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Gruppenunfallversicherung: Freizeitschutz, den die AUVA nicht bietet

Die AUVA und die anderen gesetzlichen Unfallversicherungsträger zahlen nur bei Arbeits- und Wegunfällen. Verletzt sich ein Mitarbeiter beim Skifahren, Radfahren oder im Haushalt, gibt es von dort nichts. Die Gruppenunfallversicherung schließt diese Lücke für die ganze Belegschaft in einem Vertrag, und die Prämie kann im Rahmen der Zukunftssicherung bis 300 € im Jahr steuerfrei sein.

Gruppenunfallversicherung für Dienstnehmer

Die Frage, die hier fast jeder zuerst stellt

Was bringt eine Gruppenunfallversicherung, wenn die Mitarbeiter über die AUVA versichert sind?

Sie zahlt dort, wo die AUVA nicht zuständig ist: bei Unfällen in der Freizeit, im Urlaub und beim Sport. Außerdem leistet sie bei bleibender Invalidität eine Kapitalsumme nach der Gliederskala, während die gesetzliche Versehrtenrente erst ab einer Minderung der Erwerbsfähigkeit von 20 Prozent fließt. Für den Dienstgeber ist sie eine günstige Sozialleistung, weil ein Gruppenvertrag je Kopf deutlich weniger kostet als Einzelpolizzen.

Wo die AUVA endet

Die gesetzliche Unfallversicherung nach dem ASVG deckt Arbeitsunfälle, Wegunfälle und Berufskrankheiten. Sie übernimmt Unfallheilbehandlung und Rehabilitation und zahlt eine Versehrtenrente, wenn die Erwerbsfähigkeit länger als drei Monate um mindestens 20 Prozent gemindert ist.

Private Unfälle fallen nicht darunter. Wer am Wochenende am Berg oder beim Heimwerken verunglückt, bekommt die Behandlung über die Krankenversicherung, aber keine Geldleistung für bleibende Schäden. Für viele Familien ist genau diese Summe der Unterschied, ob Wohnung oder Auto an eine Behinderung angepasst werden können.

Steuerfrei über die Zukunftssicherung

Nach § 3 Abs. 1 Z 15 lit. a EStG kann der Dienstgeber bis 300 € im Jahr pro Dienstnehmer steuerfrei für dessen Unfall-, Kranken- oder Lebensversicherung aufwenden, wenn die Leistung allen Dienstnehmern oder einer sachlich abgegrenzten Gruppe zukommt. Eine Gruppenunfallpolizze liegt je Kopf oft deutlich darunter, sodass Platz für weitere Bausteine bleibt.

Der Rahmen gilt für alle Zukunftssicherungen gemeinsam. Wer ihn schon für eine Lebensversicherung ausschöpft, muss die Unfallprämie als steuerpflichtigen Vorteil behandeln. Bei Finanzierung durch Gehaltsumwandlung entfällt die Beitragsfreiheit in der Sozialversicherung.

Haftung des Dienstgebers und warum trotzdem versichern

Für Arbeitsunfälle haftet der Dienstgeber dem verletzten Mitarbeiter grundsätzlich nicht, das Dienstgeberhaftungsprivileg des § 333 ASVG schließt das aus, außer bei Vorsatz. Die Gruppenunfallversicherung ist also keine Haftungsabsicherung, sondern eine Leistung für die Menschen im Betrieb.

Gerade in Branchen mit körperlicher Arbeit oder vielen Freizeitsportlern in der Belegschaft wird sie als echte Fürsorge wahrgenommen. Und ein Mitarbeiter, der nach einem schweren Unfall finanziell abgesichert ist, kehrt eher in den Betrieb zurück.

Was versichert ist

  • Unfälle in Beruf, am Weg und in der Freizeit
  • Kapitalleistung bei dauernder Invalidität nach Gliederskala
  • Progressive Leistung bei schweren Invaliditätsgraden
  • Leistung im Todesfall
  • Unfallkosten wie Bergung und Heilbehelfe
  • Spitalgeld und Taggeld, als Baustein
  • Kosmetische Operationen nach Unfällen
  • Unfallrente, je nach Polizze

Was nicht versichert ist

  • Krankheiten und Abnützungserscheinungen
  • Unfälle durch Alkoholisierung über der Grenze der Polizze
  • Motorsportrennen
  • Vorsätzliche Selbstverletzung
  • Kriegsereignisse bei bewusster Einreise ins Kriegsgebiet

Wer sie braucht

  • Dienstgeber, die den steuerfreien Rahmen der Zukunftssicherung nutzen wollen
  • Handwerk, Bau und Logistik mit körperlicher Arbeit
  • Betriebe mit vielen Dienstreisen
  • Unternehmen, die mit überschaubarem Budget eine sichtbare Sozialleistung bieten wollen

Wer darauf verzichten kann

  • Betriebe, deren Rahmen von 300 € bereits ausgeschöpft ist und die keine steuerpflichtigen Vorteile gewähren wollen

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Alle sechs Fälle ansehen
  1. Skiunfall am Wochenende, Invaliditätsleistung, oft fünfstellig. Billigtarif: zahlt, Starker Tarif: zahlt. Freizeitunfälle sind der Kern der Gruppenunfallpolizze. Die AUVA ist dafür nicht zuständig.
  2. Hubschrauberbergung nach Wandersturz, mehrere tausend €. Billigtarif: zahlt teilweise, Starker Tarif: zahlt. Bergekosten sind in einfachen Polizzen nur bis zu einer kleinen Summe versichert, in starken deutlich höher.
  3. Bandscheibe beim Heben verletzt, je nach Folgen vier- bis fünfstellig. Billigtarif: zahlt nicht, Starker Tarif: zahlt teilweise. Abnützung ist ausgeschlossen. Starke Polizzen leisten bei Verletzungen durch Kraftanstrengung zumindest anteilig.
  4. Schlaganfall im Büro, keine Leistung. Billigtarif: zahlt nicht, Starker Tarif: zahlt nicht. Ein Schlaganfall ist eine Krankheit. Die Unfallpolizze zahlt dafür nicht, egal wie gut sie ist.
  5. FSME nach Zeckenstich, bei Dauerschaden fünfstellig. Billigtarif: zahlt nicht, Starker Tarif: zahlt. Zeckenstiche sind im Grundbedingungswerk kein Unfall. Bessere Polizzen schließen FSME und Borreliose ein.
  6. Sturz nach dem Zeltfest, je nach Dauerschaden, oft fünfstellig. Billigtarif: zahlt nicht, Starker Tarif: zahlt teilweise. Mit zu viel Promille ist der Schutz schnell weg. Starke Polizzen haben eine höhere Grenze oder verzichten beim Fußgänger darauf.

Was sie kostet

Gruppenpolizzen sind je Kopf deutlich günstiger als Einzelverträge. Die Prämie richtet sich nach Summen, Berufsgruppe und Gruppengröße. Unabhängige veröffentlichte Preisvergleiche für Gruppenverträge gibt es in Österreich nicht, daher nennen wir keine Beträge.

Wovon der Beitrag abhängt

  • Versicherungssumme für dauernde Invalidität und Progression
  • Todesfallsumme
  • Berufsgruppe: Büro oder körperliche Tätigkeit
  • Rund um die Uhr oder nur beruflich
  • Anzahl der Versicherten
  • Zusatzbausteine wie Spitalgeld

Die Prämie steht erst im Angebot fest, auf Basis von Personenzahl, Tätigkeiten und Summen. Hinzu kommt die Versicherungssteuer.

Die Tariflinien am Markt

01

Basisschutz

Invalidität und Tod mit einheitlichen Summen, oft innerhalb des 300-Euro-Rahmens.

02

Erweiterter Schutz

Höhere Summen, Progression, Spitalgeld und Unfallkosten.

03

Führungskräfte und Schlüsselkräfte

Höhere Summen für ausgewählte Gruppen, Unfallrente und Assistance im Ausland.

Woran Sie einen guten Tarif erkennen

KriteriumMindeststandardStarker TarifWarum das zählt
Gliederskala Standardwerte verbesserte Werte für Hand, Fuß und Sinnesorgane Sie bestimmt, wie viel ein bestimmter Dauerschaden auslöst.
Progression keine 350 Prozent oder mehr Schwere Invalidität kostet ein Leben lang.
Unfallbegriff nur Ereignis von außen auch Kraftanstrengung und Eigenbewegung Der Bänderriss beim Tragen wäre sonst nicht versichert.
Vorerkrankungen Kürzung ab 25 Prozent Mitwirkung Kürzung erst ab 50 Prozent Ältere Mitarbeiter haben fast immer Vorschäden.
Alkoholgrenze strenger Ausschluss Ausschluss erst ab einer deutlich höheren Promillegrenze Ein Sturz nach zwei Gläsern Wein bei einer Feier soll versichert bleiben.
Meldefristen knapp großzügig für Spätfolgen Dauerschäden zeigen sich oft erst nach Monaten.

Anbieter im Überblick

Gruppenunfallversicherungen bieten in Österreich alle großen Sachversicherer an. Die Liste ist ein Marktüberblick ohne Wertung.

VersichererEinordnung
UNIQAbörsennotierte österreichische Versicherungsgruppe
Wiener StädtischeTeil der Vienna Insurance Group
Generali Versicherungösterreichische Gesellschaft der Generali-Gruppe
Allianz Elementarösterreichische Tochter des Allianz-Konzerns
Donau VersicherungTeil der Vienna Insurance Group
Zurich Versicherungösterreichische Gesellschaft der Zurich Insurance Group
GRAWEGrazer Wechselseitige Versicherung, Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit

Produkte und Bausteine am Markt

Gruppenpolizze mit Namensliste

Jeder Versicherte namentlich erfasst, individuelle Summen möglich.

Gruppenpolizze ohne Namen

Versichert ist eine Kategorie, etwa alle Arbeiter, gemeldet wird die Anzahl.

Berufsunfallpolizze

Nur Unfälle im Dienst, günstiger, aber ohne Freizeitschutz.

Kombination mit Gruppenkrankenversicherung

Beide Bausteine gemeinsam im 300-Euro-Rahmen der Zukunftssicherung.

Mythos oder Wahrheit

Was stimmt, was nicht?

Fünf Sätze, die man über diese Versicherung hört. Tippen Sie zuerst, dann lösen wir auf.

Die AUVA zahlt die Hubschrauberbergung nach einem privaten Skiunfall.

Das stimmt nicht.

Nein, die AUVA ist nur für Arbeits- und Wegunfälle zuständig. Bei Freizeitunfällen bleiben die Bergekosten oft ganz oder teilweise beim Verunglückten.

Ein Unfall beim Betriebsausflug ist über die AUVA versichert.

Das stimmt.

Ja, wenn es eine vom Betrieb organisierte Gemeinschaftsveranstaltung ist, die allen offensteht. Der private Absacker danach gehört nicht mehr dazu.

Die Unfallpolizze zahlt schon für die Tage im Krankenstand.

Das stimmt nicht.

Nur mit vereinbartem Taggeld. Die eigentliche Leistung gibt es erst für einen bleibenden Schaden, festgestellt nach der Gliederskala.

Die Mitgliedschaft im Alpenverein kann Bergekosten abdecken.

Das stimmt.

Stimmt. Die Mitgliedschaft im Österreichischen Alpenverein enthält eine Versicherung für Such- und Bergekosten. Eine Unfallpolizze ersetzt sie nicht, ergänzt sie aber um die Invaliditätsleistung.

Für volle Invalidität gibt es nie mehr als die Versicherungssumme.

Das stimmt nicht.

Falsch, wenn eine Progression vereinbart ist. Dann wird bei schweren Dauerschäden ein Mehrfaches der Summe ausgezahlt.

Häufige Fehler beim Abschluss

  • Den 300-Euro-Rahmen doppelt verplanen
  • Nur berufliche Unfälle versichern und damit die Lücke der AUVA offenlassen
  • Neue Mitarbeiter bei Namenslisten nicht nachmelden
  • Nur auf die Summe achten und Gliederskala und Progression übersehen

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Ist die Prämie für die Mitarbeiter steuerfrei?

Bis 300 € pro Dienstnehmer und Jahr als Zukunftssicherung, wenn der Dienstgeber sie zusätzlich zum Gehalt für alle oder eine Gruppe zahlt. Der Rahmen gilt für alle Zukunftssicherungen gemeinsam.

Deckt die Gruppenunfall auch Freizeitunfälle?

Ja, wenn sie rund um die Uhr abgeschlossen ist, was üblich ist. Reine Berufsunfallpolizzen sind billiger, lassen aber genau die Lücke der AUVA offen.

Wer bekommt die Leistung?

Die verletzte Person, im Todesfall die bezeichneten Begünstigten. Die Polizze wird vom Dienstgeber abgeschlossen, die Leistung ist aber für den Mitarbeiter bestimmt.

Was ist die Gliederskala?

Eine Tabelle in den Bedingungen, die für den Verlust oder die Funktionsunfähigkeit eines Körperteils einen festen Invaliditätsgrad vorsieht. Verbesserte Gliederskalen zahlen bei gleicher Verletzung mehr.

Gilt der Schutz auch auf Dienstreisen im Ausland?

In der Regel weltweit. Für Reisen in Krisenregionen sollten Sie die Kriegsklausel prüfen.

Was passiert, wenn ein Mitarbeiter den Betrieb verlässt?

Der Gruppenschutz endet. Oft kann der Mitarbeiter eine Einzelpolizze ohne neue Gesundheitsfragen abschließen, dann auf eigene Kosten.

Kann ich nur bestimmte Mitarbeiter versichern?

Ja, für die Steuerfreiheit muss es aber eine sachlich abgegrenzte Gruppe sein, etwa alle Monteure oder alle Angestellten eines Standorts.

Warum über einen Makler?

Weil Gliederskala, Progression und Unfallbegriff je Versicherer abweichen und die steuerliche Einordnung stimmen muss. Wir vergleichen für Sie und begleiten Schadenfälle. Die Vergütung zahlt der Versicherer.

NAMMERT Versicherungsmakler

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Wir holen Angebote ein und melden uns mit einem Vergleich. Kostenlos und ohne Verpflichtung, die Vergütung zahlt der Versicherer.

1Für wen?
2Welche Versicherungen?

Mehrere möglich. Zu jeder gewählten Sparte erscheinen die Angaben, die ein Versicherer für ein Angebot braucht.

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Gruppenunfallversicherung für Dienstnehmer

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NAMMERT Assekuradeur GmbH mit Sitz in Deutschland, Versicherungsmakler mit Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO, Vermittlerregister D-C08Q-TOSD4-37, in Österreich tätig im Rahmen der Dienstleistungsfreiheit. Bei Boots- und Yachtversicherungen sind wir Assekuradeur und nicht Makler. Erstinformation lesen · Stand

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