Kunst- und Wertsachenversicherung: mehr als die Haushaltsversicherung hergibt
In der Haushaltsversicherung sind Schmuck, Uhren, Bilder und Sammlungen nur mit einer Höchstgrenze versichert, und diese Grenze hängt meist davon ab, wie die Stücke verwahrt sind. Eine eigene Kunst- oder Valorenpolizze deckt alle Gefahren, die nicht ausgeschlossen sind, zu einem vorab vereinbarten Wert. Sie ist dann sinnvoll, wenn der Wert die Grenzen des Haushalts übersteigt oder ein Stück nicht ersetzbar ist.
Sind Schmuck und Kunst in der Haushaltsversicherung gedeckt?
Bis zu einer Grenze. Die Polizze unterscheidet bei Wertgegenständen danach, ob sie in einem versperrten Tresor liegen oder offen in der Wohnung, und setzt für offen verwahrten Schmuck und Bargeld deutlich niedrigere Beträge an. Versichert sind außerdem nur die genannten Gefahren wie Feuer, Leitungswasser, Sturm und Einbruchsdiebstahl. Fällt ein Bild von der Wand oder geht ein Ring verloren, zahlt die Haushaltsversicherung nicht. Für höhere Werte gibt es eigene Kunst- und Wertsachenpolizzen.
Die Grenzen der Haushaltsversicherung
Österreichische Haushaltspolizzen fassen Schmuck, Uhren, Edelmetalle, Münzen, Briefmarken, Bilder und Antiquitäten als Wertgegenstände zusammen. Für sie gilt eine eigene Entschädigungsgrenze, die vom Ort der Verwahrung abhängt: im versperrten Tresor höher, offen im Kasten oder in der Lade niedrig. Wer sich auf die Haushaltsversicherung verlässt, sollte diese Beträge in der eigenen Polizze nachlesen.
Gedeckt sind dort nur genannte Gefahren. Ein Ölbild, das beim Ausmalen der Wohnung beschädigt wird, eine umgestoßene Porzellanfigur oder ein Armband, das beim Skifahren verloren geht, sind keine Haushaltsschäden. Gerade solche Fälle kommen bei Sammlern und Schmuckträgern häufig vor.
Allgefahrendeckung und Taxe: wie die eigene Polizze rechnet
Kunst- und Valorenpolizzen arbeiten mit dem Allgefahrenprinzip. Versichert ist jede Beschädigung, Zerstörung und jedes Abhandenkommen, solange kein Ausschluss greift. Ausgeschlossen sind in der Regel Abnützung, langsame Einwirkungen von Licht, Temperatur oder Feuchtigkeit, Schädlinge, Schäden bei Bearbeitung und Restaurierung sowie Krieg und Beschlagnahme.
Der Wert jedes Stücks wird bei Abschluss festgelegt, als Taxe im Sinn von § 57 VersVG. Grundlage ist meist ein Schätzgutachten, ein Kaufbeleg oder ein Auktionsergebnis. Nach einem Schaden gibt es dann keine Diskussion über den Marktwert. Steigt der Wert, muss die Taxe nachgezogen werden, sonst bleibt die Entschädigung beim alten Betrag.
Paare, Garnituren und Wertminderung
Bei zusammengehörigen Stücken ist der Schaden größer als das einzelne Teil. Fehlt ein Manschettenknopf, ein Teil eines Services oder ein Band einer Reihe, verliert die ganze Garnitur an Wert. Eine Paar- und Setklausel deckt diesen Verlust mit ab.
Auch eine fachgerechte Restaurierung lässt oft einen Minderwert zurück. Ob die Polizze ihn ersetzt, ist von Anbieter zu Anbieter verschieden. Für bedeutende Sammlungen ist zudem ein Rückkaufsrecht wichtig, falls ein gestohlenes Werk nach der Auszahlung wieder auftaucht.
Tresor, Alarmanlage und Bestandsliste
Ab gewissen Werten schreiben Versicherer Sicherungen vor: einen zertifizierten Tresor mit passendem Widerstandsgrad, eine Alarmanlage, manchmal Sicherheitsschlösser an allen Zugängen. Diese Vorgaben sind Obliegenheiten. Werden sie nicht eingehalten, kann der Versicherer im Schadenfall leistungsfrei werden oder die Leistung kürzen.
Halten Sie eine Bestandsliste mit Fotos, Maßen, Signaturen, Rechnungen und Schätzgutachten aktuell und verwahren Sie eine Kopie außer Haus. Sie ist im Schadenfall der wichtigste Nachweis und hilft der Polizei bei der Suche nach gestohlenen Stücken.
Was versichert ist
Einbruchsdiebstahl, Beraubung und je nach Polizze einfacher Diebstahl
Bruch und Beschädigung, etwa durch Herabfallen oder Anstoßen
Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel
Verlust von Schmuck und Uhren, wenn vereinbart
Getragener Schmuck und Uhren außer Haus, je nach Geltungsbereich
Transporte und Ausstellungen von Nagel zu Nagel, wenn vereinbart
Minderwert nach Restaurierung und Paar- oder Garniturverlust in guten Polizzen
Was nicht versichert ist
Abnützung und langsame Einwirkung von Licht, Temperatur oder Feuchtigkeit
Schäden bei Bearbeitung, Reinigung oder Restaurierung, in der Regel ausgeschlossen
Schädlinge wie Motten und Holzwurm
Krieg, Beschlagnahme und Kernenergie
Werte über der vereinbarten Taxe oder nicht gemeldete Neuzugänge
Schäden bei Verletzung vereinbarter Sicherungen, je nach Bedingungen
Wer sie braucht
Wer Schmuck oder Uhren hat, deren Wert über der Grenze der Haushaltsversicherung liegt
Sammlerinnen und Sammler von Bildern, Grafik, Skulpturen, Antiquitäten, Münzen oder Briefmarken
Erben, die wertvolle Stücke übernommen und noch nicht schätzen lassen haben
Leihgeber, deren Werke in Ausstellungen gehen oder oft transportiert werden
Wer sie nicht braucht
Eine eigene Polizze, wenn Ihre Wertgegenstände gut in die Grenzen der Haushaltsversicherung passen und im versperrten Tresor liegen
Pech-Rad
Drehen Sie am Rad des Pechs
Sechs Schäden, die wirklich passieren: Das Rad wählt Ihren und zeigt, wer zahlt.
Kosten:
Billigtarif Starker Tarif
Alle sechs Fälle ansehen
Einbruch, die Uhren sind weg, Wert der Uhren, rasch fünfstellig. Billigtarif: zahlt teilweise, Starker Tarif: zahlt. Der Haushalt zahlt bei Einbruchsdiebstahl, aber nur bis zur Grenze für Wertgegenstände. Die Valorenpolizze ersetzt jede gelistete Uhr mit ihrem vereinbarten Wert.
Ölbild beim Ausmalen beschädigt, Restaurierung und Minderwert. Billigtarif: zahlt nicht, Starker Tarif: zahlt. Beschädigung ist in der Haushaltsversicherung keine gedeckte Gefahr. Die Kunstpolizze zahlt die Restaurierung und, wenn vereinbart, den Minderwert.
Armband auf der Skipiste verloren, Wert des Armbands. Billigtarif: zahlt nicht, Starker Tarif: zahlt teilweise. Verlieren ist kein Einbruch, der Haushalt zahlt nicht. Manche Valorenpolizzen decken Verlust, andere nur Diebstahl und Beraubung.
Leihgabe bricht beim Transport, Restaurierung bis Totalschaden. Billigtarif: zahlt nicht, Starker Tarif: zahlt. Unterwegs gilt der Haushalt für Kunst nicht. Eine Deckung von Nagel zu Nagel gilt vom Abhängen bis zum Wiederaufhängen.
Grafik vergilbt in der Sonne, Wertverlust des Blatts. Billigtarif: zahlt nicht, Starker Tarif: zahlt nicht. Licht wirkt langsam, das ist kein plötzliches Ereignis. Langsame Einwirkungen sind auch in der besten Kunstpolizze ausgeschlossen.
Erbstück ist doppelt so viel wert, die Hälfte des Werts. Billigtarif: zahlt nicht, Starker Tarif: zahlt teilweise. Bezahlt wird die vereinbarte Taxe. Eine Vorsorge für Wertsteigerung fängt einen Teil auf, ganz hilft nur ein neues Schätzgutachten.
Was sie kostet
Die Prämie ist ein Satz auf die Versicherungssumme, dazu kommen 11 Prozent Versicherungssteuer. Wie hoch der Satz ist, hängt davon ab, was versichert wird, wie es gesichert ist und ob die Deckung auch außer Haus gilt. Getragener Schmuck kostet mehr als ein Bild an der Wand.
Wovon der Beitrag abhängt
Versicherungssumme und Wert des teuersten Einzelstücks
Art der Gegenstände: Bilder, Skulpturen, Schmuck, Uhren, Münzen
Verwahrung: Tresorklasse, Alarmanlage, Lage der Wohnung
Geltungsbereich: nur in der Wohnung, Europa oder weltweit
Transporte, Leihgaben und Ausstellungen
Höhe des Selbstbehalts
Wir nennen keine Prämienspannen, weil Kunst- und Valorenpolizzen einzeln nach Wert, Sicherung und Risiko kalkuliert werden. Ihre Prämie steht erst im Angebot fest.
Die Tariflinien am Markt
01
Haushaltsversicherung mit höherer Wertsachengrenze
Mehr Deckung für Wertgegenstände im Tresor gegen Mehrprämie. Es bleibt bei den genannten Gefahren, kein Schutz bei Bruch oder Verlust.
02
Valorenpolizze
Für Schmuck, Uhren und Pelze, auch getragen und außer Haus, als Allgefahrendeckung. Jedes Stück steht mit Wert in der Liste, oft mit weltweitem Geltungsbereich.
03
Kunst- und Sammlungspolizze
Allgefahren zu vereinbarten Werten für Bilder, Antiquitäten und Sammlungen, mit Transport, Ausstellung, Minderwert, Paar- und Setklausel und Rückkaufsrecht.
Woran Sie einen guten Tarif erkennen
Kriterium
Mindeststandard
Starker Tarif
Warum das zählt
Deckungsprinzip
genannte Gefahren
Allgefahren mit kurzer, klarer Ausschlussliste
Bruch und Verlust sind bei Kunst und Schmuck die typischen Schäden.
Versicherungswert
Wiederbeschaffungswert nach dem Schaden
vereinbarte Taxe je Stück nach Schätzgutachten
Den Marktwert eines Einzelstücks nach dem Verlust nachzuweisen, ist schwer.
Wertanpassung
keine
Vorsorge für Neuzugänge und Wertsteigerung
Preise für Kunst und Uhren ändern sich, eine starre Summe veraltet.
Geltungsbereich
nur in der Wohnung
weltweit für getragenen Schmuck und Uhren
Die Uhr fährt mit auf Urlaub, das Bild bleibt daheim.
Transport und Ausstellung
nicht gedeckt
von Nagel zu Nagel eingeschlossen
Beim Verpacken und unterwegs entstehen die meisten Bruchschäden.
Selbstbehalt
fester Selbstbehalt je Schaden
niedriger oder kein Selbstbehalt bei Totalverlust
Ein hoher Selbstbehalt frisst kleine Restaurierungen ganz auf.
Anbieter im Überblick
Kunst und Wertsachen versichern in Österreich die großen Sachversicherer mit eigenen Fachabteilungen, die auch Museen und Galerien betreuen, dazu internationale Spezialversicherer. Auflagen und Mindestsummen sind sehr unterschiedlich. Die Liste ist ein Marktüberblick.
Versicherer
Einordnung
UNIQA
Versicherungsgruppe mit Sitz in Wien, eigene Kunstversicherung für Private und Institutionen
Hiscox
Spezialversicherer, Fine Art & Collections über die Hiscox SA aus Luxemburg mit Büro in Wien
Allianz
Allianz Elementar, Kunstversicherung Art Privat für Sammler
Generali
Kunstversicherung ARTE Generali Private Kunst des Generali-Konzerns
Helvetia
österreichische Gesellschaft der Schweizer Helvetia-Gruppe, Kunst- und Transportversicherung
Für überschaubare Werte: mehr Deckung für Schmuck im Tresor. Nachlesen, wie hoch die Grenze für offen verwahrte Stücke bleibt.
Valorenpolizze
Schmuck und Uhren mit Einzelwerten, gegen Diebstahl, Verlust und Beschädigung, daheim und unterwegs.
Kunstpolizze für Privatsammlungen
Bilder, Grafik, Skulpturen und Antiquitäten zu vereinbarten Werten, Allgefahren, mit Vorsorge für Neuzugänge.
Ausstellungs- und Transportdeckung
Für Leihgaben, Übersiedlungen und Restaurierungsfahrten von Nagel zu Nagel, als Baustein oder für eine einzelne Ausstellung.
Mythos oder Wahrheit
Was stimmt, was nicht?
Fünf Sätze, die man über diese Versicherung hört. Tippen Sie zuerst, dann lösen wir auf.
Fällt eine Porzellanfigur vom Regal, zahlt die Haushaltsversicherung nicht.
Das stimmt.
Stimmt. Der Haushalt deckt nur genannte Gefahren wie Feuer, Leitungswasser und Einbruchsdiebstahl. Bruch durch Herabfallen gehört nicht dazu, dafür braucht es eine Allgefahrendeckung.
Der Kaufpreis aus den Neunzigerjahren ist der passende Versicherungswert.
Das stimmt nicht.
Falsch. Es zählt der heutige Wert. Ist er gestiegen, sind Sie mit dem alten Preis unterversichert und bekommen im Schadenfall zu wenig.
Wird ein Manschettenknopf gestohlen, ersetzt der Versicherer stets nur diesen einen.
Das stimmt nicht.
Nicht stets. Mit einer Paar- und Setklausel wird auch der Wertverlust des verbliebenen Stücks ersetzt. Ohne sie bleibt es beim einzelnen Knopf.
Mit Fotos und Rechnungen lässt sich ein Schaden viel leichter nachweisen.
Das stimmt.
Richtig. Wer nicht belegen kann, was da war, hat im Schadenfall einen schweren Stand. Eine Kopie der Bestandsliste gehört außer Haus.
Allgefahrendeckung bedeutet, dass jeder Schaden bezahlt wird.
Das stimmt nicht.
Nein. Gedeckt ist alles, was nicht ausgeschlossen ist. Abnützung, Schädlinge, Restaurierungsschäden und Krieg stehen in nahezu jeder Ausschlussliste.
Häufige Fehler beim Abschluss
Glauben, die Haushaltsversicherung decke Schmuck und Kunst in voller Höhe
Die Taxe jahrelang nicht an gestiegene Werte anpassen
Keine Bestandsliste mit Fotos führen oder sie nur in der Wohnung aufbewahren
Den Tresor im Alltag offen lassen, obwohl die Polizze ihn verlangt
Neuzugänge und Erbstücke dem Versicherer nicht melden
Häufig gefragt
Fragen und Antworten
Worin unterscheidet sich die Kunstversicherung von der Haushaltsversicherung?
Die Haushaltsversicherung zahlt nur bei genannten Gefahren und begrenzt Wertgegenstände je nach
Verwahrung.
Die Kunstversicherung deckt alle Gefahren,
die nicht ausgeschlossen sind, zu einem vorher vereinbarten Wert je Stück.
Was deckt eine Valorenpolizze?
Schmuck, Uhren und Pelze gegen Allgefahren,
meist auch wenn Sie die Stücke tragen und je nach Polizze weltweit.
Versichert ist eine Liste mit den Einzelwerten.
Brauche ich ein Schätzgutachten?
Für wertvolle Einzelstücke meist ja, damit die Taxe hält.
Für günstigere Stücke genügen oft Rechnungen und Fotos.
Gutachten sollten in regelmäßigen Abständen erneuert werden.
Was heißt vereinbarter Wert oder Taxe?
Der Wert wird bei Abschluss festgelegt und gilt nach § 57 VersVG als Versicherungswert.
Im Schadenfall gilt dieser Betrag, außer er war erheblich überhöht.
Ist mein Schmuck auf Urlaub versichert?
Über den Haushalt nur eingeschränkt und nicht bei Verlust.
Eine Valorenpolizze mit weltweitem Geltungsbereich deckt auch getragenen Schmuck.
Achten Sie auf Vorgaben zum Hotelsafe.
Was passiert, wenn ein gestohlenes Bild wieder auftaucht?
Mit Rückkaufsrecht können Sie es gegen Rückzahlung der Entschädigung zurückbekommen.
Ohne diese Vereinbarung gehört es dem Versicherer, der bezahlt hat.
Zahlt die Versicherung Schäden beim Restaurator?
In der Regel nicht.
Schäden bei Bearbeitung und Restaurierung sind meist ausgeschlossen.
Dafür haftet der Restaurator über seine eigene Haftpflichtversicherung.
Muss ich einen Tresor haben?
Ab bestimmten Werten ja.
Versicherer schreiben für Schmuck und Uhren einen zertifizierten Tresor mit passendem
Widerstandsgrad vor, bei großen Sammlungen oft auch eine Alarmanlage.
NAMMERT Versicherungsmakler
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Danke, Ihre Anfrage ist bei uns.
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