Bestattungsvorsorge: das eigene Begräbnis regeln und die Angehörigen entlasten
Das Begräbnis wird in Österreich aus der Verlassenschaft bezahlt, doch bis das Verfahren abgeschlossen ist, vergehen oft Monate. Die Rechnung des Bestatters kommt früher. Eine Bestattungsvorsorge in Form einer Sterbeversicherung stellt eine feste Summe bereit, die sofort nach dem Tod ausbezahlt wird.
Sinnvoll ist sie, wenn kein Sparguthaben für das Begräbnis vorhanden ist oder die Angehörigen nicht in Vorleistung gehen sollen. Wer bereits genug Geld auf einem Sparbuch hat und die Angehörigen informiert, braucht keine Versicherung. Für Ältere ist die Sterbeversicherung attraktiv, weil meist keine Gesundheitsfragen gestellt werden. Achten Sie auf Wartezeit und die Summe der Prämien über die Jahre.
Wer in Österreich die Begräbniskosten trägt
Nach § 549 ABGB gehören die Kosten eines angemessenen Begräbnisses zu den Lasten der Verlassenschaft. Sie werden also aus dem Vermögen des Verstorbenen bezahlt, noch vor den Erben. Reicht der Nachlass nicht, müssen unterhaltspflichtige Angehörige einspringen, und erst danach die Sozialhilfe.
Praktisch ist das Geld auf den Konten des Verstorbenen aber nicht sofort frei. Banken geben für die Begräbnisrechnung zwar oft einen Betrag frei, das ist jedoch kein Anspruch. Eine Sterbeversicherung mit einer namentlich begünstigten Person zahlt dagegen direkt und ohne Verlassenschaftsverfahren aus.
Wie eine Sterbeversicherung funktioniert
Die Sterbeversicherung ist eine kleine Lebensversicherung auf den Todesfall mit einer festen Summe. Weil die meisten Tarife ohne oder mit wenigen Gesundheitsfragen auskommen, gilt eine Wartezeit: Stirbt man in dieser Zeit an einer Krankheit, werden meist nur die eingezahlten Prämien zurückerstattet. Bei einem Unfall zahlt der Tarif in der Regel von Anfang an.
Wer früh abschließt und lebenslang Prämie zahlt, kann am Ende mehr eingezahlt haben, als ausbezahlt wird. Tarife mit Einmalprämie oder mit Prämienzahlung bis zu einem festen Alter begrenzen dieses Risiko. Rechnen Sie vor Abschluss die Summe aller Prämien bis zum 90. Lebensjahr aus.
Vorsorgevertrag beim Bestatter oder Versicherung?
Viele Bestattungsunternehmen bieten Vorsorgeverträge an, in denen Art, Umfang und Ablauf des Begräbnisses festgelegt werden. Bezahlt wird entweder direkt, über ein gesperrtes Sparguthaben oder über eine Sterbeversicherung, deren Leistung an den Bestatter geht.
Die Versicherung hat den Vorteil, dass die Summe auch dann fließt, wenn die Prämien erst kurz gezahlt wurden, nach Ablauf der Wartezeit. Der Vorsorgevertrag hat den Vorteil, dass Ihre Wünsche verbindlich festgehalten sind. Beides lässt sich kombinieren.
Was versichert ist
Auszahlung der vereinbarten Summe im Todesfall
Volle Leistung nach Ablauf der Wartezeit
Bei Unfalltod meist volle Leistung ab Beginn
Rückerstattung der Prämien bei Tod durch Krankheit in der Wartezeit
Überführung aus dem Ausland, je nach Tarif
Organisationshilfe für die Angehörigen, je nach Anbieter
Was nicht versichert ist
Volle Leistung bei Krankheitstod in der Wartezeit
Automatische Anpassung an steigende Bestattungskosten, wenn keine Indexierung vereinbart ist
Grabpflege über viele Jahre, sofern nicht eigens geregelt
Pflegekosten zu Lebzeiten
Auszahlung an Personen, die weder begünstigt noch Erben sind
Wer sie braucht
Ältere Menschen ohne Ersparnisse für das Begräbnis
Alleinstehende, die ihr Begräbnis selbst regeln möchten
Menschen, die ihren Kindern die Vorleistung ersparen wollen
Menschen, die in ihrem Herkunftsland beigesetzt werden möchten
Wer sie nicht braucht
Wer ausreichend Erspartes hat und die Angehörigen darüber informiert
Jüngere mit Familie, für die eine Ablebensversicherung mehr Schutz bietet
Pech-Rad
Drehen Sie am Rad des Pechs
Sechs Schäden, die wirklich passieren: Das Rad wählt Ihren und zeigt, wer zahlt.
Kosten:
Billigtarif Starker Tarif
Alle sechs Fälle ansehen
Krankheitstod in der Wartezeit, Begräbnis mehrere tausend Euro, zurück kommen nur die Prämien. Billigtarif: zahlt teilweise, Starker Tarif: zahlt. Ohne Gesundheitsfragen gilt eine Wartezeit mit Prämienrückgewähr. Tarife mit einfachen Gesundheitsfragen zahlen früher oder sofort die volle Summe.
Tödlicher Skiunfall im ersten Jahr, volle Summe, bei starken Tarifen erhöht. Billigtarif: zahlt, Starker Tarif: zahlt. Unfalltod ist praktisch überall ab Beginn gedeckt. Starke Tarife legen in diesem Fall noch etwas drauf.
Überführung in die alte Heimat, Überführung ins Ausland: oft mehrere tausend Euro. Billigtarif: zahlt nicht, Starker Tarif: zahlt. Einfache Tarife zahlen nur die Summe, die dann für Begräbnis und Transport reichen muss. Starke Tarife schließen die Überführung eigens ein.
Grabpflege über viele Jahre, laufende Kosten, Jahr für Jahr. Billigtarif: zahlt nicht, Starker Tarif: zahlt nicht. Die Sterbeversicherung zahlt einmal. Pflege und Nutzungsgebühren über Jahre muss man eigens regeln, etwa mit einem Vertrag beim Friedhofsgärtner.
Summe von damals zu klein, Differenz zu heutigen Begräbniskosten, oft vierstellig. Billigtarif: zahlt teilweise, Starker Tarif: zahlt. Einfache Tarife wachsen nur mit der Gewinnbeteiligung. Starke bieten eine vereinbarte Indexierung.
Konto gesperrt, Rechnung fällig, Begräbnisrechnung sofort, Konto erst nach der Verlassenschaft. Billigtarif: zahlt, Starker Tarif: zahlt. Mit namentlicher Begünstigung zahlt jeder Tarif direkt an die eingetragene Person. Das Verlassenschaftsverfahren muss niemand abwarten.
Was sie kostet
Die Prämie richtet sich nach Eintrittsalter, Versicherungssumme und Prämiendauer. Ohne Gesundheitsprüfung ist der Schutz teurer als eine Ablebensversicherung mit gleicher Summe.
Wovon der Beitrag abhängt
Eintrittsalter
Versicherungssumme
Laufende Prämie, abgekürzte Prämienzahlung oder Einmalprämie
Dauer der Wartezeit
Zusatzleistungen wie Überführung
Gewinnbeteiligung
Wir nennen keine Prämienspanne, weil Alter und Prämiendauer den Preis stark verändern. Ihre Prämie steht erst im Angebot fest.
Die Tariflinien am Markt
01
Einfache Sterbeversicherung
Feste Summe, Wartezeit, laufende Prämie. Ohne Gesundheitsfragen.
02
Mit abgekürzter Prämienzahlung
Prämie nur bis zu einem bestimmten Alter, danach prämienfrei. Senkt das Risiko, mehr einzuzahlen als ausbezahlt wird.
03
Mit Vorsorgevertrag
Sterbeversicherung kombiniert mit einem Vertrag beim Bestatter, der die Durchführung des Begräbnisses festlegt.
Woran Sie einen guten Tarif erkennen
Kriterium
Mindeststandard
Starker Tarif
Warum das zählt
Wartezeit
mehrere Jahre mit Prämienrückgewähr
kurze oder keine Wartezeit mit einfachen Gesundheitsfragen
In der Wartezeit erhalten die Angehörigen nur die eingezahlten Prämien.
Prämiendauer
lebenslang
abgekürzt oder Einmalprämie
Lebenslange Zahlung kann teurer werden als die Summe selbst.
Unfalltod
volle Leistung ab Beginn
erhöhte Leistung ab Beginn
Bei plötzlichem Tod soll die Wartezeit keine Rolle spielen.
Wertanpassung
Erhöhung aus der Gewinnbeteiligung
vereinbarte Indexierung
Begräbniskosten steigen mit der Zeit.
Überführung
nicht enthalten
Überführung aus dem Ausland eingeschlossen
Ein Rücktransport kann einen großen Teil der Summe kosten.
Bindung an Bestatter
freie Auszahlung an Begünstigte
Wahl zwischen freier Auszahlung und Abtretung
Die Angehörigen sollen den Bestatter wählen können, wenn kein Vorsorgevertrag besteht.
Anbieter im Überblick
Sterbe- und Bestattungsvorsorgeversicherungen bieten in Österreich einige Lebensversicherer an, teilweise in Zusammenarbeit mit Bestattungsunternehmen. Die Übersicht sagt nichts darüber, mit wem wir zusammenarbeiten.
Versicherer
Einordnung
Wiener Verein
auf Bestattungsvorsorge spezialisierte Marke der Wiener Städtischen
Wiener Städtische
Teil der Vienna Insurance Group, Vertreter, Bankvertrieb und Makler
UNIQA
börsennotierter Versicherungskonzern mit Sitz in Wien
Kleine Lebensversicherung mit fester Summe für die Begräbniskosten, meist ohne Gesundheitsprüfung.
Bestattungsvorsorgevertrag
Vertrag mit einem Bestattungsunternehmen über Art und Ablauf des Begräbnisses.
Gesperrtes Sparbuch
Zweckgebundenes Guthaben für das Begräbnis. Keine Versicherung, dafür ohne Überzahlungsrisiko.
Ablebensversicherung
Für Jüngere oft günstiger, endet aber mit der Laufzeit und deckt daher den Tod im hohen Alter meist nicht.
Mythos oder Wahrheit
Was stimmt, was nicht?
Fünf Sätze, die man über diese Versicherung hört. Tippen Sie zuerst, dann lösen wir auf.
Die Enkelin kann eine Sterbeversicherung auf das Leben der Oma abschließen.
Das stimmt.
Stimmt, sie ist dann Versicherungsnehmerin und zahlt die Prämie. Übersteigt die Summe die üblichen Begräbniskosten, braucht es die schriftliche Zustimmung der Oma, und Versicherer fragen ohnehin danach.
Die Sterbeversicherung zahlt nur, wenn der Vertragsbestatter das Begräbnis macht.
Das stimmt nicht.
Falsch. Ohne besondere Vereinbarung geht das Geld an die Begünstigten, und die wählen den Bestatter frei. Nur wer die Leistung an einen Bestatter abgetreten hat, bindet sie dorthin.
Eine Sterbeversicherung hat keinen Rückkaufswert.
Das stimmt nicht.
Falsch. Meist ist sie eine kleine Lebensversicherung mit angespartem Deckungskapital, bei Kündigung gibt es einen Rückkaufswert. In den ersten Jahren liegt er aber oft deutlich unter den eingezahlten Prämien.
In der Prämie einer Sterbeversicherung steckt Versicherungssteuer.
Das stimmt.
Stimmt. Wie bei anderen Lebensversicherungen sind in Österreich 4 Prozent Versicherungssteuer enthalten. Die Auszahlung an die Begünstigten ist dafür in der Regel steuerfrei.
Wer eine Sterbeversicherung hat, braucht keine Begräbnisverfügung.
Das stimmt nicht.
Falsch. Die Versicherung liefert Geld, keine Entscheidungen. Ob Erd- oder Feuerbestattung, welches Grab, welche Feier: das halten Sie schriftlich oder in einem Vorsorgevertrag fest.
Häufige Fehler beim Abschluss
Die Summe aller Prämien bis ins hohe Alter nicht ausrechnen
Die Wartezeit übersehen
Die Angehörigen nicht über den Vertrag informieren
Keine Person als Begünstigte eintragen, sodass die Summe in die Verlassenschaft fällt
Eine Summe wählen, die nicht mehr zu den heutigen Begräbniskosten passt
Häufig gefragt
Fragen und Antworten
Wer zahlt das Begräbnis, wenn kein Geld da ist?
Zuerst die Verlassenschaft, dann unterhaltspflichtige Angehörige.
Ist auch dort nichts zu holen, übernimmt die Sozialhilfe der Gemeinde oder des Landes die Kosten
eines einfachen Begräbnisses.
Was kostet ein Begräbnis in Österreich?
Das hängt von Bestattungsart, Friedhof und Grab ab, typischerweise sind es mehrere tausend Euro.
Friedhofsgebühren und Grabnutzungsrechte unterscheiden sich stark zwischen Gemeinden und
Bundesländern.
Fällt die Sterbeversicherung in die Verlassenschaft?
Nicht, wenn eine Person namentlich als Begünstigte eingetragen ist.
Dann wird direkt an sie ausbezahlt.
Ohne Begünstigung gehört die Summe zum Nachlass und steht erst nach dem Verfahren zur Verfügung.
Muss ich Gesundheitsfragen beantworten?
Bei vielen Sterbeversicherungen nicht oder nur wenige.
Dafür gilt eine Wartezeit.
Tarife mit Gesundheitsfragen haben oft eine kürzere oder gar keine Wartezeit.
Kann ich die Leistung direkt an den Bestatter geben?
Ja, wenn Sie das mit Versicherer und Bestatter vereinbaren.
Das ist sinnvoll in Verbindung mit einem Vorsorgevertrag,
in dem die Durchführung des Begräbnisses festgelegt ist.
Bis zu welchem Alter kann ich abschließen?
Das Höchstalter legt jeder Anbieter selbst fest,
häufig liegt es im Bereich zwischen 75 und 85 Jahren.
Je später, desto höher die Prämie.
Ist eine Überführung ins Ausland versichert?
Nur wenn der Tarif sie einschließt.
Wer im Herkunftsland beigesetzt werden möchte, sollte das ausdrücklich absichern,
denn die Kosten können einen großen Teil der Summe ausmachen.
NAMMERT Versicherungsmakler
Angebote für Bestattungsvorsorge anfordern
Wir holen Angebote ein und melden uns mit einem Vergleich, kostenlos: Es zahlt der Versicherer.
Danke, Ihre Anfrage ist bei uns.
Wir melden uns innerhalb eines Werktags. Wenn etwas eilt: +49 3375 29 12 77.