Alles zur Versicherung: Photovoltaik
Reicht die Eigenheimversicherung für meine PV-Anlage?
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Kurz gesagt
Nur wenn die Anlage ausdrücklich gemeldet und eingeschlossen ist. In vielen Eigenheimversicherungen ist Photovoltaik nicht automatisch dabei. Melden Sie die Anlage schriftlich, sonst liegt eine Gefahrerhöhung nach Paragraf 23 VersVG vor. Eine eigene PV-Polizze kostet für 5 bis 15 kWp etwa 60 bis 120 Euro im Jahr.
Richtwerte aus öffentlich genannten Angaben für den österreichischen Markt, Stand 2026.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Private Anlage mit 5 bis 15 kWp, eigene Photovoltaikversicherung | etwa 60 bis 120 Euro im Jahr |
| Anlage mit 15 bis 35 kWp | etwa 150 bis 250 Euro im Jahr |
| Standarddeckung eines österreichischen Anbieters | ab etwa 5,67 Euro im Monat, rund 68 Euro im Jahr |
| Selbstbehaltsvariante statt voller Deckung | bis zu 25 Prozent weniger Prämie |
| Bündelrabatt in Kombination mit der Gebäudeversicherung | 20 Prozent Nachlass |
Richtwerte, Stand September 2026, aus öffentlich genannten Angaben österreichischer Anbieter.
Der Aufschlag für den bloßen Einschluss in die Eigenheimversicherung wird selten veröffentlicht;
der Wert im Rechenbeispiel ist ein Richtwert aus der Angebotspraxis.
Ihre Prämie hängt von Leistung, Wert, Bauart und Lage ab; das genaue Angebot holen wir ein.
Rechenbeispiel
Die Anlage ging im Frühjahr in Betrieb und wurde sofort gemeldet. So sehen die beiden Wege aus.
| Anschaffungswert der Anlage samt Montage | etwa 15.000 Euro |
| Erhöhung der Versicherungssumme im Eigenheim | um etwa 15.000 Euro |
| Aufschlag für den Einschluss in die Eigenheimversicherung | etwa 20 bis 60 Euro im Jahr (Richtwert aus der Angebotspraxis) |
| Alternative: eigene PV-Polizze für 10 kWp | etwa 60 bis 120 Euro im Jahr |
| Mit Selbstbehaltsvariante | bis zu 25 Prozent weniger, also etwa 45 bis 90 Euro |
Mit Bündelrabatt und Selbstbehalt liegt die eigene Polizze bei rund 40 bis 75 Euro im Jahr. Der Sprung vom Einschluss zur Allgefahrendeckung kostet damit oft weniger als 30 Euro im Jahr.
Die Eigenheimversicherung deckt das Gebäude und seine festen Bestandteile gegen die in der Polizze genannten Gefahren. Eine Photovoltaikanlage ist dort nur dann dabei, wenn sie als Gebäudebestandteil gemeldet und eingeschlossen wurde. Österreichische Ratgeber sagen das deutlich: Photovoltaikanlagen sind in der Eigenheimversicherung nicht automatisch versichert.
Der Unterschied liegt oft an der Bauart. Eine Indachanlage ersetzt die Dachhaut und wird eher als Teil des Dachs gesehen. Eine Aufdachanlage liegt auf dem fertigen Dach und gilt häufig als eigene technische Anlage. Eine Anlage auf einem Nebengebäude oder frei aufgestellt im Garten ist in der Regel gar nicht erfasst.
Beim Vergleich fragen Versicherer heute nach der Anlage, dem Aufstellungsort und der Kollektorfläche. Diese Angaben gehören in den Antrag, nicht erst in die Schadenmeldung.
| Bauart | Einordnung in der Eigenheimversicherung | Was zu tun ist |
|---|---|---|
| Indachanlage, ersetzt die Dachhaut | eher Gebäudebestandteil | melden und Einschluss bestätigen lassen |
| Aufdachanlage am Wohnhaus | meist eigene technische Anlage | ausdrücklich einschließen oder eigene Polizze |
| Anlage auf Garage oder Carport | nur wenn das Nebengebäude in der Polizze steht | Nebengebäude und Anlage getrennt prüfen |
| Freistehend am Grundstück | in der Regel nicht erfasst | eigene PV-Polizze nötig |
| Stromspeicher im Haus | selten automatisch dabei | Wert und Standort gesondert angeben |
Nach Paragraf 23 Absatz 1 VersVG darf der Versicherungsnehmer nach Abschluss des Vertrages ohne Einwilligung des Versicherers keine Erhöhung der Gefahr vornehmen oder durch einen Dritten gestatten. Erfährt er, dass durch eine solche Änderung die Gefahr erhöht ist, hat er dem Versicherer nach Absatz 2 unverzüglich Anzeige zu machen.
Eine neue Anlage am Dach erhöht sowohl den Wert des Gebäudes als auch das Gefahrenpotenzial. Schreiben Sie dem Versicherer daher kurz nach der Inbetriebnahme: Leistung in kWp, Anschaffungswert, Bauart, Aufstellungsort und Datum. Heben Sie die Antwort auf.
Wer die Anzeige unterlässt, riskiert im Schadenfall Leistungsfreiheit des Versicherers und eine Kündigung des Vertrages. Ob der Versicherer wirklich frei wird, hängt vom Verschulden und davon ab, ob die Gefahrerhöhung für den Schaden ursächlich war. Diese Auseinandersetzung ersparen Sie sich mit einer Mail.
Die Eigenheimversicherung leistet für die bedingungsgemäßen Gefahren: Brand, Blitzschlag, Explosion, Implosion, Aufprall eines Luftfahrzeugs sowie Leitungswasser, Sturm und Hagel. Ist die Anlage eingeschlossen, gelten diese Gefahren auch für sie.
Nicht gedeckt sind die Schäden, die bei Photovoltaik am häufigsten auftreten: Diebstahl von Modulen oder Wechselrichter, Tierverbiss am Kabel, Bedienungsfehler, Kurzschluss und technische Defekte sowie der entgangene Ertrag während der Reparatur.
Genau dafür gibt es die eigene Photovoltaikversicherung. Sie ist eine Allgefahrendeckung und schließt Konstruktions- und Materialfehler, Diebstahl, Vandalismus, Überspannung, Tierverbiss und Bedienungsfehler Dritter ein. Der Ertragsausfall ist als Zusatz erhältlich, bei einem österreichischen Anbieter mit höchstens 360 Tagen.
| Schadenfall | Eigenheimversicherung mit Einschluss | Eigene PV-Polizze |
|---|---|---|
| Sturm oder Hagel beschädigt Module | in der Regel gedeckt | gedeckt |
| Brand oder Blitzschlag | gedeckt | gedeckt |
| Überspannung ohne direkten Einschlag | oft nur mit Zusatz | meist gedeckt |
| Diebstahl oder Vandalismus | meist nicht gedeckt | gedeckt |
| Tierverbiss am Kabel | meist nicht gedeckt | gedeckt |
| Defekt am Wechselrichter | nicht gedeckt | meist gedeckt |
| Bedienungsfehler | nicht gedeckt | je nach Paket gedeckt |
| Ertragsausfall | nicht gedeckt | als Zusatz, oft bis 360 Tage |
Mit der Anlage steigt der Wiederaufbauwert des Hauses. Bleibt die Versicherungssumme gleich, droht Unterversicherung, und der Versicherer kürzt anteilig, auch bei einem Schaden ohne Bezug zur Anlage. Lassen Sie die Summe also um den Anschaffungswert samt Montage erhöhen.
Beim Selbstbehalt gilt die einfache Regel: Je mehr Sie selbst tragen, desto niedriger die Prämie. Ein österreichischer Anbieter nennt bis zu 25 Prozent Rabatt für die Selbstbehaltsvariante und 20 Prozent Bündelrabatt, wenn die PV-Polizze zur Gebäudeversicherung dazukommt.
Prüfen Sie außerdem die Wertanpassung. Ist der Vertrag an den Index gebunden, wachsen Summe und Prämie jedes Jahr mit den Baukosten mit.
Für eine kleine Anlage auf dem eigenen Wohnhaus in bewohnter Lage, deren Strom Sie überwiegend selbst verbrauchen, ist der Einschluss in die Eigenheimversicherung meist genug. Sie sind gegen Brand, Sturm und Hagel abgesichert, und ein Ausfall von einigen Wochen tut finanziell nicht weh.
Eine eigene Polizze zahlt sich eher aus, wenn die Anlage abseits oder frei zugänglich steht, wenn ein Speicher dazugehört, wenn Sie viel einspeisen oder wenn die Anlage finanziert ist und die Rate weiterläuft.
Der Unterschied ist überschaubar: etwa 60 bis 120 Euro im Jahr für eine private Anlage bis 15 kWp. Entscheiden Sie danach, ob Ihnen Diebstahl, Tierverbiss und Wechselrichterdefekt diesen Betrag wert sind.
Fragen und Antworten
Ja.
Nach Paragraf 23 VersVG ist eine Gefahrerhöhung unverzüglich anzuzeigen.
Eine kurze Mail mit Leistung, Wert, Bauart und Datum genügt, die Bestätigung heben Sie auf.
Der Versicherer kann im Schadenfall leistungsfrei werden und den Vertrag kündigen.
Ob es so weit kommt, hängt vom Verschulden und davon ab,
ob die Anlage für den Schaden ursächlich war.
Melden Sie fehlende Anlagen lieber nachträglich.
Für eine private Anlage mit 5 bis 15 kWp etwa 60 bis 120 Euro im Jahr,
für 15 bis 35 kWp etwa 150 bis 250 Euro.
Mit Selbstbehalt sind bis zu 25 Prozent weniger möglich.
In der Regel nicht.
Diebstahl, Vandalismus und Tierverbiss gehören in eine eigene Photovoltaikversicherung mit
Allgefahrendeckung.
Nicht automatisch.
Geben Sie ihn mit Wert und Standort gesondert an und lassen Sie sich den Einschluss schriftlich
bestätigen.
Nein.
Der entgangene Ertrag ist kein Sachschaden am Gebäude.
In der eigenen PV-Polizze ist er als Zusatz erhältlich, oft für höchstens 360 Tage.
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