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Transportversicherung in Österreich: Ware, Frächterhaftung und Werkverkehr

In Österreich gilt die CMR nach § 439a UGB auch für Transporte innerhalb des Landes, der Frächter haftet also auch von Linz nach Graz nur mit 8,33 Sonderziehungsrechten je Kilogramm. Die Warentransportversicherung ersetzt den tatsächlichen Wert, die Frachtführerhaftpflicht deckt die Haftung des Frächters, die Werkverkehrsversicherung die eigene Ladung auf eigenen Fahrzeugen. Für Handel, Industrie, Frächter und Spediteure sind das drei verschiedene Polizzen.

Die Frage, die hier fast jeder zuerst stellt

Reicht die Haftung des Frächters für meine Ware?

Bei den meisten Waren nicht. Der Frächter haftet nach der CMR, die in Österreich auch im Inlandsverkehr gilt, nur bis 8,33 Sonderziehungsrechte je Kilogramm Rohgewicht, das sind etwa zehn Euro je Kilogramm. Eine Palette Ersatzteile mit 200 kg und 40.000 Euro Wert bringt dann rund 2.000 Euro, und auch das nur, wenn der Frächter überhaupt haftet. Die Warentransportversicherung zahlt dagegen den versicherten Wert der Ware.

Selbst rechnen

Wie wenig der Frachtführer zahlt

Nach CMR, die in Österreich auch im Inland gilt, haftet der Frachtführer nur mit 8,33 Sonderziehungsrechten je Kilogramm.

Aktueller Kurs beim Internationalen Währungsfonds.

Die Besonderheit: CMR auch innerhalb Österreichs

Anders als in Deutschland, wo für Inlandstransporte das HGB gilt, hat Österreich die CMR mit § 439a UGB auf den entgeltlichen Straßengütertransport im Inland ausgedehnt. Die Regeln sind damit gleich, egal ob die Ware nach Salzburg oder nach Mailand fährt: Haftung bis 8,33 Sonderziehungsrechte je Kilogramm, kurze Reklamationsfristen, Verjährung grundsätzlich nach einem Jahr.

Die Grenze fällt nur bei Vorsatz oder einem gleichgestellten Verschulden. Das muss der Geschädigte beweisen, und bis zu einem Urteil vergehen oft Jahre. Wer seine Ware selbst versichert, bekommt sein Geld vom eigenen Versicherer, der sich anschließend beim Frächter schadlos hält.

Drei Polizzen für drei Rollen

Die Warentransportversicherung schließt, wer das Risiko an der Ware trägt, also Verkäufer oder Käufer je nach Incoterms. Sie deckt die Ware auf allen Wegen, meist als Allgefahrendeckung, und zahlt unabhängig davon, ob jemand haftet.

Die Frachtführerhaftpflicht, im Markt oft CMR-Versicherung genannt, schließt der Frächter. Sie ist in Österreich keine Pflichtversicherung, Auftraggeber verlangen den Nachweis aber praktisch immer. Spediteure arbeiten meist nach den AÖSp, die ihre Haftung zusätzlich begrenzen, und brauchen eine Speditionshaftungsdeckung. Die Werkverkehrsversicherung deckt eigene Güter auf eigenen Fahrzeugen, etwa beim Installateur mit Material oder beim Großhändler mit eigener Zustellung.

Incoterms und Jahrespolizze

Wer das Risiko trägt, steht im Kaufvertrag. Bei EXW trägt der Käufer ab Abholung, bei DDP der Verkäufer bis zum Empfänger. Bei CIF und CIP muss der Verkäufer nach den Incoterms 2020 eine Versicherung über 110 Prozent des Vertragspreises besorgen, bei CIP mit voller Deckung nach den Institute Cargo Clauses (A).

Wer laufend versendet, fasst alle Transporte in einer Jahres- oder Umsatzpolizze zusammen und meldet den Versandumsatz. Werden Boote transportiert, per Lkw oder als Seefracht, ist NAMMERT dort selbst Assekuradeur.

Was versichert ist

  • Verlust und Beschädigung der Ware, als Allgefahrendeckung
  • Verkehrsunfall, Umkippen, Absturz
  • Diebstahl und Raub, auch ganzer Ladungen
  • Schäden bei Be- und Entladung und Umschlag
  • Große Haverei und Bergung bei Seetransporten
  • Transportbedingte Zwischenlagerung
  • Haftung von Frächter und Spediteur, in der Haftpflichtdeckung
  • Eigene Ladung, in der Werkverkehrsversicherung

Was nicht versichert ist

  • Unzureichende Verpackung durch den Absender
  • Innerer Verderb und natürliche Eigenschaften der Ware
  • Verspätung und Marktverlust ohne Vereinbarung
  • Krieg, Streik und Beschlagnahme ohne Einschluss
  • Vorsatz des Versicherungsnehmers
  • Transporte in und aus sanktionierten Ländern

Wer sie braucht

  • Handel und Industrie mit regelmäßigem Versand oder Bezug
  • Exporteure mit Lieferungen DAP, DPU oder DDP
  • Frächter, deren Auftraggeber eine CMR-Deckung verlangen
  • Spediteure, Lagerhalter und Kurierunternehmen
  • Gewerbe mit eigenem Werkverkehr
  • Aussteller mit Messegut

Wer darauf verzichten kann

  • Betriebe, die nur ab Werk verkaufen und bei denen der Käufer das Risiko übernimmt
  • Versender von Massengut mit geringem Wert je Kilogramm

Pech-Rad

Drehen Sie am Rad des Pechs

Sechs Schäden, die wirklich passieren. Das Rad entscheidet, welcher Sie trifft, und zeigt, wer zahlt.

Alle sechs Fälle ansehen
  1. Palette rutscht von der Rampe, drei- bis fünfstellig. Billigtarif: zahlt, Starker Tarif: zahlt. Umschlag und Entladen sind gedeckt, auch in der eingeschränkten Deckung. Wichtig ist, den Schaden sofort am Lieferschein zu vermerken.
  2. Sattelzug am Parkplatz gestohlen, voller Warenwert, oft sechsstellig. Billigtarif: zahlt nicht, Starker Tarif: zahlt. Diebstahl ist nur in der Allgefahrendeckung versichert. Die Polizze verlangt meist bewachte oder gesicherte Parkplätze bei Nachtpausen.
  3. Fensterglas bricht in der Lattenkiste, vier- bis fünfstellig. Billigtarif: zahlt nicht, Starker Tarif: zahlt nicht. Ungeeignete Verpackung durch den Absender ist ausgeschlossen. Bei Glas zählt, ob die Kiste den normalen Transportbelastungen standhält.
  4. Lawine verschüttet den Lkw am Pass, voller Warenwert. Billigtarif: zahlt, Starker Tarif: zahlt. Naturkatastrophen wie Lawinen gehören auch zu den benannten Gefahren der eingeschränkten Deckung. Der Frächter haftet für höhere Gewalt dagegen nicht.
  5. Kühlung fällt aus, Käse verdirbt, fünfstellig. Billigtarif: zahlt nicht, Starker Tarif: zahlt teilweise. Verderb aus der Ware selbst ist nie versichert. Starke Polizzen decken aber den Ausfall des Kühlaggregats ab einer bestimmten Dauer.
  6. Ware kommt drei Tage zu spät, entgangener Auftrag. Billigtarif: zahlt nicht, Starker Tarif: zahlt nicht. Verspätung ist kein Sachschaden und in keiner Warentransportpolizze gedeckt. Nach der CMR haftet der Frächter dafür höchstens bis zur Höhe der Fracht.

Was sie kostet

Die Prämie ist ein Satz auf den Warenwert, bei Jahrespolizzen auf den Versandumsatz. Frachtführerhaftpflicht wird meist nach Fahrzeugzahl oder Frachtumsatz gerechnet. Dazu kommt die Versicherungssteuer.

Wovon der Beitrag abhängt

  • Art der Ware und Diebstahlgefahr
  • Transportmittel und Route
  • Zielländer
  • Versandumsatz und Höchstwert je Sendung
  • Verpackung und Ladungssicherung
  • Selbstbehalt
  • Schadenverlauf

Für Transportversicherungen gibt es in Österreich keine veröffentlichten Richtwerte, die Sätze hängen an Ware und Route. Wir nennen deshalb keine Zahlen. Die Prämie steht mit dem Angebot fest.

Die Tariflinien am Markt

01

Einzelpolizze

Für einzelne Sendungen oder wertvolle Einzelstücke.

02

Umsatzpolizze

Alle Transporte eines Jahres automatisch gedeckt, Abrechnung nach Versandumsatz, Höchstsumme je Transportmittel.

03

Generalpolizze

Weltweite Transporte inklusive Lagerungen und Messen, mit wählbaren Einschlüssen wie Krieg und Streik.

Woran Sie einen guten Tarif erkennen

KriteriumMindeststandardStarker TarifWarum das zählt
Deckungsform benannte Gefahren Allgefahrendeckung Bei unklarer Schadenursache zahlt nur die volle Deckung sicher.
Versicherungswert Fakturenwert Fakturenwert plus Fracht und imaginärer Gewinn Sonst fehlen im Schaden Frachtkosten und erwartete Spanne.
Höchstsumme je Lkw zu niedrig angesetzt am Wert einer vollen Ladung ausgerichtet Beim Diebstahl ganzer Züge zählt die Summe je Fahrzeug.
Lagerung nur kurz transportbedingt Vor-, Zwischen- und Nachlagerung mit langer Frist Ware steht oft länger beim Spediteur als geplant.
Frächterhaftpflicht Haftung nach CMR auch vertraglich erweiterte Haftung und Kabotage Auftraggeber schreiben oft höhere Haftung in den Vertrag.
Grobes Verschulden nur bis Haftungsgrenze gedeckt Deckung auch bei qualifiziertem Verschulden Bei Diebstahl vom ungesicherten Parkplatz wird regelmäßig unbegrenzte Haftung geltend gemacht.
Werkverkehr nicht gedeckt eigene Ladung eingeschlossen Im Werkverkehr haftet niemand anderer für die eigene Ware.

Anbieter im Überblick

Transportversicherung ist in Österreich eine Spezialsparte der großen Sachversicherer, dazu kommen Makler mit Schwerpunkt Verkehrsgewerbe. Für Frächterhaftpflicht sind andere Häuser stark als für Warentransport.

VersichererEinordnung
UNIQAösterreichischer Versicherungskonzern mit Transportsparte
Allianzösterreichische Gesellschaft der Allianz-Gruppe, Transport und Logistik
GeneraliGenerali-Gruppe, Firmenkunden über Makler und Außendienst
HelvetiaHelvetia-Gruppe mit ausgeprägtem Transportgeschäft
Wiener StädtischeVienna Insurance Group, breites Firmenkundengeschäft
ZurichZurich-Gruppe, Firmen- und Industriekunden
HDITalanx-Gruppe, Firmenkunden über Makler

Produkte und Bausteine am Markt

Warentransportversicherung

Versichert die Ware, als Einzel-, Umsatz- oder Generalpolizze.

Frachtführerhaftpflicht (CMR)

Deckt die Haftung des Frächters nach CMR, im Inland wie grenzüberschreitend.

Speditionshaftpflicht

Für Spediteure und Lagerhalter, abgestimmt auf die AÖSp.

Werkverkehrsversicherung

Eigene Waren und Material auf eigenen Fahrzeugen.

Ausstellungsversicherung

Messegut auf dem Hin- und Rückweg und am Stand.

Mythos oder Wahrheit

Was stimmt, was nicht?

Fünf Sätze, die man über diese Versicherung hört. Tippen Sie zuerst, dann lösen wir auf.

Die Transportversicherung zahlt nur, wenn der Frächter schuld ist.

Das stimmt nicht.

Falsch. Die Warentransportpolizze zahlt den Wert der Ware unabhängig vom Verschulden. Den Regress gegen den Frächter führt anschließend der Versicherer.

Auch eine Lawine auf der Passstraße kann ein versicherter Transportschaden sein.

Das stimmt.

Stimmt. Naturereignisse zählen zu den gedeckten Gefahren, sogar in der eingeschränkten Deckung. Genau hier zahlt der Frächter nichts, weil er für höhere Gewalt nicht haftet.

Eine Verspätung durch Stau am Brenner ersetzt die Transportversicherung.

Das stimmt nicht.

Nein. Verspätungsschäden sind ausgeschlossen, solange sie nicht eigens vereinbart sind. Der Frächter haftet nach Art. 23 CMR für Lieferfristüberschreitung nur bis zur Höhe der Fracht.

Üblicherweise wird Ware über ihrem Rechnungswert versichert.

Das stimmt.

Stimmt. Marktüblich sind 110 Prozent des Rechnungswerts. Der Aufschlag deckt den imaginären Gewinn, also den Ertrag, den der Käufer mit der Ware erwartet hat.

Wenn der Absender schlecht verpackt, zahlt die Versicherung trotzdem.

Das stimmt nicht.

Falsch. Unzureichende Verpackung ist ein Standardausschluss. Wer regelmäßig empfindliche Ware versendet, sollte seine Verpackung prüfen lassen, bevor der erste Schaden kommt.

Häufige Fehler beim Abschluss

  • Annehmen, dass im Inland das großzügigere Recht gilt als im Ausland
  • Die Haftungsgrenze der CMR mit einer Warenversicherung verwechseln
  • Im Werkverkehr eigene Ladung ohne Deckung fahren
  • AÖSp akzeptieren, ohne die Haftungsgrenzen des Spediteurs zu kennen
  • Die Höchstsumme je Transportmittel zu knapp wählen

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Gilt die CMR auch bei Transporten innerhalb Österreichs?

Ja. § 439a UGB erklärt die CMR auf entgeltliche Straßengütertransporte im Inland für anwendbar. Haftung und Fristen sind damit dieselben wie im internationalen Verkehr.

Ist die CMR-Versicherung für Frächter Pflicht?

Gesetzlich nicht. Fast alle Auftraggeber und Spediteure verlangen aber einen Nachweis, bevor sie einen Frächter beauftragen. Ohne Deckung haftet der Frächter mit seinem Betriebsvermögen.

Wie viel bekomme ich vom Frächter bei Totalverlust?

Höchstens 8,33 Sonderziehungsrechte je Kilogramm Rohgewicht, rund zehn Euro je Kilogramm je nach Kurs. Bei leichter, wertvoller Ware ist das nur ein kleiner Teil des Werts.

Was kostet eine Transportversicherung?

Die Prämie ist ein Satz auf den Warenwert oder Versandumsatz, zuzüglich Versicherungssteuer. Ware, Route und Verpackung bestimmen die Höhe. Pauschale Richtwerte wären irreführend.

Brauche ich für meinen Firmenbus eine Transportversicherung?

Wenn Sie wertvolle eigene Ware oder Material fahren, ja. Die Kfz-Kasko deckt das Fahrzeug, nicht die Ladung. Dafür gibt es die Werkverkehrsversicherung.

Wer versichert bei Lieferung DDP?

Der Verkäufer, denn er trägt das Risiko bis zur Übergabe beim Empfänger. Er sollte alle solchen Lieferungen in einer Umsatzpolizze erfassen.

Sind Lagerungen beim Spediteur mitversichert?

Transportbedingte Lagerungen meist ja, allerdings nur für eine begrenzte Zeit. Längere Lagerungen müssen ausdrücklich eingeschlossen oder über eine Betriebsinhaltsversicherung am Lagerort gedeckt werden.

Wie schnell muss ich einen Transportschaden melden?

Äußerlich erkennbare Schäden sofort bei Ablieferung auf dem Frachtbrief vermerken. Für verdeckte Schäden sieht die CMR eine schriftliche Reklamation binnen sieben Tagen vor, Sonn- und Feiertage nicht mitgezählt. Parallel den eigenen Versicherer informieren.

Wer versichert den Transport meines Bootes?

Für Boote und Yachten ist NAMMERT selbst Assekuradeur. Solche Transporte, per Tieflader oder als Seefracht, decken wir direkt.

NAMMERT Versicherungsmakler

Angebote für Transportversicherung anfordern

Wir holen Angebote ein und melden uns mit einem Vergleich. Kostenlos und ohne Verpflichtung, die Vergütung zahlt der Versicherer.

1Für wen?
2Welche Versicherungen?

Mehrere möglich. Zu jeder gewählten Sparte erscheinen die Angaben, die ein Versicherer für ein Angebot braucht.

Privat

Gewerbe

3Angaben zu Ihren Wünschen

Transportversicherung

4Ihr bisheriger Vertrag
5Wie erreichen wir Sie?

Das gehört oft dazu

Betriebsinhalt

Muss ich als Unternehmer in Österreich eine Betriebsinhaltsversicherung haben?

Boot oder Yacht? Da sind wir nicht Makler, sondern Assekuradeur: eigene Tarife, eigene Schadenregulierung.

Zur Bootsversicherung

NAMMERT Assekuradeur GmbH mit Sitz in Deutschland, Versicherungsmakler mit Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO, Vermittlerregister D-C08Q-TOSD4-37, in Österreich tätig im Rahmen der Dienstleistungsfreiheit. Bei Boots- und Yachtversicherungen sind wir Assekuradeur und nicht Makler. Erstinformation lesen · Stand

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