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Was kostet eine Bauherrenhaftpflicht in Österreich?

Kurz gesagt

Sie zahlen einmal für die ganze Bauzeit, meist rund ein Promille der Bausumme. Für ein Einfamilienhaus mit 400.000 Euro sind das etwa 160 bis 280 Euro, die Mindestprämie liegt bei den meisten Versicherern um 100 Euro. Wer die Eigenheimversicherung vor Baubeginn abschließt, bekommt die Bauherrenhaftpflicht oft prämienfrei dazu.

Was kostet eine Bauherrenhaftpflicht in Österreich?

Was es kostet

Öffentlich genannte Einmalprämien für Österreich, Stand April bis September 2026.

BeispielRichtwert
Einfamilienhaus, Bausumme 400.000 Euroetwa 160 bis 280 Euro einmalig
Mindestprämie bei den meisten Anbieternum 100 Euro
Normales Einfamilienhaus laut Marktübersichtetwa 100 bis 250 Euro einmalig
Aufpreis für 10 statt 5 Millionen Euro Versicherungssummeetwa 20 bis 50 Euro

Richtwerte aus öffentlich genannten Angaben. Die Tabellenwerte für 150.000, 250.000 und 600.000 Euro sind nach der Promilleregel abgeleitet und ein Richtwert aus der Angebotspraxis. Ihre Prämie hängt von Eigenleistung und Deckung ab; das genaue Angebot holen wir ein.

Rechenbeispiel

Familie baut ein Einfamilienhaus im Umland von Graz

Das Grundstück gehört der Familie, der Baumeister führt den Rohbau aus, innen wird einiges selbst gemacht. Die Eigenheimversicherung soll erst nach dem Einzug kommen.

Bausumme ohne Grundstück400.000 Euro
Eigenleistung (Ausmalen, Böden)etwa 15.000 Euro, angegeben
Versicherungssumme10 Millionen Euro
Faustregel ein Promilleetwa 400 Euro
Spanne je nach Anbieteretwa 160 bis 280 Euro

Einmalig etwa 160 bis 280 Euro für zwei bis drei Jahre Bauzeit. Wird die Eigenheimversicherung schon vor Baubeginn abgeschlossen, kann die Prämie bei vielen Versicherern ganz entfallen.

So wird die Prämie berechnet

Die Bauherrenhaftpflicht wird in Österreich als Einmalprämie für die Bauzeit bezahlt, im Vorhinein. Grundlage ist die Bausumme: die tatsächlichen Kosten der Bauausführung, einschließlich Aushub und Abbruch, aber ohne Grundstück.

Als grobe Regel gilt ein Promille, also 1 Euro je 1.000 Euro Bausumme. Bei kleinen Vorhaben greift die Mindestprämie von meist rund 100 Euro, bei großen Projekten mit viel Eigenleistung liegt der Betrag darüber.

BausummeEinmalprämie, ohne nennenswerte Eigenleistung
150.000 Euroum 100 Euro, meist die Mindestprämie
250.000 Euroetwa 100 bis 200 Euro
400.000 Euroetwa 160 bis 280 Euro
600.000 Euroetwa 240 bis 420 Euro

Was den Preis nach oben treibt

Der größte Hebel neben der Bausumme ist die Eigenleistung. Wer selbst mitbaut oder Freunde mitarbeiten lässt, erhöht das Risiko auf der Baustelle, das wirkt sich auf Prämie und Deckung aus. Geben Sie sie trotzdem vollständig an, sonst droht im Schadenfall Streit.

Dazu kommen die Versicherungssumme und die Dauer. Der Schritt von 5 auf 10 Millionen Euro kostet oft nur 20 bis 50 Euro für die ganze Bauzeit. In dicht verbauten Lagen oder bei großen Projekten sind 15 bis 20 Millionen Euro nicht übertrieben.

FaktorWirkung auf die Prämie
Bausummedirekt, rund ein Promille
Eigenleistunghöheres Risiko, Prämie und Deckung ändern sich
10 statt 5 Millionen Eurooft 20 bis 50 Euro mehr
Bauzeit über die Laufzeit hinausVerlängerung gegen Aufpreis
Abbruch oder schwierige Erdarbeitenje nach Anbieter höher

Wann Sie nichts extra zahlen

Viele Versicherer bieten Rohbauschutz und Bauherrenhaftpflicht prämienfrei an, wenn Sie die Eigenheimversicherung für das fertige Haus rechtzeitig vor Baubeginn bei ihnen abschließen. Fragen Sie danach, bevor Sie eine eigene Polizze kaufen.

Die Haftpflicht in Ihrer Haushaltsversicherung deckt Bauvorhaben meist nur bis etwa 50.000 Euro Bausumme. Für einen Carport oder einen kleinen Umbau reicht das, für einen Neubau nicht. Kaufen Sie vom Bauträger, der auf eigenem Grund baut, ist er für die Baustelle verantwortlich.

Warum sich der kleine Betrag lohnt

Stürzt ein Kind in die ungesicherte Baugrube oder löst sich ein Teil vom Gerüst und trifft ein Auto, haften Sie als Bauherr, auch wenn der Baumeister gearbeitet hat. Für Schäden durch sich lösende Gebäudeteile sieht das ABGB in § 1319 sogar eine besondere Haftung vor.

Ein schwerer Personenschaden kann Millionen kosten. Gemessen daran sind 160 bis 280 Euro einmalig wenig, sofern der Schutz nicht ohnehin im Eigenheimpaket steckt.

Schritt für Schritt

  1. Bausumme ohne Grundstück zusammenrechnen, Aushub und Abbruch eingeschlossen.
  2. Eigenleistung und Helfer ehrlich schätzen.
  3. Beim künftigen Eigenheimversicherer nach dem prämienfreien Baustein fragen.
  4. Versicherungssumme von 10 Millionen Euro wählen, der Aufpreis ist gering.
  5. Polizze vor dem ersten Aushub abschließen.

Checkliste

  • Beginn spätestens mit den Erdarbeiten
  • Laufzeit passend zur Bauzeit, Verlängerung geregelt
  • Eigenleistung in voller Höhe angegeben
  • Versicherungssumme mindestens 5, besser 10 Millionen Euro
  • Klar, ob die Eigenheimversicherung den Schutz schon enthält

Häufige Fehler

  • Die Polizze erst abschließen, wenn der Keller schon steht
  • Eigenleistung weglassen, um ein paar Euro zu sparen
  • Zahlen, obwohl der Baustein im Eigenheimpaket gratis wäre
  • Glauben, der Baumeister nehme Ihnen die Haftung als Bauherr ab

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Zahlt man die Bauherrenhaftpflicht jährlich?

Nein, einmal im Vorhinein für die ganze Bauzeit. Die Polizze endet mit Bauende oder nach der vereinbarten Laufzeit.

Was passiert, wenn der Bau länger dauert?

Dann verlängern Sie gegen Aufpreis. Melden Sie das vor Ablauf, sonst ist die Baustelle ab dem Stichtag ohne Schutz.

Warum ist die Prämie bei kleinen Bauten nicht niedriger?

Weil die meisten Versicherer eine Mindestprämie von rund 100 Euro verlangen. Unter etwa 100.000 Euro Bausumme zahlen Sie deshalb fast immer diesen Betrag.

Reicht meine Haushaltsversicherung?

Für kleine Bauvorhaben oft ja, meist bis etwa 50.000 Euro Bausumme. Für einen Neubau nicht.

Deckt die Bauherrenhaftpflicht Unfälle meiner Helfer?

Nein, eigene Verletzungen der Helfer nicht. Dafür gibt es in Österreich die private Bauhelfer-Unfallversicherung.

Braucht man die Polizze auch für einen Zubau?

Wenn die Bausumme über der Grenze Ihrer Haushaltsversicherung liegt, ja. Die Prämie liegt dann oft bei der Mindestprämie.

Quellen

NAMMERT Versicherungsmakler

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