Elektronikversicherung: EDV, Kassen und Ordinationstechnik in Österreich absichern
Die Elektronikversicherung deckt elektronische Geräte eines Betriebs gegen fast alle plötzlichen Schäden: Überspannung, Kurzschluss, Bedienungsfehler, Wasser, Sturz, Einbruchsdiebstahl. Sie ist in Österreich eine eigene Sparte der technischen Versicherung und schließt die Lücke, die die Betriebsinhaltsversicherung bei Technik lässt.
Was deckt eine Elektronikversicherung, das die Betriebsinhaltsversicherung nicht deckt?
Vor allem technische und von innen kommende Schäden. Die Inhaltsversicherung zahlt bei Feuer, Einbruchsdiebstahl, Leitungswasser und Sturm. Die Elektronikversicherung zahlt zusätzlich bei Überspannung aus dem Netz, Kurzschluss, Bedienungsfehlern, Sturz, Flüssigkeit im Gerät und Vandalismus. Für Ordinationen, Büros und Handelsbetriebe mit Kassensystemen sind das die häufigsten Schäden an der Technik.
Technik fällt selten durch Feuer aus
Die meisten Schäden an Computern, Kassen oder Ultraschallgeräten entstehen nicht durch Brand oder Einbruch, sondern durch Überspannung, Feuchtigkeit, einen Sturz oder eine falsche Bedienung. In der Betriebsinhaltsversicherung sind gerade diese Ursachen nicht versichert.
Die Elektronikversicherung ist als Allgefahrendeckung aufgebaut. Versichert ist jeder unvorhergesehene Sachschaden, der nicht ausdrücklich ausgeschlossen ist. Ausgeschlossen sind typischerweise Abnutzung, bekannte Mängel, Vorsatz und Schäden, für die der Lieferant aus Gewährleistung oder Garantie einstehen muss.
Grobe Fahrlässigkeit und Obliegenheiten
Auch in der Elektronikversicherung gilt § 61 VersVG: Wer den Schaden grob fahrlässig herbeiführt, verliert den Anspruch. Für Technik heißt das zum Beispiel, einen Laptop sichtbar im Auto zu lassen oder Geräte bei bekannter Überhitzung weiterzubetreiben. Gute Polizzen schließen grobe Fahrlässigkeit bis zu einer Grenze ein.
Viele Verträge verlangen außerdem Wartung nach Herstellervorgaben, Überspannungsschutz für bestimmte Anlagen und ordnungsgemäße Datensicherung. Wer die Obliegenheiten kennt, vermeidet den Streit nach dem Schaden.
Daten sind kein Gerät
Die Grunddeckung ersetzt die Hardware. Wiederherstellung von Daten, Neuinstallation und Lizenzkosten brauchen eine eigene Position für Datenträger und Software, und auch die greift in der Regel nur nach einem Sachschaden.
Ein Angriff mit Verschlüsselungssoftware beschädigt kein Gerät. Dafür gibt es die Cyberversicherung, die neben der Wiederherstellung auch Forensik, Betriebsunterbrechung und Haftpflichtansprüche abdeckt.
Was versichert ist
Überspannung, Induktion und Kurzschluss
Bedienungsfehler und Ungeschicklichkeit
Wasser, Feuchtigkeit und Flüssigkeiten
Sturz, Bruch und Anprall
Feuer, Blitzschlag, Explosion, Sturm und Leitungswasser
Einbruchsdiebstahl, Beraubung und Vandalismus
Konstruktions- und Materialfehler nach Ende der Gewährleistung
Tragbare Geräte außerhalb des Betriebs, wenn vereinbart
Was nicht versichert ist
Abnutzung und Verschleiß
Schäden, für die Lieferant oder Hersteller einstehen muss
Mängel, die beim Abschluss bekannt waren
Datenverlust durch Schadsoftware ohne Sachschaden
Grob fahrlässig verursachte Schäden, soweit nicht eingeschlossen
Diebstahl aus unbeaufsichtigten Fahrzeugen ohne besondere Vereinbarung
Wer sie braucht
Ärzte und Zahnärzte mit Ordinationstechnik
Kanzleien, Büros und Agenturen mit EDV und Servern
Handel und Gastronomie mit Registrierkassen und Kassensystemen
Betriebe mit Mess- und Steuerungstechnik
Leasingnehmer, deren Vertrag eine Versicherung verlangt
Wer sie nicht braucht
Betriebe mit wenig und günstiger Technik, die sie selbst ersetzen können
Pech-Rad
Drehen Sie am Rad des Pechs
Sechs Schäden, die wirklich passieren: Das Rad wählt Ihren und zeigt, wer zahlt.
Kosten:
Billigtarif Starker Tarif
Alle sechs Fälle ansehen
Registrierkassa fällt vom Pult, rund 500 bis 2.500 €. Billigtarif: zahlt, Starker Tarif: zahlt. Sturz und Bruch sind typische Elektronikschäden. Die Betriebsinhaltsversicherung würde hier nicht zahlen.
Laptop sichtbar im Auto, Scheibe kaputt, rund 1.000 bis 3.000 €. Billigtarif: zahlt nicht, Starker Tarif: zahlt teilweise. Ohne tragbare Geräte keine Deckung unterwegs. Und selbst dann kann sichtbares Liegenlassen als grob fahrlässig gelten.
Blitz im Tal legt Ultraschall lahm, vier- bis fünfstellig. Billigtarif: zahlt, Starker Tarif: zahlt. Überspannung ist ein Kernrisiko der Elektronikversicherung, egal wie weit weg der Blitz einschlug.
Festplatte nach Sturz, Daten zurückholen, Datenrettung oft vierstellig. Billigtarif: zahlt nicht, Starker Tarif: zahlt. Das Gerät zahlt die Grunddeckung. Wiederherstellung und Neuinstallation brauchen die Position für Datenträger und Software.
Trojaner verschlüsselt die Ordination, fünfstellig mit Ausfall. Billigtarif: zahlt nicht, Starker Tarif: zahlt nicht. Kein Sachschaden am Gerät, also kein Fall für die Elektronikversicherung. Das deckt die Cyberversicherung.
Verschlissener Lüfter, Server überhitzt, Lüfter wenige €, Server vierstellig. Billigtarif: zahlt teilweise, Starker Tarif: zahlt teilweise. Der Lüfter selbst ist Abnutzung und nicht gedeckt. Der Folgeschaden am Server ist ein plötzlicher Sachschaden und versichert.
Was sie kostet
Die Prämie richtet sich nach der Versicherungssumme, also dem Neuwert der Geräte, nach der Art der Technik und dem Selbstbehalt. Tragbare Geräte sind deutlich teurer zu versichern als stationäre.
Wovon der Beitrag abhängt
Neuwert der Geräte
Stationär oder tragbar
Art der Technik: EDV, Medizintechnik, Messtechnik
Selbstbehalt
Zusätze für Daten, Software und Mehrkosten
Betriebsumgebung wie Staub, Hitze oder Feuchtigkeit
Für die gewerbliche Elektronikversicherung gibt es in Österreich keine veröffentlichten Prämienvergleiche. Die Prämie steht erst im Angebot fest.
Die Tariflinien am Markt
01
Pauschale Bürodeckung
Eine Summe für die stationäre Büro- und Kassentechnik, neue Geräte bis zur Summe automatisch mitversichert.
02
Erweiterte Deckung
Zusätzlich tragbare Geräte, Datenträger und Software, Mehrkosten und ein Einschluss grober Fahrlässigkeit.
03
Geräteverzeichnis
Jedes wertvolle Gerät einzeln mit Neuwert, dazu Mehrkosten und Betriebsunterbrechung. Für Ordinationen und Labore.
Woran Sie einen guten Tarif erkennen
Kriterium
Mindeststandard
Starker Tarif
Warum das zählt
Neuwert
Zeitwert ab einem bestimmten Gerätealter
Neuwert während der gesamten Nutzung
Ein fünf Jahre altes Gerät hat kaum Zeitwert, der Ersatz kostet voll.
Tragbare Geräte
nur im Betrieb
europaweit oder weltweit
Laptops und Tablets gehen unterwegs verloren oder kaputt.
Grobe Fahrlässigkeit
Leistungsfreiheit nach § 61 VersVG
bis zu einer Summe eingeschlossen
Im Alltag mit Technik ist grobe Fahrlässigkeit schneller behauptet als man denkt.
Daten und Software
nicht versichert
eigene Summe für Wiederherstellung und Lizenzen
Die Einrichtung einer Ordinationssoftware kostet oft mehr als der Rechner.
Mehrkosten
nicht versichert
Leihgeräte, Überstunden und Expresszuschläge
Ohne Kassensystem oder Röntgen steht der Betrieb.
Unterversicherungsverzicht
keiner
Verzicht bei pauschaler Deckung
Neue Geräte werden selten nachgemeldet.
Anbieter im Überblick
Elektronikversicherungen bieten in Österreich die großen Sachversicherer im Bereich der technischen Versicherung an, oft auch als Baustein von Gewerbepaketen. Die Liste ist ein Marktüberblick.
Versicherer
Einordnung
UNIQA
technische Versicherungen für Gewerbe
Wiener Städtische
Vienna Insurance Group, technische Versicherungen
Generali
Generali Versicherung AG, Elektronik für Betriebe
Allianz
Allianz Elementar Versicherungs-AG, technische Versicherungen
Zurich
Zürich Versicherungs-AG, Firmenkunden
Helvetia
Helvetia Versicherungen AG, technische Versicherungen über Makler
Für Büro- und Kassentechnik mit einer Gesamtsumme, ohne Einzelliste.
Elektronikversicherung nach Geräteverzeichnis
Für wertvolle Einzelgeräte wie Röntgen, Laborgeräte oder Steuerungsanlagen.
Tragbare Elektronik
Laptops, Tablets und Messgeräte außerhalb des Betriebs.
Datenträger- und Softwareversicherung
Wiederherstellung von Daten und Programmen nach einem versicherten Schaden.
Mehrkosten- und BU-Deckung
Ersatzgeräte oder Ertragsausfall, bis die Technik wieder läuft.
Mythos oder Wahrheit
Was stimmt, was nicht?
Fünf Sätze, die man über diese Versicherung hört. Tippen Sie zuerst, dann lösen wir auf.
Startet die Registrierkassa nach einem Update nicht mehr, zahlt die Elektronikversicherung.
Das stimmt nicht.
Nein, ein Softwarefehler ist kein Sachschaden. Ansprechpartner ist der Kassenanbieter, der auch für die Einhaltung der Registrierkassenpflicht sorgen muss.
Ein Gerät mit bekanntem Defekt wird ersetzt, sobald es endgültig ausfällt.
Das stimmt nicht.
Nein, Mängel, die beim Abschluss schon bekannt waren, sind ausgeschlossen. Wer ein Gerät mit Macken versichern will, sollte es vorher reparieren lassen.
Auch geleaste oder gemietete Geräte kann ich über meine Polizze versichern.
Das stimmt.
Ja, entscheidend ist, dass Sie das Risiko tragen. Leasingverträge verlangen das oft sogar, meist zum Neuwert.
Beißt ein Marder im Technikraum die Kabel durch, ist das gedeckt.
Das stimmt.
In der Regel ja, weil die Elektronikversicherung jeden unvorhergesehenen Sachschaden deckt, der nicht ausgeschlossen ist. Tierbiss steht in den üblichen Ausschlüssen nicht drin.
Beschädigt der Techniker bei der Reparatur das Gerät, zahlt meine Elektronikversicherung.
Das stimmt nicht.
In erster Linie nicht. Für Fehler bei der Reparatur haftet der Betrieb, der repariert hat, und dessen Haftpflichtversicherung.
Häufige Fehler beim Abschluss
Geglaubt, die Bündelpolizze decke auch Überspannung und Bedienungsfehler
Laptops nur für den Betrieb versichert
Die Summe nach der Anschaffung neuer Ordinationstechnik nicht erhöht
Datenwiederherstellung und Software vergessen
Elektronik- und Cyberversicherung verwechselt
Häufig gefragt
Fragen und Antworten
Ist die Registrierkasse in der Elektronikversicherung versichert?
Ja, wenn sie in der Summe oder im Geräteverzeichnis enthalten ist.
Versichert sind dann auch Schäden durch Überspannung, verschüttete Flüssigkeit oder einen Sturz,
die die Inhaltsversicherung nicht deckt.
Zahlt die Elektronikversicherung bei einem Blitzschlag in der Nachbarschaft?
Ja, Überspannung ist ein Kernrisiko der Elektronikversicherung,
egal ob sie durch einen nahen Blitz oder durch das Netz entsteht.
Ist ein gestohlener Laptop versichert?
Im Betrieb bei Einbruchsdiebstahl ja.
Unterwegs nur, wenn tragbare Geräte eingeschlossen sind,
und aus dem Auto meist nur unter Bedingungen wie verschlossenem Kofferraum und bestimmten
Uhrzeiten.
Lesen Sie diese Klausel genau.
Deckt die Elektronikversicherung einen Hackerangriff?
Nein, weil kein Sachschaden am Gerät entsteht.
Für verschlüsselte oder gestohlene Daten brauchen Sie eine Cyberversicherung.
Was passiert bei einem Garantiefall?
Zuerst muss der Lieferant oder Hersteller leisten.
Die Elektronikversicherung springt in der Regel nur ein,
wenn keine Gewährleistung oder Garantie besteht, bessere Polizzen gehen in Vorleistung,
wenn der Lieferant ablehnt.
Muss ich jedes neue Gerät melden?
Bei pauschaler Deckung nicht, solange die Gesamtsumme reicht.
Bei einem Geräteverzeichnis schon, sonst ist das neue Gerät nicht versichert.
Werden ältere Geräte zum Neuwert ersetzt?
Das hängt von der Polizze ab.
Manche zahlen durchgehend den Neuwert eines vergleichbaren Geräts,
andere wechseln nach einigen Jahren zum Zeitwert.
Das ist einer der wichtigsten Punkte beim Vergleich.
Braucht eine Ordination eine Elektronikversicherung?
In den meisten Fällen ja.
Ultraschall, Röntgen, Dentaleinheiten und Praxissoftware sind teuer und für den Betrieb
unverzichtbar.
Ein Ausfall bedeutet abgesagte Termine,
deshalb gehören Mehrkosten und oft eine Betriebsunterbrechung dazu.
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