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Was zahlt die Versicherung bei Ertragsausfall der PV-Anlage in Österreich?

Kurz gesagt

Sie ersetzt den entgangenen Ertrag, solange die Anlage nach einem versicherten Sachschaden stillsteht. Österreichische Tarife zahlen meist 2 bis 2,50 Euro je kWp und Tag, oft unabhängig von der Jahreszeit, für 6 bis 12 Monate. Ohne Sachschaden, etwa bei einem niedrigen OeMAG-Tarif, Abschaltung durch den Netzbetreiber oder einem trüben Sommer, zahlt sie nichts.

Was zahlt die Versicherung bei Ertragsausfall der PV-Anlage in Österreich?

Was es kostet

Richtwerte aus veröffentlichten Tarifangaben für Österreich und den Einspeisetarifen der OeMAG, Stand September 2026.

BeispielRichtwert
Tagessatz Ertragsausfall je kWpetwa 2 bis 2,50 Euro, oft ganzjährig
Haftzeit6 bis 12 Monate, einzelne Tarife bis 360 Tage
Selbstbehalt je Schaden in einzelnen Tarifen150 oder 250 Euro
Mindestprämie einer Photovoltaikpolizzeab rund 75 Euro im Jahr
OeMAG-Einspeisetarif Jänner bis August 2026etwa 5,7 bis 9 Cent je Kilowattstunde, Schnitt 7,3 Cent

Richtwerte, Stand September 2026, aus öffentlich genannten Tarifangaben und den veröffentlichten OeMAG-Tarifen. Der Ertrag von 5 Kilowattstunden je kWp an einem Sommertag, der Eigenverbrauch von einem Drittel und der Bezugspreis von rund 29 Cent sind Richtwert aus der Angebotspraxis. Tagessatz und Haftzeit stehen in Ihrer Polizze; das genaue Angebot holen wir ein.

Rechenbeispiel

Einfamilienhaus in der Steiermark, 10 kWp, Wechselrichter im Juni durch Überspannung zerstört

Der Ersatz dauert 35 Tage, der Tarif hat keine Wartezeit. So unterscheiden sich pauschaler Tagessatz und echter Verlust.

Stillstand35 Tage
Pauschaler Tagessatz (10 kWp × 2 bis 2,50 Euro)20 bis 25 Euro je Tag
Zahlung bei Pauschale700 bis 875 Euro
Echter Verlust bei rund 0,70 Euro je kWp und Tagetwa 250 Euro
Neuer Wechselrichter und Montagezahlt die Sachversicherung, nicht der Ertragsausfall

Je nach Vertrag erhalten Sie etwa 250 bis 875 Euro für den Stillstand. Ohne den Baustein tragen Sie rund 250 Euro selbst.

Was genau ersetzt wird

Der Ertragsausfall, auch Betriebsunterbrechung genannt, ist ein Baustein der Photovoltaikversicherung. Er zahlt, wenn die Anlage wegen eines versicherten Schadens keinen Strom liefert, etwa weil Hagel Module zerschlagen, ein Blitz den Wechselrichter zerstört oder ein Marder Kabel durchgebissen hat.

In Österreich rechnen viele Polizzen mit einem festen Tagessatz je Kilowatt Peak, kurz kWp. Einige zahlen ihn pauschal, egal ob Juni oder Dezember, andere nur bis zu dieser Grenze gegen Nachweis. Das steht in Ihren Bedingungen.

BegriffBedeutungÜblicher Wert in Österreich
TagessatzBetrag je kWp und Stillstandstag2 bis 2,50 Euro
Haftzeitlängste Dauer der Zahlung6 bis 12 Monate
Wartezeit oder Selbstbehaltwas Sie selbst tragenoft keine Wartezeit bei kleinen Anlagen, sonst 1 bis 2 Tage oder 150 bis 250 Euro
Auslöserversicherter SachschadenHagel, Sturm, Blitz, Brand, Diebstahl, Tierbiss

Wann die Versicherung nichts zahlt

Der Baustein gleicht keinen schlechten Ertrag aus, sondern einen Stillstand nach einem Schaden. Das betrifft mehr Fälle, als viele erwarten.

SituationZahlt der Ertragsausfall?Warum
Trüber Sommerneinkein Schaden
OeMAG senkt den EinspeisetarifneinMarktpreis, kein Schaden
Netzbetreiber begrenzt die Einspeisungneinkein Schaden an der Anlage
Module verlieren über Jahre LeistungneinVerschleiß
Wechselrichter durch Überspannung zerstörtjaversicherter Sachschaden
Hagel zerschlägt Module, Ersatz dauert Wochenja, bis zur Haftzeitversicherter Sachschaden

Ehrlich gerechnet: Was eine Anlage am Tag verliert

Die OeMAG legt den Einspeisetarif seit 2024 monatlich im Nachhinein fest. 2026 lag er bisher zwischen 5,7 und 9 Cent je Kilowattstunde, im Schnitt bei etwa 7,3 Cent. Für Strom aus dem Netz zahlen Haushalte rund 29 Cent.

An einem guten Sommertag erzeugt eine Anlage etwa 5 Kilowattstunden je kWp. Nutzen Sie ein Drittel selbst und speisen den Rest ein, verlieren Sie bei Stillstand etwa 0,70 Euro je kWp und Tag. Ein pauschaler Satz von 2 bis 2,50 Euro liegt deutlich darüber; ein Vertrag, der nur den Nachweis ersetzt, zahlt entsprechend weniger.

Wann sich der Baustein lohnt und wann nicht

Er lohnt sich bei großen Anlagen, bei hohem Eigenverbrauch mit Wärmepumpe oder E-Auto und wenn ein Kredit aus den Erträgen bedient wird. Ein Stillstand von sechs Wochen im Sommer kostet dort schnell mehrere hundert Euro.

Bei einer kleinen Anlage ohne Kredit ist der Verlust meist überschaubar. Ist der Ertragsausfall im Paket ohnehin enthalten, behalten Sie ihn; ein teurer Zusatz lohnt sich dann kaum. Achten Sie auf eine Haftzeit von mindestens 12 Monaten, weil Ersatzteile nach großen Unwettern knapp werden können.

Schritt für Schritt

  1. In der Polizze nachsehen, ob Ertragsausfall oder Betriebsunterbrechung eingeschlossen ist.
  2. Tagessatz, Haftzeit und Wartezeit notieren und klären, ob pauschal oder nach Nachweis gezahlt wird.
  3. Den echten Tagesverlust mit OeMAG-Tarif und Eigenverbrauch grob überschlagen.
  4. Anlage laufend überwachen, etwa über die App des Wechselrichters.
  5. Im Schaden den Stillstand sofort melden und Ertragsdaten sichern.
  6. Reparatur rasch beauftragen, weil die Haftzeit ab dem Schadentag läuft.

Checkliste

  • Haftzeit mindestens 12 Monate
  • Keine oder kurze Wartezeit
  • Tagessatz passt zur Leistung der Anlage
  • Leistung in kWp korrekt in der Polizze
  • Ertragsdaten werden aufgezeichnet
  • Nach Erweiterung die neue Leistung gemeldet

Häufige Fehler

  • Erwarten, dass der Baustein einen niedrigen OeMAG-Tarif ausgleicht
  • Eine kurze Haftzeit wählen, obwohl Ersatzteile nach Unwettern Wochen brauchen
  • Den Stillstand erst Wochen später bemerken
  • Nachgerüstete Module nicht melden und im Schaden unterversichert sein

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Ist der Ertragsausfall in der Eigenheimversicherung enthalten?

Meist nicht. Er gehört typischerweise zur eigenen Photovoltaikpolizze, manchmal als fester Teil des Pakets.

Zahlt die Versicherung, wenn der Einspeisetarif fällt?

Nein. Der Tarif der OeMAG schwankt mit dem Markt, das ist kein Schaden an Ihrer Anlage.

Was ist, wenn nur ein Teil der Module ausfällt?

Dann wird in der Regel anteilig für die ausgefallene Leistung in kWp gezahlt. Daten aus dem Wechselrichter helfen beim Nachweis.

Zahlt der Baustein bei einem Defekt ohne äußere Ursache?

Nur wenn die Polizze solche Schäden als Sachschaden einschließt, etwa Kurzschluss. Verschleiß ist immer ausgeschlossen.

Muss ich die Zahlung versteuern?

Das hängt davon ab, wie Ihre Einspeiseerlöse steuerlich behandelt werden. Klären Sie das mit Ihrer Steuerberatung.

Quellen

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