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Was kostet eine private Krankenversicherung in Österreich?

Kurz gesagt

Für eine gesunde Person um 30 kostet eine Sonderklasse-Versicherung in Österreich meist ab etwa 80 Euro im Monat, eine Wahlarztversicherung ab etwa 35 Euro. Beides zusammen liegt bei rund 115 bis 215 Euro. Die private Versicherung ergänzt die gesetzliche Pflichtversicherung, sie ersetzt sie nicht, und der Arbeitgeber zahlt nichts dazu.

Was kostet eine private Krankenversicherung in Österreich?

Was es kostet

Öffentlich genannte Prämien für eine gesunde Person um 30 in Österreich, Stand 2026.

BeispielRichtwert
Sonderklasse nur nach Unfallab etwa 8 Euro im Monat
Wahlarztversicherungab etwa 35 Euro im Monat
Sonderklasse vollab etwa 80 Euro im Monat
Sonderklasse und Wahlarzt kombiniertetwa 115 bis 215 Euro im Monat

Richtwerte, Stand September 2026, aus öffentlich genannten Beispielrechnungen. Die jährliche Prämienanpassung ist ein Richtwert aus der Angebotspraxis. Ihre Prämie hängt von Bundesland, Gesundheit und Selbstbehalt ab.

Rechenbeispiel

Angestellte, 31 Jahre, Wien, gesund

So setzt sich eine sinnvolle Absicherung zusammen, wenn Sie Wahlarzt und Sonderklasse wollen.

Wahlarzt mit Jahresgrenze 2.000 Euroetwa 35 bis 50 Euro
Sonderklasse mit Selbstbehaltetwa 80 bis 120 Euro
Arbeitgeberanteil0 Euro

Zusammen etwa 115 bis 170 Euro im Monat, also rund 1.400 bis 2.000 Euro im Jahr aus eigener Tasche.

Anders als in Deutschland: eine Zusatzversicherung

In Österreich sind fast alle Erwerbstätigen über ASVG, GSVG oder BVAEB pflichtversichert. Eine private Vollversicherung statt der gesetzlichen gibt es für sie nicht. Die private Krankenversicherung kommt obendrauf und zahlt, was die Kasse nicht zahlt.

Die zwei Hauptbausteine sind die Sonderklasse im Spital, also Zweibettzimmer und freie Arztwahl, und die Wahlarztversicherung, die Rechnungen von Ärzten ohne Kassenvertrag über den Kassenersatz hinaus erstattet.

BausteinRichtwert 30 JahreWas er zahlt
Sonderklasse nur bei Unfallab etwa 8 EuroSonderklasse nur nach einem Unfall
Wahlarztab etwa 35 EuroArztrechnungen ohne Kassenvertrag bis zur Jahresgrenze
Sonderklasse vollab etwa 80 EuroZweibettzimmer, Arzt der Wahl im Spital
Sonderklasse und Wahlarztetwa 115 bis 215 Eurobeides, je nach Selbstbehalt

Wovon die Prämie abhängt

Entscheidend sind Eintrittsalter, Gesundheit bei Abschluss, Bundesland und Selbstbehalt. Spitäler in Wien sind teurer als im Burgenland, deshalb schwanken die Prämien für die Sonderklasse je nach Wohnort deutlich.

Wer jung abschließt, zahlt dauerhaft weniger, weil der Versicherer für das Alter vorsorgt. Nach dem 45. Geburtstag steigen die Einstiegsprämien stark.

Wie sich die Prämie über die Jahre entwickelt

Wegen einer Krankheit darf der Versicherer Ihre Prämie nicht erhöhen. Er passt sie aber für alle Versicherten eines Tarifs an, wenn die Kosten im Gesundheitswesen steigen. Rechnen Sie mit jährlichen Anpassungen von einigen Prozent (Richtwert aus der Angebotspraxis).

Für Verträge ab 2016 sind die Prämien nicht mehr als Sonderausgaben absetzbar. Die Kosten tragen Sie also voll aus dem Nettoeinkommen.

Wann die private Versicherung nicht passt

Wer mit dem Mehrbettzimmer und Kassenärzten gut leben kann, braucht sie nicht. Die medizinische Behandlung im Spital ist in der allgemeinen Klasse dieselbe, der Unterschied liegt vor allem in Komfort, Wartezeit auf Termine und Arztwahl.

Wenn die Prämie Sie über Jahrzehnte belasten würde, ist ein schlanker Baustein besser als ein großer Tarif, den Sie später kündigen. Ein Wiedereinstieg im Alter ist teuer und mit Vorerkrankungen oft nicht mehr möglich.

Schritt für Schritt

  1. Klären, was Ihnen wichtig ist: Arztwahl im Alltag, Zimmer im Spital oder beides.
  2. Gesundheitsfragen vollständig und ehrlich beantworten.
  3. Selbstbehalt und Jahresgrenzen für Wahlarzt vergleichen.
  4. Prämie über 20 Jahre mit Anpassungen durchrechnen.
  5. Jung abschließen, wenn Sie den Schutz langfristig wollen.

Checkliste

  • Gesetzliche Versicherung bleibt aufrecht
  • Wahlarzt-Jahresgrenze passt zu Ihren Arztbesuchen
  • Selbstbehalt je Spitalsaufenthalt bekannt
  • Geltungsbereich für Spitäler im Ausland geprüft
  • Prämie auch in 20 Jahren noch leistbar

Häufige Fehler

  • Einen großen Tarif abschließen und ihn später aus Kostengründen kündigen
  • Gesundheitsfragen ungenau beantworten und im Leistungsfall den Schutz verlieren
  • Erwarten, dass der Arbeitgeber einen Teil der Prämie trägt

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Kann ich in Österreich aus der gesetzlichen Krankenversicherung austreten?

Als Erwerbstätiger in der Regel nicht. Die private Versicherung ist eine Ergänzung.

Was ist der Unterschied zwischen Sonderklasse und Wahlarzt?

Die Sonderklasse gilt im Spital, die Wahlarztversicherung für Arztbesuche außerhalb des Spitals bei Ärzten ohne Kassenvertrag.

Steigt die Prämie, wenn ich krank werde?

Nein. Angepasst wird nur für alle Versicherten eines Tarifs gemeinsam, wenn die Kosten im Gesundheitswesen steigen.

Gibt es eine günstige Einstiegslösung?

Ja, etwa eine Sonderklasse nur nach Unfall ab rund 8 Euro im Monat oder eine reine Wahlarztversicherung ab etwa 35 Euro.

Sind Kinder günstiger?

Ja, Kinder kosten deutlich weniger als Erwachsene. Die genaue Prämie hängt vom Tarif ab.

Quellen

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