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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen / Pflegevorsorge

Gibt es in Österreich eine staatlich geförderte Pflegeversicherung?

Kurz gesagt

Nein. Eine staatlich geförderte private Pflegeversicherung wie die deutsche Pflege-Bahr gibt es in Österreich nicht, und neue Prämien sind seit 2016 auch nicht mehr steuerlich absetzbar. Der Staat hilft anders: mit Pflegegeld von 206,20 bis 2.214,80 Euro im Monat und bis zu 800 Euro Förderung für eine Betreuung rund um die Uhr. Ein privater Vertrag kostet mit 55 Jahren rund 90 Euro im Monat.

Gibt es in Österreich eine staatlich geförderte Pflegeversicherung?

Was es kostet

Öffentlich genannte Prämien und staatliche Leistungen für Österreich, Stand 2026.

BeispielRichtwert
Private Pflegerente 400 bis 1.600 Euro, Eintrittsalter 25rund 21 Euro im Monat
Private Pflegerente 400 bis 1.600 Euro, Eintrittsalter 35rund 38 Euro im Monat
Private Pflegerente 400 bis 1.600 Euro, Eintrittsalter 55rund 90 Euro im Monat
Pflegegeld Stufe 1 bis 7206,20 bis 2.214,80 Euro im Monat
Förderung 24-Stunden-Betreuungbis zu 800 Euro im Monat

Richtwerte, Stand Oktober 2026.

Die Prämien stammen aus öffentlich genannten Beispielrechnungen,

die Kosten einer Betreuung zu Hause sind ein Richtwert aus der Angebotspraxis.

Ihre Prämie hängt von Alter, Gesundheit und Leistungsstufen ab; das genaue Angebot holen wir ein.

Rechenbeispiel

Pflegestufe 4, Betreuung rund um die Uhr zu Hause

So sieht die Rechnung ohne und mit privater Pflegerente aus.

Kosten der Betreuungetwa 3.000 Euro im Monat
Pflegegeld Stufe 4minus 888,50 Euro
Förderung 24-Stunden-Betreuung, höchstensminus 800 Euro
Verbleibt aus Pension und Ersparnissenrund 1.310 Euro im Monat
Private Pflegerente in dieser Stufezum Beispiel 1.000 Euro im Monat

Ohne privaten Vertrag fehlen rund 1.310 Euro im Monat, mit Vertrag nur noch gut 300 Euro. Eine Förderung für diese Rente gibt es nicht, die Prämie zahlen Sie selbst.

Warum es keine geförderte Variante gibt

In Deutschland zahlt der Staat 5 Euro im Monat zu bestimmten Pflegezusatzverträgen dazu. Ein vergleichbares Modell hat Österreich nicht. Die private Pflegeversicherung ist hier ein ganz normaler Vertrag, den Sie vollständig selbst zahlen.

Auch über die Steuer gibt es keinen Ausgleich mehr. Prämien für Verträge, die ab 2016 abgeschlossen wurden, waren nie als Sonderausgaben absetzbar. Für ältere Verträge endete der Abzug mit dem Jahr 2020.

Wie der Staat stattdessen hilft

Die öffentliche Hand fördert die Pflege selbst, nicht die Vorsorge. Wer mehr als 65 Stunden Pflege im Monat braucht, bekommt Pflegegeld in sieben Stufen. Es ist ein Zuschuss, der die tatsächlichen Kosten nur teilweise deckt.

Für die Betreuung rund um die Uhr zu Hause gibt es zusätzlich bis zu 800 Euro im Monat, wenn zwei selbständige Betreuungskräfte tätig sind. Im Pflegeheim schützt das Land seit 2018 Ihr Vermögen, Pension und Pflegegeld werden aber weitgehend herangezogen.

PflegegeldstufePflegebedarf im MonatBetrag 2026
Stufe 1mehr als 65 Stunden206,20 Euro
Stufe 2mehr als 95 Stunden380,30 Euro
Stufe 3mehr als 120 Stunden592,60 Euro
Stufe 4mehr als 160 Stunden888,50 Euro
Stufe 5mehr als 180 Stunden, außergewöhnlicher Aufwand1.206,90 Euro
Stufe 6mehr als 180 Stunden, dauernde Anwesenheit nötig1.685,40 Euro
Stufe 7mehr als 180 Stunden, Arme und Beine nicht gezielt bewegbar2.214,80 Euro

Was das für Menschen mit Vorerkrankung heißt

Die deutsche Förderung hat einen Vorteil, den Österreich nicht kennt: Dort muss der Anbieter jeden Erwachsenen ohne Gesundheitsfragen annehmen. In Österreich prüft jeder private Tarif Ihre Gesundheit.

Wer bereits schwer krank ist oder Pflegegeld bezieht, bekommt deshalb meist keinen Vertrag mehr. Umso wichtiger ist es, früh und gesund abzuschließen, wenn Sie eine private Pflegerente wollen.

Wann sich ein privater Vertrag trotzdem lohnt

Die Lücke entsteht in Österreich vor allem bei der Pflege zu Hause. Eine Betreuung rund um die Uhr kostet etwa 2.500 bis 3.500 Euro im Monat, und dort greift kein Schutz des Vermögens. Wer im Pflegefall in der eigenen Wohnung bleiben will, profitiert am meisten.

Wer ohnehin ins Heim gehen würde und wenig Vermögen hat, braucht ihn kaum. Dort deckt das System die Kosten, und eine private Rente würde zum großen Teil an den Heimträger fließen.

Schritt für Schritt

  1. Klären, ob Sie im Pflegefall zu Hause bleiben möchten.
  2. Kosten einer Betreuung gegen Pflegegeld, Förderung und Pension rechnen.
  3. Nicht auf eine Förderung warten, die es nicht gibt, sondern gesund abschließen.
  4. Leistung je Pflegegeldstufe festlegen, schon ab Stufe 1 oder 2.
  5. Prämie bis ins hohe Alter durchrechnen.

Checkliste

  • Leistung richtet sich nach den staatlichen Pflegegeldstufen
  • Zahlung schon ab einer niedrigen Stufe
  • Leistung auch bei Demenz
  • Prämienbefreiung im Pflegefall
  • Keine Pflicht, Kosten nachzuweisen
  • Prämie auch nach Anpassungen tragbar

Häufige Fehler

  • Deutsche Ratgeber zur Pflege-Bahr lesen und glauben, die Zulage gäbe es auch hier
  • Prämien in der Arbeitnehmerveranlagung angeben, obwohl sie nicht mehr absetzbar sind
  • Mit dem Abschluss warten, bis Gesundheitsfragen zum Problem werden
  • Mit deutschen Heimkosten rechnen, obwohl in Österreich das Vermögen im Heim geschützt ist

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Kann ich als Österreicher die deutsche Pflege-Bahr abschließen?

Nein. Sie setzt eine Mitgliedschaft in der deutschen Pflegepflichtversicherung voraus, die Sie mit Wohnsitz und Versicherung in Österreich in der Regel nicht haben.

Kann ich die Prämie von der Steuer absetzen?

Nein. Verträge ab 2016 waren nie absetzbar, für ältere endete der Abzug mit 2020.

Wie viel Pflegegeld gibt es 2026?

Je nach Stufe zwischen 206,20 und 2.214,80 Euro im Monat, in Stufe 4 zum Beispiel 888,50 Euro.

Gibt es eine Förderung für die Pflege zu Hause?

Ja, für die Betreuung rund um die Uhr bis zu 800 Euro im Monat, abhängig von Einkommen und Art der Betreuung. Sie fördert die Pflege, nicht die Versicherung.

Was kostet eine private Pflegeversicherung?

Für eine Pflegerente von 400 bis 1.600 Euro je nach Stufe rund 21 Euro mit 25 Jahren und rund 90 Euro mit 55 Jahren im Monat.

Muss ich für das Pflegeheim mein Haus verkaufen?

Nein. Seit 2018 darf das Land für die Heimkosten nicht mehr auf Ihr Vermögen zugreifen.

Quellen

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