Alles zur Versicherung: Naturkatastrophen
Zahlt der Staat, wenn mein Haus überflutet wird?
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Kurz gesagt
Meist ja, aber nur wenn die Polizze Rückstau ausdrücklich nennt, und oft nur bis zu einer Höchstgrenze von einigen tausend Euro. Mit erweitertem Naturkatastrophenschutz sind etwa 30.000 bis 40.000 Euro möglich. Voraussetzung ist fast immer eine funktionierende, gewartete Rückstausicherung, für die Sie als Eigentümer selbst sorgen müssen.
Deckungsgrenzen aus einem österreichischen Marktüberblick und veröffentlichte Kosten für die Rückstausicherung.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Höchstgrenze Naturkatastrophen im Standardschutz | meist 3.000 bis 7.500 Euro je Schaden |
| Höchstgrenze mit erweitertem Schutz | etwa 30.000 bis 40.000 Euro je Schaden |
| Einfache Rückstauklappe, nur Material | ab etwa 95 Euro |
| Einbau durch einen Fachbetrieb, nur Arbeit | etwa 500 bis 800 Euro |
| Nachrüstung mit Einbau, üblicher Fall | etwa 1.500 bis 2.500 Euro, in schwierigen Fällen über 7.000 Euro |
Richtwerte, Stand September 2026. Die Einbaukosten stammen aus Kostenbeispielen aus dem deutschsprachigen Raum und können in Österreich abweichen. Die Kosten einer Hebeanlage und die jährliche Wartung mit etwa 100 bis 250 Euro sind Richtwert aus der Angebotspraxis. Ihre Deckung hängt von der Polizze ab; das genaue Angebot holen wir ein.
Rechenbeispiel
Ein Gewitter überlastet den Ortskanal, 20 Zentimeter Abwasser stehen im Hobbyraum und in der Waschküche. Die Rückstauklappe ist gewartet.
| Estrich trocknen, Böden und Wände erneuern | etwa 15.000 Euro |
| Heizung und Elektrik im Keller | etwa 6.000 Euro |
| Waschmaschine, Trockner, Möbel | etwa 4.000 Euro |
| Leistung im Standardschutz, Grenze 7.500 Euro | 7.500 Euro |
| Leistung mit erweitertem Schutz, Grenze 30.000 Euro | 25.000 Euro abzüglich Selbstbehalt |
Im Standardschutz bleiben rund 17.500 Euro bei Ihnen, mit erweitertem Schutz nur der Selbstbehalt. Die Schadenhöhen sind ein Richtwert aus der Angebotspraxis.
Bei Starkregen oder Hochwasser ist das öffentliche Kanalnetz schnell voll. Das Abwasser drückt dann durch die Hausleitungen zurück und tritt aus Bodenabläufen, Kellerduschen oder Waschbecken aus, die tiefer liegen als die sogenannte Rückstauebene.
Viele Versicherer ordnen diesen Schaden den außergewöhnlichen Naturereignissen zu, gemeinsam mit Überschwemmung, Vermurung und Lawine. Das ist wichtig, weil dafür eigene Höchstgrenzen gelten, die weit unter der Versicherungssumme liegen. Eine normale Leitungswasserdeckung hilft hier in der Regel nicht, sie ist für geplatzte Rohre im Haus gedacht.
| Fall | Zahlt die Versicherung? |
|---|---|
| Kanal läuft bei Gewitter über, Wasser kommt aus dem Bodenablauf | ja, wenn Rückstau in der Polizze steht, bis zur Höchstgrenze |
| Rückstau steht nicht in der Polizze | meist nein |
| Rückstausicherung fehlt oder war nicht gewartet | Kürzung oder Ablehnung möglich |
| Verstopfte Hausleitung ohne Unwetter | kein Naturereignis, allenfalls ein Leitungswasserschaden |
| Wasser läuft über die Kellertreppe herein | Überschwemmung, im selben Naturkatastrophenpaket |
Im Standardschutz ist die Leistung für Naturkatastrophen oft auf einige tausend Euro begrenzt. Ein ausgebauter Keller mit Estrich, Heizung und Waschküche kostet nach einem Rückstau schnell 20.000 Euro und mehr.
Mit erweitertem Schutz steigt die Grenze auf etwa 30.000 bis 40.000 Euro. Prüfen Sie außerdem, ob der Betrag je Schaden oder je Jahr gilt und ob Eigenheim und Haushalt getrennte Grenzen haben.
In Österreich muss sich jeder Hausbesitzer selbst gegen Rückstau aus dem öffentlichen Kanal schützen. Die ÖNORM B 2501 legt dafür die Rückstauebene fest, meist 15 Zentimeter über dem nächsten Kanalschacht. Abläufe darunter brauchen eine Sicherung.
Eine Rückstauklappe ist nur für untergeordnete Abläufe wie Bodenabläufe gedacht. Für Toiletten und anderes fäkalienhaltiges Abwasser verlangt die Norm eine Hebeanlage oder einen Verschluss mit eigener Pumpe. Die Klappen müssen gewartet werden: zweimal im Jahr durch Fachleute, dazu monatlich durch Sie selbst. Fehlt die Sicherung oder war sie verschmutzt, kann der Versicherer kürzen oder ablehnen.
Liegen alle Abläufe, Toiletten und Duschen über der Rückstauebene, kann kein Abwasser zurückdrücken. Das gilt oft für Häuser ohne Keller oder mit trockenem Keller ohne Wasseranschluss.
Den Naturkatastrophenschutz kann es trotzdem brauchen, wegen Überschwemmung von außen. Für eine Wohnung im Obergeschoß spielt Rückstau praktisch keine Rolle.
Der Kanalbetreiber haftet in der Regel nicht, wenn die Sicherung am Haus fehlt. Nach einem großen Unwetter können Sie über die Gemeinde eine Beihilfe aus dem Katastrophenfonds beantragen. Sie ersetzt aber nur einen Teil des Schadens, die Sätze bestimmt jedes Bundesland, und angerechnet wird, was die Versicherung zahlt.
Fragen und Antworten
In der Regel nicht. Rückstau durch Unwetter zählt bei den meisten Versicherern zu den Naturkatastrophen und braucht eine eigene Deckung oder Klausel.
Wenn Abläufe unter der Rückstauebene liegen, ja. Jeder Hausbesitzer muss sich selbst schützen, und ohne Sicherung kann der Versicherer die Leistung kürzen oder verweigern.
Zweimal im Jahr durch Fachleute, dazu einmal im Monat eine Funktionsprobe durch Sie. Heben Sie die Nachweise auf.
Selten. Der Schutz gegen Rückstau ist Sache des Eigentümers. Bei großen Unwettern kann eine Beihilfe aus dem Katastrophenfonds einen Teil ersetzen.
Ihre Möbel und Geräte sind über die Haushaltsversicherung versichert, wenn sie Rückstau einschließt. Für die Sicherung am Haus sorgt der Eigentümer.
So hoch wie der realistische Schaden im Keller. Bei einem ausgebauten Keller reichen einige tausend Euro selten, erweiterte Pakete bieten etwa 30.000 bis 40.000 Euro.
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Alles zur Versicherung: Naturkatastrophen
Zahlt der Staat, wenn mein Haus überflutet wird?
Zahlt die Versicherung in Österreich bei Starkregen und Überschwemmung?
Ja, aber meist nur bis zu einer festen Summe. Sturm und Hagel sind voll gedeckt, außergewöhnliche Naturereignisse wie …
Was gilt als Naturkatastrophe und was ist in Österreich versichert?
Sturm, Hagel, Schneedruck und Steinschlag sind in der Eigenheim- und Haushaltsversicherung immer gedeckt. Hochwasser, …
Was kostet der Schutz vor Hochwasser und Naturkatastrophen in Österreich?
In Eigenheim- und Haushaltsversicherung ist Hochwasser meist nur bis 3.000 oder 7.500 Euro mitversichert. Der erweiter …
Ist Grundwasser im Keller in Österreich versichert?
Meist nicht. In österreichischen Eigenheim- und Haushaltspolizzen ist Grundwasser in der Regel ausgeschlossen oder nur …
NAMMERT Assekuradeur GmbH mit Sitz in Deutschland, Versicherungsmakler mit Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO, Vermittlerregister D-C08Q-TOSD4-37, in Österreich tätig im Rahmen der Dienstleistungsfreiheit. Bei Boots- und Yachtversicherungen sind wir Assekuradeur und nicht Makler. Erstinformation lesen · Stand
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