Versicherung gegen schwere Krankheiten: Kapital in der Hand, wenn der Befund kommt
Eine Dread-Disease-Versicherung zahlt eine vereinbarte Summe auf einmal aus, wenn bei Ihnen eine der in der Polizze genannten Krankheiten festgestellt wird, vor allem Krebs, Herzinfarkt oder Schlaganfall. Ob Sie arbeitsfähig bleiben, ist dafür egal. In Österreich gibt es sie meist als Zusatz zu einer Lebens-, Berufsunfähigkeits- oder Pflegepolizze, seltener als eigenen Vertrag.
Ist eine Versicherung gegen schwere Krankheiten in Österreich sinnvoll?
Für viele ist sie eine sinnvolle Ergänzung, aber nicht der erste Schritt. Die gesetzliche Krankenversicherung trägt die Behandlung, das Einkommen sinkt aber auf Krankengeld, und für Selbstständige ist die Lücke noch größer. Eine Berufsunfähigkeitspolizze sichert das laufende Einkommen, die Dread-Disease-Versicherung liefert sofort einen Betrag für alles, was rund um eine schwere Diagnose anfällt. Wer nur eines bezahlen kann, beginnt meist mit der Berufsunfähigkeitsvorsorge.
Was die Sozialversicherung leistet und was nicht
Spital, Operation und Therapie übernimmt in Österreich die gesetzliche Krankenversicherung. Für das Einkommen gilt zuerst die Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber, danach das Krankengeld der Österreichischen Gesundheitskasse. Das liegt deutlich unter dem bisherigen Gehalt und ist zeitlich begrenzt. Selbstständige bekommen von der SVS nur eingeschränkte Geldleistungen.
Rund um eine schwere Diagnose entstehen außerdem Kosten, für die niemand aufkommt: Fahrten zur Therapie, Selbstbehalte, Haushaltshilfe, Betreuung der Kinder, eine barrierefreie Wohnung. Hier setzt die Dread-Disease-Polizze an. Sie zahlt einen Betrag, über den Sie frei verfügen.
Berufsunfähigkeit, Grundfähigkeit, schwere Krankheit: drei verschiedene Fragen
Die Berufsunfähigkeitspolizze prüft, ob Sie Ihren Beruf voraussichtlich auf Dauer zur Hälfte oder mehr nicht mehr ausüben können, und zahlt dann eine monatliche Rente. Die Grundfähigkeitsversicherung zahlt eine Rente, wenn Sie etwa nicht mehr gehen, sehen oder greifen können. Die Versicherung gegen schwere Krankheiten fragt weder nach dem Beruf noch nach einer Fähigkeit, sondern nur nach der Diagnose.
Das hat zwei Seiten. Bei einem Tumor, der gut auf die Behandlung anspricht, zahlt sie die volle Summe, auch wenn Sie ein Jahr später wieder im Betrieb stehen. Bei einem Bandscheibenleiden oder einem Burn-out, die oft zur Berufsunfähigkeit führen, zahlt sie meist gar nichts, weil diese Erkrankungen nicht im Katalog stehen.
Worauf es in der Polizze ankommt
Jede Krankheit im Katalog hat eine eigene Definition. Bei Krebs wird meist ein bösartiger, in das Gewebe einwachsender Tumor verlangt, Vorstufen fallen oft heraus. Beim Schlaganfall müssen in der Regel bleibende Ausfälle nachgewiesen sein. Lesen Sie also nicht nur die Liste, sondern die Beschreibungen dahinter.
Wichtig sind zudem Wartezeit und Überlebensfrist. Die Wartezeit nach Abschluss schließt Diagnosen in den ersten Monaten aus. Die Überlebensfrist verlangt, dass Sie eine bestimmte Zeit nach der Diagnose noch leben. Ein Anbieter zahlt etwa 30 Tage nach der Diagnose von Krebs oder Herzinfarkt und zwölf Wochen nach einem Schlaganfall.
Eigener Vertrag oder Zusatz
In Österreich ist der Schutz häufig ein Baustein: zur Berufsunfähigkeits- oder Pflegepolizze, zur Ablebensversicherung oder zu einer fondsgebundenen Lebensversicherung. Bei manchen Zusätzen läuft der Hauptvertrag nach der Auszahlung weiter, bei eigenständigen Verträgen endet der Schutz meist mit der Zahlung.
Die wählbaren Summen sind oft überschaubar, je nach Anbieter etwa zwischen 5.000 und 75.000 Euro. Wer ein höheres Kapital braucht, etwa für einen Kredit, sollte gezielt nach Polizzen mit höheren Summen fragen.
Was versichert ist
Einmalzahlung bei Krebs, Herzinfarkt oder Schlaganfall nach den Definitionen der Polizze
Je nach Anbieter weitere Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Parkinson, chronisches Nierenversagen oder gutartiger Hirntumor
Je nach Anbieter schwere Eingriffe wie eine Bypass-Operation
Bei manchen Polizzen zusätzlich Kapital bei Pflegebedürftigkeit
Freie Verwendung des Geldes, ohne Nachweis über die Ausgaben
Leistung unabhängig von Beruf und Arbeitsfähigkeit
Was nicht versichert ist
Erkrankungen, die nicht im Katalog stehen, darunter in der Regel psychische Erkrankungen
Diagnosen während der Wartezeit nach Abschluss
Tod innerhalb der Überlebensfrist
Erkrankungen, die beim Antrag verschwiegen wurden
Vorstufen und leichte Verläufe, die die Definition nicht erfüllen
Eine weitere schwere Krankheit, wenn der Schutz nach der ersten Zahlung erloschen ist
Wer sie braucht
Selbstständige und Unternehmer, die bei einer langen Behandlung ohne Einkommen dastehen
Familien mit einem Hauptverdiener und laufenden Krediten
Wer eine Berufsunfähigkeitspolizze hat und die Zeit bis zur Leistung überbrücken will
Wer wegen Beruf oder Gesundheit keine leistbare Berufsunfähigkeitspolizze bekommt
Wer Rücklagen für Behandlungen außerhalb der Kassenleistung schaffen möchte
Wer sie nicht braucht
Wer genug Rücklagen hat, um ein bis zwei Jahre Ausfall selbst zu tragen
Wer noch keine Berufsunfähigkeitsvorsorge hat, aber eine bekommen könnte: die zuerst
Pech-Rad
Drehen Sie am Rad des Pechs
Sechs Schäden, die wirklich passieren: Das Rad wählt Ihren und zeigt, wer zahlt.
Kosten:
Billigtarif Starker Tarif
Alle sechs Fälle ansehen
Darmkrebs, operiert und geheilt, Monate im Krankenstand, Selbstbehalte, Fahrten: fünfstellig. Billigtarif: zahlt, Starker Tarif: zahlt. Ein bösartiger Tumor ist der klassische Leistungsfall. Bezahlt wird die volle Summe, auch wenn Sie danach wieder gesund sind.
Herzinfarkt beim Skitourengehen, Spital, Reha und Einkommensausfall: fünfstellig. Billigtarif: zahlt, Starker Tarif: zahlt. Herzinfarkt steht in jedem Katalog. Gezahlt wird, sobald die Befunde der Definition entsprechen und die Überlebensfrist um ist.
Multiple Sklerose mit 38, Therapie, Umbau, mögliche Teilzeit: über Jahre hoch. Billigtarif: zahlt nicht, Starker Tarif: zahlt. Ein Zusatz nur mit Krebs, Herzinfarkt und Schlaganfall zahlt hier nichts. Breitere Polizzen führen Multiple Sklerose ausdrücklich im Katalog.
Hautkrebs im Frühstadium, kleiner Eingriff, Nachsorge. Billigtarif: zahlt nicht, Starker Tarif: zahlt teilweise. Frühstadien und viele Hautkrebsarten erfüllen die Definition meist nicht. Manche Polizzen sehen dafür einen kleineren Teilbetrag vor.
Schlaganfall mit bleibender Lähmung, Reha, Pflege, Umbau der Wohnung: fünf- bis sechsstellig. Billigtarif: zahlt teilweise, Starker Tarif: zahlt. Bleibende Ausfälle erfüllen die Definition. Einfache Zusätze zahlen aber erst nach einer langen Überlebensfrist, und die kleine Summe deckt nur einen Teil der Kosten.
Burn-out, ein Jahr im Krankenstand, Einkommensverlust über Monate: fünfstellig. Billigtarif: zahlt nicht, Starker Tarif: zahlt nicht. Psychische Erkrankungen stehen in keinem Katalog. Hier hilft nur eine Berufsunfähigkeitspolizze.
Was sie kostet
Die Prämie hängt vor allem von Alter, Versicherungssumme und Rauchverhalten ab. Der Beruf zählt weniger als bei der Berufsunfähigkeitspolizze. Als Zusatz zu einem bestehenden Vertrag ist der Schutz oft günstiger zu haben als ein eigener Vertrag.
Wovon der Beitrag abhängt
Eintrittsalter und Laufzeit
Versicherungssumme
Raucher oder Nichtraucher
Umfang des Katalogs
Gesundheitszustand bei Abschluss
Eigener Vertrag oder Zusatz zu einer anderen Polizze
Wir nennen keine Prämienspanne, weil Alter, Summe und Vertragsform den Preis zu stark verschieben. Ihre Prämie steht erst im Angebot fest.
Die Tariflinien am Markt
01
Grundschutz
Zusatz mit den drei häufigsten Diagnosen Krebs, Herzinfarkt und Schlaganfall und einer kleineren Summe. Leistbar, deckt aber nur die klassischen Fälle.
02
Komfort
Breiterer Katalog mit Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Parkinson oder Nierenversagen, höhere Summe und kurze Überlebensfrist.
03
Premium
Umfangreicher Katalog, Kapital auch bei Pflegebedürftigkeit, hohe Summe und ein Hauptvertrag, der nach der Auszahlung weiterläuft.
Woran Sie einen guten Tarif erkennen
Kriterium
Mindeststandard
Starker Tarif
Warum das zählt
Umfang des Katalogs
Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall
zusätzlich neurologische Erkrankungen, Organversagen und schwere Eingriffe
Alles, was nicht auf der Liste steht, ist nicht versichert.
Definitionen
strenge Merkmale, Vorstufen ausgeschlossen
klar formulierte Merkmale, Teilbeträge für leichtere Formen
Ein früh entdeckter Tumor erfüllt eine strenge Definition oft nicht.
Versicherungssumme
kleine Summen im vier- bis niedrigen fünfstelligen Bereich
Summe, die Einkommenslücke und Zusatzkosten für mindestens ein Jahr deckt
Ein zu kleiner Betrag ist nach wenigen Monaten aufgebraucht.
Wartezeit
sechs Monate
drei Monate
In der Wartezeit fällt eine Diagnose ganz aus dem Schutz.
Überlebensfrist
mehrere Wochen, bei Schlaganfall bis zu drei Monate
kurze Frist für alle Erkrankungen
Je kürzer die Frist, desto früher ist das Geld da.
Was nach der Auszahlung bleibt
Vertrag erlischt
Hauptvertrag läuft weiter
Bei einem Zusatz zur Pensions- oder Ablebensvorsorge geht sonst der übrige Schutz mit verloren.
Anbieter im Überblick
Dread-Disease-Schutz bieten in Österreich mehrere Lebensversicherer an, meist als Zusatz und unter eigenen Produktnamen. Die Liste nennt Anbieter, die in dieser Sparte am Markt sind, und sagt nichts darüber, mit wem wir zusammenarbeiten.
Versicherer
Einordnung
Donau Versicherung
Lebensqualitätsversicherung mit Kapital bei schweren Erkrankungen und Pflegebedarf, Teil der Vienna Insurance Group
Merkur Versicherung
Dread-Disease-Zusatz zur Berufsunfähigkeits- oder Pflegerente, Sitz in Graz
Raiffeisen Versicherung
Überlebensversicherung für Krebs, Herzinfarkt und Schlaganfall, als eigener Vertrag oder Zusatz
Helvetia
Dread-Disease-Baustein zur fondsgebundenen Lebensversicherung
Dialog
Dread-Disease-Zusatz mit festen Summenstufen, Vertrieb über Makler
Ergänzt die laufende Rente um eine Einmalzahlung bei Diagnose. Der häufigste Weg in Österreich.
Zusatz zur Ablebens- oder Lebensversicherung
Kapital bei schwerer Krankheit zusätzlich zum Schutz im Todesfall oder zum Sparvertrag. Der Hauptvertrag läuft oft weiter.
Eigenständige Polizze
Eigener Vertrag nur für schwere Krankheiten, mit fester Summe. Endet meist mit der Auszahlung.
Grundfähigkeitsversicherung
Monatliche Rente bei Verlust einer Fähigkeit wie Gehen oder Sehen. Teils mit Baustein für schwere Krankheiten kombinierbar.
Mythos oder Wahrheit
Was stimmt, was nicht?
Fünf Sätze, die man über diese Versicherung hört. Tippen Sie zuerst, dann lösen wir auf.
Die Dread-Disease-Versicherung zahlt nur, wenn ich nicht mehr arbeiten kann.
Das stimmt nicht.
Falsch. Sie zahlt bei der Diagnose einer versicherten Krankheit. Ob Sie arbeiten können, prüft sie gar nicht.
In Österreich gibt es den Schutz oft nur als Zusatz.
Das stimmt.
Stimmt. Viele Anbieter verkaufen ihn als Baustein zu einer Berufsunfähigkeits-, Pflege- oder Lebensversicherung. Eigenständige Polizzen gibt es seltener.
Die Krankenkasse zahlt bei Krebs ja ohnehin alles.
Das stimmt nicht.
Falsch. Sie trägt die Behandlung, aber nicht den Einkommensverlust und nicht Kosten wie Haushaltshilfe, Fahrten oder den Umbau der Wohnung. Das Krankengeld liegt deutlich unter dem Gehalt.
Wer kurz nach der Diagnose stirbt, bekommt aus der Polizze unter Umständen nichts.
Das stimmt.
Stimmt. Viele Bedingungen verlangen eine Überlebensfrist. Für den Todesfall ist die Ablebensversicherung da.
Jede Krebsdiagnose löst die volle Zahlung aus.
Das stimmt nicht.
Falsch. Verlangt wird meist ein bösartiger, invasiv wachsender Tumor. Vorstufen und viele Formen von Hautkrebs fallen heraus oder bringen nur einen Teilbetrag.
Häufige Fehler beim Abschluss
Die Dread-Disease-Polizze für einen Ersatz der Berufsunfähigkeitsvorsorge halten
Eine zu kleine Summe wählen, die nur wenige Monate trägt
Die Liste der Krankheiten lesen, aber nicht die Definitionen
Beim Antrag Befunde weglassen und damit die Leistung gefährden
Übersehen, dass der Schutz nach der ersten Zahlung erlischt
Häufig gefragt
Fragen und Antworten
Zahlt die Polizze auch, wenn ich nach der Behandlung wieder arbeite?
Ja.
Ausschlaggebend ist die Diagnose nach den Bedingungen.
Ob Sie danach im Krankenstand sind, wieder arbeiten oder in Pension gehen,
spielt für die Zahlung keine Rolle.
Wie unterscheidet sie sich von der Berufsunfähigkeitspolizze?
Die Berufsunfähigkeitspolizze zahlt eine monatliche Rente,
wenn Sie Ihren Beruf dauerhaft zur Hälfte oder mehr nicht mehr ausüben können,
gleich aus welchem Grund.
Die Dread-Disease-Versicherung zahlt einmal, aber nur bei bestimmten Diagnosen.
Sind psychische Erkrankungen versichert?
Fast nie.
Depressionen oder Burn-out stehen nicht im Katalog.
Für diese Fälle ist die Berufsunfähigkeitspolizze der richtige Schutz.
Wie hoch soll die Versicherungssumme sein?
So hoch, dass sie Einkommensausfall und Zusatzkosten für mindestens ein Jahr deckt.
Viele Zusätze sind in der Summe begrenzt, das sollte man bei der Wahl des Anbieters wissen.
Was passiert nach der Auszahlung?
Bei eigenständigen Verträgen endet der Schutz meist mit der Zahlung.
Bei Zusätzen zu einer Lebens- oder Berufsunfähigkeitspolizze läuft der Hauptvertrag oft weiter.
Bekomme ich den Schutz mit Vorerkrankungen?
Der Versicherer prüft beim Antrag den Gesundheitszustand.
Wer bereits schwer erkrankt ist, wird meist abgelehnt oder bekommt einen Ausschluss.
Bei leichteren Befunden lohnt eine Voranfrage bei mehreren Anbietern.
Zahlen Raucher mehr?
Ja, in der Regel deutlich.
Rauchen erhöht das Risiko für Krebs, Herzinfarkt und Schlaganfall.
Falsche Angaben dazu können die Leistung kosten.
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