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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen / Private Krankenversicherung

Gibt es einen internen Tarifwechsel in der privaten Krankenversicherung in Österreich?

Kurz gesagt

Einen allgemeinen Anspruch auf internen Tarifwechsel wie in Deutschland gibt es in der privaten Krankenversicherung in Österreich nicht. Erhöht der Versicherer aber die Prämie, muss er Ihnen auf Verlangen die Fortsetzung zu höchstens gleicher Prämie mit angemessen geänderten Leistungen anbieten. Darüber hinaus bieten Versicherer einen Wechsel oft auf Nachfrage an. Das spart häufig 10 bis 25 Prozent.

Gibt es einen internen Tarifwechsel in der privaten Krankenversicherung in Österreich?

Was es kostet

Werte aus Gesetz und veröffentlichten Marktanalysen für Österreich, Stand Oktober 2026.

BeispielRichtwert
Ersparnis durch internen Tarifwechselmeist 10 bis 25 Prozent
Prämienanpassung 2025, 26 bis 35 Jahrerund 5,9 bis 6,0 Prozent
Prämienanpassung 2025, über 45 Jahrerund 7,6 Prozent
Prämienanpassung 2025, reine Wahlarztversicherungrund 8,0 Prozent
Üblicher Dauerrabatt, bei früher Kündigung rückforderbar10 bis 20 Prozent

Die Spannen stammen aus veröffentlichten Auswertungen.

Ihre Ersparnis hängt vom Ausgangstarif ab.

Gesetzliche Regeln sind belegt.

Rechenbeispiel

52 Jahre, Sonderklasse mit Privatarzt

Angenommene Prämien für einen Wechsel innerhalb desselben Versicherers.

Heute: Sonderklasse Zweibett mit Privatarzt190 Euro im Monat
Neu: Sonderklasse Zweibett ohne Privatarzt150 Euro im Monat
Ersparnis im Jahr480 Euro
Was wegfälltHonorar des frei gewählten Privatarztes im Spital

Rund 21 Prozent weniger Prämie ohne neue Gesundheitsprüfung, dafür ohne freie Arztwahl im Spital. Ob das passt, entscheidet, wie wichtig Ihnen der eigene Operateur ist.

Was das österreichische Recht regelt und was nicht

Das deutsche Versicherungsvertragsgesetz gibt Privatversicherten ein Recht auf Wechsel in gleichartige Tarife unter Anrechnung der Alterungsrückstellung. Das österreichische VersVG kennt keinen solchen Anspruch.

Dafür schützt es den Bestand: Krankenversicherungsverträge dürfen nur auf Lebenszeit geschlossen werden, kurzfristige unter einem Jahr ausgenommen. Der Versicherer darf nur bei Gruppen- und Krankengeldversicherungen ordentlich kündigen. Prämien darf er nur nach den vereinbarten Anpassungsfaktoren erhöhen, nie bloß wegen Ihres Älterwerdens oder einer Verschlechterung Ihrer Gesundheit.

Das österreichische Gegenstück zum Tarifwechsel steht in § 178f Abs. 3 VersVG: Erhöht der Versicherer die Prämie, muss er Ihnen auf Ihr Verlangen anbieten, den Vertrag mit höchstens gleichbleibender Prämie und angemessen geänderten Leistungen fortzusetzen. Nutzen Sie dieses Recht nach jeder Erhöhung schriftlich.

Wie ein interner Tarifwechsel in Österreich in der Praxis läuft

Fragen Sie schriftlich nach Tarifoptionen innerhalb Ihrer bestehenden Polizze, nicht nach einem neuen Angebot. Bei gleichem oder geringerem Leistungsumfang verlangen Versicherer meist keine neue Gesundheitsprüfung, laufende Behandlungen bleiben versichert und es gibt keine neuen Wartezeiten.

Für Mehrleistungen, etwa Einbett statt Zweibett, verlangt der Versicherer in der Regel Gesundheitsfragen und kann einen Zuschlag oder Ausschluss vorsehen. Lassen Sie sich die Anrechnung Ihrer bisherigen Vertragsjahre schriftlich bestätigen.

ÄnderungWirkung
Sonderklasse Zweibett ohne Privatarzt statt mit PrivatarztPrämie sinkt spürbar, Teil der Leistung fällt weg
Höherer SelbstbehaltPrämie sinkt, Sie zahlen mehr selbst
Wahlarzt mit geringerer ErstattungPrämie sinkt, mehr Eigenanteil beim Arzt
Einbett statt ZweibettMehrleistung, Gesundheitsfragen wahrscheinlich

Warum der Wechsel zu einem anderen Versicherer selten besser ist

Ein neuer Versicherer prüft Ihre Gesundheit neu und kann ablehnen oder einen Zuschlag verlangen. Ab etwa 50 oder mit chronischer Erkrankung ist das ein echtes Risiko.

Kündigen Sie die bestehende Polizze deshalb nie, bevor die neue schriftlich angenommen ist. Beachten Sie auch einen Dauerrabatt, den der Versicherer bei Kündigung in den ersten Jahren zurückfordern kann.

Unisex und alte Tarife

Seit 21. Dezember 2012 darf das Geschlecht in Österreich nicht mehr zu unterschiedlichen Prämien oder Leistungen führen. Ältere Verträge können noch nach Geschlecht kalkuliert sein.

Ob ein Wechsel in einen neueren Tarif für Sie günstiger ist, hängt von Alter, Geschlecht und Leistung ab. Lassen Sie sich beide Prämien schriftlich nennen.

Schritt für Schritt

  1. Nach einer Prämienerhöhung schriftlich die Fortsetzung zu gleicher Prämie nach § 178f Abs. 3 VersVG verlangen.
  2. Schriftlich nach Tarifoptionen innerhalb der bestehenden Polizze fragen.
  3. Leistungen alt und neu Punkt für Punkt vergleichen.
  4. Bestätigen lassen, dass keine neue Gesundheitsprüfung und keine Wartezeit anfällt.
  5. Anrechnung der bisherigen Vertragsjahre schriftlich festhalten.
  6. Erst dann wechseln, die alte Polizze nicht kündigen.

Checkliste

  • Liste der Tarifoptionen des eigenen Versicherers
  • Leistungsvergleich schriftlich
  • Keine neue Gesundheitsprüfung für gleiche Leistung
  • Anrechnung der Vertragsjahre bestätigt
  • Dauerrabatt-Klausel geprüft

Häufige Fehler

  • Nach einer Prämienerhöhung kündigen statt intern zu fragen
  • Nach einem neuen Angebot fragen statt nach Optionen in der bestehenden Polizze
  • Mehrleistungen beantragen und eine Gesundheitsprüfung auslösen
  • Beim Wechsel zu einem anderen Versicherer die alte Polizze zu früh kündigen

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Muss mein Versicherer einem Tarifwechsel zustimmen?

Einen allgemeinen Anspruch gibt es nicht.

Nach einer Prämienerhöhung muss er Ihnen aber auf Verlangen eine Fortsetzung zu höchstens gleicher

Prämie mit angepassten Leistungen anbieten.

Darf der Versicherer meine Krankenversicherung kündigen?

Ordentlich nicht, außer bei Gruppen- und Krankengeldversicherungen.

Eine Kündigung aus wichtigem Grund, etwa bei Prämienverzug, bleibt möglich.

Warum steigen die Prämien trotzdem?

Der Versicherer darf nach den vereinbarten Faktoren anpassen,

etwa bei steigenden Kosten im Gesundheitswesen.

Wegen Ihres eigenen Alters oder Ihrer Gesundheit darf er nicht erhöhen.

Wie viel spart ein interner Wechsel?

Veröffentlichte Auswertungen nennen meist 10 bis 25 Prozent, je nach Ausgangstarif und Alter.

Ersetzt die private Versicherung die ÖGK?

Nein.

Die gesetzliche Krankenversicherung bleibt Pflicht, die private ergänzt sie.

Quellen

NAMMERT Versicherungsmakler

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Sie vermittelt Ihren Vertrag nicht.

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