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Pflegegeldversicherung oder Pflegekostenversicherung: Was passt in Österreich?

Kurz gesagt

In Österreich ist die feste Pflegerente nach Pflegegeldstufe der übliche Weg, und für die meisten ist sie auch die bessere Wahl. Sie bekommen einen vereinbarten Betrag im Monat, frei verwendbar, auch wenn die Familie pflegt. Tarife, die nur belegte Pflegerechnungen ersetzen, sind hier selten und zahlen nichts, wenn Angehörige pflegen.

Pflegegeldversicherung oder Pflegekostenversicherung: Was passt in Österreich?

Was es kostet

Öffentlich genannte Prämien für private Pflegevorsorge in Österreich, Stand 2026.

BeispielRichtwert
Pflegerente 400 bis 1.600 Euro je nach Stufe, Eintrittsalter 25rund 21 Euro im Monat
Pflegerente 400 bis 1.600 Euro je nach Stufe, Eintrittsalter 35rund 38 Euro im Monat
Pflegerente 400 bis 1.600 Euro je nach Stufe, Eintrittsalter 55rund 90 Euro im Monat
Einfacher Einstiegab etwa 30 Euro im Monat
Empfohlene Absicherungetwa 50 bis 100 Euro im Monat

Richtwerte, Stand September 2026, aus öffentlich genannten Beispielrechnungen. Dass reine Kostenersatztarife in Österreich selten sind, ist ein Richtwert aus der Angebotspraxis. Ihre Prämie hängt von Alter, Gesundheit und Leistungsstufen ab; das genaue Angebot holen wir ein.

Rechenbeispiel

Pflegestufe 4 zu Hause, die Tochter pflegt

Vergleich einer Pflegerente, die in Stufe 4 600 Euro zahlt, mit einem Tarif, der nur Rechnungen ersetzt. Beträge je Monat.

Staatliches Pflegegeld Stufe 4888,50 Euro
Private Pflegerente nach Stufe600 Euro, frei verwendbar
Kostenersatz0 Euro, keine Rechnung
Später Betreuung rund um die Uhr: Pflegerenteweiter 600 Euro
Später Betreuung rund um die Uhr: KostenersatzTeil der Rechnung, je nach Tarif

Solange die Familie pflegt, leistet nur die feste Pflegerente. Weil niemand weiß, wie die eigene Pflege verläuft, ist sie für die meisten die sichere Wahl.

Die drei Formen im Überblick

Die meisten Tarife in Österreich zahlen eine feste Pflegerente, sobald die Pensionsversicherung eine bestimmte Pflegegeldstufe zuerkennt. Die Höhe legen Sie beim Abschluss je Stufe fest. Was Sie damit bezahlen, bleibt Ihnen überlassen.

Eine zweite Form zahlt nach Punkten für Tätigkeiten des Alltags wie Waschen, Anziehen oder Essen, unabhängig vom staatlichen Bescheid. Tarife, die wie eine Krankenversicherung nur Rechnungen von Pflegediensten oder Heimen ersetzen, spielen am österreichischen Markt kaum eine Rolle.

MerkmalPflegerente nach StufePunktemodellKostenersatz
Auszahlungfester Betrag je Stufefester Betrag je PunktzahlErstattung gegen Rechnung
Pflege durch Angehörigezahltzahltzahlt nicht
VoraussetzungPflegegeldbescheidGutachten des VersicherersRechnung eines Pflegedienstes oder Heims
Prämieniedrig bis mittelhochje nach Tarif
Angebot in Österreichbreiteinige Anbieterselten

Warum der feste Betrag hier meist besser passt

Die meisten Pflegebedürftigen leben zu Hause und werden von Angehörigen oder einer Betreuungskraft versorgt. Eine Betreuung rund um die Uhr kostet etwa 2.500 bis 3.500 Euro im Monat, dazu gibt es bis zu 800 Euro Förderung und das Pflegegeld.

Eine feste Pflegerente lässt sich für jeden Teil dieser Kosten einsetzen, auch als Ausgleich für die Tochter, die weniger arbeitet. Ein Kostenersatz würde dort oft nichts zahlen, weil keine Rechnung eines Pflegedienstes vorliegt.

Im Heim ist die Frage weniger wichtig

Im Pflegeheim ist Ihr Vermögen seit 2018 geschützt. Reicht Ihr Einkommen nicht, zahlt das Land den Rest, und Ihnen bleibt ein Taschengeld.

Eine private Pflegerente gibt Ihnen dort Spielraum für eigene Wünsche. Ein Kostenersatz würde im Heim ohnehin vor allem das Land entlasten, nicht Sie.

Wann das Punktemodell passen kann

Das Punktemodell zahlt unabhängig davon, wie die staatliche Einstufung ausfällt. Das kann bei Demenz oder bei Einschränkungen helfen, die im Pflegegeldverfahren niedrig bewertet werden.

Der Preis ist hoch. Für die meisten ist eine ausreichend hohe Pflegerente nach Stufe, die schon ab einer niedrigen Stufe zahlt, das bessere Verhältnis von Prämie und Leistung.

Schritt für Schritt

  1. Überlegen, wer Sie im Pflegefall voraussichtlich versorgt: Familie, Betreuungskraft oder Heim.
  2. Lücke zu Hause ausrechnen: Kosten minus Pflegegeld, Förderung und verfügbare Pension.
  3. Pflegerente je Stufe so wählen, dass sie schon ab Stufe 2 oder 3 zahlt.
  4. Prüfen, ob ein Punktemodell den Mehrpreis für Sie wert ist.
  5. Nur eine Prämie wählen, die Sie auch in der Pension zahlen können.

Checkliste

  • Leistung auch bei Pflege durch Angehörige
  • Zahlung schon ab einer niedrigen Pflegegeldstufe
  • Leistung bei Demenz ohne Einschränkung
  • Prämienbefreiung im Pflegefall
  • Anpassung der Leistung an die Teuerung möglich

Häufige Fehler

  • Deutsche Vergleiche zwischen Tagegeld und Kostenversicherung eins zu eins übernehmen
  • Nur die Leistung in Stufe 7 vergleichen, die wenige erreichen
  • Einen Tarif wählen, der erst ab Stufe 4 zahlt
  • Für das Heim vorsorgen, obwohl dort das Vermögen ohnehin geschützt ist

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Gibt es in Österreich eine Pflegekostenversicherung?

Reine Kostenersatztarife sind selten. Üblich ist eine feste Pflegerente nach Pflegegeldstufe.

Zahlt die private Pflegerente, wenn meine Familie mich pflegt?

Ja, sie zahlt den vereinbarten Betrag unabhängig davon, wer pflegt.

Was ist das Punktemodell?

Der Versicherer bewertet selbst, bei welchen Tätigkeiten des Alltags Sie Hilfe brauchen, und zahlt nach Punkten. Das ist unabhängig vom Pflegegeldbescheid, aber deutlich teurer.

Wird die private Pflegerente auf das Pflegegeld angerechnet?

Nein, das staatliche Pflegegeld wird unabhängig davon gezahlt.

Wächst die Pflegerente mit der Teuerung?

Nur wenn eine Anpassung vereinbart ist. Dann steigen Leistung und Prämie in festen Abständen.

Quellen

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