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Hagel- und Ernteversicherung: Wetterrisiken am Hof absichern

In Österreich ist die Ernteversicherung fester Bestandteil der Betriebsführung. Ein Großteil der Ackerflächen ist gegen Hagel versichert, sehr viele davon gegen mehrere Gefahren. Das liegt auch am Zuschuss: Bund und Länder übernehmen gemeinsam 55 Prozent der Prämie, für Hagel, Frost, Dürre, Sturm und Überschwemmung. Wer eine versicherbare Kultur nicht versichert, kann im Katastrophenfall nicht mit dem Katastrophenfonds rechnen.

Die Frage, die hier fast jeder zuerst stellt

Brauche ich mehr als die Hagelpolizze?

In den meisten Betrieben ja. Hagel ist nur eine von mehreren Gefahren, und die großen Schäden der letzten Jahre kamen von Trockenheit und Spätfrost. Die Österreichische Hagelversicherung bietet für Ackerbau, Grünland, Obst, Gemüse und Weinbau Mehrgefahrenpakete und Dürreindexdeckungen an. Weil der Zuschuss für alle diese Risiken gleich ist, ist die Erweiterung meist günstiger, als viele erwarten.

Ein Anbieter, ein gefördertes System

Anders als in Deutschland gibt es für Ackerbau, Grünland, Obst- und Gartenbau sowie Weinbau in Österreich im Kern einen Versicherer: die Österreichische Hagelversicherung, ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit. Vertrieben wird über eigene Berater und über Partner, etwa die Raiffeisenbanken. Die Bedingungen erscheinen jährlich neu, je Kultur mit eigenen Paketen.

Seit 2019 bezuschussen Bund und Länder alle Prämien für die Risiken Hagel, Frost, Dürre, Sturm und Überschwemmung in der Pflanzenproduktion mit 55 Prozent, je zur Hälfte. Nach der Dürre 2026 hat die Bundesregierung ein Hilfspaket beschlossen, das den Zuschuss für die Dürreversicherung im Jahr 2027 einmalig auf 65 Prozent anhebt.

Dürre: versichert über den Index

Dürre wird nicht wie Hagel auf dem Feld geschätzt, sondern über einen Index aus Wetterdaten. Entschädigt wird, wenn das Niederschlagsdefizit im Bezugszeitraum eine Schwelle überschreitet. Im Ackerbau gibt es zwei, im Grünland drei Varianten, die sich in der Höhe der Entschädigung und in der Auslöseschwelle unterscheiden.

Die Dürre 2026 hat gezeigt, warum das zählt: Die Hagelversicherung beziffert den direkten Gesamtschaden in der Landwirtschaft auf rund eine Milliarde Euro. Betriebe mit Dürreindex bekommen eine Entschädigung ohne Feldbesichtigung, Betriebe ohne Deckung hängen von einmaligen Hilfspaketen ab.

Wein und Obst: Frost entscheidet

Im Wein- und Obstbau ist Spätfrost das teuerste Risiko. Weintrauben lassen sich neben Hagel auch gegen Frost, Sturm und Dürre versichern, dazu gegen Mehraufwand und Fäulnis nach späten Hagelschlägen. Im Obstbau kommen Sturm und Schneedruck hinzu. Weil die Frostgefahr früh im Jahr beginnt, muss die Polizze rechtzeitig vor dem Austrieb stehen.

Was versichert ist

  • Hagel an allen versicherten Kulturen
  • Frost, vor allem Spätfrost in Wein- und Obstbau
  • Dürre über einen Niederschlagsindex
  • Sturm, Schneedruck und Überschwemmung, je nach Paket
  • Fäulnis und Mehraufwand nach späten Hagelschlägen im Weinbau
  • Ackerkulturen, Grünland, Gemüse, Obst und Wein in eigenen Bedingungen

Was nicht versichert ist

  • Der vereinbarte Selbstbehalt
  • Preisrückgänge am Markt
  • Schäden durch Bewirtschaftungsfehler
  • Ernte, die vor der Schadenerhebung eingebracht wurde
  • Gebäude, Maschinen und Lager, dafür gibt es eigene Sparten
  • Kulturen, die nicht im Flächenverzeichnis gemeldet sind

Wer sie braucht

  • Ackerbaubetriebe in den trockenen Lagen im Osten
  • Winzer und Obstbauern mit Spätfrostrisiko
  • Grünland- und Futterbaubetriebe ohne eigene Futterreserve
  • Gemüsebauern mit hohen Flächenwerten
  • Hofübernehmer und Betriebe mit laufenden Krediten

Wer sie nicht braucht

  • Betriebe mit kleinen Flächen und anderer Haupteinnahmequelle, die einen Ernteausfall selbst tragen können
  • Flächen ohne Marktkultur, etwa reine Pflegeflächen

Pech-Rad

Drehen Sie am Rad des Pechs

Sechs Schäden, die wirklich passieren: Das Rad wählt Ihren und zeigt, wer zahlt.

Alle sechs Fälle ansehen
  1. Hagel kurz vor dem Drusch, ein großer Teil des Ertrags der Fläche. Billigtarif: zahlt, Starker Tarif: zahlt. Der Grundfall jeder Polizze. Sachverständige erheben den Schaden, ersetzt wird nach versichertem Ertrag abzüglich Selbstbehalt.
  2. Spätfrost im Weingarten, bis zur ganzen Lese. Billigtarif: zahlt nicht, Starker Tarif: zahlt. Mit der Hagelpolizze allein gibt es nichts. Nur das Paket mit Frostdeckung leistet, und es muss vor dem Austrieb stehen.
  3. Trockener Sommer im Marchfeld, ein Drittel der Ernte oder mehr. Billigtarif: zahlt nicht, Starker Tarif: zahlt. Gezahlt wird über den Dürreindex, wenn das Niederschlagsdefizit die vereinbarte Schwelle erreicht.
  4. Fäulnis nach spätem Hagel, Qualitätsverlust und Mehraufwand bei der Lese. Billigtarif: zahlt teilweise, Starker Tarif: zahlt. Im Weinbau lassen sich Fäulnis und Mehraufwand nach späten Hagelschlägen ausdrücklich einschließen.
  5. Schaden unter dem Selbstbehalt, einige Prozent des Ertrags. Billigtarif: zahlt nicht, Starker Tarif: zahlt nicht. Was unter dem Selbstbehalt bleibt, trägt der Betrieb selbst, auch im besten Paket.
  6. Gute Ernte, schlechter Preis, der Mindererlös. Billigtarif: zahlt nicht, Starker Tarif: zahlt nicht. Die Ernteversicherung deckt Wetterschäden, nicht den Markt.

Was sie kostet

Die Prämie richtet sich nach Kultur, Lage, versicherter Summe und Paket. Vom Bruttobetrag gehen 55 Prozent Zuschuss von Bund und Land ab, für die Dürreversicherung 2027 sogar 65 Prozent. Belastbare, unabhängig veröffentlichte Prämien je Hektar gibt es nicht, deshalb nennen wir keine Beispielbeträge.

Wovon der Beitrag abhängt

  • Kultur und versicherter Ertrag je Hektar
  • Lage und Schadenerfahrung der Region
  • Gewähltes Paket: Hagel, Mehrgefahren, Dürreindex
  • Variante der Dürredeckung und Auslöseschwelle
  • Selbstbehalt
  • Eigene Schäden der Vorjahre

Die genaue Prämie ergibt sich aus Antrag und Flächenverzeichnis. Der Zuschuss wird direkt eingerechnet.

Die Tariflinien am Markt

01

Hagelpolizze

Der Grundschutz gegen Hagel für die gemeldeten Kulturen, mit Schadenerhebung durch Sachverständige.

02

Mehrgefahrenpaket

Hagel, Frost, Sturm und Überschwemmung in einer Polizze, je Kultur mit eigenen Bedingungen.

03

Paket mit Dürreindex

Zusätzlich Dürre über den Niederschlagsindex, im Grünland in drei Varianten mit unterschiedlicher Auslöseschwelle.

Woran Sie einen guten Tarif erkennen

KriteriumMindeststandardStarker TarifWarum das zählt
Versicherte Gefahren nur Hagel Hagel, Frost, Sturm, Überschwemmung und Dürre Der Zuschuss gilt für alle diese Risiken gleich.
Dürrevariante späte Auslöseschwelle Variante, die zum Standort und zur Futterreserve passt Die Schwelle entscheidet, ob in einem trockenen Jahr überhaupt gezahlt wird.
Versicherter Ertrag Standardwert an tatsächlichen Ertrag und Vermarktung angepasst Ein zu niedriger Wert kürzt jede Entschädigung.
Qualitätsschaden nur Menge Menge und Qualität, im Wein auch Fäulnis nach Hagel Bei Sonderkulturen entscheidet die Qualität über den Preis.
Flächenverzeichnis einmal gemeldet jährlich mit dem Mehrfachantrag abgeglichen Nicht gemeldete Flächen sind nicht versichert.
Frostbeginn Abschluss kurz vor dem Austrieb Polizze rechtzeitig vor der Frostgefahr Wer zu spät versichert, steht im April ohne Schutz da.

Anbieter im Überblick

Für Pflanzenbau, Obst und Wein ist in Österreich praktisch nur die Österreichische Hagelversicherung am Markt. Damit Sie das System verstehen, stehen hier auch die Stellen, die Zuschuss und Vertrieb tragen. Die Liste ist ein Überblick ohne Wertung und sagt nichts darüber, mit wem wir zusammenarbeiten.

VersichererEinordnung
Österreichische HagelversicherungVersicherungsverein auf Gegenseitigkeit, Hagel, Mehrgefahren und Dürreindex für alle Kulturen
Raiffeisenbankenvermitteln die Polizzen der Hagelversicherung, kein eigener Risikoträger
Landwirtschaftsministerium (BMLUK)trägt die Hälfte des Prämienzuschusses, kein Versicherer
Bundesländertragen die andere Hälfte des Zuschusses, kein Versicherer
Katastrophenfondsleistet für versicherbare Risiken keine Entschädigung, ein Grund für die hohe Versicherungsdichte

Bedingungen aller Tarife vergleichen Ernteversicherung 19 Tarife von 2 Anbietern, Stand 24. Oktober 2026

Produkte und Bausteine am Markt

Hagelversicherung

Grundschutz für jede Kultur, Schadenerhebung auf dem Feld.

Mehrgefahrenversicherung

Mehrere Wettergefahren in einer Polizze, mit 55 Prozent bezuschusst.

Dürreindex Ackerbau und Grünland

Entschädigung nach Niederschlagsdefizit, ohne Feldbesichtigung.

Frostdeckung Wein und Obst

Spätfrost in der Blüte, meist im Mehrgefahrenpaket.

Elementarschadenversicherung für Gebäude

Verwandte Sparte: Hof und Lager gegen Hochwasser und Sturm, eigene Polizze.

Mythos oder Wahrheit

Was stimmt, was nicht?

Fünf Sätze, die man über diese Versicherung hört. Tippen Sie zuerst, dann lösen wir auf.

Bund und Länder zahlen mehr als die Hälfte der Prämie.

Das stimmt.

Stimmt. Der Zuschuss beträgt 55 Prozent, je zur Hälfte von Bund und Land. Für die Dürreversicherung 2027 sind es einmalig 65 Prozent.

Wenn es schlimm kommt, zahlt der Katastrophenfonds.

Das stimmt nicht.

Nicht für versicherbare Risiken. Für Hagel, Frost oder Dürre an Kulturen gibt es aus dem Katastrophenfonds keine Entschädigung.

Dürre lässt sich versichern, ohne dass jemand aufs Feld kommt.

Das stimmt.

Ja. Die Dürreversicherung arbeitet mit einem Niederschlagsindex. Entschädigt wird nach dem gemessenen Defizit, ohne Schadenerhebung vor Ort.

Die Hagelpolizze schützt auch vor Frost.

Das stimmt nicht.

Nein. Frost ist eine eigene Gefahr und nur im Mehrgefahrenpaket oder mit eigener Frostdeckung versichert.

Für die Ernteversicherung gibt es in Österreich viele Anbieter zur Auswahl.

Das stimmt nicht.

Nein. Für Pflanzenbau, Obst und Wein ist praktisch nur die Österreichische Hagelversicherung Risikoträger. Andere Häuser vermitteln deren Polizzen.

Häufige Fehler beim Abschluss

  • Nur Hagel versichern, obwohl die Region regelmäßig unter Trockenheit leidet
  • Die Dürrevariante nicht an die eigene Futterreserve anpassen
  • Neue Pachtflächen nicht nachmelden
  • Die Frostdeckung erst nach dem Austrieb abschließen
  • Nach einem Schaden ernten, bevor der Sachverständige da war
  • Auf Hilfspakete statt auf die bezuschusste Polizze setzen

Häufig gefragt

Fragen und Antworten

Wie hoch ist der Prämienzuschuss?

Bund und Länder übernehmen gemeinsam 55 Prozent der Prämie, je zur Hälfte.

Das gilt für Hagel, Frost, Dürre, Sturm und Überschwemmung in der Pflanzenproduktion.

Für die Dürreversicherung steigt der Zuschuss im Jahr 2027 einmalig auf 65 Prozent.

Muss ich den Zuschuss selbst beantragen?

Nein, er wird direkt in der Prämie berücksichtigt.

Sie zahlen den Anteil nach Abzug des Zuschusses.

Gibt es andere Anbieter als die Hagelversicherung?

Für Ackerbau, Grünland, Obst, Gartenbau und Wein praktisch nicht.

Andere Versicherer und Banken vermitteln die Polizzen der Hagelversicherung,

tragen das Risiko aber nicht selbst.

Hilft der Katastrophenfonds, wenn ich nicht versichert bin?

Für Risiken, die versicherbar sind, gibt es aus dem Katastrophenfonds keine Entschädigung.

Wer also Hagel oder Dürre nicht versichert, trägt den Schaden in der Regel selbst.

Wie funktioniert die Dürreversicherung?

Über einen Index: Entschädigt wird nach dem Niederschlagsdefizit im Bezugszeitraum.

Im Ackerbau gibt es zwei, im Grünland drei Varianten mit unterschiedlicher Auslöseschwelle und

Entschädigungshöhe.

Eine Feldbesichtigung entfällt.

Was ist im Weinbau versicherbar?

Hagel, Frost, Sturm und Dürre, dazu Mehraufwand und Fäulnis infolge später Hagelschläge.

Welche Bausteine im Paket stehen, regeln die jährlichen Bedingungen.

Wann muss die Polizze stehen?

Bevor die Gefahr beginnt.

Bei Frost im Obst- und Weinbau also vor dem Austrieb,

bei Hagel in der Regel vor der Vegetationsperiode.

Die Fristen stehen im Antrag.

Was gilt nach einem Schaden?

Den Schaden sofort melden und mit Ernte oder Umbruch warten,

bis die Schadenerhebung erfolgt ist oder die Freigabe vorliegt.

Beim Dürreindex entfällt die Erhebung.

Warum über einen Makler, wenn es nur einen Versicherer gibt?

Weil die Wahl von Paket, Dürrevariante und versichertem Ertrag über die Entschädigung entscheidet,

und weil wir die übrigen Hofrisiken, etwa Gebäude, Maschinen und Haftpflicht, mitdenken.

Die Vergütung zahlt der Versicherer.

NAMMERT Versicherungsmakler

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Wir holen Angebote ein und melden uns mit einem Vergleich, kostenlos: Es zahlt der Versicherer.

1Für wen?
2Welche Versicherungen?

Mehrere möglich. Zu jeder Sparte erscheinen die Angaben, die ein Versicherer braucht.

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3Angaben zu Ihren Wünschen

Hagel- und Ernteversicherung

4Ihr bisheriger Vertrag
5Wie erreichen wir Sie?

Für Sie kostenlos und unverbindlich. Wir melden uns persönlich bei Ihnen.

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