Alles zur Versicherung: Naturkatastrophen
Zahlt der Staat, wenn mein Haus überflutet wird?
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Kurz gesagt
Sturm, Hagel, Schneedruck und Steinschlag sind in der Eigenheim- und Haushaltsversicherung immer gedeckt. Hochwasser, Überschwemmung, Vermurung, Lawine und Erdbeben gelten als außergewöhnliche Naturereignisse und sind nur begrenzt versichert, in Standardverträgen meist mit 3.000 bis 10.000 Euro. Der erweiterte Schutz bringt je nach Anbieter 20.000 bis 40.000 Euro.
Jahresprämien aus einer Erhebung mit 19 Anbietern für einen Ort ohne Hochwassergefahr in der Steiermark, Juli 2025, jeweils für das gesamte Paket.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Haushaltsversicherung, Standardschutz | etwa 100 bis 187 Euro im Jahr |
| Haushaltsversicherung, erweiterter Naturkatastrophenschutz | etwa 148 bis 250 Euro im Jahr |
| Eigenheimversicherung, Standardschutz | etwa 570 bis 1.389 Euro im Jahr |
| Eigenheimversicherung, erweiterter Schutz | etwa 1.074 bis 1.566 Euro im Jahr |
| Eigenheim in der 30-jährlichen Hochwasserzone, erweitert | rund 1.495 Euro im Jahr, nur ein einziges Angebot |
Richtwerte, Stand September 2026. Die Preise gelten für das gesamte Paket, nicht nur für den Naturkatastrophenteil. Die Schadenhöhen im Rechenbeispiel sind Richtwerte aus der Angebotspraxis. Ihre Prämie hängt von Adresse, Zone, Summe und Selbstbehalt ab; das genaue Angebot holen wir ein.
Rechenbeispiel
Ein Gewitter drückt Wasser und Schlamm in den Keller. So sieht die Rechnung mit Grunddeckung und mit erweitertem Schutz aus.
| Schaden am Gebäude: Estrich, Putz, Heizung, Trocknung | etwa 30.000 Euro |
| Schaden am Haushalt: Möbel, Waschmaschine, Werkzeug | etwa 8.000 Euro |
| Leistung mit Grunddeckung, beide Polizzen zusammen | höchstens etwa 10.000 bis 15.000 Euro |
| Leistung mit erweitertem Schutz in beiden Polizzen | etwa 38.000 Euro, je nach vereinbarter Grenze |
| Mehrprämie für den Ausbau in beiden Polizzen | etwa 100 bis 500 Euro im Jahr, je nach Zone |
Mit Grunddeckung bleiben rund 23.000 bis 28.000 Euro an Ihnen hängen. Mit erweitertem Schutz ist der Schaden weitgehend gedeckt. Rechenbeispiel mit Richtwerten.
Österreich kennt den deutschen Begriff Elementarschaden so nicht. Hier wird unterschieden zwischen gewöhnlichen Naturgefahren, die in jeder Eigenheim- und Haushaltsversicherung stecken, und außergewöhnlichen Naturereignissen, die nur mit einer kleinen Summe oder gegen Aufpreis versichert sind.
Diese Zweiteilung ist der häufigste Grund für Enttäuschungen nach einem Unwetter. In der Polizze steht das Wort Hochwasser, gezahlt wird aber nur bis zu einer Grenze, die viele nie gelesen haben.
| Ereignis | In der Polizze | Beispiel |
|---|---|---|
| Sturm ab etwa 60 km/h | immer gedeckt | der Sturm deckt das Dach ab |
| Hagel | immer gedeckt | Hagelkörner schlagen die Dachflächenfenster ein |
| Schneedruck | immer gedeckt | das Carport bricht unter der Schneelast ein |
| Steinschlag und Felssturz | immer gedeckt | ein Felsbrocken trifft die Hausmauer |
| Hochwasser und Überschwemmung | nur begrenzt oder gegen Aufpreis | der Bach tritt über die Ufer und flutet den Keller |
| Vermurung | nur begrenzt oder gegen Aufpreis | nach Starkregen schiebt sich Schlamm gegen das Haus |
| Lawine | nur begrenzt oder gegen Aufpreis | die Lawine drückt die Hauswand ein |
| Erdbeben | nur begrenzt oder gegen Aufpreis | Risse im Mauerwerk nach einem Beben |
In Standardverträgen ist für außergewöhnliche Naturereignisse meist nur eine Basisdeckung von 3.000 bis 10.000 Euro vorgesehen, oft als Summe auf Erstes Risiko. Das heißt: mehr gibt es auch dann nicht, wenn Ihre Versicherungssumme hoch ist.
Ein Keller mit Heizung, Waschmaschine und Einbauschränken ist nach einem halben Meter Wasser schnell bei 30.000 Euro. Die Lücke tragen Sie selbst, wenn Sie den Schutz nicht erweitert haben.
Der erweiterte Schutz hebt die Grenze je nach Anbieter auf 20.000 bis 40.000 Euro. Ob Sie ihn bekommen, hängt von der Gefahrenzone ab. In stark gefährdeten Lagen bieten ihn nur wenige Versicherer an.
Die Eigenheimversicherung deckt das Gebäude: Mauern, Estrich, Heizung, fest verbaute Technik, Trocknung und Wiederaufbau. Die Haushaltsversicherung deckt die beweglichen Sachen in Wohnung, Haus und Keller.
Beide haben ihre eigene Grenze für Naturkatastrophen. Wer nur eine der beiden erhöht, hat die halbe Lücke geschlossen. Als Mieterin oder Mieter brauchen Sie nur die Haushaltsversicherung, über das Gebäude entscheidet die Eigentümerseite.
Versicherer prüfen die Adresse im Hochwasserrisikosystem HORA. Unterschieden werden Flächen, die statistisch alle 30, alle 100 oder alle 300 Jahre überflutet werden, also HQ30, HQ100 und HQ300.
Je häufiger die Fläche betroffen ist, desto weniger Angebote gibt es und desto höher liegen Prämie und Selbstbehalt. In einer Erhebung aus dem Jahr 2025 gab es in der 30-jährlichen Zone für das Eigenheim nur noch ein einziges Angebot mit erweitertem Schutz, zu rund 1.495 Euro im Jahr.
Sie können die Zone selbst nachsehen, bevor Sie ein Angebot einholen. Das erspart Ihnen böse Überraschungen bei der Annahme.
Was nicht versichert ist, kann über das Land eine Beihilfe aus dem Katastrophenfonds bekommen. Den Antrag stellen Sie über Ihre Gemeinde. Einen Rechtsanspruch gibt es nicht, und Versicherungsleistungen werden angerechnet.
Die Sätze legt jedes Bundesland selbst fest. Salzburg gewährt in der Regel 30 Prozent der Schadenssumme, verlangt einen Mindestschaden von 1.500 Euro und bei privaten Haushalten eine Eigenversicherungssumme von mindestens 15.000 Euro. Niederösterreich hat nach dem Hochwasser 2024 den Satz auf mindestens 50 Prozent angehoben, in Härtefällen bis 80 Prozent.
Planen Sie den Fonds nicht als Ersatz für eine Versicherung ein. Er ist für das gedacht, was übrig bleibt.
Melden Sie den Schaden sofort, halten Sie ihn klein und werfen Sie nichts weg, bevor er aufgenommen ist. Verletzte Anzeige- und Mitwirkungspflichten können dazu führen, dass der Versicherer nichts zahlt.
Wohnen Sie in einer Wohnung im Obergeschoß ohne Kellerabteil, ist Ihr Haushalt kaum bedroht. Dann bringt der erweiterte Naturkatastrophenschutz wenig.
In der 30-jährlichen Zone kann die Prämie so hoch sein, dass bauliche Vorsorge das bessere Geschäft ist: dichte Kellerfenster, eine Rückstauklappe, mobile Schutzwände. Das senkt das Risiko und macht bei manchen Versicherern die Annahme überhaupt erst möglich.
Fragen und Antworten
Nein. Sturm, Hagel, Schneedruck und Steinschlag sind in der Eigenheim- und Haushaltsversicherung immer gedeckt.
Meist 3.000 bis 10.000 Euro, häufig 5.000 Euro auf Erstes Risiko. Die genaue Zahl steht in Ihrer Polizze.
Je nach Anbieter und Zone auf 20.000 bis 40.000 Euro. In stark gefährdeten Lagen bieten das nur wenige Versicherer an.
Nur einen Teil, und nur was nicht versichert ist. Salzburg gewährt in der Regel 30 Prozent, Niederösterreich nach 2024 mindestens 50 Prozent.
In Salzburg wird bei privaten Haushalten eine Eigenversicherungssumme von mindestens 15.000 Euro vorausgesetzt. Andere Länder regeln das eigenständig.
Nein. Rückstau aus dem Kanal ist oft ein eigener Punkt. Prüfen Sie, ob er in Ihrer Polizze eingeschlossen ist.
Im Hochwasserrisikosystem HORA unter hora.gv.at. Dort sehen Sie, ob Ihre Adresse in einer HQ30-, HQ100- oder HQ300-Fläche liegt.
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Zahlt die Versicherung in Österreich bei Starkregen und Überschwemmung?
Ja, aber meist nur bis zu einer festen Summe. Sturm und Hagel sind voll gedeckt, außergewöhnliche Naturereignisse wie …
NAMMERT Assekuradeur GmbH mit Sitz in Deutschland, Versicherungsmakler mit Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO, Vermittlerregister D-C08Q-TOSD4-37, in Österreich tätig im Rahmen der Dienstleistungsfreiheit. Bei Boots- und Yachtversicherungen sind wir Assekuradeur und nicht Makler. Erstinformation lesen · Stand
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