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Photovoltaikversicherung: Hagel, Überspannung und Ertragsausfall

Eine PV-Anlage am Dach lässt sich in Österreich in die Eigenheimversicherung einschließen, dann ist sie gegen Feuer, Sturm, Hagel und Leitungswasser gedeckt. Eine eigene Photovoltaikversicherung geht weiter: Sie deckt als Allgefahrenpolizze auch Kurzschluss, Bedienungsfehler, Tierbiss und Diebstahl und ersetzt auf Wunsch den Ertragsausfall.

Photovoltaikversicherung

Die Frage, die hier fast jeder zuerst stellt

Reicht die Eigenheimversicherung für meine PV-Anlage?

Für Hagel, Sturm und Brand meist ja, wenn die Anlage in der Polizze angegeben und die Versicherungssumme entsprechend erhöht ist. Sie reicht nicht für Schäden durch Kurzschluss, Überspannung aus dem Netz, Marder, Bedienungsfehler oder Diebstahl und nicht für den entgangenen Stromertrag. Wer einen teuren Speicher hat oder die Anlage finanziert hat, fährt mit einer eigenen Photovoltaikversicherung oder einem erweiterten Zusatzbaustein besser.

Benannte Gefahren gegen Allgefahren

Die Eigenheimversicherung leistet nur bei den Gefahren, die in den Bedingungen stehen: Brand, Blitzschlag, Explosion, Sturm, Hagel, Leitungswasser. Das deckt die großen Ereignisse ab, aber viele typische PV-Schäden nicht.

Eine eigenständige Photovoltaikversicherung ist meist als Allgefahrenpolizze gestaltet. Versichert ist dann jede unvorhergesehene Beschädigung, sofern sie nicht ausdrücklich ausgeschlossen ist. Das ist bei Wechselrichtern und Speichern, die empfindlicher sind als die Module, ein erheblicher Unterschied.

Hagel und der Ertrag im Sommer

Hagel ist in Österreich, besonders in der Steiermark, eine der größten Gefahren für PV-Anlagen. Achten Sie darauf, dass die Polizze Module zum Neuwert ersetzt und auch Gerüst, Demontage und Montage übernimmt, denn diese Nebenkosten können den Modulpreis erreichen.

Zerstört ein Unwetter im Juni die Anlage, fehlen die ertragreichsten Wochen. Eine Ertragsausfalldeckung zahlt für die Tage des Stillstands, pauschal nach Leistung oder nach nachgewiesenem Ertrag. In der Eigenheimversicherung ist sie meist nicht enthalten.

Förderung, Finanzierung und Meldung

Wer die Anlage mit Kredit oder Förderung errichtet, sollte die Bedingungen des Geldgebers kennen. Manche Finanzierungen verlangen eine Versicherung der Anlage, oft mit Vinkulierung zugunsten der Bank.

Melden Sie die Anlage Ihrem Eigenheimversicherer in jedem Fall. Sie erhöht den Gebäudewert, und eine nicht angegebene Anlage kann im Schadenfall zu einer Unterversicherung des ganzen Hauses führen.

Was versichert ist

  • Hagel, Sturm, Schneedruck
  • Feuer, Blitzschlag, Explosion
  • Überspannung und Kurzschluss, bei Allgefahrendeckung
  • Bedienungsfehler und Ungeschicklichkeit
  • Tierbiss, etwa durch Marder
  • Diebstahl und Vandalismus
  • Ertragsausfall, wenn vereinbart
  • Stromspeicher, wenn angegeben

Was nicht versichert ist

  • Alterung und nachlassende Leistung der Module
  • Gewährleistungsfälle von Hersteller oder Installateur
  • Nicht gemeldete Anlagen und Speicher
  • Vorsätzliche Schäden
  • Wartung und Reinigung ohne Schaden

Wer sie braucht

  • Besitzer einer Dachanlage mit Speicher
  • Betreiber in hagelgefährdeten Regionen
  • Wer die Anlage finanziert hat und auf den Ertrag angewiesen ist
  • Anlagen auf Stadel, Carport oder Freifläche, die nicht zum Wohnhaus gehören

Wer darauf verzichten kann

  • Wer eine kleine Anlage ohne Speicher hat, die in der Eigenheimversicherung gut eingeschlossen ist

Pech-Rad

Drehen Sie am Rad des Pechs

Sechs Schäden, die wirklich passieren. Das Rad entscheidet, welcher Sie trifft, und zeigt, wer zahlt.

Alle sechs Fälle ansehen
  1. Steirischer Hagel trifft die Module, rund 3.000 bis 15.000 € mit Montage. Billigtarif: zahlt, Starker Tarif: zahlt. Hagel ist Grundgefahr in Eigenheim- und PV-Polizze. Achten Sie darauf, dass Gerüst und Montage mitversichert sind.
  2. Marder nagt an den Kabeln, rund 300 bis 1.500 €. Billigtarif: zahlt nicht, Starker Tarif: zahlt. In der Eigenheimversicherung fehlt Tierbiss meist. Eine Allgefahren-PV-Polizze deckt ihn.
  3. Überspannung killt den Wechselrichter, rund 1.500 bis 4.000 €. Billigtarif: zahlt teilweise, Starker Tarif: zahlt. Die Eigenheimpolizze zahlt meist nur Überspannung durch Blitz, oft mit Grenze. Die eigene PV-Polizze deckt auch Netzspitzen.
  4. Juni-Unwetter: fünf Wochen kein Strom, rund 150 bis 500 €. Billigtarif: zahlt nicht, Starker Tarif: zahlt. Den fehlenden Sommerertrag ersetzt nur eine Ertragsausfalldeckung, die es in der PV-Polizze gibt.
  5. Module werden über die Jahre schwächer, einige hundert Euro Ertrag im Jahr. Billigtarif: zahlt nicht, Starker Tarif: zahlt nicht. Degradation ist Verschleiß. Dafür gibt es keine Versicherung, nur die Leistungsgarantie des Herstellers.
  6. Sturm reißt ein Modul auf ein Auto, rund 1.000 bis 5.000 €. Billigtarif: zahlt, Starker Tarif: zahlt. Den Schaden am fremden Auto trägt die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht, die in der Eigenheimpolizze üblich ist.

Was sie kostet

Die Prämie hängt vom Anlagenwert, vom Speicher, von der Hagelzone und vom gewählten Ertragsausfall ab. Mitunter ist eine eigene Allgefahrenpolizze nicht teurer als der Einschluss in die Eigenheimversicherung. Beispielprämien nennen wir nicht.

Wovon der Beitrag abhängt

  • Anschaffungswert von Modulen, Wechselrichter und Speicher
  • Hagelgefährdung des Standorts
  • Montage am Wohnhaus, Nebengebäude oder Freifläche
  • Ertragsausfall und Dauer
  • Selbstbehalt

Ohne Beispielprämien, weil sie je Anlage schwanken. Ihre Prämie steht erst im Angebot fest.

Die Tariflinien am Markt

01

Einschluss Eigenheim

Anlage gegen die Gefahren der Eigenheimversicherung, ohne Ertragsausfall.

02

PV-Zusatz

Erweiterter Baustein der Eigenheimversicherung mit weiteren Gefahren wie Überspannung.

03

Eigene Allgefahrenpolizze

Allgefahren, Speicher und Ertragsausfall in einer Polizze, unabhängig vom Gebäudeversicherer.

Woran Sie einen guten Tarif erkennen

KriteriumMindeststandardStarker TarifWarum das zählt
Deckungsform benannte Gefahren Allgefahren Die häufigsten Schäden an Elektronik sind keine Elementarereignisse.
Hagel Neuwert der Module Neuwert inklusive Gerüst und Montage Gerüst und Montage machen einen großen Teil der Reparaturkosten aus.
Ertragsausfall keiner mehrere Monate Ein Ausfall im Sommer trifft den Großteil des Jahresertrags.
Speicher nicht genannt ausdrücklich eingeschlossen Der Speicher ist ein großer Teil der Investition.
Überspannung nur durch Blitz auch aus dem Netz Wechselrichter reagieren empfindlich auf Spannungsspitzen.
Tierbiss ausgeschlossen eingeschlossen Marder nisten gern unter den Modulen.

Anbieter im Überblick

Photovoltaik bieten österreichische Versicherer als Einschluss in die Eigenheimversicherung, als Zusatzbaustein oder als eigene Polizze an. Die Liste zeigt Anbieter mit einem dieser Produkte.

VersichererEinordnung
Wiener StädtischeVienna Insurance Group, bundesweit
AllianzAllianz Elementar, österreichische Gesellschaft der Allianz
Helvetiaeigene Photovoltaikversicherung, Schweizer Helvetia-Gruppe
OberösterreichischeLandesversicherer, eigene Photovoltaikversicherung
UNIQAVersicherungsgruppe mit Sitz in Wien
Generaliösterreichische Tochter der Generali-Gruppe

Produkte und Bausteine am Markt

Einschluss in die Eigenheimversicherung

Die einfachste Lösung: Anlage als Gebäudebestandteil gegen die Grundgefahren.

Photovoltaik-Zusatzbaustein

Erweitert den Eigenheimschutz für die Anlage um weitere Gefahren.

Eigenständige Photovoltaikversicherung

Allgefahrenpolizze mit Ertragsausfall, auch für Anlagen auf Nebengebäuden.

Mythos oder Wahrheit

Was stimmt, was nicht?

Fünf Sätze, die man über diese Versicherung hört. Tippen Sie zuerst, dann lösen wir auf.

Eine PV-Anlage ändert an der Eigenheimprämie nichts.

Das stimmt nicht.

Doch, die Anlage erhöht den Gebäudewert, also steigt meist die Prämie ein wenig. Ohne Meldung droht dafür Unterversicherung.

Hagelkörner in Tennisballgröße zerschlagen auch geprüfte Module.

Das stimmt.

Ja, die Normprüfung arbeitet mit deutlich kleineren Eiskugeln. Bei Superzellen mit großen Körnern gehen auch hochwertige Module zu Bruch.

Bei einem Brand löscht die Feuerwehr ein Haus mit PV-Anlage nicht.

Das stimmt nicht.

Stimmt nicht, gelöscht wird mit Abstand und angepasster Taktik. Ein Hinweisschild und ein Anlagenplan beim Zählerkasten helfen den Einsatzkräften.

Bricht beim Putzen der Module etwas, kann die PV-Polizze zahlen.

Das stimmt.

Ja, eine Allgefahrendeckung schließt Bedienungsfehler und Ungeschicklichkeit meist ein. Die Eigenheimversicherung kennt diese Gefahr nicht.

Der Speicher im Keller ist automatisch dabei, sobald die Module versichert sind.

Das stimmt nicht.

Nein, der Speicher muss ausdrücklich in der Polizze stehen. Geben Sie Hersteller, Kapazität und Kaufpreis gleich beim Antrag an.

Häufige Fehler beim Abschluss

  • Die Anlage dem Eigenheimversicherer nicht gemeldet
  • Den Speicher im Keller nicht ausdrücklich eingeschlossen
  • Bei Hagel nur den Modulpreis versichert, nicht Gerüst und Montage
  • Auf Ertragsausfall verzichtet, obwohl der Kredit aus dem Ertrag bedient wird
  • Anlage auf dem Stadel über die Wohnhauspolizze vermutet

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Zahlt die Eigenheimversicherung bei Hagel an der PV-Anlage?

Ja, wenn die Anlage in der Polizze angegeben ist. Hagel gehört zu den Grundgefahren. Prüfen Sie, ob der Neuwert ersetzt wird und ob Gerüst und Montage mit abgedeckt sind.

Was ist der Unterschied zur eigenen Photovoltaikversicherung?

Die Eigenheimversicherung zahlt nur bei den dort genannten Gefahren. Die eigene Photovoltaikversicherung ist meist eine Allgefahrendeckung und schützt zusätzlich vor Kurzschluss, Überspannung, Tierbiss, Bedienungsfehlern und Diebstahl, oft mit Ertragsausfall.

Ist der Stromspeicher mitversichert?

Nur, wenn er in der Polizze ausdrücklich erfasst ist. Geben Sie Hersteller, Kapazität und Preis an. Speicher sind empfindlich gegen Überspannung und Feuchtigkeit.

Wer haftet, wenn ein Modul vom Dach fällt?

Sie als Besitzer des Hauses. Diese Haftung deckt in der Regel die Hausbesitzerhaftpflicht, die in den meisten Eigenheimversicherungen enthalten ist. Für Anlagen auf fremden Dächern oder Freiflächen braucht es eine eigene Betreiberhaftpflicht.

Was bringt eine Ertragsausfallversicherung?

Sie ersetzt den Strom, den die Anlage nach einem versicherten Schaden nicht liefert, bis sie wieder läuft. Das betrifft Einspeiseerlöse und den teureren Netzbezug. Achten Sie auf eine kurze Wartefrist.

Sind Balkonkraftwerke versichert?

Das regeln die Versicherer unterschiedlich, häufig über die Haushaltsversicherung. Fragen Sie nach, ob das Gerät als Inventar gilt und gegen welche Gefahren. Schäden an Dritten deckt die Haftpflicht der Haushaltsversicherung.

Muss ich die PV-Anlage melden?

Ja. Sie erhöht den Gebäudewert, und ohne Meldung droht Unterversicherung für das ganze Haus. Viele Versicherer passen die Summe unkompliziert an.

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Das gehört oft dazu

Eigenheim

Muss ich mein Haus in Österreich versichern?

Privathaftpflicht

Brauche ich eine eigene Privathaftpflicht, wenn ich eine Haushaltsversicherung habe?

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