Zum Inhalt springen

Versicherungsmakler / Versicherungsfragen / Unfallversicherung

Bin ich in Österreich in der Arbeit in der Pause und auf der Toilette unfallversichert?

Kurz gesagt

Bin ich in Österreich in der Pause unfallversichert? Weitgehend ja. Der Weg zum Essen in der Nähe der Arbeitsstätte und das Essen dort sind nach § 175 Abs. 2 Z 7 ASVG bei der AUVA versichert. Essen, Trinken und die Notdurft innerhalb des Betriebs zählt der OGH aber grundsätzlich zum privaten Bereich, auf der Toilette sind Sie meist nicht geschützt. Eine private Polizze gilt dort auch, ab etwa 9 Euro im Monat.

Bin ich in Österreich in der Arbeit in der Pause und auf der Toilette unfallversichert?

Was es kostet

Prämien privater Unfallversicherungen in Österreich aus veröffentlichten Beispielen, dazu die Schwelle der AUVA.

BeispielRichtwert
Büroangestellte, 30 Jahre, 100.000 Euro, 500 Prozent Progressionab etwa 9 Euro im Monat
Elektriker, 35 Jahre, 100.000 Euro, 500 Prozent Progressionab etwa 9 Euro im Monat
Tischler, 40 Jahre, 150.000 Euro, Unfallrente und Spitalgeldab etwa 26 Euro im Monat
Versehrtenrente der AUVAab 20 Prozent Minderung der Erwerbsfähigkeit über drei Monate hinaus

Prämien aus öffentlich genannten Tarifbeispielen, Stand Oktober 2026.

Ihre Prämie hängt von Alter, Beruf und Umfang ab.

Rechenbeispiel

Sturz im Gasthaus und Sturz in der Firmentoilette

Zwei Kolleginnen verunglücken am selben Tag. Die eine stürzt in der Mittagspause auf der Stiege des Gasthauses gegenüber, die andere rutscht auf der Toilette im Büro aus. Beide haben eine private Polizze über 100.000 Euro.

Gasthaus gegenüberArbeitsunfall, AUVA zuständig
Toilette im Büroin der Regel kein Arbeitsunfall
Private Polizzegilt in beiden Fällen
Leistung bei angenommen 5 Prozent dauernder Invaliditätje 5.000 Euro

Die private Polizze zahlt beiden gleich. Die AUVA ist nur für den Sturz im Gasthaus zuständig, eine Versehrtenrente gibt es dort erst ab 20 Prozent Minderung.

Was das ASVG in der Pause ausdrücklich schützt

Das österreichische Recht ist bei der Pause großzügiger als das deutsche. § 175 Abs. 2 Z 7 ASVG schützt den Weg von der Arbeitsstätte, den Sie während der Arbeitszeit einschließlich der gesetzlichen oder vereinbarten Pausen zurücklegen, um lebenswichtige persönliche Bedürfnisse in der Nähe zu befriedigen, und den Weg zurück.

Geschützt ist auch die Befriedigung dieser Bedürfnisse selbst, wenn sie in der Nähe der Arbeitsstätte und außerhalb Ihrer Wohnung stattfindet. Wer in der Mittagspause ins Gasthaus ums Eck geht und dort auf der Stiege stürzt, hat einen Arbeitsunfall.

Essen und Toilette innerhalb des Betriebs

Innerhalb des Betriebs gilt die allgemeine Regel. Nach einem Rechtssatz des OGH (RS0084229) zählen Essen, Trinken und die Verrichtung der Notdurft grundsätzlich zu den eigenwirtschaftlichen Tätigkeiten und sind nicht geschützt.

Eine Ausnahme gilt, wenn Sie diese Dinge wegen der Arbeit unter einem erhöhten Risiko erledigen mussten und genau dieses Risiko zum Unfall geführt hat, etwa bei einem dienstlichen Einsatz an einem fremden Ort. Ein normaler Sturz in der Toilettenkabine des eigenen Betriebs ist damit in der Regel kein Arbeitsunfall.

SituationAUVA zuständig?
Mittagspause im Gasthaus nebenan, Sturz auf der Stiegeja, § 175 Abs. 2 Z 7 ASVG
Weg zurück zur Arbeitsstätte nach dem Essenja
Sturz in der Toilette im eigenen Betriebin der Regel nein
Verschlucken beim Jausnen im Pausenraumin der Regel nein
Toilettengang an einem fremden Einsatzort mit besonderer Gefahrkann versichert sein

Pause in der Telearbeit

Seit 1. Jänner 2025 regelt § 175 Abs. 1a ASVG Unfälle in der Telearbeit. Die Wohnung gilt dann wie eine Arbeitsstätte. Die Befriedigung von Bedürfnissen in der eigenen Wohnung ist aber nach Z 7 ausdrücklich nicht geschützt, nur der Weg dazu.

Mehr dazu auf unserer Seite zum Homeoffice in Österreich.

Wo die private Polizze die Lücke schließt

Die private Unfallversicherung gilt nach den Musterbedingungen AUVB 2022 weltweit, ob Sie in der Arbeit, auf der Toilette oder am Wochenende verunglücken. Sie fragt nicht, ob ein Unfall betrieblich war.

Sie zahlt die Hauptleistung aber nur bei dauernder Invalidität. Ein Ausrutscher in der Pause, der folgenlos heilt, bringt aus diesem Baustein nichts.

Wann Sie nichts zusätzlich brauchen

Haben Sie schon eine private Unfallversicherung mit ausreichender Summe, sind Pause und Toilettengang mitversichert. Ein eigener Baustein für die Arbeit ist unnötig.

Wegen der Lücke auf der Betriebstoilette allein brauchen Sie keine Polizze. Der Grund für eine private Unfallversicherung ist die Freizeit, in der die AUVA nie zahlt.

Schritt für Schritt

  1. Unfall sofort dem Vorgesetzten melden, auch wenn er in der Pause passiert ist.
  2. Genau festhalten, wo und wobei der Unfall geschah: Weg, Gasthaus, Pausenraum oder Toilette.
  3. Die Unfallmeldung an die AUVA vom Dienstgeber machen lassen.
  4. Den Unfall auch der privaten Unfallversicherung melden.
  5. Bei Ablehnung durch die AUVA den Bescheid prüfen und Klage beim Arbeits- und Sozialgericht erwägen.

Checkliste

  • Unfallort und Uhrzeit notiert
  • Zeugen festgehalten
  • Arztbefund vom Unfalltag
  • Private Polizze informiert
  • Fristen der Polizze für die Invalidität notiert

Häufige Fehler

  • Einen Sturz im Gasthaus in der Mittagspause nicht melden, weil man ihn für privat hält
  • Glauben, die AUVA zahle bei jedem Unfall im Betrieb
  • Die private Polizze nicht informieren, weil es in der Arbeit passiert ist

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Bin ich beim Jausenholen im Supermarkt nebenan versichert?

Der Weg dorthin und zurück während der Pause ist nach § 175 Abs.

2 Z 7 ASVG geschützt, wenn das Geschäft in der Nähe der Arbeitsstätte liegt.

Gilt das auch, wenn ich zum Essen heimfahre?

Der Weg in die Wohnung und zurück ist geschützt, das Essen in der Wohnung selbst nicht.

Ist ein Unfall auf der Betriebstoilette nie versichert?

Grundsätzlich nicht, außer ein erhöhtes Risiko aus der Arbeit hat den Unfall verursacht.

Das ist die Ausnahme.

Zahlt die private Unfallversicherung bei einem Sturz auf der Toilette?

Ja, sie gilt überall.

Für die Hauptleistung braucht es aber eine dauernde Invalidität.

Wer meldet den Arbeitsunfall?

Der Dienstgeber meldet ihn der AUVA.

Ihre private Polizze müssen Sie selbst informieren.

Quellen

NAMMERT Versicherungsmakler

Angebot anfordern: Unfallversicherung

Wir vergleichen Versicherer und melden uns.

Kostenlos, die Vergütung zahlt der Versicherer.

1Für wen?
2Welche Versicherungen?

Mehrere möglich. Zu jeder Sparte erscheinen die Angaben, die ein Versicherer braucht.

Privat

Gewerbe

3Angaben zu Ihren Wünschen

Private Unfallversicherung

Möglichst genau, zum Beispiel Elektrotechniker auf Baustellen statt Techniker

Zum Beispiel Skitouren, Paragleiten, Motorrad, Tauchen

Zum Beispiel Unfallrente, Bergungskosten, Hilfe im Alltag nach einem Unfall

4Ihr bisheriger Vertrag
5Wie erreichen wir Sie?

Passende Fragen

Ihr Makler: Norman Nammert, unter der Marke NAMMERT.

Versicherungsmakler nach § 34d Abs. 1 GewO mit Sitz in Deutschland.

Vermittlerregister D-C08Q-TOSD4-37.

In Österreich tätig im Rahmen der Dienstleistungsfreiheit.

Die NAMMERT Assekuradeur GmbH ist ein eigenes Unternehmen.

Sie vermittelt Ihren Vertrag nicht.

Erstinformation lesen · Stand

War das hilfreich?

Norman Nammert Stefan Heinz Josy Olivia Jäkel

Kostenloser Rückruf

Lieber sprechen? Wir rufen zurück.

Nummer und Wunschzeit genügen, jemand aus unserem Team meldet sich.

Jede und jeder hier hat den Sportbootführerschein See und Binnen.

Wer neu anfängt, macht ihn im ersten Jahr, die Kosten übernehmen wir.

  • Kostenlos und unverbindlich
  • Beratung ohne Versicherungslatein
  • Angebot direkt im Gespräch möglich

Sofort erreichbar: +49 3375 29 12 77 · WhatsApp · info@nammert.com

Wunschzeit

Ihre Angaben nutzen wir nur für den Rückruf. Mehr dazu im Datenschutz.