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Tierkrankenversicherung in Österreich: Schutz vor der großen Tierarztrechnung

In Österreich legen Tierärzte ihre Honorare selbst fest, eine verbindliche Gebührenordnung wie in Deutschland gibt es nicht. Eine Operation in der Tierklinik kann rasch mehrere tausend Euro kosten. Die Tierkrankenversicherung deckt dieses Risiko, als reiner OP-Schutz oder als umfassende Polizze mit ambulanten Behandlungen.

Tierkrankenversicherung für Hunde und Katzen

Die Frage, die hier fast jeder zuerst stellt

Brauche ich für meinen Hund oder meine Katze eine Krankenversicherung?

Sinnvoll ist sie für alle, die eine unerwartete Tierarztrechnung von mehreren tausend Euro nicht ohne weiteres zahlen können, denn eine Operation mit Klinikaufenthalt erreicht solche Beträge schnell. Für die meisten Halter reicht eine OP-Versicherung. Eine umfassende Tierkrankenversicherung, die auch Behandlungen und Medikamente zahlt, lohnt vor allem bei Rassen mit häufigen Erkrankungen. Wichtig ist, früh abzuschließen, weil bekannte Vorerkrankungen ausgeschlossen werden.

Warum die Kosten so schwer vorherzusagen sind

Österreichische Tierärzte kalkulieren ihre Honorare selbst. Die Unterschiede zwischen einer Landpraxis und einer Tierklinik mit Notdienst rund um die Uhr sind entsprechend groß. Wer mit einem Hund mit Magendrehung in der Nacht in die Klinik fährt, fragt nicht nach dem Preis.

Eine Tierkrankenversicherung ersetzt die Kosten bis zu den Grenzen der Polizze. Achten Sie deshalb auf die Jahreshöchstleistung und auf Begrenzungen je Behandlung. Eine niedrige Obergrenze wirkt günstig, reicht aber oft nicht für eine größere Operation mit Nachsorge.

OP-Versicherung oder umfassender Schutz

Die OP-Versicherung zahlt Operationen unter Narkose samt Untersuchungen davor und Nachbehandlung danach. Sie deckt das Risiko, das Halter tatsächlich in Bedrängnis bringt: Kreuzbandriss, Fremdkörper im Darm, Tumoroperation, Knochenbruch.

Die umfassende Tierkrankenversicherung zahlt zusätzlich ambulante Behandlungen, Medikamente und oft ein Vorsorgebudget für Impfungen. Sie kostet deutlich mehr. Ob sie sich rechnet, hängt von Rasse, Alter und Lebensweise des Tieres ab, bei einer jungen Wohnungskatze meist nicht.

Die Klauseln, die im Schadenfall entscheiden

Vorerkrankungen, die vor Vertragsbeginn bekannt waren, sind ausgeschlossen. Viele Versicherer nehmen Tiere nur bis zu einem bestimmten Alter auf, und es gelten Wartezeiten, während Unfälle oft sofort versichert sind. Wer abwartet, bis das Tier Beschwerden hat, bekommt für diese Beschwerden keinen Schutz mehr.

Lesen Sie außerdem, wie die Polizze mit angeborenen und rassetypischen Erkrankungen umgeht, etwa Hüftdysplasie beim Schäferhund oder Atemwegsproblemen bei kurzköpfigen Rassen. Gerade dort entstehen die höchsten Kosten, und gerade dort sind einfache Tarife eingeschränkt.

Was versichert ist

  • Operationen unter Narkose samt Vor- und Nachbehandlung
  • Stationärer Aufenthalt in der Tierklinik
  • Notfallbehandlungen außerhalb der Ordinationszeiten, je nach Polizze
  • Ambulante Behandlungen und Medikamente, im umfassenden Schutz
  • Diagnostik wie Röntgen, Ultraschall und Labor
  • Vorsorgebudget für Impfungen und Parasitenschutz, in manchen Tarifen
  • Behandlungen im Ausland, zeitlich begrenzt

Was nicht versichert ist

  • Bei Vertragsbeginn bekannte Erkrankungen
  • Behandlungen während der Wartezeit
  • Kastration ohne medizinische Notwendigkeit, in vielen Polizzen
  • Rassetypische und angeborene Erkrankungen, in einfachen Tarifen
  • Futter, Pflegemittel und Nahrungsergänzung
  • Kosten über der vereinbarten Jahreshöchstleistung

Wer sie braucht

  • Halter, die eine Rechnung von mehreren tausend Euro nicht aus Ersparnissen zahlen könnten
  • Halter junger Hunde und Katzen ohne Vorerkrankungen
  • Halter von Rassen mit bekannten gesundheitlichen Schwachstellen
  • Halter von Freigängerkatzen und sportlich geführten Hunden

Wer darauf verzichten kann

  • Halter mit ausreichender Rücklage, die monatlich selbst ansparen
  • Halter sehr alter Tiere mit vielen Vorerkrankungen

Pech-Rad

Drehen Sie am Rad des Pechs

Sechs Schäden, die wirklich passieren. Das Rad entscheidet, welcher Sie trifft, und zeigt, wer zahlt.

Alle sechs Fälle ansehen
  1. Hund schluckt Tennisball: Magen-OP, rund 1.500 bis 4.000 €. Billigtarif: zahlt teilweise, Starker Tarif: zahlt. Der OP-Schutz zahlt, aber nur bis zu seiner Jahresgrenze. Erweiterte Polizzen haben höhere oder gar keine Grenzen.
  2. Katze stürzt vom Balkon, rund 1.000 bis 5.000 € bei Brüchen. Billigtarif: zahlt, Starker Tarif: zahlt. Brüche nach einem Sturz werden meist operiert. Das ist genau der Fall, für den auch der einfache OP-Schutz gedacht ist.
  3. Durchfall am Wochenende: Tierklinik, rund 150 bis 500 €. Billigtarif: zahlt nicht, Starker Tarif: zahlt. Ohne Operation zahlt der OP-Schutz nichts. Die umfassende Tierkrankenversicherung trägt auch ambulante Notfälle.
  4. Hüftdysplasie beim Schäferhund, mehrere tausend € je Hüfte. Billigtarif: zahlt nicht, Starker Tarif: zahlt teilweise. Rassetypische Erkrankungen sind im Grundschutz oft ausgenommen. Erweiterte Polizzen schließen sie ein, meist mit Wartezeit und nur bei Diagnose nach Vertragsbeginn.
  5. Impfung und Entwurmung im Frühjahr, rund 80 bis 200 € im Jahr. Billigtarif: zahlt nicht, Starker Tarif: zahlt teilweise. Vorsorge zahlt nur die umfassende Variante, und auch dann meist über ein festes Jahresbudget.
  6. Borreliose schon vor Vertragsbeginn, einige hundert € pro Behandlung. Billigtarif: zahlt nicht, Starker Tarif: zahlt nicht. Bekannte Erkrankungen aus der Zeit vor dem Vertrag sind überall ausgeschlossen. Das gilt auch für Folgebehandlungen.

Was sie kostet

Die Prämie hängt von Tierart, Rasse, Alter und Leistungsumfang ab. Die umfassende Tierkrankenversicherung kostet ein Vielfaches des reinen OP-Schutzes, und mit dem Alter des Tieres steigen die Prämien meist.

Wovon der Beitrag abhängt

  • Hund oder Katze, Rasse und Größe
  • Eintrittsalter
  • OP-Schutz oder umfassender Schutz
  • Jahreshöchstleistung und Selbstbehalt
  • Einschluss rassetypischer Erkrankungen

Für den österreichischen Markt liegen uns keine ausreichend belegten Vergleichswerte vor, deshalb nennen wir keine Richtwerte. Ihre Prämie steht erst im Angebot fest.

Die Tariflinien am Markt

01

OP-Schutz

Operationen mit Vor- und Nachbehandlung bis zu einer Jahresgrenze. Der sinnvolle Grundschutz für die meisten Halter.

02

OP-Schutz erweitert

Höhere oder keine Jahresgrenze, Notfälle, Physiotherapie, rassetypische Erkrankungen eingeschlossen.

03

Umfassende Tierkrankenversicherung

Zusätzlich ambulante Behandlungen, Medikamente und Vorsorge. Für Tiere mit absehbar vielen Tierarztbesuchen.

Woran Sie einen guten Tarif erkennen

KriteriumMindeststandardStarker TarifWarum das zählt
Jahreshöchstleistung niedrige Grenze je Jahr hohe Grenze oder unbegrenzt Eine Operation mit Nachsorge kann eine kleine Grenze allein aufbrauchen.
Selbstbehalt prozentual je Rechnung kein oder fester Selbstbehalt Ein Prozentsatz wird bei großen Rechnungen teuer.
Rassetypische Erkrankungen ausgeschlossen eingeschlossen Dort entstehen bei Rassetieren die höchsten Kosten.
Wartezeit mehrere Monate kurz, Unfälle ab Beginn Solange die Wartezeit läuft, zahlen Sie ohne Schutz.
Nachbehandlung wenige Tage mehrere Wochen samt Physiotherapie Die Heilung nach Gelenkoperationen dauert lange.
Kündigung durch den Versicherer nach Schaden möglich Verzicht auf Kündigung nach Leistungsfall Sonst kann der Schutz nach einer teuren Operation enden.

Anbieter im Überblick

Tierkrankenversicherungen bieten in Österreich mehrere große Versicherer und einige spezialisierte Anbieter an, zum Teil aus Deutschland.

VersichererEinordnung
UNIQAösterreichischer Versicherungskonzern, Tierkrankenversicherung für Hund und Katze
Wiener StädtischeTeil der Vienna Insurance Group, Online-Abschluss möglich
Helvetia VersicherungenBasis-, Komfort- und OP-Tarife für Hund und Katze
DONAU VersicherungTeil der Vienna Insurance Group
Generali VersicherungTeil der italienischen Generali-Gruppe
AGILAdeutscher Spezialversicherer für Haustiere aus der Talanx-Gruppe, in Österreich tätig

Produkte und Bausteine am Markt

OP-Versicherung

Nur Operationen samt Vor- und Nachbehandlung, die häufigste Form.

Umfassende Tierkrankenversicherung

Operationen, ambulante Behandlungen und Medikamente, oft mit Vorsorgebudget.

Unfallschutz für Tiere

Nur Behandlungen nach Unfällen. Günstig, aber ohne Schutz bei Krankheiten.

Tierpaket mit Haftpflicht

Manche Versicherer kombinieren Hundehaftpflicht und Krankenschutz in einer Polizze.

Mythos oder Wahrheit

Was stimmt, was nicht?

Fünf Sätze, die man über diese Versicherung hört. Tippen Sie zuerst, dann lösen wir auf.

Wird mein Hund angefahren, zahlt die Haushaltsversicherung den Tierarzt.

Das stimmt nicht.

Falsch: Die Haushaltsversicherung deckt Sachen und Haftung, nicht die Behandlung des eigenen Tieres. Ist ein anderer schuld, zahlt dessen Haftpflicht. Sonst bleibt nur die eigene Tierkrankenversicherung.

Eine Katze, die nie hinausgeht, braucht keinen Versicherungsschutz.

Das stimmt nicht.

Nicht unbedingt: Auch Wohnungskatzen verschlucken Fäden, stürzen vom Fensterbrett oder bekommen Blasensteine. Die Kosten einer Operation sind dieselben wie bei Freigängern. Nur das Unfallrisiko im Straßenverkehr fällt weg.

Manche Polizzen zahlen nach der OP sogar die Physiotherapie.

Das stimmt.

Stimmt: Erweiterte OP-Polizzen übernehmen häufig Physiotherapie nach einem Eingriff, etwa nach einer Kreuzband-OP. Im einfachen OP-Schutz fehlt sie oft. Das macht bei Gelenkoperationen einen spürbaren Unterschied.

Wird mein Hund im Italien-Urlaub krank, zahlt die österreichische Polizze nichts.

Das stimmt nicht.

Meist falsch: Viele Polizzen gelten bei vorübergehenden Aufenthalten europaweit oder weltweit. Wie lange und wo genau, steht im Geltungsbereich. Vor einer längeren Reise lohnt ein kurzer Blick in die Bedingungen.

Eine OP-Polizze zahlt auch die Nachbehandlung nach der Operation.

Das stimmt.

Stimmt: Übliche OP-Polizzen erstatten Kontrollen, Medikamente und Verbandswechsel für einen festgelegten Zeitraum nach dem Eingriff. Wie viele Tage das sind, unterscheidet sich stark. Danach gilt wieder nur der Grundschutz.

Häufige Fehler beim Abschluss

  • Warten, bis das Tier bereits krank ist
  • Eine Polizze mit sehr niedriger Jahresgrenze wählen
  • Rassetypische Ausschlüsse nicht lesen
  • Die Prämienentwicklung im Alter nicht bedenken
  • Einen Zehnjahresvertrag abschließen, ohne die Kündigungsregeln zu kennen

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Was ist der Unterschied zwischen OP-Versicherung und Tierkrankenversicherung?

Die OP-Versicherung zahlt nur Operationen samt Vor- und Nachbehandlung. Die umfassende Tierkrankenversicherung zahlt zusätzlich ambulante Behandlungen und Medikamente und kostet entsprechend mehr.

Gibt es in Österreich eine Gebührenordnung für Tierärzte?

Keine verbindliche wie in Deutschland. Tierärzte legen ihre Honorare selbst fest, deshalb unterscheiden sich die Kosten je nach Praxis, Klinik und Tageszeit stark.

Kann ich eine ältere Katze noch versichern?

Oft bis zu einem Höchstalter, das jeder Versicherer selbst festlegt. Bekannte Erkrankungen sind ausgeschlossen, und die Prämie ist höher. Je früher Sie abschließen, desto mehr bleibt versichert.

Zahlt die Versicherung die Kastration?

Eine Kastration ohne medizinischen Grund meist nicht. Ist sie medizinisch notwendig, übernimmt sie eine OP-Versicherung in der Regel. Manche umfassenden Tarife haben ein Vorsorgebudget, das auch dafür verwendet werden kann.

Gibt es Wartezeiten?

Ja, für Krankheiten und Operationen meist einige Wochen bis Monate. Unfälle sind häufig ab Vertragsbeginn versichert. Die Dauer steht in den Bedingungen.

Wer zahlt, wenn ein fremder Hund meinen Hund verletzt?

Die Haftpflichtversicherung des anderen Halters, wenn er nach § 1320 ABGB haftet. Ihre Tierkrankenversicherung kann die Behandlung vorfinanzieren, je nach Polizze.

Kann ich den Vertrag kündigen?

Bei Verträgen über drei Jahre können Sie als Verbraucher zum Ende des dritten Jahres und danach jährlich kündigen. Wurde ein Dauerrabatt gewährt, kann ein Teil nachverrechnet werden, wenn der Vertrag das vorsieht.

Warum über einen Makler?

Weil die Unterschiede in wenigen Klauseln stecken: Jahresgrenze, Selbstbehalt, rassetypische Erkrankungen, Kündigung nach Leistung. Wir vergleichen sie für Sie, die Vergütung zahlt der Versicherer.

NAMMERT Versicherungsmakler

Angebote für Tierkrankenversicherung anfordern

Wir holen Angebote ein und melden uns mit einem Vergleich. Kostenlos und ohne Verpflichtung, die Vergütung zahlt der Versicherer.

1Für wen?
2Welche Versicherungen?

Mehrere möglich. Zu jeder gewählten Sparte erscheinen die Angaben, die ein Versicherer für ein Angebot braucht.

Privat

Gewerbe

3Angaben zu Ihren Wünschen

Tierkrankenversicherung für Hunde und Katzen

4Ihr bisheriger Vertrag
5Wie erreichen wir Sie?

Das gehört oft dazu

Privathaftpflicht

Brauche ich eine eigene Privathaftpflicht, wenn ich eine Haushaltsversicherung habe?

Boot oder Yacht? Da sind wir nicht Makler, sondern Assekuradeur: eigene Tarife, eigene Schadenregulierung.

Zur Bootsversicherung

NAMMERT Assekuradeur GmbH mit Sitz in Deutschland, Versicherungsmakler mit Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO, Vermittlerregister D-C08Q-TOSD4-37, in Österreich tätig im Rahmen der Dienstleistungsfreiheit. Bei Boots- und Yachtversicherungen sind wir Assekuradeur und nicht Makler. Erstinformation lesen · Stand

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