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Was kostet ein Pflegeheim in Österreich und wer zahlt?

Kurz gesagt

Ein Heimplatz kostet in Oberösterreich meist 150 bis 180 Euro am Tag, also rund 4.500 bis 5.500 Euro im Monat. Bezahlt wird mit bis zu 80 Prozent Ihrer Pension und 80 Prozent des Pflegegelds, den Rest übernimmt das Land. Ihr Vermögen darf dafür seit 2018 nicht mehr herangezogen werden, Ihre Kinder zahlen ebenfalls nichts.

Was kostet ein Pflegeheim in Österreich und wer zahlt?

Was es kostet

Tarife und staatliche Leistungen für Österreich, Stand 2026.

BeispielRichtwert
Tagsatz Alten- und Pflegeheim, Oberösterreichetwa 150 bis 180 Euro am Tag
Heimkosten im Monatrund 4.500 bis 5.500 Euro
Pflegegeld Stufe 1 bis 7206,20 bis 2.214,80 Euro im Monat
Taschengeld aus dem Pflegegeld59,26 Euro im Monat
Betreuung rund um die Uhr zu Hauseetwa 2.500 bis 3.500 Euro im Monat

Werte aus den genannten Quellen, Stand September 2026. Die Tarife anderer Bundesländer und einzelner Heime weichen ab. Das Rechenbeispiel ist gerundet; die Aufteilung zwischen Ihnen und dem Land ist ein Richtwert aus der Angebotspraxis, weil die Länder im Detail unterschiedlich rechnen.

Rechenbeispiel

Pflegestufe 4, Pension 1.500 Euro netto, Heim mit 150 Euro Tagsatz

So teilt sich die Monatsrechnung, wenn das Einkommen nicht reicht und das Land den Rest übernimmt. Beträge gerundet.

Heimrechnung im Monatetwa 4.560 Euro
80 Prozent der Pension1.200 Euro
80 Prozent des Pflegegelds Stufe 4710,80 Euro
Übernimmt das Landetwa 2.650 Euro
Bleibt Ihnen im Monat300 Euro plus 59,26 Euro Taschengeld

Ihr Erspartes bleibt unangetastet, zum Leben bleiben aber rund 360 Euro im Monat plus Urlaubs- und Weihnachtsgeld.

Wie sich die Heimrechnung zusammensetzt

Die Heimrechnung besteht aus einem Grundtarif für Wohnen, Verpflegung und Betreuung und einem Zuschlag für die Pflege, der sich nach der Pflegegeldstufe richtet. Die Tarife legt jedes Bundesland selbst fest, deshalb unterscheiden sie sich deutlich.

Private Heime ohne Vertrag mit dem Land verlangen oft mehr. Ob das Land dort die Differenz übernimmt, sollten Sie vor dem Einzug klären.

PflegegeldstufePflegegeld im Monat 2026
Stufe 1206,20 Euro
Stufe 2380,30 Euro
Stufe 3592,60 Euro
Stufe 4888,50 Euro
Stufe 51.206,90 Euro
Stufe 61.685,40 Euro
Stufe 72.214,80 Euro

Was Sie selbst zahlen

Reicht Ihr Einkommen nicht für die volle Rechnung, zahlt die Sozialhilfe des Landes den Rest. Dafür geben Sie bis zu 80 Prozent Ihrer Pension ab. Vom Pflegegeld gehen höchstens 80 Prozent direkt an den Kostenträger, der Rest ruht bis auf ein Taschengeld.

Ihnen bleiben 20 Prozent der Pension, das Urlaubs- und Weihnachtsgeld und 10 Prozent des Pflegegelds der Stufe 3, derzeit 59,26 Euro im Monat. Wer eine hohe Pension hat, zahlt die Rechnung aus dem Einkommen selbst.

Warum Ihr Vermögen geschützt ist

Seit 1. Jänner 2018 ist der Pflegeregress abgeschafft. Ersparnisse, Wohnung oder Haus der Heimbewohner dürfen nicht mehr für die Heimkosten verwertet werden. Das gilt auch für Angehörige, Erben und Beschenkte.

Das ist ein großer Unterschied zu Deutschland. Deutsche Zahlen zum Eigenanteil im Heim lassen sich deshalb nicht auf Österreich übertragen.

Wo trotzdem Lücken bleiben

Die Lücke liegt in Österreich weniger im Heim als zu Hause. Eine Betreuung rund um die Uhr kostet etwa 2.500 bis 3.500 Euro im Monat, und dort gilt kein Schutz des Vermögens. Wer zu Hause gepflegt werden möchte, zahlt das aus Pension, Pflegegeld, Förderung und Ersparnissen.

Im Heim bleiben Ihnen nur wenige hundert Euro im Monat. Wünsche wie ein Einzelzimmer in einem bestimmten Haus, Friseur oder Fußpflege müssen davon bezahlt werden.

Wann eine private Pflegeversicherung trotzdem hilft

Eine private Pflegegeldversicherung zahlt eine feste Monatsrente, die nicht an das Heim geht. Sie hilft vor allem, länger zu Hause zu bleiben, und gibt im Heim Spielraum für eigene Wünsche.

Nicht nötig ist sie, wenn Sie ohnehin ins Heim gehen würden und mit dem Taschengeld zufrieden sind. Ihr Vermögen schützt dort bereits das Gesetz.

Schritt für Schritt

  1. Pflegegeld bei der Pensionsversicherung beantragen oder erhöhen lassen.
  2. Heimplatz über die Sozialberatung Ihrer Gemeinde oder des Bezirks suchen.
  3. Klären, ob das Wunschheim einen Vertrag mit dem Land hat.
  4. Antrag auf Kostenübernahme stellen, bevor Sie einziehen.
  5. Durchrechnen, was Ihnen im Monat bleibt, und ob das für Ihre Wünsche reicht.

Checkliste

  • Pflegegeldbescheid mit aktueller Stufe vorhanden
  • Heimvertrag und Tarif des Hauses gelesen
  • Kostenübernahme durch das Land beantragt
  • Wissen, welche Zusatzleistungen extra kosten
  • Pflege zu Hause als Alternative durchgerechnet

Häufige Fehler

  • Deutsche Eigenanteile auf Österreich übertragen und sich unnötig Sorgen um das Haus machen
  • Vermögen vorsorglich verschenken, obwohl es im Heim ohnehin geschützt ist
  • Die Kosten der Pflege zu Hause unterschätzen, dort gilt kein Vermögensschutz
  • Ein privates Heim wählen, ohne die Kostenübernahme vorher zu klären

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Muss ich mein Haus verkaufen, wenn ich ins Pflegeheim komme?

Nein. Seit 2018 darf Ihr Vermögen nicht mehr für die Heimkosten herangezogen werden.

Müssen meine Kinder für das Pflegeheim zahlen?

Nein, auch der Zugriff auf Angehörige, Erben und Beschenkte ist seit 2018 verboten.

Wie viel Pension bleibt mir im Heim?

20 Prozent der Pension und die Sonderzahlungen, dazu ein Taschengeld von derzeit 59,26 Euro aus dem Pflegegeld.

Was kostet ein Pflegeheim in Wien?

Die Tarife legt jedes Land selbst fest. Fragen Sie beim Fonds Soziales Wien nach dem aktuellen Tarif des Hauses.

Bekomme ich im Heim weiter Pflegegeld?

Höchstens 80 Prozent gehen an den Kostenträger, Sie erhalten das Taschengeld, der Rest ruht.

Lohnt sich eine private Pflegeversicherung, wenn das Vermögen geschützt ist?

Für das Heim allein selten. Sie lohnt sich vor allem, wenn Sie zu Hause gepflegt werden möchten.

Quellen

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