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Zusatzkrankenversicherung: die Lücke zwischen Wahlarzthonorar und Kassenrückerstattung

Wer in Österreich zum Wahlarzt geht, bezahlt die Rechnung zuerst selbst und bekommt von der Kasse nur einen Teil zurück. Eine ambulante Zusatzkrankenversicherung übernimmt die Differenz, dazu Heilbehelfe, Medikamente und Vorsorge. Sie ist die Ergänzung zur Sonderklasse für alles, was ohne Spitalsaufenthalt passiert.

Zusatzkrankenversicherung für Wahlarzt und ambulante Leistungen

Die Frage, die hier fast jeder zuerst stellt

Wie viel zahlt die Krankenkasse beim Wahlarzt zurück?

Die ÖGK erstattet 80 Prozent dessen, was sie einem Vertragsarzt für dieselbe Leistung bezahlt hätte, nicht 80 Prozent Ihrer Rechnung. Weil Wahlärzte meist deutlich höhere Honorare verlangen, bleiben oft mehr als die Hälfte der Kosten bei Ihnen. Eine Wahlarztversicherung zahlt je nach Tarif 80 bis 100 Prozent dieser Differenz, meist bis zu einem Jahreshöchstbetrag.

Warum der Wahlarzt teurer ist, als die Rückerstattung vermuten lässt

Viele Fachrichtungen haben lange Wartezeiten auf einen Kassentermin, etwa Dermatologie, Augenheilkunde oder Psychiatrie. Wer nicht warten will, geht zum Wahlarzt und reicht die Honorarnote bei der Kasse ein. Die Rückerstattung bemisst sich am Kassentarif, und der liegt oft bei einem Bruchteil des Wahlarzthonorars.

Ein Beispiel für den Mechanismus: Verlangt der Wahlarzt 150 Euro und hätte die Kasse einem Vertragsarzt 40 Euro bezahlt, erhalten Sie 32 Euro zurück. 118 Euro tragen Sie selbst. Genau diese Differenz ist die Leistung der Wahlarztversicherung.

Heilbehelfe, Medikamente, Therapien

Brillen, Einlagen und andere Heilbehelfe zahlt die Kasse nur zum Teil, mit Selbstbehalt und oft erst ab einer bestimmten Stärke. Physiotherapie beim Wahltherapeuten wird wie beim Wahlarzt nur anteilig erstattet. Für Medikamente fällt die Rezeptgebühr an, rezeptfreie Präparate und nicht erstattungsfähige Arzneien bezahlen Sie ganz.

Gute ambulante Tarife fassen diese Posten in einem Jahresbudget zusammen. Prüfen Sie, ob das Budget je Person gilt oder für die Familie gemeinsam, und ob Alternativmedizin wie Homöopathie oder Akupunktur darin enthalten ist.

Geld statt Leistung: Taggelder

Angestellte erhalten im Krankenstand zunächst Entgeltfortzahlung, danach Krankengeld der Kasse. Für Selbstständige gibt es über die SVS eine Unterstützungsleistung erst bei längerer Erkrankung und eine freiwillige Zusatzversicherung mit Krankengeld. Ein privates Krankentaggeld füllt diese Lücke.

Ein Spitalstaggeld zahlt dagegen einen festen Betrag je Tag im Krankenhaus. Es eignet sich für Nebenkosten, ersetzt aber weder Sonderklasse noch Einkommensschutz.

Was versichert ist

  • Differenz zwischen Wahlarzthonorar und Kassenrückerstattung
  • Wahltherapeuten für Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie
  • Psychotherapie, je nach Tarif mit Stundenbegrenzung
  • Heilbehelfe wie Brillen, Kontaktlinsen und Einlagen
  • Medikamente, auch rezeptfreie, bis zu einem Jahresbudget
  • Vorsorgeuntersuchungen über das Kassenprogramm hinaus
  • Alternativmedizin wie Akupunktur oder Homöopathie, je nach Tarif
  • Krankentaggeld und Spitalstaggeld als eigene Bausteine

Was nicht versichert ist

  • Beträge über dem Jahreshöchstbetrag
  • Behandlungen, die vor Vertragsbeginn begonnen haben
  • Ausgeschlossene Vorerkrankungen
  • Kosmetische Behandlungen
  • Leistungen während der Wartezeit
  • Rechnungen ohne vorherige Einreichung bei der Kasse, wenn der Tarif das verlangt

Wer sie braucht

  • Wer regelmäßig Wahlärzte aufsucht, weil Kassentermine zu lange dauern
  • Familien mit Kindern, die häufig Therapien wie Logopädie oder Ergotherapie brauchen
  • Selbstständige, die bei Krankheit sofort ein Einkommen brauchen
  • Wer Alternativmedizin nutzt, die die Kasse nicht zahlt

Wer darauf verzichten kann

  • Wer mit Kassenärzten gut versorgt ist und Wartezeiten in Kauf nimmt
  • Wer die gelegentliche Wahlarztrechnung leichter selbst bezahlt als die Jahresprämie

Pech-Rad

Drehen Sie am Rad des Pechs

Sechs Schäden, die wirklich passieren. Das Rad entscheidet, welcher Sie trifft, und zeigt, wer zahlt.

Alle sechs Fälle ansehen
  1. Hautarzt ohne Kassenvertrag, rund 100 bis 200 € je Besuch. Billigtarif: zahlt teilweise, Starker Tarif: zahlt. Die Kasse ersetzt nur einen Teil des Kassentarifs. Ein Basistarif zahlt 80 Prozent der Differenz aus einem kleinen Budget, starke Tarife die ganze Differenz.
  2. Psychotherapie beim Wahltherapeuten, rund 80 bis 150 € je Stunde. Billigtarif: zahlt nicht, Starker Tarif: zahlt. Die Kasse gibt nur einen Zuschuss je Einheit. Psychotherapie ist in vielen Basistarifen ausgeschlossen, in starken eingeschlossen.
  3. Osteopathie gegen Kreuzweh, rund 80 bis 130 € je Einheit. Billigtarif: zahlt nicht, Starker Tarif: zahlt. Alternativmedizin zahlen nur Tarife, die sie ausdrücklich nennen. Die Kasse übernimmt Osteopathie nicht.
  4. Neue Brille nach zwei Jahren, rund 300 bis 1.000 €. Billigtarif: zahlt teilweise, Starker Tarif: zahlt teilweise. Auch gute Tarife zahlen Sehbehelfe nur bis zu einem festen Betrag. Die Designerfassung ist Ihre Sache.
  5. Hörgeräte mit Bluetooth, rund 2.000 bis 6.000 € für beide Ohren. Billigtarif: zahlt nicht, Starker Tarif: zahlt teilweise. Die Kasse zahlt ein Tarifgerät, für die Aufzahlung braucht es einen Tarif mit Heilbehelfen. Basistarife decken meist nur Brillen.
  6. Besenreiser weglasern, rund 200 bis 500 € je Sitzung. Billigtarif: zahlt nicht, Starker Tarif: zahlt nicht. Kosmetische Behandlungen sind in keinem Tarif versichert, auch wenn ein Arzt sie durchführt.

Was sie kostet

Ambulante Zusatzversicherungen sind meist günstiger als die Sonderklasse. Der Beitrag hängt vor allem vom Alter, vom Jahresbudget und vom Erstattungssatz ab.

Wovon der Beitrag abhängt

  • Eintrittsalter
  • Jahreshöchstbetrag je Person
  • Erstattungssatz der Differenz, etwa 80 oder 100 Prozent
  • Einschluss von Psychotherapie und Alternativmedizin
  • Selbstbehalt
  • Gesundheitszustand

Wir nennen keine Beitragsbeispiele, weil sich Jahresbudget und Erstattungssatz zwischen den Tarifen stark unterscheiden. Ihr Beitrag steht erst im Angebot fest.

Die Tariflinien am Markt

01

Wahlarzt-Basis

Erstattung eines Teils der Differenz mit kleinem Jahresbudget. Für gelegentliche Besuche beim Wahlarzt.

02

Ambulant Komfort

Differenz bis 100 Prozent, Heilbehelfe, Medikamente, Therapien, Vorsorge. Der übliche Umfang.

03

Ambulant Premium

Hohe Jahresbudgets, Psychotherapie, Alternativmedizin, weltweite Gültigkeit. Oft im Paket mit der Sonderklasse.

Woran Sie einen guten Tarif erkennen

KriteriumMindeststandardStarker TarifWarum das zählt
Erstattungssatz 80 % der Differenz 100 % der Differenz Bei hohen Wahlarzthonoraren macht jeder Prozentpunkt einen Unterschied.
Jahreshöchstbetrag gering, gemeinsam für die Familie hoch und je Person Eine längere Therapieserie verbraucht ein kleines Budget schnell.
Psychotherapie nicht eingeschlossen eingeschlossen, auch bei Wahltherapeuten Kassenplätze für Psychotherapie sind knapp.
Heilbehelfe nur Brillen Brillen, Kontaktlinsen, Einlagen, Hörgeräte Hörgeräte und Spezialeinlagen kosten schnell mehrere hundert Euro.
Alternativmedizin ausgeschlossen Akupunktur, Homöopathie, Osteopathie eingeschlossen Diese Behandlungen zahlt die Kasse praktisch nie.
Einreichung zuerst Kasse, dann Versicherer direkte Einreichung beim Versicherer, der mit der Kasse abrechnet Spart Zeit und Papier bei jeder Rechnung.
Gültigkeit nur Österreich europa- oder weltweit Auch im Urlaub braucht man manchmal einen Arzt.

Anbieter im Überblick

Ambulante Zusatzkrankenversicherungen bieten in Österreich dieselben Häuser an, die auch die Sonderklasse versichern. Die Liste ist ein Marktüberblick.

VersichererEinordnung
UNIQAbörsennotierte Versicherungsgruppe mit großem Krankenversicherungsbestand
Merkur VersicherungGrazer Versicherer, Schwerpunkt Krankenversicherung
Wiener StädtischeTeil der Vienna Insurance Group
GeneraliTeil der italienischen Generali-Gruppe
Allianzösterreichische Gesellschaft der Allianz-Gruppe
DONAU VersicherungTeil der Vienna Insurance Group
mukiVersicherungsverein auf Gegenseitigkeit, Schwerpunkt Krankenversicherung

Produkte und Bausteine am Markt

Wahlarztversicherung

Erstattet die Differenz zwischen Wahlarzthonorar und Kassenleistung.

Ambulantes Gesamtpaket

Wahlarzt, Therapien, Heilbehelfe, Medikamente und Vorsorge in einem Jahresbudget.

Krankentaggeld

Fester Tagesbetrag bei Arbeitsunfähigkeit, vor allem für Selbstständige.

Spitalstaggeld

Fester Betrag je Tag im Spital, unabhängig von den Kosten.

Reiseversicherung

Eigene Sparte für Behandlungen und Rücktransport im Ausland.

Mythos oder Wahrheit

Was stimmt, was nicht?

Fünf Sätze, die man über diese Versicherung hört. Tippen Sie zuerst, dann lösen wir auf.

Beim Wahlarzt bekomme ich 80 Prozent der Rechnung von der Kasse zurück.

Das stimmt nicht.

Falsch. Die 80 Prozent beziehen sich auf den Betrag, den die Kasse einem Vertragsarzt zahlen würde. Von einer Rechnung über 150 € kommt deshalb oft nur ein kleiner Teil zurück.

Ein Wahlarzt darf sein Honorar selbst festlegen.

Das stimmt.

Stimmt. Wahlärzte sind an keinen Kassentarif gebunden, die Richtlinien der Ärztekammer sind nur Empfehlungen. Fragen Sie vor der Behandlung nach dem Preis.

Homöopathie zahlt die Kasse, wenn ein Arzt sie verschreibt.

Das stimmt nicht.

Falsch. Homöopathische Mittel und Behandlungen sind in der Regel keine Kassenleistung. Eine ambulante Zusatzversicherung mit Alternativmedizin kann sie übernehmen.

Die Wahlarztrechnung kann ich online bei der Kasse einreichen.

Das stimmt.

Stimmt. Die ÖGK und andere Kassen nehmen Rechnungen über ihre Online-Services an. Mit einem Tarif mit Direktverrechnung erledigt das oft der Versicherer.

Eine Zusatzversicherung zahlt auch die Therapie, die schon läuft.

Das stimmt nicht.

Falsch. Was vor Vertragsbeginn begonnen hat, ist ausgeschlossen, Wartezeiten kommen dazu. Abschließen sollte man, wenn noch nichts ansteht.

Häufige Fehler beim Abschluss

  • Glauben, die Kasse erstatte 80 Prozent der Wahlarztrechnung
  • Ein Familienbudget wählen, das schon eine Kieferorthopädie oder Therapie aufbraucht
  • Laufende Behandlungen im Antrag weglassen
  • Den ambulanten Baustein ohne Sonderklasse für einen Spitalsschutz halten
  • Honorarnoten nicht zuerst bei der Kasse einreichen und dadurch Geld verlieren

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Muss ich die Rechnung zuerst bei der Kasse einreichen?

Bei den meisten Tarifen ja. Die Kasse erstattet ihren Anteil, der Versicherer zahlt dann die Differenz. Einige Versicherer übernehmen die Einreichung bei der Kasse für Sie, das ist ein echter Komfortvorteil.

Zahlt die Zusatzversicherung Psychotherapie?

Viele Tarife ja, meist mit einer Stundenzahl oder einem Betrag pro Jahr. Die Kasse gibt für Wahltherapeuten nur einen festen Zuschuss je Sitzung, der Rest bleibt ohne Versicherung bei Ihnen.

Wie viel zahlt die Versicherung für eine Brille?

Das hängt vom Tarif ab, üblich ist ein Betrag alle zwei oder drei Jahre. Die Kasse leistet bei Brillen nur einen Kostenanteil mit Selbstbehalt.

Kann ich die ambulante Zusatzversicherung ohne Sonderklasse abschließen?

Ja, die Bausteine sind meist getrennt wählbar. Für einen Spitalsaufenthalt in der Sonderklasse zahlt der ambulante Baustein allerdings nichts.

Gibt es eine Wartezeit?

Meist einige Monate für Krankheiten, Unfälle sind oft sofort versichert. Wer von einem anderen Versicherer wechselt, bekommt die Wartezeit häufig angerechnet.

Was zahlt die SVS Selbstständigen bei Krankheit?

Die SVS zahlt eine Unterstützungsleistung bei lang andauernder Krankheit und bietet eine freiwillige Zusatzversicherung mit Krankengeld an. Für die ersten Wochen ist das oft zu wenig, deshalb schließen viele ein privates Krankentaggeld ab.

Werden Kinderärzte und Therapien für Kinder bezahlt?

Ja, in Familientarifen. Gerade Logopädie und Ergotherapie haben bei Kassenstellen oft lange Wartelisten, und Wahltherapeuten werden nur teilweise erstattet.

Steigt die Prämie mit dem Alter?

Die Prämie richtet sich nach dem Eintrittsalter und steigt vor allem durch vertraglich vereinbarte Anpassungen, etwa an den Verbraucherpreisindex oder die Kostenentwicklung im Gesundheitswesen.

NAMMERT Versicherungsmakler

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2Welche Versicherungen?

Mehrere möglich. Zu jeder gewählten Sparte erscheinen die Angaben, die ein Versicherer für ein Angebot braucht.

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