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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen / Pflegevorsorge

Ist eine private Pflegeversicherung in Österreich sinnvoll?

Kurz gesagt

Für manche ja, aber seltener als in Deutschland. Im Pflegeheim schützt Österreich Ihr Vermögen, weil der Zugriff darauf seit 2018 abgeschafft ist. Die Lücke entsteht vor allem bei Pflege zu Hause: Das Pflegegeld beträgt 2026 zwischen 206,20 und 2.214,80 Euro im Monat, eine Betreuung rund um die Uhr kostet mehr. Eine private Pflegeversicherung kostet mit 50 Jahren oft 50 bis 100 Euro im Monat.

Ist eine private Pflegeversicherung in Österreich sinnvoll?

Was es kostet

Öffentlich genannte Werte für Österreich, Stand 2026.

BeispielRichtwert
Private Pflegeversicherung, Eintrittsalter 50oft 50 bis 100 Euro im Monat
Pflegegeld Stufe 1 bis Stufe 7206,20 bis 2.214,80 Euro im Monat
Vollbetreuter Heimplatzetwa 2.500 bis 4.500 Euro im Monat

Richtwerte, Stand September 2026. Heimkosten unterscheiden sich stark je Bundesland. Die Höhe der Lücke bei Betreuung zu Hause ist ein Richtwert aus der Angebotspraxis.

Rechenbeispiel

Frau, 78 Jahre, Pflegestufe 4, Betreuung zu Hause

Sie möchte in ihrer Wohnung bleiben und braucht eine Betreuung rund um die Uhr.

Kosten der Betreuungetwa 3.000 Euro im Monat (Richtwert aus der Angebotspraxis)
Pflegegeld Stufe 4rund 900 Euro im Monat
Förderung für die Betreuungeinige hundert Euro im Monat, je nach Einkommen
Pflegetagegeld aus privatem Vertragetwa 1.000 Euro im Monat

Ohne privaten Vertrag fehlen oft über 1.000 Euro im Monat aus Pension und Ersparnissen. Mit Vertrag bleibt die Pflege zu Hause bezahlbar.

Was der Staat zahlt

Wer mehr als 65 Stunden Pflege im Monat braucht, bekommt Pflegegeld. Es gibt sieben Stufen, von 206,20 Euro in Stufe 1 bis 2.214,80 Euro in Stufe 7. Das Pflegegeld ist ein Zuschuss, es deckt die tatsächlichen Kosten nur teilweise.

Im Pflegeheim fließen Pension und Pflegegeld zum größten Teil an den Heimträger. Was fehlt, übernimmt die Sozialhilfe des Landes. Auf Ihr Erspartes, Ihre Wohnung oder Ihr Haus darf dafür nicht mehr zugegriffen werden.

SituationWer zahltIhre Lücke
Pflege im HeimPension, Pflegegeld, Rest das Landklein, Vermögen bleibt geschützt
Pflege zu Hause durch AngehörigePflegegeldVerdienstausfall der Angehörigen
Betreuung rund um die Uhr zu HausePflegegeld und Förderungoft mehrere hundert bis über tausend Euro im Monat
Mobile Dienste, TagesbetreuungPflegegeld, Zuschüsse der Länderje nach Stundenanzahl

Für wen sie sinnvoll ist

Für Menschen, die im Pflegefall möglichst lange zu Hause bleiben wollen und die Kosten einer Betreuung nicht aus Pension und Ersparnissen tragen können. Auch wer Angehörige finanziell entlasten will, damit diese nicht ihre Arbeitszeit kürzen müssen, profitiert.

Sinnvoll ist auch der Wunsch nach Wahlfreiheit: ein Einzelzimmer, ein bestimmtes Heim, zusätzliche Therapie. Das zahlt die öffentliche Hand nicht immer.

Welche Form passt

Am häufigsten ist das Pflegetagegeld oder die Pflegerente: Sie bekommen je nach Pflegegeldstufe einen festen Betrag, den Sie frei verwenden. Wichtig ist, dass sich die Leistung an den staatlichen Pflegegeldstufen orientiert und schon ab einer niedrigen Stufe zahlt.

Die Prämie hängt stark vom Eintrittsalter ab. Mit 40 bekommen Sie deutlich mehr Leistung für dasselbe Geld als mit 60.

Die ehrliche Grenze

Wer ohnehin ins Heim gehen würde und wenig Vermögen hat, braucht sie kaum, denn dort sorgt das System für die Deckung. Wer bereits Pflegegeld bezieht oder schwer krank ist, bekommt meist keinen Vertrag mehr.

Rechnen Sie auch mit Prämienanpassungen über die Jahre. Eine Versicherung, die Sie mit 75 nicht mehr zahlen können, hilft nicht.

Schritt für Schritt

  1. Klären, ob Sie im Pflegefall zu Hause bleiben möchten.
  2. Pension und Ersparnisse gegen die Kosten einer Betreuung rechnen.
  3. Leistung je Pflegegeldstufe festlegen, schon ab Stufe 1 oder 2.
  4. Gesundheitsfragen ehrlich beantworten.
  5. Prämie über die Jahre bis ins hohe Alter durchrechnen.

Checkliste

  • Leistung orientiert sich an den staatlichen Pflegegeldstufen
  • Zahlung schon ab einer niedrigen Stufe
  • Leistung auch bei Demenz
  • Keine Pflicht, Kosten nachzuweisen
  • Prämienbefreiung im Pflegefall

Häufige Fehler

  • Deutsche Zahlen zum Eigenanteil im Heim auf Österreich übertragen
  • Zu spät abschließen, wenn Gesundheitsfragen schon Probleme machen
  • Eine Leistung wählen, die erst ab einer hohen Stufe zahlt

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Muss ich in Österreich mein Haus für das Pflegeheim verkaufen?

Nein. Seit 2018 ist der Zugriff auf das Vermögen für die Kosten der stationären Pflege abgeschafft. Pension und Pflegegeld werden aber weitgehend herangezogen.

Wie viel Pflegegeld gibt es 2026?

Je nach Stufe zwischen 206,20 und 2.214,80 Euro im Monat.

Was kostet eine private Pflegeversicherung?

Mit 50 Jahren oft 50 bis 100 Euro im Monat, je nach Leistung und Anbieter. Früher abgeschlossen ist sie günstiger.

Müssen meine Kinder für das Pflegeheim zahlen?

In Österreich grundsätzlich nicht. Für Ehepartner können je nach Bundesland Regeln zum Unterhalt gelten.

Lohnt sich die Versicherung, wenn ich ins Heim will?

Seltener. Sie lohnt sich vor allem für Pflege zu Hause oder für Wünsche, die die öffentliche Hand nicht zahlt.

Quellen

NAMMERT Versicherungsmakler

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