Alles zur Versicherung: Private Krankenversicherung
Brauche ich in Österreich eine private Krankenversicherung?
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Kurz gesagt
In Österreich brauchen sie Selbstständige am ehesten: Die SVS zahlt ohne Zusatzversicherung erst bei mehr als 42 Tagen Krankheit 40,04 Euro am Tag, dann rückwirkend ab dem 4. Tag. Angestellte bekommen 6 bis 12 Wochen ihr Entgelt weiter, danach Krankengeld der ÖGK von 50 Prozent, ab dem 43. Tag 60 Prozent der Bemessungsgrundlage. Für sie ist eine private Krankengeldversicherung meist verzichtbar.
Beiträge und Leistungen der SVS-Zusatzversicherung und der Unterstützungsleistung, Werte 2026.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| SVS-Zusatzversicherung, Mindestbeitrag | 30,77 Euro im Monat für 11,02 Euro am Tag |
| SVS-Zusatzversicherung, Beitragsgrundlage 3.000 Euro | 75 Euro im Monat für 60 Euro am Tag |
| SVS-Zusatzversicherung, Beitragsgrundlage 4.000 Euro | 100 Euro im Monat für 80 Euro am Tag |
| SVS-Zusatzversicherung, Höchstbeitragsgrundlage | 202,13 Euro im Monat für 161,70 Euro am Tag |
| Unterstützungsleistung der SVS | 40,04 Euro am Tag, höchstens 20 Wochen |
Werte 2026 der SVS.
Prämien privater Krankengeldversicherungen hängen von Alter, Beruf, Tagessatz und Beginn ab und werden kaum veröffentlicht;
das genaue Angebot holen wir ein.
Das Rechenbeispiel ist ein Richtwert aus der Angebotspraxis.
Rechenbeispiel
Eine Grafikerin fällt nach einer Bandscheibenoperation aus. So viel kommt bei sechs und bei acht Wochen Krankheit an.
| 42 Tage krank, ohne Zusatzversicherung | 0 Euro |
| 42 Tage krank, mit Zusatzversicherung (39 Tage × 60 Euro) | 2.340 Euro |
| 56 Tage krank, Unterstützungsleistung (53 Tage × 40,04 Euro) | 2.122,12 Euro |
| 56 Tage krank, zusätzlich aus der Zusatzversicherung (53 Tage × 60 Euro) | 3.180 Euro |
| Beitrag zur Zusatzversicherung im Jahr | 900 Euro |
Ohne Zusatzversicherung hängt alles daran, ob die Krankheit länger als 42 Tage dauert. Mit ihr fließt ab dem 4. Tag Geld. Sind die Fixkosten höher als 60 Euro am Tag, schließt ein privater Tagessatz den Rest.
Wer angestellt ist, bekommt bei Krankheit zuerst das Entgelt vom Arbeitgeber: sechs Wochen voll, nach längerer Betriebszugehörigkeit bis zu zwölf Wochen, danach einige Wochen die Hälfte. Erst dann zahlt die ÖGK Krankengeld in voller Höhe, 50 Prozent der Bemessungsgrundlage und ab dem 43. Krankheitstag 60 Prozent.
Selbstständige haben keinen Arbeitgeber, der einspringt. Genau hier liegt die Lücke, für die eine private Krankengeldversicherung gedacht ist.
| Ihre Lage | Was ohne Vorsorge passiert | Unsere Einschätzung |
|---|---|---|
| Angestellt, Gehalt unter der Höchstbeitragsgrundlage | erst Entgelt, dann 50 bis 60 Prozent Krankengeld | meist verzichtbar, Rücklage reicht oft |
| Angestellt, Gehalt deutlich darüber | Krankengeld nur bis zur Obergrenze | Aufstockung prüfen |
| Selbstständig, SVS ohne Zusatzversicherung | bis 42 Tage nichts, danach 40,04 Euro am Tag | unbedingt vorsorgen |
| Selbstständig, mit SVS-Zusatzversicherung | 60 Prozent der Beitragsgrundlage ab dem 4. Tag | privat nur bei höherem Bedarf |
| Selbstständig mit niedriger Beitragsgrundlage | Zusatzversicherung zahlt ab 11,02 Euro am Tag | privat ergänzen, wenn Fixkosten hoch sind |
Die Unterstützungsleistung der SVS gibt es nur, wenn Sie länger als 42 Tage durchgehend arbeitsunfähig sind. Dann wird sie rückwirkend ab dem 4. Tag gezahlt. Wer genau sechs Wochen ausfällt, bekommt also nichts, wer sieben Wochen ausfällt, bekommt alles ab dem 4. Tag.
Mit 40,04 Euro am Tag deckt die Leistung bei den meisten nicht einmal Miete und laufende Betriebskosten. Und sie endet nach 20 Wochen je Krankheit.
Die freiwillige Zusatzversicherung der SVS hat einen großen Vorteil: Sie fragt nicht nach Ihrer Gesundheit. Sie zahlt 60 Prozent Ihrer täglichen Beitragsgrundlage ab dem 4. Tag, höchstens 26 Wochen je Krankheit. Abschließen müssen Sie vor dem 60. Geburtstag, und es gilt eine Wartezeit von sechs Monaten.
Ihre Grenze: Die Leistung hängt an der Beitragsgrundlage, nicht an Ihren Kosten. Wer anfangs wenig Gewinn meldet, bekommt wenig. Eine private Krankengeldversicherung erlaubt einen frei gewählten Tagessatz und einen späteren Beginn, verlangt aber Gesundheitsfragen. Oft ist die Kombination am sinnvollsten.
Krankengeld gibt es nur bei Arbeitsunfähigkeit, die ein Arzt bestätigt. Melden Sie sie bei der SVS rechtzeitig, sonst zahlt die Kasse erst ab der Meldung.
Krankengeld überbrückt Wochen und Monate. Für eine Krankheit, die Sie dauerhaft aus dem Beruf nimmt, braucht es eine Berufsunfähigkeitsversicherung.
Fragen und Antworten
Ab dem 4. Tag der Arbeitsunfähigkeit. Solange der Arbeitgeber das volle Entgelt zahlt, ruht das Krankengeld, bei halbem Entgelt zur Hälfte.
50 Prozent der Bemessungsgrundlage, ab dem 43. Tag 60 Prozent. Die Bemessungsgrundlage ist bei der Höchstbeitragsgrundlage von 6.930 Euro im Monat gedeckelt.
Ohne Zusatzversicherung eine Unterstützungsleistung von 40,04 Euro am Tag, wenn die Arbeitsunfähigkeit länger als 42 Tage dauert und Sie weniger als 25 Mitarbeitende haben.
Nein. Sie muss vor dem 60. Geburtstag beginnen, und Krankengeld gibt es erst sechs Monate nach Beginn.
Ja. Dauert die Krankheit länger als 42 Tage, zahlt die SVS beides nebeneinander.
Meist nicht, solange das Gehalt unter der Höchstbeitragsgrundlage liegt und eine kleine Rücklage da ist. Bei deutlich höherem Gehalt kann eine Aufstockung sinnvoll sein.
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