Jagdhaftpflicht in Österreich: Die Jagdkarte gilt nur mit Versicherung
In jedem Bundesland setzt die Jagdkarte eine Jagdhaftpflichtversicherung voraus. Meist ist sie über den Landesjagdverband im Mitgliedsbeitrag enthalten, und viele Jäger denken darüber nie nach. Die Verbandsdeckung ist eine Grunddeckung nach Landesrecht. Wer Hunde führt, ein Revier pachtet oder im Ausland jagt, sollte wissen, wo sie endet.
Ja. Die Landesjagdgesetze machen sie zur Voraussetzung für die Ausstellung und Verlängerung der Jagdkarte, ebenso für die Jagdgastkarte. In den meisten Ländern schließt der Landesjagdverband eine Gruppenpolizze für seine Mitglieder ab, die Prämie steckt im jährlichen Beitrag. Wird sie nicht rechtzeitig bezahlt, verliert die Jagdkarte ihre Gültigkeit.
Die Verbandspolizze: praktisch, aber eine Grunddeckung
Österreich regelt die Jagd in neun Landesgesetzen, und jedes verlangt für die Jagdkarte eine Haftpflichtversicherung. In Niederösterreich etwa verpflichtet das Jagdgesetz den Landesjagdverband, für alle Mitglieder eine Jagdhaftpflicht gegen Personen- und Sachschäden abzuschließen. In Oberösterreich und Tirol läuft die Prämie über den Verbandsbeitrag, im Burgenland über eine Gruppenversicherung des Landesjagdverbands.
Das ist bequem: Mit dem Beitrag ist die Pflicht erfüllt. Die Summe und der Umfang richten sich aber nach dem, was die jeweilige Verordnung und der Gruppenvertrag vorsehen. Wie viele Hunde mitversichert sind, ob das Revier als Pächter erfasst ist und wie weit der Schutz ins Ausland reicht, steht in den Bedingungen Ihres Landesverbands und unterscheidet sich von Land zu Land.
Wann eine eigene Zusatzpolizze sinnvoll ist
Eine private Jagdhaftpflicht ergänzt die Verbandsdeckung, sie ersetzt sie nicht. Sie lohnt sich vor allem, wenn ein schwerer Personenschaden die Pauschalsumme übersteigen könnte, wenn Sie mehrere Jagdhunde führen oder ausbilden, und wenn Sie regelmäßig in anderen Bundesländern oder im Ausland jagen.
Österreichische Versicherer bieten dafür eigene Jagdpolizzen und Jagdreisen-Haftpflichten an, teils nur für bestimmte Landesjagdkarten. Prüfen Sie vor dem Abschluss, ob die Zusatzpolizze auf die Verbandsdeckung aufsetzt oder sie doppelt, sonst zahlen Sie zweimal für denselben Schutz.
Pächter, Hunde und Wildschaden
Der Jagdausübungsberechtigte trägt mehr Verantwortung als der Jagdgast: Hochsitze, Ansitzleitern, Gesellschaftsjagden. Ob die Gruppenpolizze ihn in dieser Rolle erfasst, ist eine der ersten Fragen an den Verband oder den Versicherer.
Den Wild- und Jagdschaden an land- und forstwirtschaftlichen Kulturen regeln die Landesjagdgesetze eigenständig. Er ist eine Ersatzpflicht des Jagdausübungsberechtigten und kein Fall für die Haftpflicht. Wer ein Revier pachtet, sollte diese Kosten im Pachtzins mitdenken.
Was versichert ist
Personen- und Sachschäden, die Sie Dritten bei der Jagdausübung zufügen, auch mit der Schusswaffe
Abwehr unberechtigter Ansprüche, auch vor Gericht
Jagdhunde bei der Jagd, je nach Polizze auch außerhalb
Jagdschutz und Hege im Revier
Haftung als Jagdausübungsberechtigter oder Jagdleiter, je nach Polizze
Jagdreisen ins Ausland, über eine Zusatzpolizze
Was nicht versichert ist
Wild- und Jagdschäden an Feldern und Wald, die das Landesjagdgesetz dem Jagdausübungsberechtigten auferlegt
Schäden an eigener Waffe, eigenem Fahrzeug und eigenem Hund
Vorsätzlich verursachte Schäden
Eigene Verletzungen, dafür gibt es die Jagdunfallversicherung
Gewerbliche Abschussvermittlung, wenn nicht vereinbart
Wer sie braucht
Jeder Inhaber einer Jagdkarte oder Jagdgastkarte, über Verband oder eigene Polizze
Jagdpächter und Jagdleiter, die für Reviereinrichtungen und Gesellschaftsjagden haften
Hundeführer mit mehreren oder noch nicht geprüften Jagdhunden
Jäger, die regelmäßig im Ausland jagen
Wer sie nicht braucht
Wer nur gelegentlich im eigenen Bundesland jagt und mit der Verbandsdeckung zufrieden ist, braucht oft keine Zusatzpolizze
Pech-Rad
Drehen Sie am Rad des Pechs
Sechs Schäden, die wirklich passieren: Das Rad wählt Ihren und zeigt, wer zahlt.
Kosten:
Billigtarif Starker Tarif
Alle sechs Fälle ansehen
Querschläger verletzt einen Treiber, sechs- bis siebenstellig mit Dauerfolgen. Billigtarif: zahlt teilweise, Starker Tarif: zahlt. Die Verbandsdeckung zahlt bis zu ihrer Pauschalsumme. Bei lebenslanger Pflege kann eine Zusatzpolizze den Rest tragen.
Bracke läuft vor ein Auto, fünfstellig, mit Verletzten mehr. Billigtarif: zahlt teilweise, Starker Tarif: zahlt. Bei der Jagd ist der Hund meist erfasst. Ob auch auf dem Heimweg oder beim Training, hängt von den Bedingungen ab.
Ansitzleiter bricht unter Jagdgast, fünf- bis sechsstellig. Billigtarif: zahlt teilweise, Starker Tarif: zahlt. Für Reviereinrichtungen haftet der Jagdausübungsberechtigte. Diese Rolle muss die Polizze ausdrücklich einschließen.
Schuss beschädigt Hütte in Ungarn, rund 2.000 bis 10.000 €. Billigtarif: zahlt nicht, Starker Tarif: zahlt. Die Verbandsdeckung gilt oft nur im Inland. Eine Jagdreisen-Haftpflicht oder eine Polizze mit Europa schließt die Lücke.
Hund reißt Nachbars Schaf, rund 300 bis 1.500 €. Billigtarif: zahlt teilweise, Starker Tarif: zahlt. Außerhalb der Jagd ist der Jagdhund nicht überall mitversichert. Gute Polizzen decken ihn auch im Alltag.
Rotwild schält im Fichtenbestand, vier- bis fünfstellig. Billigtarif: zahlt nicht, Starker Tarif: zahlt nicht. Wildschaden ist eine Ersatzpflicht nach Landesjagdgesetz und keine Haftpflicht. Keine Jagdpolizze übernimmt ihn.
Was sie kostet
Die Pflichtdeckung zahlen die meisten Jäger nicht gesondert, sie ist Teil des Verbandsbeitrags. Eine eigene Zusatzpolizze ist eine überschaubare Ausgabe, deren Prämie vom Umfang abhängt.
Wovon der Beitrag abhängt
Versicherungssumme über der Verbandsdeckung
Anzahl der Jagdhunde
Rolle im Revier: Jäger, Pächter, Jagdschutzorgan
Geltungsbereich: Österreich, Europa oder weltweit
Selbstbehalt
Wir nennen keine Richtwerte, weil die Verbandsbeiträge je Bundesland verschieden sind und Zusatzpolizzen stark nach Umfang variieren. Ihre Prämie steht erst im Angebot fest.
Die Tariflinien am Markt
01
Verbandsdeckung
Gruppenpolizze des Landesjagdverbands mit der Mindestsumme nach Landesrecht. Erfüllt die Pflicht für die Jagdkarte.
02
Zusatzpolizze
Eigene Jagdhaftpflicht mit höherer Summe, mehr Hunden und Europa. Für aktive Jäger und Hundeführer.
03
Pächter und Reisejäger
Zusätzlich Revierrisiko, Gesellschaftsjagden und weltweite Jagdreisen. Für Jagdausübungsberechtigte und Auslandsjäger.
Woran Sie einen guten Tarif erkennen
Kriterium
Mindeststandard
Starker Tarif
Warum das zählt
Versicherungssumme
Mindestsumme laut Landesverordnung
deutlich darüber, pauschal je Schadenfall
Ein schwerer Personenschaden mit Pflege und Rente erreicht Millionenbeträge.
Jagdhunde
Hunde nur bei der Jagd
mehrere Hunde, auch in Ausbildung und im Alltag
Hunde verursachen viele Schäden abseits der Jagd.
Revierrisiko
nicht eingeschlossen
Jagdausübungsberechtigter, Jagdleiter und Reviereinrichtungen
Der Pächter haftet für Hochsitze und Gesellschaftsjagden.
Geltungsbereich
Österreich
Europa oder weltweit
Die Verbandsdeckung endet oft an der Landesgrenze.
Verhältnis zur Verbandsdeckung
unklar, doppelt
setzt ausdrücklich auf die Verbandsdeckung auf
Sonst zahlen Sie zweimal für dieselbe Grunddeckung.
Selbstbehalt
vereinbart
keiner
Viele Hundeschäden sind klein und fallen sonst ganz auf Sie zurück.
Anbieter im Überblick
Die Pflichtdeckung organisieren die Landesjagdverbände über Gruppenverträge. Eigene Jagdpolizzen und Zusatzdeckungen bieten mehrere Versicherer in Österreich an.
Versicherer
Einordnung
GRAWE
Grazer Wechselseitige, Jagdhaftpflicht und Jagdreisen-Haftpflicht
Generali Versicherung
Jagdhaftpflicht der Generali Versicherung AG in Wien
Wiener Städtische
Jagd- und Hegeversicherung, Teil der Vienna Insurance Group
R+V Allgemeine Versicherung
deutscher Versicherer mit eigenen österreichischen Jägerbedingungen
Gruppenpolizze des Landesjagdverbands, mit dem Mitgliedsbeitrag bezahlt.
Jagdhaftpflicht-Zusatzpolizze
Eigene Polizze mit höherer Summe und weiterem Umfang.
Jagdreisen-Haftpflicht
Für einzelne Jagdreisen, meist für einige Wochen abgeschlossen.
Jagdunfallversicherung
Für eigene Verletzungen bei der Jagd, die keine Haftpflicht deckt.
Mythos oder Wahrheit
Was stimmt, was nicht?
Fünf Sätze, die man über diese Versicherung hört. Tippen Sie zuerst, dann lösen wir auf.
Mit dem Mitgliedsbeitrag zum Landesjagdverband bin ich haftpflichtversichert.
Das stimmt.
Stimmt in den meisten Bundesländern: Der Verband hält eine Gruppenpolizze, die Prämie steckt im Beitrag. Damit ist die Pflicht für die Jagdkarte erfüllt.
Die Verbandsdeckung gilt überall, wo ich jage.
Das stimmt nicht.
Nicht unbedingt: Der Geltungsbereich steht im Gruppenvertrag. Für Jagdreisen ins Ausland bieten Versicherer eigene Reisehaftpflichten an.
Wer den Beitrag zu spät zahlt, darf vorübergehend nicht jagen.
Das stimmt.
Stimmt: Ohne bezahlte Prämie fehlt der Versicherungsnachweis, und die Jagdkarte verliert ihre Gültigkeit, bis die Zahlung eingegangen ist.
Eine zusätzliche private Jagdpolizze ist immer doppelt bezahlter Schutz.
Das stimmt nicht.
Falsch, wenn sie richtig gebaut ist: Eine Zusatzpolizze setzt auf die Verbandsdeckung auf und deckt höhere Summen, mehr Hunde oder das Ausland.
Wildschaden am Feld ist ein Fall für die Jagdhaftpflicht.
Das stimmt nicht.
Nein: Wild- und Jagdschäden regelt das Landesjagdgesetz als eigene Ersatzpflicht. Die Haftpflichtpolizze ist dafür nicht da.
Häufige Fehler beim Abschluss
Den Verbandsbeitrag zu spät zahlen und damit die Jagdkarte ungültig machen
Annehmen, die Verbandsdeckung gelte auch auf der Jagdreise
Eine Zusatzpolizze abschließen, die die Verbandsdeckung bloß doppelt
Als Pächter nicht klären, ob das Revierrisiko versichert ist
Wildschaden in der Haftpflicht vermuten
Häufig gefragt
Fragen und Antworten
Muss ich selbst eine Jagdhaftpflicht abschließen?
In den meisten Bundesländern nicht,
weil der Landesjagdverband eine Gruppenpolizze hält und die Prämie im Mitgliedsbeitrag steckt.
Eine eigene Polizze ist dann freiwillig und erweitert den Schutz.
Was passiert, wenn ich den Beitrag nicht rechtzeitig bezahle?
Dann fehlt der Versicherungsnachweis, und die Jagdkarte gilt nicht.
In Tirol etwa muss die Prämie bis spätestens 30.
Juni beim Jägerverband eingegangen sein.
Wie hoch ist die Mindestsumme?
Das legt jedes Bundesland per Verordnung fest.
Die genaue Summe nennt Ihr Landesjagdverband oder die Bezirkshauptmannschaft.
Brauche ich als Jagdgast aus Deutschland eine österreichische Polizze?
Für die Jagdgastkarte müssen Sie eine ausreichende Haftpflicht nachweisen.
Ob Ihre deutsche Jagdhaftpflicht genügt, hängt von der Summe und den Vorgaben des Bundeslands ab.
Fragen Sie vor der Reise bei der Behörde nach.
Sind meine Jagdhunde versichert?
Bei der Jagd meist ja.
Ob die Verbandsdeckung den Hund auch beim Spaziergang oder in der Ausbildung erfasst,
steht in deren Bedingungen.
Sonst braucht der Hund eine eigene Hundehaftpflicht.
Zahlt die Jagdhaftpflicht den Wildschaden?
Nein.
Wild- und Jagdschäden regelt das Landesjagdgesetz als Ersatzpflicht des Jagdausübungsberechtigten.
Das ist keine Haftpflicht im Sinne der Polizze.
Warum über einen Makler?
Weil die Frage nicht lautet, ob Sie versichert sind, sondern wo die Verbandsdeckung endet.
Wir lesen die Bedingungen Ihres Landesverbands und suchen nur die Zusatzdeckung,
die wirklich fehlt.
NAMMERT Versicherungsmakler
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Wir holen Angebote ein und melden uns mit einem Vergleich, kostenlos: Es zahlt der Versicherer.
Danke, Ihre Anfrage ist bei uns.
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