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Welche Krankenversicherung brauchen Beamte in Österreich?

Kurz gesagt

Beamte in Österreich sind meist in der BVAEB pflichtversichert, eine Wahl zwischen gesetzlich und privat gibt es nicht. Was Beamte zusätzlich brauchen, ist höchstens eine private Zusatzversicherung: Sonderklasse kostet mit 35 Jahren etwa 99 bis 155 Euro im Monat, über Gruppenverträge oft rund 10 Prozent weniger. Seit 1. Juni 2026 zahlen Sie beim Arzt 20 statt 10 Prozent Behandlungsbeitrag.

Welche Krankenversicherung brauchen Beamte in Österreich?

Was es kostet

Öffentlich genannte Werte für Österreich, Stand 2026. Die Sonderklasse-Prämien gelten für eine gesunde Person in Wien.

BeispielRichtwert
Behandlungsbeitrag BVAEB seit 1. Juni 202620 Prozent des Kassentarifs, bisher 10 Prozent
Sonderklasse mit Selbstbehalt, 25 bis 35 Jahreetwa 80 bis 99 Euro im Monat
Sonderklasse ohne Selbstbehalt, 25 bis 35 Jahreetwa 123 bis 155 Euro im Monat
Sonderklasse nur nach Unfallab etwa 8 Euro im Monat
Wahlarztversicherung, 30 Jahreab etwa 35 Euro im Monat
Nachlass in Gruppenverträgenrund 10 Prozent auf die Sonderklasse

Richtwerte, Stand Oktober 2026, aus öffentlich genannten Beispielrechnungen.

Ihre Prämie hängt von Alter, Gesundheit, Bundesland und Selbstbehalt ab; ob Ihre Dienststelle einen Gruppenvertrag hat, klären wir mit Ihnen.

Rechenbeispiel

Lehrer, 35, pragmatisiert, Wien, gesund

So rechnet sich die Zusatzversicherung, wenn er Spital und Wahlarzt abdecken möchte.

BVAEB, Pflichtbeitragwird vom Bezug einbehalten
Sonderklasse mit Selbstbehalt im Gruppenvertrag, 10 Prozent Nachlassetwa 89 Euro
Wahlarztversicherungetwa 35 bis 50 Euro
Behandlungsbeitrag bei 60 Euro Kassentarif je Arztbesuch12 Euro statt bisher 6 Euro

Zusätzlich zum Pflichtbeitrag zahlt er rund 125 bis 140 Euro im Monat, also etwa 1.500 bis 1.700 Euro im Jahr. Ohne Zusatzversicherung bleibt nur der Behandlungsbeitrag.

Der Pflichtschutz in der BVAEB

Pragmatisierte Beamte des Bundes und viele Landes- und Gemeindebeamte sind in der Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter, Eisenbahnen und Bergbau (BVAEB) krankenversichert. Einige Länder und Städte haben eigene Krankenfürsorgeanstalten mit ähnlichen Regeln. Der Beitrag wird automatisch vom Bezug einbehalten, der Dienstgeber trägt einen Teil davon.

Anders als in Deutschland gibt es keine Beihilfe und keinen Wechsel in eine private Vollversicherung. Die private Krankenversicherung ist in Österreich immer eine Ergänzung, die zusätzlich zum Pflichtbeitrag bezahlt wird.

Ehepartner ohne eigene Versicherung und Kinder können als Angehörige mitversichert sein. Die genauen Bedingungen regelt die BVAEB.

Was der höhere Behandlungsbeitrag bedeutet

Für Arztbesuche, Labor, Röntgen, Physiotherapie und Zahnbehandlung verrechnet die BVAEB einen Behandlungsbeitrag. Seit 1. Juni 2026 sind das 20 Prozent des Kassentarifs, vorher waren es 10 Prozent. Die Rechnung kommt meist erst Wochen später.

Bei geringem Einkommen können Sie eine Befreiung oder Nachsicht beantragen. Eine private Zusatzversicherung ersetzt den Behandlungsbeitrag in der Regel nicht, sie zahlt vor allem bei Wahlärzten und im Spital.

BausteinWas er zahltRichtwert im Monat
BVAEB, PflichtKassenärzte, Spital allgemeine Klasse, MedikamenteBeitrag vom Bezug
Sonderklasse nur nach UnfallZweibettzimmer und Arztwahl nach einem Unfallab etwa 8 Euro
WahlarztversicherungRechnungen von Ärzten ohne Kassenvertragab etwa 35 Euro
Sonderklasse mit Selbstbehalt, 35 JahreZweibettzimmer, Arzt der Wahl im Spitaletwa 99 Euro
Sonderklasse ohne Selbstbehalt, 35 Jahrewie oben, ohne Eigenanteiletwa 155 Euro

Gruppenverträge über Dienstgeber oder Personalvertretung

Viele Dienststellen, Personalvertretungen und Betriebsräte haben Gruppenverträge mit Krankenversicherern. Dort gibt es häufig rund 10 Prozent Nachlass auf die Sonderklasse und Familienrabatte ab zwei Personen.

Prüfen Sie aber den Umfang. Ein günstiger Gruppentarif mit hohem Selbstbehalt oder wenigen Spitälern kann am Ende weniger wert sein als ein Einzeltarif. Wichtig ist auch, was passiert, wenn Sie den Dienstgeber wechseln oder in Pension gehen.

Wann Beamte keine Zusatzversicherung brauchen

Im Krankenstand läuft Ihr Bezug weiter. Ein privates Krankentaggeld, wie es Selbstständige brauchen, ist für Beamte daher meist überflüssig.

Wer mit Kassenärzten und der allgemeinen Klasse zufrieden ist, braucht keine Zusatzversicherung. Die medizinische Behandlung im Spital ist in beiden Klassen gleich, der Unterschied liegt im Zimmer, in der Arztwahl und oft in der Wartezeit auf planbare Eingriffe.

Schritt für Schritt

  1. Klären, welche Krankenversicherung Ihre Dienststelle oder Personalvertretung über einen Gruppenvertrag anbietet.
  2. Entscheiden, was Ihnen wichtig ist: Zimmer und Arztwahl im Spital, Wahlarzt im Alltag oder beides.
  3. Gesundheitsfragen vollständig und ehrlich beantworten.
  4. Selbstbehalt und Jahresgrenzen beim Wahlarzt vergleichen.
  5. Prüfen, ob der Gruppentarif bei Pension oder Dienstgeberwechsel weiterläuft.
  6. Möglichst jung abschließen, weil die Einstiegsprämie mit dem Alter steigt.

Checkliste

  • Pflichtschutz in der BVAEB bleibt aufrecht
  • Gruppenvertrag mit Einzeltarif im gleichen Umfang verglichen
  • Selbstbehalt je Spitalsaufenthalt bekannt
  • Fortführung in der Pension geregelt
  • Mitversicherung von Partner und Kindern geklärt
  • Prämie auch in 20 Jahren noch leistbar

Häufige Fehler

  • Ein Krankentaggeld abschließen, obwohl der Bezug im Krankenstand weiterläuft
  • Den billigsten Gruppentarif nehmen, ohne Selbstbehalt und Spitalsliste zu prüfen
  • Erwarten, dass die Zusatzversicherung den Behandlungsbeitrag der BVAEB übernimmt
  • Erst spät abschließen und dann wegen Vorerkrankungen Zuschläge oder Ausschlüsse bekommen

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Welche Zusatzversicherung ist für Beamte am sinnvollsten?

Meist eine Sonderklasse mit Selbstbehalt, wenn möglich im Gruppenvertrag. Eine Wahlarztversicherung lohnt sich, wenn Sie oft zu Ärzten ohne Kassenvertrag gehen.

Können sich Beamte in Österreich privat statt gesetzlich versichern?

Nein. Pragmatisierte Beamte sind in der BVAEB oder einer Krankenfürsorgeanstalt pflichtversichert. Private Tarife kommen nur als Ergänzung dazu.

Gibt es in Österreich eine Beihilfe wie in Deutschland?

Nein. Die Kosten trägt die BVAEB, Sie zahlen dafür den Beitrag vom Bezug und den Behandlungsbeitrag beim Arzt.

Wie hoch ist der Behandlungsbeitrag?

Seit 1. Juni 2026 sind es 20 Prozent des Kassentarifs, vorher 10 Prozent. Bei geringem Einkommen ist eine Befreiung oder Nachsicht möglich.

Lohnt sich ein Gruppenvertrag?

Oft ja, weil er häufig rund 10 Prozent günstiger ist. Vergleichen Sie aber Selbstbehalt, Spitäler und was bei Pension oder Wechsel des Dienstgebers passiert.

Brauche ich als Beamter ein Krankentaggeld?

Meist nicht, weil Ihr Bezug im Krankenstand weiterläuft. Ein Spitalgeld kann als kleiner Baustein trotzdem sinnvoll sein.

Was zahlt die BVAEB beim Wahlarzt?

Sie erstattet einen Teil, gerechnet nach dem Kassentarif, nicht nach der Rechnung. Den Rest zahlen Sie selbst oder eine Wahlarztversicherung.

Quellen

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