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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen / Unfallversicherung

Bin ich im Ehrenamt in Österreich unfallversichert?

Kurz gesagt

Bin ich im Ehrenamt in Österreich unfallversichert? Bei Feuerwehr, Rotem Kreuz, Bergrettung und anderen Einsatzorganisationen ja: Unfälle bei Ausbildung, Übung und Einsatz gelten als Arbeitsunfall, beitragsfrei über die AUVA. Wer im Sport-, Kultur- oder Sozialverein hilft, ist meist nicht gesetzlich geschützt. Manche Länder haben Sammelpolizzen, Oberösterreich zahlt bis 90.000 Euro bei Invalidität.

Bin ich im Ehrenamt in Österreich unfallversichert?

Was es kostet

Was der Schutz im Ehrenamt kostet und leistet, aus öffentlichen Angaben von Ländern, Feuerwehrverband und Sozialversicherung.

BeispielRichtwert
Gesetzlicher Schutz bei Feuerwehr und Rettung0 Euro für Sie
Landes-Sportversicherung Niederösterreich, Prämie nach Landesförderung, Stand 20221,24 Euro je Person und Jahr
Kollektivpolizze Feuerwehr Oberösterreich, Stand Juli 202645.000 Euro bei Invalidität, 10.000 Euro bei Tod
Schutz für freiwillige Helfer in Oberösterreich, Folder Stand 2019bis 90.000 Euro bei Invalidität, 15.000 Euro bei Tod
Private Unfallversicherung, erwachsene Personetwa 150 bis 300 Euro im Jahr

Summen aus den Unterlagen der Länder und des Landesfeuerwehrverbands, Stand wie angegeben; Prämien privater Polizzen aus öffentlich genannten Spannen, Stand Oktober 2026.

Die Werte im Rechenbeispiel sind Richtwert aus der Angebotspraxis.

Das genaue Angebot holen wir ein.

Rechenbeispiel

Obfrau eines Musikvereins, 45 Jahre, stürzt beim Aufbau des Zeltfests von der Leiter

Sie bricht sich das Sprunggelenk, ein Teil der Beweglichkeit bleibt dauerhaft eingeschränkt. Die Vereinsarbeit steht nicht im Gesetz.

AUVAkeine Leistung, kein Arbeitsunfall
KrankenversicherungBehandlung wie bei jedem Freizeitunfall
Private Unfallversicherung, 100.000 Euro, 20 Prozent Invalidität20.000 Euro
Ohne private Polizzekeine Einmalzahlung

Ohne eigene Unfallversicherung bleibt sie trotz Ehrenamt auf den Folgen sitzen. Rechnung mit Richtwerten, ohne Progression.

Wer kraft Gesetzes versichert ist

Das ASVG stellt bestimmte freiwillige Tätigkeiten einem Arbeitsunfall gleich. Dazu gehören Mitglieder und Helfer von Freiwilliger Feuerwehr, Rotem Kreuz und anderen Rettungsorganisationen, Bergrettung, Wasserrettung und Rettungshundebrigade bei Ausbildung, Übung und Einsatz. Ebenso versichert ist, wer einen Menschen aus Lebensgefahr rettet oder es versucht.

Der Weg zum Feuerwehrhaus, zum Einsatz und wieder nach Hause zählt mit. Anmelden müssen Sie sich nicht, und Sie zahlen keinen Beitrag. Nicht gedeckt sind bei der Feuerwehr sportliche Aktivitäten wie Fußballturniere oder Skitage.

Die Lücke im Verein

Die Liste im Gesetz ist abschließend. Wer als Obfrau, Kassier oder Helfer im Sportverein, in der Blasmusik, im Kulturverein oder bei einer Nachbarschaftsinitiative mitarbeitet, steht in der Regel nicht darauf. Ein Sturz von der Leiter beim Zeltfest ist dann ein Freizeitunfall.

Die Krankenversicherung zahlt die Behandlung wie bei jedem Freizeitunfall. Eine Rente oder eine Summe bei bleibenden Schäden gibt es aus der Sozialversicherung dann nicht.

Sammelpolizzen von Ländern, Verbänden und Feuerwehren

Einige Länder und Verbände schließen die Lücke mit Sammelverträgen. Sie sind kostenlos oder sehr günstig, zahlen aber eher kleine Summen. Ob und wie Sie geschützt sind, erfahren Sie bei Ihrem Verein, Ihrem Verband oder der Landesregierung.

LösungWerBei InvaliditätBei Tod
Kollektiv-Unfallversicherung der Feuerwehren in OberösterreichFeuerwehrmitglieder, Jugend, Reserve, Feuerwehrmusik45.000 Euro, progressiv bis 200 Prozent10.000 Euro
Schutz für freiwillige Helfer des Landes OberösterreichFreiwillige außerhalb großer Organisationen mit Wohnsitz in Oberösterreichbis 90.000 Euro ab 25 Prozent15.000 Euro
Landes-Sportversicherung Niederösterreichvon den Sportverbänden gemeldete Mitglieder30.000 Euro, Leistung erst über 15 Prozent4.000 Euro

Was der gesetzliche Schutz leistet

Die AUVA zahlt Unfallheilbehandlung und Rehabilitation. Bleibt eine Minderung der Erwerbsfähigkeit von mindestens 20 Prozent, gibt es eine Versehrtenrente, deren Höhe vom Einkommen abhängt.

Unter 20 Prozent gibt es keine Rente. Ein steifer Finger oder ein schwaches Knie bringt also oft kein Geld, auch wenn der Alltag schwerer wird. Genau dafür zahlt eine private Unfallversicherung eine Summe nach Gliedertaxe.

Wann eine eigene Unfallversicherung sinnvoll ist

Wer viel Zeit im Verein verbringt, auf Leitern steigt, Zelte aufbaut oder Jugendliche betreut, ist ohne gesetzlichen Schutz unterwegs. Eine private Unfallversicherung gilt rund um die Uhr, auch in der Freizeit, und kostet für Erwachsene etwa 150 bis 300 Euro im Jahr.

Brauchen Sie sie nicht? Wenn Sie nur bei der Feuerwehr aktiv sind, dort zusätzlich eine Kollektivpolizze besteht und Sie schon eine gute Berufsunfähigkeits- oder Unfallvorsorge haben, reicht das oft. Prüfen Sie aber die Summen, 10.000 oder 45.000 Euro decken einen Hausumbau nicht.

Schritt für Schritt

  1. Klären, ob Ihre Tätigkeit unter § 176 ASVG fällt, etwa bei Feuerwehr oder Rettung.
  2. Beim Verein oder Verband nach einer Kollektiv-Unfallversicherung fragen.
  3. Bei der Landesregierung nach einem Schutz für freiwillige Helfer fragen.
  4. Summen und Ausschlüsse der Sammelpolizze lesen.
  5. Lücke mit einer privaten Unfallversicherung schließen.
  6. Nach einem Unfall sofort dem Verein und der Versicherung melden.

Checkliste

  • Klar, ob die AUVA zuständig ist
  • Kollektivpolizze des Vereins geprüft
  • Landeslösung für freiwillige Helfer geprüft
  • Private Unfallversicherung mit ausreichender Summe
  • Haftpflicht für Schäden an anderen geklärt

Häufige Fehler

  • Glauben, jedes Ehrenamt sei über die AUVA versichert
  • Sport bei der Feuerwehr für gedeckt halten
  • Sich auf kleine Summen einer Sammelpolizze verlassen
  • Den Unfall dem Verein zu spät melden
  • Deutsche Regeln zur Berufsgenossenschaft auf Österreich übertragen

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Bin ich bei der Freiwilligen Feuerwehr unfallversichert?

Ja, bei Ausbildung, Übung und Einsatz samt Weg, kostenlos über die AUVA. Sport ist ausgenommen.

Bin ich als Trainer im Sportverein gesetzlich versichert?

In der Regel nicht. Fragen Sie nach der Sportversicherung Ihres Verbands und schließen Sie die Lücke privat.

Was ist, wenn ich spontan bei einem Unfall helfe?

Wer einen Menschen aus Lebensgefahr rettet oder es versucht, ist gesetzlich unfallversichert.

Muss ich mich für den gesetzlichen Schutz anmelden?

Nein. Er besteht kraft Gesetzes, die Organisation meldet den Unfall an die AUVA.

Zahlt die AUVA auch bei kleinen Dauerschäden?

Eine Rente gibt es erst ab 20 Prozent Minderung der Erwerbsfähigkeit. Darunter zahlt nur eine private Polizze.

Deckt die Unfallversicherung Schäden, die ich anderen zufüge?

Nein, dafür brauchen Sie oder der Verein eine Haftpflicht.

Quellen

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