Alles zur Versicherung: Betriebliche Vorsorge
Muss ich als Arbeitgeber in Österreich eine Betriebspension anbieten?
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Kurz gesagt
Was passiert mit der Firmenpension bei einem Jobwechsel? Ihre Eigenbeiträge bleiben immer Ihnen, Arbeitgeberbeiträge an eine Pensionskasse spätestens nach drei Jahren. Beim Ausscheiden wählen Sie: beitragsfrei stehen lassen, zur Pensionskasse des neuen Arbeitgebers übertragen oder, bis 16.500 Euro, abfinden lassen. Entscheiden Sie nicht binnen sechs Monaten, wird der Vertrag beitragsfrei gestellt.
Grenzen und Fristen beim Jobwechsel in Österreich, Stand 2026.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Höchste Wartezeit für Arbeitgeberbeiträge an die Pensionskasse | 3 Jahre ab Beginn der Beitragszahlung |
| Frist für Ihre Wahl nach dem Ausscheiden | 6 Monate |
| Abfindung aus der Pensionskasse möglich bis | 16.500 Euro Guthaben |
| Abfertigung neu, Auszahlung erst ab | 36 Beitragsmonaten und nicht bei Selbstkündigung |
| Lohnsteuer auf ausgezahlte Abfertigung neu | 6 Prozent |
Grenzen nach Betriebspensionsgesetz, Pensionskassengesetz und Einkommensteuergesetz, Wert 2026.
Ob bei einer Übertragung Kosten anfallen, hängt von den Kassen ab; das prüfen wir im Einzelfall.
Keine Steuerberatung.
Rechenbeispiel
So prüfen Sie, welche Wege Ihnen bleiben.
| Arbeitgeberbeitrag 2 Prozent von 3.000 Euro, 14 mal im Jahr | 840 Euro im Jahr |
| Eigenbeitrag mit Prämie | 500 Euro im Jahr |
| Guthaben laut Kontoauszug, Beispiel | 8.600 Euro |
| Länger als drei Jahre dabei? | ja, alles unverfallbar |
| Unter 16.500 Euro? | ja, Abfindung wäre möglich |
Sie können abfinden lassen, verlieren dann aber die Prämien und zahlen Steuer auf den Arbeitgeberteil. Ohne Pensionskasse beim neuen Betrieb ist das beitragsfreie Stehenlassen oder die Übertragung in eine Kollektivversicherung meist die bessere Wahl.
Was Sie selbst in eine Pensionskasse oder betriebliche Kollektivversicherung eingezahlt haben, gehört Ihnen von Anfang an. Für die Beiträge des Arbeitgebers kann die Zusage eine Wartezeit vorsehen. Nach dem Betriebspensionsgesetz darf sie höchstens drei Jahre ab Beginn der Beitragszahlung betragen.
Endet das Dienstverhältnis vorher, kann der Arbeitgeberteil verfallen. Ausnahmen gelten etwa bei Insolvenz oder Schließung des Betriebs.
Bei einer direkten Leistungszusage, bei der die Firma die Pension selbst zahlt, gelten eigene Regeln. Lassen Sie sich dort den unverfallbaren Betrag schriftlich nennen.
Nach dem Ausscheiden haben Sie sechs Monate Zeit. Treffen Sie keine Wahl, wird Ihr Guthaben beitragsfrei gestellt und weiter veranlagt.
| Weg | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|
| Beitragsfrei stehen lassen | kein Aufwand, Geld bleibt veranlagt | Verwaltungskosten laufen weiter, viele kleine Konten |
| Übertragung in die Pensionskasse des neuen Arbeitgebers | ein Konto, Beiträge laufen weiter | nur möglich, wenn der neue Betrieb eine hat |
| Übertragung in eine betriebliche Kollektivversicherung | Garantiezins und feste Rechnungsgrundlagen | meist geringere Ertragschance |
| Weiterführen mit eigenen Beiträgen | Vertrag bleibt erhalten | Beiträge aus dem Netto, nur unter Bedingungen |
| Abfindung bis 16.500 Euro | Geld sofort verfügbar | Prämien müssen zurück, Vorsorge ist weg |
Liegt Ihr Guthaben 2026 bei höchstens 16.500 Euro, können Sie es sich auszahlen lassen. Haben Sie für Eigenbeiträge die staatliche Prämie erhalten, fordert das Finanzamt sie dann zurück.
Die Auszahlung ist nicht steuerfrei. Was aus Arbeitgeberbeiträgen stammt, wird als Bezug versteuert, für Pensionsabfindungen bis zu dieser Grenze gilt der halbe Steuersatz.
Die Bundesregierung will die Abfindungsgrenze beim Jobwechsel künftig senken und zum Pensionsantritt auf 20.000 Euro anheben. Bis das Gesetz geändert ist, gilt der heutige Wert.
Die Abfertigung neu ist keine Firmenpension, wird beim Wechsel aber oft verwechselt. Ihr Arbeitgeber zahlt 1,53 Prozent des Bruttogehalts in eine Vorsorgekasse.
Kündigen Sie selbst, gibt es keine Auszahlung. Das Guthaben bleibt veranlagt und wächst beim nächsten Arbeitgeber weiter. Kündigt der Arbeitgeber und haben Sie mindestens 36 Beitragsmonate, auch bei mehreren Firmen, können Sie es auszahlen lassen. Dann fallen 6 Prozent Lohnsteuer an.
Statt der Auszahlung können Sie das Geld weiter veranlagen oder steuerfrei in eine Pensionskasse übertragen, wenn Sie dort schon Ansprüche haben. Die Pension daraus ist steuerfrei.
Hat Ihr Arbeitgeber bis 300 Euro im Jahr in eine Zukunftssicherung gezahlt, läuft die Versicherung meist auf Sie. Sie können sie privat weiterzahlen, beitragsfrei stellen oder zurückkaufen.
Ein Rückkauf beim Ende des Dienstverhältnisses löst keine Nachversteuerung der gesparten Lohnsteuer aus. Der Rückkaufswert liegt in den ersten Jahren aber oft unter der Summe der Prämien.
Fragen und Antworten
Eigenbeiträge nicht. Arbeitgeberbeiträge an eine Pensionskasse nur, wenn die Wartezeit von höchstens drei Jahren noch nicht erfüllt ist.
Nein. Eine Übertragung in seine Pensionskasse geht nur, wenn er eine hat. Sonst bleibt das Guthaben beitragsfrei in der alten Kasse oder Sie wählen eine Kollektivversicherung.
Bei der Pensionskasse nur bis 16.500 Euro Guthaben, Stand 2026. Die Abfertigung neu nur, wenn nicht Sie gekündigt haben und mindestens 36 Beitragsmonate vorliegen.
Sie bleibt in der Vorsorgekasse, wird weiter veranlagt und beim nächsten Arbeitgeber weiter bespart. Ausgezahlt wird sie bei einem späteren berechtigenden Ende oder zur Pension.
Ihre Ansprüche bleiben bestehen. Eine Übertragung in ein ausländisches System ist in der Regel nicht vorgesehen, das Guthaben ruht dann beitragsfrei.
Die Abfindungsgrenze beim Jobwechsel soll sinken, alte Konten der Vorsorgekasse sollen automatisch zusammengeführt werden. In Kraft ist das erst, wenn das Gesetz beschlossen ist.
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