlt die Kasse Akupunktur?

In der Regel nicht. Einzelne Kassen ersetzen in Ausnahmefällen etwas, fragen Sie vorher bei Ihrer Kasse nach.

Welche Zusatzversicherung zahlt Alternativmedizin?

Die Wahlarztversicherung, meist ab der mittleren Tarifstufe. Eine eigene Versicherung nur für Alternativmedizin gibt es kaum.

Wird Osteopathie erstattet?

Je nach Tarif, oft nur mit ärztlicher Verordnung und bis zu einer eigenen Grenze. Lesen Sie die Bedingungen genau.

Gibt es eine Wartezeit?

Höchstens drei Monate, manche Tarife verzichten darauf. Bekannte Beschwerden bleiben trotzdem ausgeschlossen.

Werden die homöopathischen Mittel bezahlt?

Manche Tarife ersetzen ärztlich verordnete Heilmittel teilweise, Kräuter und Globuli aus eigenem Antrieb meist nicht.

Quellen

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