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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen / Kfz-Versicherung

Lohnt sich eine Fahrerschutzversicherung?

Kurz gesagt

Lohnt sich eine Fahrerschutzversicherung, in Österreich Lenkerschutz genannt? Für Vielfahrer und Alleinverdiener meist ja. Sie zahlt Ihnen als schuldigem Lenker bis zu 1.000.000 Euro für Verdienstentgang, Pflege, Schmerzengeld und Unterhalt Ihrer Familie, soweit Sozialversicherung und Dienstgeber nicht zahlen. Unter Alkohol oder ohne Führerschein gibt es nichts.

Lohnt sich eine Fahrerschutzversicherung?

Was es kostet

Grenzen aus dem veröffentlichten Produktinformationsblatt eines österreichischen Versicherers.

BeispielRichtwert
Höchstleistung je Schadenfallbis 1.000.000 Euro
Umbaukosten für Wohnung oder Hausbis 50.000 Euro
Haushaltshilfebis 50 Euro am Tag, höchstens 5.000 Euro

Leistungsgrenzen laut Produktblatt, Stand 03.2019.

Die Prämie ist ein Richtwert aus der Angebotspraxis:

meist ein niedriger zweistelliger Eurobetrag im Jahr als Zusatz zur Kfz-Polizze.

Das genaue Angebot holen wir ein.

Rechenbeispiel

Selbstständige Physiotherapeutin, 2.800 Euro netto im Monat, Unfall auf nasser Fahrbahn selbst verursacht

Nach zwei Wochen im Spital kann sie drei Monate nicht arbeiten. Sie braucht eine Haushaltshilfe.

Verdienstentgang 3 × 2.800 Euro8.400 Euro
minus Leistungen der Sozialversicherung, Richtwertetwa 1.500 Euro
Schmerzengeld, Richtwertetwa 4.000 bis 7.000 Euro
Haushaltshilfe 60 Tage × 50 Euro3.000 Euro

Der Lenkerschutz zahlt rund 13.900 bis 16.900 Euro. Ohne ihn bleibt sie auf diesem Betrag sitzen.

Warum der Lenker eine Lücke hat

Verursachen Sie einen Unfall, zahlt Ihre Kfz-Haftpflicht den Schaden der anderen, auch Ihrer Mitfahrer. Sie selbst als Lenker haben daraus keinen Anspruch. Was die Sozialversicherung nicht trägt, bleibt bei Ihnen.

Der Lenkerschutz schließt diese Lücke. Versichert sind Personenschäden des berechtigten Lenkers, die durch einen Unfall beim Lenken des versicherten Fahrzeugs entstehen.

Leistung laut Produktblatt eines österreichischen VersicherersGrenze
Gesamtleistungbis 1.000.000 Euro
Schmerzengeldnach einem stationären Krankenhausaufenthalt
Umbau von Wohnung oder Hausbis 50.000 Euro
Haushaltshilfebis 50 Euro am Tag, höchstens 5.000 Euro
Angehörigenschmerzengeldnicht versichert

Wo der Schutz endet

Kein Schutz besteht, wenn Sie alkoholisiert oder durch andere Mittel beeinträchtigt fahren, keinen Führerschein für das Fahrzeug haben, mehr Personen als zulässig befördern oder an Rennen und deren Training teilnehmen. Auch vorsätzlich herbeigeführte Schäden sind ausgeschlossen.

Schmerzengeld gibt es in diesem Produkt nur nach einem stationären Krankenhausaufenthalt. Bei einer ambulant behandelten Verletzung bleibt es also aus.

Nachrangig: wer zuerst zahlt

Der Lenkerschutz zahlt nur, soweit Ihr Schaden nicht durch Ansprüche gegen andere gedeckt ist. Als andere zählen ausdrücklich auch die Sozialversicherung und Ihr Dienstgeber. Er ergänzt also, was gesetzlich fehlt.

Wie groß die Lücke ist, hängt von Ihrer Absicherung ab. Selbstständige ohne Krankentaggeld trifft ein langer Ausfall meist härter als Angestellte.

Lenkerschutz oder Unfallversicherung

Eine private Unfallversicherung zahlt vereinbarte Summen bei dauernder Invalidität, auch beim Sport oder zu Hause. Der Lenkerschutz ersetzt dagegen den tatsächlichen Schaden, aber nur beim Lenken Ihres Autos.

Haben Sie schon eine gute Unfallversicherung mit hoher Invaliditätssumme und fahren Sie wenig, ist der Lenkerschutz weniger dringend. Wer täglich pendelt oder beruflich viel fährt, sollte ihn haben.

Für wen er sich nicht lohnt

Wer selten fährt, ohnehin gut abgesichert ist und kein Einkommen zu verlieren hat, etwa in der Pension, bekommt im Ernstfall vor allem Schmerzengeld. Das kann sich trotzdem lohnen, ist aber kein Muss.

Lassen Sie sich die konkreten Summen im Vertrag zeigen. Die Leistungen vereinbart jeder Versicherer im Einzelnen.

Schritt für Schritt

  1. Prüfen, was Sozialversicherung und Dienstgeber nach einem Unfall zahlen.
  2. Bestehende Unfallversicherung und Invaliditätssumme danebenlegen.
  3. Im Lenkerschutz Höchstsumme und Einzelgrenzen lesen.
  4. Klären, ob Schmerzengeld einen Spitalsaufenthalt voraussetzt.
  5. Prämie im selben Kfz-Angebot mit und ohne Lenkerschutz vergleichen.

Checkliste

  • Höchstleistung mindestens im sechsstelligen Bereich
  • Verdienstentgang ohne niedrige Monatsgrenze
  • Unterhalt für Hinterbliebene enthalten
  • Haushaltshilfe und Umbaukosten enthalten
  • Gilt für jeden berechtigten Lenker

Häufige Fehler

  • Glauben, die eigene Haftpflicht zahle auch dem Lenker
  • Mit Restalkohol fahren und den Schutz verlieren
  • Lenkerschutz mit Insassenunfall verwechseln
  • Nur die Höchstsumme ansehen und Einzelgrenzen übersehen

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Ist der Lenkerschutz Pflicht?

Nein, er ist ein freiwilliger Zusatz zur Kfz-Haftpflicht.

Gilt er, wenn meine Partnerin mein Auto fährt?

Ja, versichert ist der berechtigte Lenker des versicherten Fahrzeugs.

Zahlt er, wenn der Unfallgegner schuld war?

Dann haften der Gegner und seine Haftpflicht.

Der Lenkerschutz zahlt nur, soweit Ihr Schaden nicht von anderen gedeckt ist.

Bekomme ich Schmerzengeld auch ohne Spital?

Im ausgewerteten Produkt nicht.

Fragen Sie nach Tarifen ohne diese Voraussetzung.

Gibt es Geld bei Alkohol am Steuer?

Nein, dann besteht kein Versicherungsschutz.

Quellen

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