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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen / Unfallversicherung

Bin ich in Österreich unfallversichert, wenn ich im Krankenstand arbeiten gehe?

Kurz gesagt

Wenn ich im Krankenstand arbeiten gehe, entscheidet bei der AUVA der Zusammenhang mit der Arbeit, nicht die Krankmeldung. Sauber ist es aber, sich vorher bei der ÖGK gesund zu melden, das geht auch selbst online. Dann ist der Krankenstand beendet und Sie sind in Österreich unfallversichert wie an jedem Arbeitstag. Wer im laufenden Krankenstand arbeitet, riskiert Krankengeld und Streit über den Unfall.

Bin ich in Österreich unfallversichert, wenn ich im Krankenstand arbeiten gehe?

Was es kostet

Fortzahlung und Krankengeld nach öffentlichen Angaben, dazu Prämien privater Polizzen in Österreich.

BeispielRichtwert
Entgeltfortzahlung durch den Dienstgeber6 Wochen volles, danach bis zu 4 Wochen halbes Entgelt
Krankengeld der ÖGKgrundsätzlich bis 26 Wochen, verlängerbar auf 52 oder 78 Wochen
Private Polizze, Büroangestellte, 30 Jahre, 100.000 Euro, 500 Prozent Progressionab etwa 9 Euro im Monat

Angaben laut Unternehmensserviceportal und veröffentlichten Tarifbeispielen, Stand Oktober 2026.

Die Dauer der Fortzahlung hängt von der Dauer des Dienstverhältnisses ab.

Rechenbeispiel

Zwei Tage früher zurück, mit Gesundmeldung

Ein Lagerarbeiter ist bis Freitag im Krankenstand, fühlt sich am Mittwoch fit und meldet sich in der ÖGK-App gesund. Am Nachmittag rutscht er auf der Laderampe aus und bricht sich den Knöchel.

Krankenstandmit der Gesundmeldung beendet
Arbeitsunfallja, bei der Arbeit passiert
UnfallheilbehandlungAUVA zuständig
Neuer Krankenstandbeginnt wegen des Arbeitsunfalls

Mit der Gesundmeldung ist alles klar. Ohne sie hätte die AUVA genauer geprüft, ob er wirklich arbeitete und ob die Krankheit eine Rolle spielte.

Was die AUVA prüft

Ein Arbeitsunfall liegt nach der Rechtsprechung des OGH vor, wenn der Unfall in örtlichem, zeitlichem und ursächlichem Zusammenhang mit der versicherten Beschäftigung steht. Ein Krankenstand schließt das nicht aus, wenn Sie tatsächlich für den Dienstgeber arbeiten.

Die Krankmeldung bestätigt aber, dass Sie arbeitsunfähig sind. Arbeiten Sie trotzdem, entsteht ein Widerspruch, der nach einem Unfall zu Fragen führt: Haben Sie wirklich gearbeitet, und war die Krankheit vielleicht die Ursache des Unfalls?

Der saubere Weg: Gesundmeldung vor der Arbeit

In Österreich gibt es die Gesundmeldung. Grundsätzlich ist die Ärztin oder der Arzt dafür zuständig, Dienstnehmende können sich aber auch selbst online über die ÖGK gesund melden. Danach ist der Krankenstand beendet.

Wer sich vor der Rückkehr gesund meldet, ist bei der Arbeit und auf dem Arbeitsweg so geschützt wie an jedem anderen Tag. Das ist die einfachste Antwort auf die Frage nach dem Unfallschutz im Krankenstand.

SituationWas gilt
Gesund gemeldet, dann Unfall in der ArbeitArbeitsunfall, AUVA zuständig
Im laufenden Krankenstand gearbeitet, Sturz über ein KabelZusammenhang mit der Arbeit wird geprüft
Im Krankenstand gearbeitet, Sturz wegen Schwindel durch die Krankheitoft kein Arbeitsunfall
Im Krankenstand gegen ärztliche Anordnung unterwegsKrankengeld kann gestrichen werden

Entgelt und Krankengeld

Im Krankenstand zahlt der Dienstgeber zunächst sechs Wochen das volle Entgelt, danach bis zu vier Wochen das halbe, je nach Dauer des Dienstverhältnisses länger. Krankengeld der ÖGK gibt es grundsätzlich bis zu 26 Wochen.

Hält man ärztliche Vorgaben nicht ein und verzögert so die Genesung, kann die ÖGK das Krankengeld streichen, und auch eine Kündigung im Krankenstand ist möglich. Arbeiten im Krankenstand ohne Gesundmeldung ist deshalb kein guter Kompromiss.

Was die private Unfallversicherung macht

Für die private Unfallversicherung ist der Krankenstand ohne Bedeutung, sie gilt nach den Musterbedingungen AUVB 2022 weltweit. Ausgeschlossen sind aber Unfälle infolge einer Bewusstseinsstörung oder einer wesentlichen Beeinträchtigung durch Alkohol, Suchtgifte oder Medikamente (Artikel 4 AUVB 2022).

Wer unter starken Medikamenten arbeitet und deshalb stürzt, kann also auch privat leer ausgehen. Haben Krankheiten an den Folgen mitgewirkt, kürzen die meisten Polizzen ab einem Mitwirkungsanteil von 25 Prozent.

Wann Sie besser im Krankenstand bleiben

Mit Fieber, ansteckender Krankheit oder Medikamenten, die müde machen, ist das Unfallrisiko hoch und der Schutz gerade dort unsicher. Dann ist es besser, den Krankenstand auszuschöpfen.

Fühlen Sie sich wirklich gesund, melden Sie sich gesund und gehen Sie arbeiten. Arbeiten im Krankenstand ohne Gesundmeldung bringt nur Nachteile.

Schritt für Schritt

  1. Ehrlich prüfen, ob Sie wieder arbeitsfähig sind.
  2. Sich beim Arzt oder selbst bei der ÖGK gesund melden.
  3. Den Dienstgeber über die Rückkehr informieren.
  4. Bei einem Unfall sofort melden und ärztlich versorgen lassen.
  5. Den Unfall auch der privaten Polizze melden.

Checkliste

  • Gesundmeldung bei der ÖGK eingegangen
  • Keine Medikamente, die müde machen
  • Kein Fieber und keine Ansteckungsgefahr
  • Dienstgeber informiert
  • Unfall dokumentiert

Häufige Fehler

  • Im laufenden Krankenstand arbeiten, ohne sich gesund zu melden
  • Unter starken Medikamenten mit dem Auto zur Arbeit fahren
  • Bei einem Wahlarzt annehmen, die Gesundmeldung laufe automatisch
  • Glauben, der Krankenstand sei für die private Polizze wichtig

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Kann ich mich selbst gesund melden?

Ja, Dienstnehmende können sich auch selbst online über die ÖGK gesund melden.

Grundsätzlich ist der Arzt zuständig.

Darf mein Chef verlangen, dass ich im Krankenstand arbeite?

Im Krankenstand sind Sie arbeitsunfähig, eine Arbeitspflicht besteht nicht.

Lassen Sie sich nicht drängen, sondern klären Sie im Zweifel die Gesundmeldung mit dem Arzt.

Was passiert mit dem Krankengeld, wenn ich arbeite?

Wer ärztliche Vorgaben nicht einhält, riskiert, dass die ÖGK das Krankengeld streicht.

Mit Gesundmeldung endet der Anspruch ohnehin.

Bin ich am Arbeitsweg versichert?

Nach der Gesundmeldung ja, der Weg zur Arbeitsstätte ist nach § 175 Abs.

2 ASVG geschützt.

Zahlt die private Unfallversicherung im Krankenstand?

Ja, sie gilt rund um die Uhr.

Ausgeschlossen sind Unfälle durch Bewusstseinsstörungen oder Medikamenteneinfluss.

Quellen

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