Alles zur Versicherung: Private Krankenversicherung
Brauche ich in Österreich eine private Krankenversicherung?
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Kurz gesagt
Ob der Wechsel vom Bisex- in einen Unisex-Tarif der privaten Krankenversicherung in Österreich lohnt, hängt vor allem vom Geschlecht ab. Frauen zahlten in Bisex-Tarifen meist mehr und können sparen, Männer oder Paare rechnen genau nach. Seit 21. Dezember 2012 gilt § 1c VersVG. Einen Anspruch auf den Wechsel gibt es nicht, nach einer Prämienerhöhung aber ein Recht auf ein Alternativangebot.
Werte aus Gesetz und veröffentlichten Marktanalysen für Österreich, Stand Oktober 2026.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Stichtag für Unisex | 21. Dezember 2012 |
| Ersparnis durch internen Tarifwechsel allgemein | meist 10 bis 25 Prozent |
| Prämienanpassung 2025, über 45 Jahre | rund 7,6 Prozent |
| Prämienanpassung 2025, 26 bis 35 Jahre | rund 6 Prozent |
Ob Unisex für Sie günstiger ist, lässt sich nur mit den Tarifen Ihres Versicherers rechnen.
Die Spannen stammen aus veröffentlichten Auswertungen.
Rechenbeispiel
Angenommene Monatsprämien für gleiche Leistungen beim selben Versicherer.
| Sie, alter Tarif nach Geschlecht | 175 Euro |
| Sie, Unisex-Tarif | 155 Euro |
| Er, alter Tarif nach Geschlecht | 140 Euro |
| Er, Unisex-Tarif | 155 Euro |
Für sie spart der Wechsel 20 Euro im Monat, er bleibt im alten Tarif. Am besten fragen beide gleich nach der nächsten Prämienerhöhung, wenn der Versicherer ohnehin ein Alternativangebot machen muss.
In einem Bisex-Tarif fließt das Geschlecht in die Prämie ein. In der privaten Krankenversicherung waren solche Tarife für Frauen deutlich teurer. Seit 21. Dezember 2012 bestimmt § 1c VersVG, dass der Faktor Geschlecht nicht zu unterschiedlichen Prämien oder Leistungen für Frauen und Männer führen darf.
Verträge aus der Zeit davor können weiter nach Geschlecht kalkuliert sein. Ein Blick in Polizze und Tarifbezeichnung zeigt, welcher Tarif bei Ihnen gilt; im Zweifel fragen Sie schriftlich nach.
Frauen in einem alten, nach Geschlecht kalkulierten Tarif können mit einem Unisex-Tarif gleicher Leistung oft sparen. Männer haben im alten Tarif meist die günstigere Prämie und verlieren durch einen Wechsel eher.
Neben dem Geschlecht zählen Alter, Leistungsumfang und Kalkulation. Lassen Sie sich alte und neue Prämie für dieselben Leistungen schriftlich nennen, bevor Sie entscheiden.
| Lage | Tendenz |
|---|---|
| Frau, alter Bisex-Tarif, Unisex mit gleicher Leistung verfügbar | Wechsel anfragen, oft günstiger |
| Mann, alter Bisex-Tarif | meist bleiben, nur andere Bisex-Varianten prüfen |
| Gerade Prämienerhöhung erhalten | Alternativangebot nach § 178f Abs. 3 VersVG verlangen |
| Unisex mit Mehrleistung gewünscht | möglich, Gesundheitsfragen wahrscheinlich |
Anders als das deutsche Recht gibt das VersVG keinen allgemeinen Anspruch auf Wechsel in einen anderen Tarif. Der Wechsel in einen Unisex-Tarif ist daher eine Vereinbarung mit Ihrem Versicherer.
Erhöht der Versicherer die Prämie, muss er Ihnen aber auf Verlangen anbieten, den Vertrag mit höchstens gleichbleibender Prämie und angemessen geänderten Leistungen fortzusetzen. Das ist der Moment, um auch nach einem Unisex-Tarif zu fragen.
Ihr Vertrag läuft auf Lebenszeit, der Versicherer kann ihn nicht ordentlich kündigen. Diesen Schutz behalten Sie nur, wenn Sie intern wechseln und nicht kündigen. Lassen Sie sich bestätigen, dass Vertragsjahre und angesammelte Rechte angerechnet werden.
Einen gesetzlich gedeckelten Standardtarif als Notausgang im Alter, wie ihn deutsche Bisex-Kunden haben, gibt es in Österreich nicht. Diese Abwägung entfällt hier also.
Fragen und Antworten
Einen allgemeinen Anspruch gibt es nicht.
Nach einer Prämienerhöhung muss er Ihnen aber auf Verlangen eine Fortsetzung zu höchstens gleicher
Prämie mit angepassten Leistungen anbieten.
Nein.
§ 1c VersVG gilt für Verträge ab 21.
Dezember 2012, ältere Tarife können weiterlaufen.
Einen gesetzlich gedeckelten Standardtarif wie in Deutschland kennt das VersVG nicht.
Für gleiche oder geringere Leistungen beim selben Versicherer meist nicht.
Für Mehrleistungen ist sie wahrscheinlich.
Meist nicht, weil Männer in nach Geschlecht kalkulierten Tarifen in der Regel günstiger eingestuft
sind.
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