Alles zur Versicherung: Unfallversicherung
Zahlt die AUVA bei einem Freizeitunfall?
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Kurz gesagt
Ja. Die private Unfallversicherung gilt in Österreich weltweit, also auch bei einem Arbeitsunfall, und zahlt die Leistung für dauernde Invalidität zusätzlich zur AUVA. Bei 100.000 Euro Summe und 20 Prozent Invalidität sind das ohne Progression 20.000 Euro. Nur Unfallkosten wie Heilkosten ersetzt sie nachrangig, soweit kein Sozialversicherungsträger zahlt.
Prämien aus veröffentlichten Beispielen für Österreich und Rechenbeispiele zur Leistung.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Elektriker, 35 Jahre, 100.000 Euro, 500 Prozent Progression | ab etwa 9 Euro im Monat |
| Tischler, 40 Jahre, 150.000 Euro, Unfallrente und Spitalgeld | ab etwa 26 Euro im Monat |
| 20 Prozent dauernde Invalidität, 100.000 Euro, ohne Progression | 20.000 Euro |
| AUVA-Versehrtenrente | erst ab 20 Prozent Minderung der Erwerbsfähigkeit |
Prämien aus öffentlich genannten Tarifbeispielen, Stand Oktober 2026.
Die Leistung ist ein Rechenbeispiel; Gliedertaxe und Progression stehen in Ihrer Polizze.
Rechenbeispiel
Ein Tischler verletzt sich bei der Arbeit an der Kreissäge zwei Finger, einer bleibt steif. Die AUVA stellt eine Minderung der Erwerbsfähigkeit von 10 Prozent fest. Polizze mit 150.000 Euro Versicherungssumme.
| AUVA | Behandlung und Reha, keine Versehrtenrente, weil unter 20 Prozent |
| Private Polizze, dauernde Invalidität | angenommen 8 Prozent nach der Gliedertaxe |
| Leistung | 12.000 Euro |
| Unfallkosten-Baustein | kaum Leistung, die AUVA trägt die Behandlung |
Von der AUVA bekommt er die Behandlung, aber keine Rente. Die private Polizze zahlt 12.000 Euro einmalig dazu.
Die Leistung für dauernde Invalidität ist eine Summenleistung: Der Versicherer zahlt den vereinbarten Prozentsatz der Versicherungssumme, unabhängig davon, was die AUVA leistet. Ob Sie sich in der Werkstatt, im Büro oder auf der Skipiste verletzen, macht für die Polizze keinen Unterschied.
Die AUVA ist für Unfälle im Zusammenhang mit der Beschäftigung zuständig (§ 175 ASVG) und übernimmt Unfallheilbehandlung, Rehabilitation und bei schweren Folgen eine Versehrtenrente. Beide Systeme ergänzen sich.
Anders ist es beim Baustein Unfallkosten. Heilkosten und ähnliche Kosten ersetzt die Polizze nach den Musterbedingungen nur, soweit nicht ein Sozialversicherungsträger oder ein anderer Leistungsträger Ersatz leistet.
Nach einem Arbeitsunfall übernimmt die AUVA die Behandlung meist vollständig. Aus dem Baustein Unfallkosten bleibt dann wenig, etwa für Selbstbehalte oder Leistungen, die die AUVA nicht trägt.
| Leistung bei einem Arbeitsunfall | AUVA | Private Polizze |
|---|---|---|
| Unfallheilbehandlung und Reha | ja | nur nachrangig über Unfallkosten |
| Rente bei bleibenden Folgen | ab 20 Prozent Minderung über drei Monate | Kapital ab dem ersten Prozent dauernder Invalidität |
| Bemessung | Minderung der Erwerbsfähigkeit | Gliedertaxe und Versicherungssumme |
| Bergungskosten am Berg | nur bei Arbeitsbezug | ja, wenn vereinbart |
| Prämie | trägt der Dienstgeber | zahlen Sie selbst |
Den Arbeitsunfall meldet der Dienstgeber der AUVA. Ihr privater Versicherer erfährt davon nichts. Melden Sie ihm den Unfall selbst.
Für die dauernde Invalidität gelten die Fristen Ihrer Polizze: Die Invalidität muss innerhalb eines Jahres eingetreten und mit ärztlichem Befund fristgerecht geltend gemacht sein. Ein AUVA-Gutachten über die Minderung der Erwerbsfähigkeit ersetzt diese Geltendmachung nicht.
Die Prämie hängt vom Beruf ab. Wechseln Sie in einen gefährlicheren Beruf und erhöht sich damit das Risiko erheblich, müssen Sie das nach den Musterbedingungen unverzüglich anzeigen (Artikel 7 AUVB 2022).
Ergibt sich für den neuen Beruf eine höhere Prämie, besteht der volle Schutz noch drei Monate. Danach gibt es vollen Schutz nur mit der angepassten Prämie.
Im Büro ist das Unfallrisiko bei der Arbeit gering, und die AUVA deckt schwere Fälle ab. Der eigentliche Grund für eine private Polizze ist die Freizeit, in der die AUVA nie zahlt.
Wer durch einen Unfall seinen Beruf verlieren würde, sollte zuerst an eine Berufsunfähigkeitsversicherung denken. Sie ersetzt das Einkommen laufend, die Unfallversicherung zahlt einmal.
Fragen und Antworten
Nein, die Leistung für dauernde Invalidität wird neben der AUVA gezahlt.
Nur Unfallkosten sind nachrangig.
Ja, sie gilt überall.
Für den Wegunfall ist zusätzlich die AUVA zuständig.
Gewerbetreibende zahlen über die SVS einen Unfallversicherungsbeitrag, 2026 12,96 Euro im Monat,
und sind damit gesetzlich unfallversichert.
Die private Polizze ergänzt diesen Schutz wie bei Angestellten.
Für die Arbeit selten.
Für die Freizeit kann sie sinnvoll sein, dort zahlt die AUVA nie.
Ja, wenn sich das Risiko erheblich erhöht.
Sonst haben Sie nach drei Monaten nur noch eingeschränkten Schutz.
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