Alles zur Versicherung: Private Krankenversicherung
Brauche ich in Österreich eine private Krankenversicherung?
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Kurz gesagt
Gibt es einen Beitragsentlastungstarif in der PKV in Österreich? Das österreichische Recht sieht dafür nichts Eigenes vor, und das VersVG kennt keinen Pflichtzuschlag wie den deutschen 10 Prozent Zuschlag. Dafür schützt § 178f VersVG: Die Prämie darf nicht allein wegen des Älterwerdens steigen. Das Alter beim Abschluss ist deshalb der wichtigste Hebel.
Prämien in Österreich und eine Beispielrechnung.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Volle Sonderklasse, 30 Jahre | ab 80 Euro im Monat |
| Privatarztversicherung | ab 35 Euro im Monat |
| Indexanpassung 3 Prozent pro Jahr auf 100 Euro, nach 10 Jahren | etwa 134 Euro im Monat |
Stand Oktober 2026.
Prämien laut Quelle; die Indexrechnung ist ein Rechenbeispiel.
Rechenbeispiel
Die Prämie ist seit Abschluss nur durch Indexanpassungen gestiegen, nicht durch das Alter.
| Prämie bei Abschluss, angenommen | 80 Euro |
| Erhöhung wegen Alters | unzulässig |
| Indexanpassungen über 30 Jahre, angenommen 2 Prozent | etwa 145 Euro |
Die Prämie steigt mit dem Index, nicht mit dem Lebensalter; einen Beitragsentlastungstarif braucht es dafür nicht.
In Deutschland soll der Beitragsentlastungstarif die Prämie im Alter senken. In Österreich setzt das Gesetz früher an: Nach § 178f VersVG darf eine Anpassung nicht vereinbart werden, die nur vom Älterwerden oder von Ihrer verschlechterten Gesundheit abhängt.
Prämien dürfen sich nur nach festgelegten Faktoren ändern, etwa einem Index, der Lebenserwartung, der Häufigkeit und den Kosten der Leistungen im Tarif oder geänderten Spitalsentgelten.
| Faktor | Erlaubt als Anpassungsgrund |
|---|---|
| Älterwerden des Versicherten | nein |
| Verschlechterte Gesundheit | nein |
| Vereinbarter Index | ja |
| Leistungshäufigkeit und Kosten im Tarif | ja |
| Entgelte der Spitäler | ja |
Früh abschließen, denn das Eintrittsalter bestimmt die Prämie über die gesamte Laufzeit. Bei einer Erhöhung können Sie verlangen, den Vertrag mit höchstens gleicher Prämie und angemessen geänderten Leistungen fortzusetzen (§ 178f Abs. 3 VersVG).
Ein Selbstbehalt senkt die Prämie, und ein Gruppenvertrag über Dienstgeber oder Kammer kann günstiger sein. Ob ein Versicherer zusätzlich einen Beitragsentlastungstarif anbietet, fragen Sie im Angebot nach.
Wer im Ruhestand mit steigenden Prämien wegen Indexanpassungen rechnet, kann selbst ansparen. Das ist flexibler als ein Beitragsentlastungstarif in der PKV, aber ohne Garantie.
Fragen und Antworten
Nein.
Das verbietet § 178f VersVG, mit einer Ausnahme für Kinder und Jugendprämien.
Wegen der vereinbarten Faktoren, etwa Index, Leistungskosten oder Spitalsentgelte.
Die Fortsetzung mit höchstens gleicher Prämie und angemessen geänderten Leistungen verlangen.
Ja,
das Gesetz verbietet sogar, eine unzureichend kalkulierte Alterungsrückstellung durch
Prämienerhöhungen auszugleichen.
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