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Was kostet die private Krankenversicherung in Österreich im Alter?

Kurz gesagt

In Österreich ist die private Krankenversicherung ein Zusatz zur Pflichtversicherung, die Frage lautet also: Was kostet Sonderklasse oder Wahlarzt in der Pension? Ein Tarif, der mit 35 rund 100 Euro kostet, liegt nach 30 Jahren mit jährlich 5 Prozent Anpassung bei gut 400 Euro im Monat. Einen Zuschuss aus der Pension gibt es nicht, und ein Neuabschluss ist nach 60 bis 65 kaum noch möglich.

Was kostet die private Krankenversicherung in Österreich im Alter?

Was es kostet

Öffentlich genannte Prämien und Anpassungen in Österreich, Stand 2026, dazu eine Rechnung über 30 Jahre.

BeispielRichtwert
Volle Sonderklasse, 35 Jahre, Wien, mit Selbstbehaltetwa 99 Euro im Monat, ohne Selbstbehalt etwa 155 Euro
Volle Sonderklasse, 50 Jahre, ohne Selbstbehaltetwa 110 bis 140 Euro im Monat
Neuabschluss ab etwa 50 mit breitem Umfangoft über 200 Euro im Monat
Prämienanpassung 2025, Versicherte über 45etwa 7,6 Prozent

Richtwerte, Stand September 2026, aus öffentlich genannten Beispielrechnungen. Die Entwicklung über 30 Jahre ist eine Rechnung mit angenommenen Anpassungen, keine Vorhersage. Ihre Prämie hängt von Tarif, Bundesland und Selbstbehalt ab.

Rechenbeispiel

Abschluss mit 35, Pension mit 65

Sonderklasse mit Selbstbehalt, Start mit 100 Euro im Monat, angenommene Anpassung 5 Prozent im Jahr.

Prämie mit 35100 Euro
Prämie mit 65, gerechnetrund 430 Euro
Pension brutto, angenommen2.000 Euro
Krankenversicherungsbeitrag davon, 6 Prozent120 Euro
Zuschuss zur privaten Prämie0 Euro

Rund 550 Euro im Monat für gesetzliche und private Krankenversicherung zusammen. Ein höherer Selbstbehalt oder ein kleinerer Tarif kann die private Prämie deutlich senken.

Anders als in Deutschland

In Österreich bleiben Sie auch in der Pension gesetzlich krankenversichert, von jeder Pension gehen 6 Prozent an die Krankenversicherung. Die private Versicherung kommt obendrauf und zahlt Sonderklasse, Wahlarzt oder Zahn.

Es gibt deshalb keinen Zuschuss der Pensionsversicherung zur privaten Prämie, und der Arbeitgeberanteil fällt ohnehin nie an. Die volle Prämie zahlen Sie aus der Pension.

Warum die Prämie im Alter nicht einfach mitwächst

Die Prämie richtet sich nach dem Eintrittsalter. In jungen Jahren zahlen Sie mehr, als Ihr Risiko kostet, und der Versicherer legt das als Alterungsrückstellung zurück. Wegen Ihres Alters oder einer Krankheit darf er die Prämie nach § 178f VersVG nicht erhöhen.

Erhöht wird trotzdem, wenn die Kosten im Gesundheitswesen, ein vereinbarter Index oder die Lebenserwartung steigen. Diese Anpassungen treffen alle Versicherten eines Tarifs und summieren sich über Jahrzehnte.

Jahre nach AbschlussBei 4 Prozent im JahrBei 6 Prozent im Jahr
heute100 Euro100 Euro
nach 10 Jahrenrund 148 Eurorund 179 Euro
nach 20 Jahrenrund 219 Eurorund 321 Euro
nach 30 Jahrenrund 324 Eurorund 574 Euro

Wann es im Alter eng wird

Die Pension ist meist deutlich niedriger als das letzte Gehalt, die Prämie aber höher als je zuvor. Wer mit 65 für Sonderklasse und Wahlarzt 400 Euro oder mehr zahlt, spürt das bei einer durchschnittlichen Pension deutlich.

Kündigen ist dann die schlechteste Lösung. Die Alterungsrückstellung bleibt beim Versicherer, und ein neuer Vertrag mit 65 ist kaum zu bekommen.

Was Sie früh tun können

Schließen Sie jung ab und wählen Sie einen Umfang, den Sie auch in der Pension tragen können. Ein Selbstbehalt senkt die Prämie spürbar, bei 1.000 bis 2.000 Euro um rund 30 bis 40 Prozent.

Einzelne Tarife bieten inzwischen Bausteine an, die die Prämie ab 65 senken, weil Sie davor etwas mehr zahlen. Fragen Sie beim Abschluss danach.

Was Sie tun können, wenn die Prämie drückt

Wechseln Sie beim eigenen Versicherer in einen kleineren Tarif oder erhöhen Sie den Selbstbehalt. Die angesparte Alterungsrückstellung wird dabei angerechnet, und bis zum bisherigen Umfang ist meist keine neue Gesundheitsprüfung nötig.

Bei vorübergehender Geldnot kann eine Anwartschaft helfen: Sie zahlen nur einen Teil der Prämie, der Schutz ruht, und Sie steigen später ohne neue Prüfung wieder ein.

Schritt für Schritt

  1. Prämie heute und die Anpassungen der letzten Jahre aus den Schreiben zusammentragen.
  2. Mit 4 bis 6 Prozent im Jahr bis zur Pension hochrechnen.
  3. Mit der erwarteten Pension vergleichen.
  4. Beim eigenen Versicherer nach kleineren Tarifen und höherem Selbstbehalt fragen.
  5. Nicht kündigen, bevor alle Möglichkeiten beim eigenen Versicherer geprüft sind.

Checkliste

  • Prämie in der Pension durchgerechnet
  • Selbstbehalt passt zum Budget im Alter
  • Tarifwechsel beim eigenen Versicherer geprüft
  • Anwartschaft als Notlösung bekannt
  • Höchstes Eintrittsalter für Neuabschlüsse beachtet

Häufige Fehler

  • Mit 60 kündigen und später vergeblich einen neuen Vertrag suchen
  • Nur die Einstiegsprämie ansehen und die jährlichen Anpassungen übersehen
  • Einen Zuschuss aus der Pension erwarten wie in Deutschland

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Wird die private Krankenversicherung im Alter unbezahlbar?

Nicht zwingend, aber sie wird teurer. Wer jung abschließt und einen Selbstbehalt wählt, hält die Prämie in einem tragbaren Rahmen.

Darf der Versicherer die Prämie erhöhen, weil ich älter werde?

Nein. Erlaubt sind nur Anpassungen für alle Versicherten eines Tarifs, etwa wegen gestiegener Kosten.

Gibt es in der Pension einen Zuschuss?

Nein. Sie zahlen 6 Prozent Ihrer Pension an die gesetzliche Krankenversicherung und die private Prämie voll selbst.

Kann ich mit 65 noch eine Sonderklasse abschließen?

Nur selten. Die meisten Versicherer nehmen bis 60 oder 65 auf, mit Gesundheitsprüfung und hoher Prämie.

Was ist eine Anwartschaft?

Der Vertrag ruht gegen eine kleinere Prämie. Sie behalten Ihre Rechte und können später ohne neue Gesundheitsprüfung wieder einsteigen.

Kann ich die Prämie in der Pension absetzen?

Für Verträge ab 2016 nicht mehr. Ältere Verträge können im Einzelfall anders behandelt werden.

Quellen

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