Zum Inhalt springen

Versicherungsmakler / Versicherungsfragen / Photovoltaik

Braucht man in Österreich eine Versicherung für die Photovoltaikanlage?

Kurz gesagt

Eine Versicherungspflicht gibt es in Österreich nicht. Photovoltaikanlagen sind in der Eigenheimversicherung aber nicht automatisch gedeckt, Sie müssen sie melden. Als Zusatzbaustein kostet der Schutz oft wenig oder nichts, eine eigene Photovoltaikversicherung liegt meist zwischen 60 und 250 Euro Prämie im Jahr, je nach Größe und Deckung.

Braucht man in Österreich eine Versicherung für die Photovoltaikanlage?

Was es kostet

Jahresprämien für private Anlagen in Österreich, aus veröffentlichten Marktangaben.

BeispielRichtwert
Zusatzbaustein in der bestehenden Eigenheimversicherung0 bis 60 Euro im Jahr, in einzelnen Tarifen ohne Aufpreis
Eigene Photovoltaikversicherung, Standarddeckungab rund 5,67 Euro im Monat, etwa 68 Euro im Jahr
Eigene Photovoltaikversicherung je nach Anlagengrößemeist 60 bis 250 Euro im Jahr
Erweitertes Paket mit Ertragsausfall und Ladestationam oberen Ende der Spanne, Richtwert 150 bis 250 Euro im Jahr
Nachlass bei vereinbartem Selbstbehaltbis zu 25 Prozent der Prämie

Stand September 2026, aus öffentlich genannten Marktangaben für Österreich. Die Angabe ab 5,67 Euro im Monat stammt aus einem veröffentlichten Standardtarif und enthält bereits einen Bündelrabatt zur Gebäudeversicherung. Die Beträge im Rechenbeispiel sind Richtwerte aus der Angebotspraxis. Ihre Prämie hängt von Anlagenwert, Leistung, Lage und Selbstbehalt ab; das genaue Angebot holen wir für Sie ein.

Rechenbeispiel

Eigenheim in Oberösterreich, 10 kWp, kein Speicher

Die Anlage hat schlüsselfertig 15.000 Euro gekostet. So sieht die Rechnung aus, wenn Sie den Zusatzbaustein mit einer eigenen Polizze vergleichen.

Anlagenwert inklusive Montage15.000 Euro
Zusatzbaustein in der Eigenheimversicherunggünstig bis prämienfrei, Richtwert 0 bis 60 Euro im Jahr
Eigene Polizze mit Allgefahrendeckungetwa 100 bis 180 Euro im Jahr
Nachlass bei 250 Euro Selbstbehaltbis zu 25 Prozent, hier etwa 25 bis 45 Euro
Laufende Wartung und Reinigung100 bis 200 Euro im Jahr

Der Aufpreis für die eigene Allgefahrendeckung liegt bei rund 80 bis 140 Euro im Jahr. Dafür bekommen Sie Tierbiss, Diebstahl, Bedienfehler und Überspannung dazu. Bei einer Anlage für 15.000 Euro sind das etwa 0,7 bis 1,2 Prozent des Werts. Richtwerte aus der Angebotspraxis.

Welche Gefahren es wirklich gibt

In Österreich stehen Naturgewalten an erster Stelle: Hagel und Sturm richten den größten Teil der Schäden an, im Bergland kommt Schneedruck dazu. Danach folgen Brand, Blitzschlag und Überspannung. Der Wechselrichter ist das Bauteil, das am häufigsten ausfällt, weil er auf Überspannung empfindlich reagiert.

Weniger sichtbar, aber teuer sind Tierbisse an den Kabeln, Diebstahl von der Baustelle vor der Montage sowie Montage- und Planungsfehler. Falsch gesetzte Dachhaken oder undichte Schraublöcher zeigen sich oft erst Jahre später als Feuchteschaden im Dach.

Nicht vergessen: Wenn ein Paneel bei Sturm abhebt und auf ein Auto oder eine Person fällt, haften Sie als Anlagenbetreiber. Dieser Teil steckt nicht in der Sachdeckung, sondern in der Haftpflicht.

GefahrWas typisch passiertWo die Deckung üblicherweise liegt
Sturm und HagelPaneele reißen ab oder bekommen RisseEigenheimversicherung, wenn die Anlage gemeldet ist
SchneedruckUnterkonstruktion verbiegt, Module brechenEigenheimversicherung oder eigene Polizze
Brand und BlitzschlagFeuer am Wechselrichter, Schaden am DachstuhlEigenheimversicherung
Überspannung nach indirektem BlitzWechselrichter brennt durchnur mit eigenem Baustein oder eigener Polizze
MarderbissKabel angenagt, der Ertrag bricht einmeist nur die eigene Photovoltaikversicherung
Diebstahl und VandalismusModule und Wechselrichter verschwindenmeist nur die eigene Photovoltaikversicherung
Modul trifft Auto oder PersonSachschaden oder PersonenschadenHaus- und Grundbesitzerhaftpflicht oder Betreiberhaftpflicht

Einbindung in die Eigenheimversicherung

Der einfachste Weg führt über die bestehende Eigenheimversicherung. Fest am Dach montierte Anlagen lassen sich dort in vielen Verträgen gegen Feuer, Sturm samt Hagel und Glasbruch einschließen, häufig sehr günstig und in einzelnen Tarifen sogar ohne Aufpreis.

Automatisch mitversichert ist die Anlage aber nicht. Sie müssen sie melden, oft auch mit Angabe von Kollektorfläche oder Leistung und ob sie am Gebäude oder frei auf dem Grundstück steht. Wer die Meldung vergisst, riskiert im Schadenfall eine Kürzung wegen Gefahrenerhöhung.

Was die Eigenheimversicherung typischerweise nicht bringt: Überspannung nach entferntem Blitz, Tierbiss, Diebstahl, Kurzschluss, Bedienfehler und den Ertragsausfall. Genau für diese Lücken gibt es die eigene Photovoltaikversicherung.

Die eigene Photovoltaikversicherung

Österreichische Anbieter führen diese Polizze meist als Allgefahrendeckung nach den Bedingungen der Elektronikversicherung. Versichert ist dann alles, was nicht ausdrücklich ausgeschlossen ist. Typisch enthalten sind Brand, Sturm, Hagel, Schneedruck, Überspannung nach indirektem Blitzschlag, Bedienfehler durch Dritte, Tierbiss, Konstruktions- und Materialfehler sowie Diebstahl und Vandalismus.

Die Prämie richtet sich nach dem Wert der Anlage zuzüglich Montagekosten, nach Leistung in kWp, nach Aufstellungsart und Gebäudeart. In der Praxis liegt sie meist zwischen 60 und 250 Euro im Jahr. Eine Standarddeckung ist am Markt ab rund 5,67 Euro im Monat zu haben, also etwa 68 Euro im Jahr, dort bereits mit Bündelrabatt zur Gebäudeversicherung.

Achten Sie auf den Ersatzwert. In der Standardvariante ersetzen manche Anbieter Anlagen, die älter als fünf Jahre sind, nur noch zum Zeitwert. Neuwertersatz über die gesamte Laufzeit ist ein eigener Punkt im Antrag. Ausgeschlossen sind praktisch überall Abnutzung, Alterung, vorhandene Mängel, Vorsatz, Erdbeben in der Grunddeckung, Krieg und Kernenergie.

Prämie, Selbstbehalt und Ertragsausfall

Ein vereinbarter Selbstbehalt senkt die Prämie spürbar, am Markt sind bis zu 25 Prozent Nachlass üblich. Das ist verlockend, entwertet die Polizze aber, wenn der Selbstbehalt über den typischen Kleinschäden liegt. Ein angenagtes Kabel oder ein gerissenes Modul bleibt dann bei Ihnen.

Der Ertragsausfall steckt meist im erweiterten Paket und leistet nur nach einem gedeckten Sachschaden, oft bis zu 360 Tage lang. Für eine private Anlage mit hohem Eigenverbrauch ist dieser Baustein selten die entscheidende Position, für eine Anlage, die vor allem einspeist, schon eher.

Verträge laufen je nach Anbieter ein Jahr oder bis zu zehn Jahre. Lange Laufzeiten bringen Nachlass, binden Sie aber. Prüfen Sie vorher, ob Speicher, Wallbox und Wärmepumpe mit eingeschlossen werden können.

Garantie des Herstellers ist keine Versicherung

Produktgarantien über 12 bis 25 Jahre und Leistungsgarantien über 25 Jahre decken nur Fehler am Produkt. Sturm, Hagel, Diebstahl oder Marderbiss fallen nie darunter.

Dazu kommt: Die Garantie ersetzt in der Regel nur das Bauteil, nicht Hebebühne, Gerüst, Montage, Fehlersuche und entgangenen Strom. Und sie ist nur so viel wert wie der Hersteller. Verschwindet die Marke vom Markt, bleibt nichts davon übrig.

Wann sich eine eigene Polizze nicht lohnt

Für ein Balkonkraftwerk mit wenigen hundert Euro Anschaffungswert ist eine eigene Polizze unwirtschaftlich. Melden Sie das Gerät Ihrer Haushaltsversicherung und prüfen Sie die Haftpflicht, das genügt in der Regel.

Bei einer kleinen Anlage bis etwa 10 kWp ohne Speicher ist der Zusatzbaustein in der Eigenheimversicherung meist die bessere Rechnung, besonders wenn er dort günstig oder prämienfrei angeboten wird. Rechnen Sie den Aufpreis gegen die Prämie der eigenen Polizze.

Und wenn Sie einen hohen Selbstbehalt wählen müssen, um die Prämie zu drücken, prüfen Sie ehrlich, welcher Schaden dann überhaupt noch reguliert wird. Ein Vertrag, der erst ab 500 Euro leistet, hilft bei den häufigen Kleinschäden nicht.

Schritt für Schritt

  1. Melden Sie die geplante Anlage Ihrem Eigenheimversicherer, am besten vor der Montage.
  2. Fragen Sie schriftlich nach, welche Gefahren der Zusatzbaustein abdeckt und was er kostet.
  3. Prüfen Sie die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht auf Schäden durch die Anlage.
  4. Holen Sie ein Angebot für eine eigene Photovoltaikversicherung mit Allgefahrendeckung ein.
  5. Vergleichen Sie Neuwertersatz, Selbstbehalt, Laufzeit und die Mitversicherung von Speicher und Wallbox.
  6. Entscheiden Sie erst danach, ob Zusatzbaustein oder eigene Polizze für Sie die bessere Rechnung ist.

Checkliste

  • Anlage dem Eigenheimversicherer gemeldet, Bestätigung liegt schriftlich vor
  • Versicherungssumme entspricht dem Anlagenwert samt Montagekosten
  • Überspannung nach indirektem Blitzschlag eingeschlossen
  • Tierbiss, Diebstahl und Vandalismus ausdrücklich geregelt
  • Neuwertersatz auch nach dem fünften Betriebsjahr vereinbart
  • Haftung für Schäden durch herabfallende Module geklärt

Häufige Fehler

  • Annehmen, die PV-Anlage sei in der Eigenheimversicherung automatisch dabei
  • Die Herstellergarantie für eine Versicherung halten
  • Nur die Module versichern und Wechselrichter, Speicher und Montage vergessen
  • Einen hohen Selbstbehalt für den Rabatt nehmen und Kleinschäden selbst zahlen
  • Eine zehnjährige Laufzeit unterschreiben, ohne die Bedingungen zu prüfen

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Gibt es in Österreich eine Versicherungspflicht für PV-Anlagen?

Nein. Für private Betreiber besteht keine Pflicht, auch nicht bei Einspeisung ins Netz. Bei einer Finanzierung verlangt die Bank aber oft einen Nachweis.

Ist die Anlage in der Eigenheimversicherung automatisch mitversichert?

Nein. Sie müssen die Anlage melden, oft mit Leistung, Fläche und Aufstellungsart. Ohne Meldung droht im Schadenfall eine Kürzung wegen Gefahrenerhöhung.

Was kostet eine Photovoltaikversicherung in Österreich?

Je nach Anlagengröße meist 60 bis 250 Euro Prämie im Jahr. Eine Standarddeckung gibt es am Markt ab rund 5,67 Euro im Monat, also etwa 68 Euro im Jahr.

Wird der Ertragsausfall ersetzt?

Nur im erweiterten Paket und nur nach einem gedeckten Sachschaden, dann häufig bis zu 360 Tage lang. Schwache Sonne oder Abschaltung durch den Netzbetreiber zählen nicht.

Ist der Stromspeicher mitversichert?

Wenn er zur Anlage gehört und im Antrag steht, in der Regel ja. Nachträglich eingebaute Speicher müssen Sie melden, sonst fehlt die Deckung.

Deckt die Haushaltsversicherung ein Balkonkraftwerk?

Meist ja, als Teil des Haushalts, dazu die Haftpflicht für Schäden an Dritten. Melden Sie das Gerät und lassen Sie sich die Aufnahme bestätigen.

Lohnt sich ein Selbstbehalt?

Er senkt die Prämie um bis zu 25 Prozent. Sinnvoll ist er nur, wenn Sie den Betrag im Schadenfall auch wirklich selbst tragen wollen.

Quellen

NAMMERT Versicherungsmakler

Angebot anfordern: Photovoltaik

Wir vergleichen mehrere Versicherer und melden uns mit einem Vorschlag. Für Sie kostenlos, die Vergütung zahlt der Versicherer.

1Für wen?
2Welche Versicherungen?

Mehrere möglich. Zu jeder gewählten Sparte erscheinen die Angaben, die ein Versicherer für ein Angebot braucht.

Privat

Gewerbe

3Angaben zu Ihren Wünschen

Photovoltaikversicherung

4Ihr bisheriger Vertrag
5Wie erreichen wir Sie?

Passende Fragen

NAMMERT Assekuradeur GmbH mit Sitz in Deutschland, Versicherungsmakler mit Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO, Vermittlerregister D-C08Q-TOSD4-37, in Österreich tätig im Rahmen der Dienstleistungsfreiheit. Bei Boots- und Yachtversicherungen sind wir Assekuradeur und nicht Makler. Erstinformation lesen · Stand

Norman Nammert Stefan Heinz Josy Olivia Jäkel

Kostenloser Rückruf

Lieber sprechen? Wir rufen zurück.

Nummer und Wunschzeit genügen, jemand aus unserem Team meldet sich. Jede und jeder hier hat den Sportbootführerschein See und Binnen: Wer neu anfängt, macht ihn im ersten Jahr, die Kosten übernehmen wir.

  • Kostenlos und unverbindlich
  • Beratung ohne Versicherungslatein
  • Angebot direkt im Gespräch möglich

Sofort erreichbar: +49 3375 29 12 77 · WhatsApp · info@nammert.com

Wunschzeit

Wir verwenden Ihre Angaben ausschließlich für den Rückruf. Hinweise zur Verarbeitung finden Sie im Datenschutz.