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Was kostet eine Photovoltaikversicherung in Österreich?

Kurz gesagt

Für eine private Anlage mit 5 bis 15 kWp zahlen Sie in Österreich meist 60 bis 120 Euro Prämie im Jahr. Anlagen mit 15 bis 35 kWp liegen bei etwa 150 bis 250 Euro. Viele Gesellschaften verlangen eine Mindestprämie ab rund 75 Euro netto im Jahr. Gerechnet wird nach der Versicherungssumme, also dem Neuwert der Anlage samt Montage.

Was kostet eine Photovoltaikversicherung in Österreich?

Was es kostet

Richtwerte aus öffentlich genannten Modellrechnungen und Tarifangaben für Österreich, Stand September 2026.

BeispielRichtwert
Private Anlage mit 5 bis 15 kWpetwa 60 bis 120 Euro Prämie im Jahr
Anlage mit 15 bis 35 kWpetwa 150 bis 250 Euro im Jahr
Gewerbliche Anlage über 100 kWpab etwa 400 Euro im Jahr aufwärts
Mindestprämie einer Photovoltaikpolizzeab rund 75 Euro netto im Jahr
10 kWp, Versicherung und Wartung zusammenetwa 100 bis 250 Euro im Jahr, also 1 bis 2 Prozent der Investitionssumme
Wirkung eines Selbstbehaltsbis zu 25 Prozent weniger Prämie

Richtwerte, Stand September 2026, aus öffentlich genannten Modellrechnungen und Tarifangaben. Die Prämien für 26 bis 50 kWp und für den Photovoltaikbaustein zur Eigenheimversicherung sind Richtwerte aus der Angebotspraxis, weil dazu keine veröffentlichten Zahlen vorliegen. Ihre Prämie hängt von Leistung, Aufstellung, Selbstbehalt und Umfang ab; das genaue Angebot holen wir ein.

Rechenbeispiel

Einfamilienhaus in Niederösterreich, 10 kWp auf dem Dach

So setzt sich die Jahresprämie zusammen, wenn Sie eine eigene Allgefahrenpolizze mit Ertragsausfall wählen.

Anlagenpreis brutto samt Montageetwa 14.000 Euro
Versicherungssumme14.000 Euro
Prämie Allgefahren mit Ertragsausfalletwa 60 bis 120 Euro
Bündelnachlass mit der Eigenheimversicherungbis zu 20 Prozent
Selbstbehalt bis 25 kWpmeist 0 Euro

Zusammen etwa 50 bis 120 Euro im Jahr, rund 4 bis 10 Euro im Monat. Das sind etwa 4 bis 9 Euro je 1.000 Euro Anlagenwert.

Wie die Prämie gerechnet wird

Grundlage ist die Versicherungssumme, nicht der Stromertrag. Sie entspricht dem Neuwert der Anlage: Module, Wechselrichter, Unterkonstruktion, Verkabelung und die Montage. Eine 10-kWp-Anlage kostet in Österreich brutto etwa 11.000 bis 17.000 Euro, das ist zugleich die Summe, die Sie versichern.

Daraus ergibt sich die Prämie. Für eine private Anlage sind 60 bis 120 Euro im Jahr üblich, weil viele Gesellschaften mit einer Mindestprämie ab rund 75 Euro netto arbeiten. Kleine Anlagen zahlen deshalb je Kilowatt Peak mehr als große.

Kilowatt Peak, kurz kWp, ist die Leistung unter genormten Prüfbedingungen. Diesen Wert finden Sie auf dem Angebot Ihres Installateurs und im Zählpunktdatenblatt.

AnlagengrößePrämie je JahrSelbstbehalt
5 bis 15 kWp, privatetwa 60 bis 120 Eurooft 0 Euro
15 bis 25 kWpetwa 150 bis 250 Eurooft 0 Euro
26 bis 50 kWpRichtwert aus der Angebotspraxis, meist über 250 Euroetwa 100 Euro
51 bis 100 kWpindividuell nach Summeetwa 200 Euro
über 100 kWp, gewerblichab etwa 400 Euro aufwärtsab etwa 250 Euro

Was die Prämie nach oben treibt

Den größten Anteil hat die Leistung, weil sie die Versicherungssumme bestimmt. Danach zählt die Aufstellung: Eine Anlage auf dem Dach des Wohnhauses ist am günstigsten, eine Freiflächenanlage auf der Wiese kostet mehr, weil Diebstahl und Vandalismus dort näher liegen.

Danach steuern Sie den Preis selbst. Ein Selbstbehalt senkt die Prämie um bis zu 25 Prozent. Ein Stromspeicher und eine Wallbox erhöhen die Versicherungssumme und damit die Prämie. Wer die Photovoltaikversicherung mit Eigenheim- oder Haushaltsversicherung bündelt, bekommt bei manchen Gesellschaften bis zu 20 Prozent Bündelnachlass.

FaktorWirkung auf die Prämie
Leistung in Kilowatt Peakdirekt, sie bestimmt die Versicherungssumme
Anlage auf dem Wohnhausdachgünstigste Variante
Freiflächenanlage am GrundstückZuschlag wegen Diebstahl und Vandalismus
Selbstbehalt vereinbarenbis zu 25 Prozent weniger Prämie
Stromspeicher mitversicherthöhere Summe, höhere Prämie
Bündel mit Eigenheimversicherungbis zu 20 Prozent Nachlass
Ertragsausfall eingeschlossenspürbarer Aufschlag, dafür die wichtigste Leistung

Eigene Polizze oder Baustein in der Eigenheimversicherung

Eine Photovoltaikanlage ist in der Eigenheimversicherung nicht automatisch mitversichert. Melden Sie die Anlage Ihrer Gesellschaft, sonst steht im Sturmschaden nichts in der Polizze. Viele Gesellschaften bieten einen eigenen Photovoltaikbaustein zur Eigenheimversicherung an.

Der Baustein deckt meist die benannten Gefahren: Feuer, Sturm, Hagel, Blitzschlag. Eine eigene Photovoltaikversicherung ist eine Allgefahrendeckung. Sie zahlt auch bei Bedienfehler, Kurzschluss, Marderbiss, Tierverbiss, Schneedruck, Diebstahl und Materialfehler nach Ablauf der Werksgarantie.

Das Überraschende: Die eigene Allgefahrenpolizze ist oft nicht teurer als der Einschluss in die Eigenheimversicherung, weil sie sauberer kalkuliert ist. Vergleichen Sie also nicht die Prämie, sondern die Liste der gedeckten Gefahren und die Entschädigungsgrenzen.

WegPrämie je JahrTypische Grenze
Anlage nur in der Eigenheimversicherung gemeldetmeist geringer Aufschlagnur Feuer, Sturm, Hagel, Blitz
Photovoltaikbaustein zur EigenheimversicherungRichtwert aus der Angebotspraxis, meist unter 100 EuroErtragsausfall oft nicht dabei
Eigene Photovoltaikversicherung, privatetwa 60 bis 120 EuroAllgefahren samt Ertragsausfall

Ertragsausfall: die Leistung, die das Geld wert ist

Der Ertragsausfall ersetzt den entgangenen Erlös, solange die Anlage nach einem gedeckten Schaden stillsteht. Übliche Verträge zahlen bis zu 2,50 Euro je Kilowatt Peak und Tag, meist bis zu 12 Monate lang.

Bei 10 kWp sind das bis zu 25 Euro am Tag. Warten Sie acht Wochen auf einen neuen Wechselrichter, ergibt das rund 1.400 Euro. Achten Sie auf die Karenzzeit: Bis 50 kWp zahlen gute Verträge ab dem ersten Ausfalltag, größere Anlagen tragen ein bis zwei Tage selbst.

Wann sich die eigene Polizze rechnet und wann nicht

Sie lohnt sich, wenn Sie einen Speicher haben, in einer Hagel- oder Sturmlage wohnen, eine Freiflächenanlage betreiben oder wenn die Eigenheimversicherung nur benannte Gefahren kennt. Bei einer Anlagensumme über 15.000 Euro ist der Aufpreis gemessen am Risiko gering.

Sie brauchen sie eher nicht, wenn die Anlage klein ist und Ihre Eigenheimversicherung sie ausdrücklich mit Allgefahren einschließt. Auch ein Balkonkraftwerk für wenige hundert Euro ist über die Haushaltsversicherung besser aufgehoben als über eine eigene Polizze mit Mindestprämie.

Offen gesagt: Über 20 Jahre zahlen Sie bei 90 Euro Prämie rund 1.800 Euro. Rein rechnerisch ist das kein Gewinn. Sie kaufen Sicherheit für den einen Hagelschlag, der eine Anlage im Wert von mehr als 12.000 Euro in einer Viertelstunde zerstört.

Schritt für Schritt

  1. Angebot oder Rechnung des Installateurs heraussuchen: Leistung in kWp und Gesamtpreis samt Montage.
  2. Die Eigenheimversicherung durchsehen und prüfen, ob die Anlage dort überhaupt gemeldet ist.
  3. Entscheiden, ob Speicher und Wallbox mit in die Versicherungssumme sollen.
  4. Ertragsausfall mit Entschädigung je kWp und Tag sowie kurzer Karenzzeit verlangen.
  5. Selbstbehalt und Bündelnachlass durchrechnen und Angebote mit gleichem Umfang vergleichen.
  6. Nach jeder Erweiterung die Versicherungssumme anpassen lassen.

Checkliste

  • Versicherungssumme entspricht dem Neuwert samt Montage
  • Allgefahrendeckung statt nur Feuer, Sturm, Hagel und Blitz
  • Ertragsausfall mit mindestens 12 Monaten Leistungsdauer
  • Karenzzeit beim Ertragsausfall ab dem ersten Tag
  • Speicher und Wallbox namentlich in der Polizze
  • Diebstahl und Schneedruck eingeschlossen, vor allem bei Freiflächenanlagen

Häufige Fehler

  • Die neue Anlage der Eigenheimversicherung gar nicht melden und im Sturmschaden leer ausgehen
  • Nur den Modulpreis versichern und die Montagekosten weglassen
  • Den Ertragsausfall streichen und dann Monate ohne Einspeiserlös dastehen
  • Nach dem Nachrüsten eines Speichers die Versicherungssumme unverändert lassen

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Was kostet eine Photovoltaikversicherung im Monat?

Für eine private Anlage meist 5 bis 10 Euro im Monat. Größere Anlagen ab 15 kWp liegen eher bei 13 bis 21 Euro.

Ist die Photovoltaikanlage in der Eigenheimversicherung automatisch mitversichert?

Nein. Sie müssen die Anlage melden. Viele Gesellschaften bieten dafür einen eigenen Baustein an, der aber meist nur die benannten Gefahren deckt.

Lohnt sich ein Selbstbehalt?

Oft ja, er senkt die Prämie um bis zu 25 Prozent. Bei privaten Anlagen bis 25 kWp bieten viele Tarife aber ohnehin 0 Euro Selbstbehalt an.

Wie hoch ist die Entschädigung beim Ertragsausfall?

Übliche Verträge zahlen bis zu 2,50 Euro je Kilowatt Peak und Tag, meist bis zu 12 Monate lang. Bei 10 kWp sind das bis zu 25 Euro am Tag.

Ist eine Photovoltaikversicherung in Österreich Pflicht?

Nein. Wenn die Anlage über einen Kredit finanziert ist, verlangt die Bank sie jedoch häufig und lässt sich die Entschädigung abtreten.

Warum ist meine Prämie gestiegen?

Viele Verträge sind an den Verbraucherpreisindex gebunden. Dann steigen Versicherungssumme und Prämie jedes Jahr etwas mit, dafür bleibt die Anlage zum Neuwert gedeckt.

Quellen

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