Alles zur Versicherung: Unfallversicherung
Zahlt die AUVA bei einem Freizeitunfall?
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Kurz gesagt
Ja, als Dienstnehmerin oder Dienstnehmer sind Sie im Homeoffice bei der AUVA unfallversichert, wenn der Unfall mit Ihrer Arbeit zusammenhängt. Seit 1. Jänner 2025 regelt § 175 Abs. 1a ASVG das als Telearbeit: Die eigene Wohnung gilt wie eine Arbeitsstätte. Arbeiten Sie dagegen an einem selbst gewählten Ort wie Café oder Park, ist ein Unfall dort ein Freizeitunfall.
Was der gesetzliche Schutz im Homeoffice kostet und leistet, dazu Prämien einer privaten Ergänzung aus veröffentlichten österreichischen Angebotsbeispielen.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Ihr eigener Beitrag zur gesetzlichen Unfallversicherung | 0 Euro, der Dienstgeber trägt 1,1 Prozent der Beitragsgrundlage, höchstens von 6.930 Euro im Monat (2026) |
| Versehrtenrente bei 30 Prozent Minderung der Erwerbsfähigkeit und 45.000 Euro Bemessungsgrundlage | rund 9.000 Euro im Jahr |
| Private Unfallversicherung, Angestellte, 32 Jahre, 350.000 Euro Höchstleistung bei Dauerinvalidität | etwa 170 bis 220 Euro im Jahr |
| Private Unfallversicherung, Büroangestellter, 63 Jahre, 350.000 Euro Höchstleistung | etwa 300 bis 350 Euro im Jahr |
Stand Oktober 2026. Die Versehrtenrente ist mit zwei Dritteln der Bemessungsgrundlage mal Grad der Minderung gerechnet, ohne Zusatzrente. Die privaten Prämien stammen aus öffentlich genannten österreichischen Beispielen; Ihre Prämie hängt von Alter, Beruf, Hobbys und Summe ab. Das genaue Angebot holen wir ein.
Rechenbeispiel
Angestellte in Graz, Bemessungsgrundlage 45.000 Euro, arbeitet mittwochs im Arbeitszimmer im ersten Stock ihres Hauses.
| 9.30 Uhr: Sturz beim Holen von Unterlagen für ein Kundengespräch | Arbeitsunfall, AUVA zuständig |
| Unfallheilbehandlung und Rehabilitation | über die AUVA |
| Bleibende Minderung der Erwerbsfähigkeit 30 Prozent | zwei Drittel von 45.000 Euro sind 30.000 Euro, davon 30 Prozent: rund 9.000 Euro Rente im Jahr |
| 12.45 Uhr: Sturz mit dem Wäschekorb | privat, Freizeitunfall |
| Leistung nach dem zweiten Sturz | Krankenversicherung, Versehrtenrente 0 Euro |
| Mit privater Unfallpolizze | zahlt in beiden Fällen bei Dauerinvalidität nach der Gliedertaxe |
Dieselbe Stiege, zwei Ergebnisse. Am Vormittag fließt bei bleibendem Schaden eine laufende Rente, zu Mittag kommt gesetzlich keine. Wer zu Hause arbeitet, sollte wissen, wozu jeder Gang dient.
Mit dem Telearbeitsgesetz hat Österreich den Unfallschutz außerhalb des Betriebs neu geordnet. Das Gesetz unterscheidet zwei Arten von Orten. Telearbeit im engeren Sinn ist die Arbeit in Ihrer Wohnung, in der Wohnung naher Angehöriger oder in einem Coworking-Space. Die beiden letzten zählen nur, wenn sie zwischen Wohnung und Betrieb liegen oder nicht weiter vom Betrieb entfernt sind als Ihre Wohnung.
Telearbeit im weiteren Sinn ist jeder andere Ort, den Sie sich selbst aussuchen. Dort sind Sie bei der eigentlichen Arbeit geschützt, aber die Wege dorthin, zum Essen oder zum Arzt fallen weg. Für das klassische Homeoffice in der eigenen Wohnung hat sich durch die Neuregelung wenig geändert.
| Situation | Gesetzlich versichert? |
|---|---|
| Arbeit am Schreibtisch in der eigenen Wohnung, Videocall mit Kunden | ja |
| Sturz auf der Stiege, während Sie Unterlagen für die Arbeit holen | ja |
| Weg zum Arzt während der Arbeitszeit, ausgehend vom Homeoffice | ja, wie vom Büro aus |
| Weg zur Kinderbetreuung und zurück an den Schreibtisch | ja, wie vom Büro aus |
| Wäsche aufhängen in der Mittagspause | nein |
| Arbeit in der Wohnung der Eltern, die näher am Betrieb liegt | ja |
| Arbeit im Café oder im Park | nur die Arbeit selbst, Wege dorthin nicht |
| Arbeit in der Ferienwohnung am See | nur die Arbeit selbst, Wege dorthin nicht |
Entscheidend ist, was Sie im Moment des Unfalls getan haben. Wer mit dem Laptop zum Schreibtisch geht, handelt für die Arbeit. Wer dieselbe Stiege nimmt, um den Geschirrspüler auszuräumen, handelt privat. Zu Hause liegen beide Dinge oft nur Sekunden auseinander, und genau darüber wird im Schadenfall gestritten.
Die AUVA prüft jeden Fall einzeln. Schreiben Sie deshalb noch am selben Tag auf, was Sie gerade tun wollten, und melden Sie den Unfall Ihrem Dienstgeber. Der Dienstgeber muss einen Arbeitsunfall mit mehr als drei Tagen Arbeitsunfähigkeit der AUVA melden; ein kleiner Unfall ohne Meldung lässt sich später kaum noch belegen.
Bei einem anerkannten Arbeitsunfall im Homeoffice gelten dieselben Leistungen wie im Betrieb: Unfallheilbehandlung, Rehabilitation und, wenn die Minderung der Erwerbsfähigkeit länger als drei Monate mindestens 20 Prozent beträgt, eine Versehrtenrente. Die Vollrente beträgt zwei Drittel der Bemessungsgrundlage, die Teilrente den entsprechenden Prozentsatz davon.
Für Schäden an Laptop, Möbeln oder Wohnung ist die AUVA nicht zuständig. Das regeln Dienstvertrag, Haushalts- oder Haftpflichtversicherung.
Auch gewerblich Selbstständige sind in Österreich gesetzlich unfallversichert, der Schutz hängt aber ebenso an der betrieblichen Tätigkeit. Wer zu Hause arbeitet und zwischendurch den Haushalt führt, hat dieselbe Lücke wie alle anderen.
Diese Lücke ist der Alltag: der Sturz von der Leiter beim Vorhangaufhängen, das Messer in der Küche, der Unfall mit dem Rad am Nachmittag. All das ist auch an einem Homeoffice-Tag ein Freizeitunfall, für den die AUVA keine Rente zahlt.
Nur wegen des Homeoffice brauchen Sie keine eigene Polizze. Der Schutz für die Arbeit ist gesetzlich geregelt und kostet Sie nichts. Eine private Unfallversicherung ist aus anderen Gründen sinnvoll: für Freizeit, Haushalt und Sport, für Kinder und für alle, die bei einer bleibenden Einschränkung eine einmalige Summe für Umbau oder Auto brauchen.
Fragen und Antworten
Seit 1. Jänner 2025. Sie unterscheidet zwischen der Wohnung und gleichgestellten Orten einerseits und selbst gewählten Orten andererseits.
Ja, wenn deren Wohnung zwischen Ihrer Wohnung und dem Betrieb liegt oder nicht weiter vom Betrieb entfernt ist als Ihre Wohnung. Sonst gilt sie als selbst gewählter Ort.
Ein Coworking-Space ist der Wohnung gleichgestellt, wenn er dieselbe Lagebedingung erfüllt. Dann sind auch die Wege geschützt.
Für die Arbeit selbst ja. Wege dorthin, zum Essen oder zurück nach Hause sind dagegen nicht geschützt.
Nein, sie ist für Gesundheitsschäden zuständig. Für Sachschäden kommt es auf Dienstvertrag und eigene Versicherungen an.
Nicht wegen der Arbeit. Sinnvoll ist sie für Freizeit, Haushalt und Sport, denn dort zahlt die AUVA nichts.
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Alles zur Versicherung: Unfallversicherung
Zahlt die AUVA bei einem Freizeitunfall?
Was ist ein Wegunfall in Österreich?
Ein Wegunfall ist ein Unfall auf dem Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstätte. Er gilt nach § 175 Absatz 2 ASVG als Arbe …
Was ist der Unterschied zwischen gesetzlicher und privater Unfallversicherung in Österreich?
Die gesetzliche Unfallversicherung der AUVA greift nur bei Arbeit, Schule, Studium und auf dem Weg dorthin. Sie zahlt …
Ist eine private Unfallversicherung in Österreich sinnvoll?
Für viele ja, weil die gesetzliche Unfallversicherung der AUVA nur Arbeits- und Schulunfälle und den Weg dorthin abdec …
NAMMERT Assekuradeur GmbH mit Sitz in Deutschland, Versicherungsmakler mit Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO, Vermittlerregister D-C08Q-TOSD4-37, in Österreich tätig im Rahmen der Dienstleistungsfreiheit. Bei Boots- und Yachtversicherungen sind wir Assekuradeur und nicht Makler. Erstinformation lesen · Stand
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