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Was kostet Zahnersatz in Österreich und was zahlt die ÖGK?

Kurz gesagt

Eine Krone kostet in Österreich meist 800 bis 1.500 Euro, ein Implantat mit Krone 2.500 bis 4.000 Euro, eine Vollprothese 1.000 bis 2.000 Euro. Die ÖGK zahlt Kronen, Brücken und Implantate in der Regel gar nicht. Bei herausnehmbaren Prothesen übernimmt sie den Großteil, seit 1. Mai 2026 zahlen Sie 20 oder 30 Prozent der Tarifkosten selbst.

Was kostet Zahnersatz in Österreich und was zahlt die ÖGK?

Was es kostet

Öffentlich genannte Kosten und Kassenleistungen für Österreich, Stand 2026.

BeispielRichtwert
Krone Metallkeramik, Richtwert der Zahnärztekammerrund 970 Euro
Vollkeramikkroneetwa 800 bis 1.500 Euro
Implantat mit Kroneetwa 2.500 bis 4.000 Euro
Vollprotheseetwa 1.000 bis 2.000 Euro
Zuschuss BVAEB je Implantat80 Prozent, höchstens 350 Euro

Richtwerte, Stand September 2026, aus öffentlich genannten Kosten und den Angaben der Kassen. Preise schwanken je Praxis und Region; lassen Sie sich immer einen schriftlichen Kostenvoranschlag geben.

Rechenbeispiel

Backenzahn nicht mehr zu retten, 50 Jahre, ÖGK-versichert

Der Zahnarzt schlägt ein Implantat mit Keramikkrone vor, Kostenvoranschlag 3.400 Euro.

Rechnung3.400 Euro
ÖGK0 Euro
Zahnversicherung mit 90 Prozent, im fünften Jahr3.060 Euro, wenn der Jahreshöchstbetrag reicht
Ohne Zahnversicherung3.400 Euro aus eigener Tasche

Ohne Versicherung zahlen Sie den ganzen Betrag. Mit einem Vertrag, der schon einige Jahre läuft, bleiben rund 340 Euro.

So rechnet die ÖGK

Die ÖGK unterscheidet zwischen herausnehmbarem und festsitzendem Zahnersatz. Prothesen zahlt sie beim Vertragszahnarzt zum größten Teil, Sie tragen einen Selbstbehalt, seit 1. Mai 2026 30 Prozent der tariflichen Kosten, bei Befreiung von der Rezeptgebühr 20 Prozent.

Kronen, Brücken, Stiftaufbauten und Implantate sind Privatleistungen. Einen Zuschuss gibt es nur, wenn eine Prothese aus besonderen medizinischen Gründen nicht möglich ist, etwa bei Tumorpatienten oder Spaltbildungen.

Was Zahnersatz kostet und was übrig bleibt

Die Zahnärztekammer veröffentlicht Richtwerte für Privatleistungen, feste Preise sind das nicht. In Wien liegen die Preise oft einige hundert Euro höher als in Graz, Linz oder am Land.

VersorgungÜbliche KostenÖGKIhr Anteil
Krone Metallkeramiketwa 950 bis 1.000 Euronichtsalles
Vollkeramikkroneetwa 800 bis 1.500 Euronichtsalles
Brücke mit drei Gliedernetwa 2.500 bis 3.500 Euronichtsalles
Implantat mit Kroneetwa 2.500 bis 4.000 Euronichtsalles
Vollprothese beim Vertragszahnarztetwa 1.000 bis 2.000 Euro privatGroßteil des Tarifs20 oder 30 Prozent des Tarifs

Andere Kassen zahlen teilweise mehr

Beamte, Eisenbahner und Bergleute bei der BVAEB bekommen für Implantate 80 Prozent der Kosten, höchstens 350 Euro je Implantat, und für Kronen bis 200 Euro je Einheit. Bei der Sozialversicherung der Selbständigen gibt es unter Bedingungen einen Zuschuss von 250 Euro je Zahn für festsitzenden Ersatz.

Auch dann bleibt bei einem Implantat der größte Teil der Rechnung bei Ihnen.

Wiederversorgung und Wahlzahnarzt

Eine neue Prothese auf Kassenkosten gibt es frühestens nach vier Jahren bei Kunststoff und nach sechs Jahren bei Metallgerüst.

Beim Wahlzahnarzt zahlen Sie zuerst selbst und bekommen 80 Prozent der um den Selbstbehalt verminderten Tarifkosten zurück. Das ist oft deutlich weniger als die Rechnung.

Wann eine Zahnversicherung hilft und wann nicht

Weil die Kasse beim festsitzenden Ersatz nichts zahlt, trägt die private Zahnversicherung in Österreich einen größeren Teil als in Deutschland. Gute Tarife erstatten bis zu 90 Prozent, in den ersten Jahren begrenzt durch Höchstbeträge.

Für einen Zahn, bei dem die Behandlung schon angeraten ist, hilft kein Vertrag mehr. Holen Sie dann einen schriftlichen Kostenvoranschlag und vergleichen Sie zwei Praxen.

Schritt für Schritt

  1. Schriftlichen Kostenvoranschlag verlangen.
  2. Bei Ihrer Kasse nachfragen, ob ein Zuschuss möglich ist.
  3. Zweite Meinung und zweiten Kostenvoranschlag einholen.
  4. Günstigere Versorgung prüfen, etwa Brücke statt Implantat.
  5. Bestehende Zahnversicherung vor Behandlungsbeginn einbinden.

Checkliste

  • Kostenvoranschlag schriftlich
  • Kassenleistung geklärt
  • Material und Laborkosten aufgeschlüsselt
  • Zahnversicherung vorab informiert
  • Zahlung in Raten mit der Praxis besprochen

Häufige Fehler

  • Deutsche Regeln zum Festzuschuss auf Österreich übertragen
  • Ohne schriftlichen Kostenvoranschlag beginnen
  • Eine Zahnversicherung erst abschließen, wenn der Zahn schon behandelt werden muss

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Zahlt die ÖGK etwas für ein Implantat?

In der Regel nicht. Nur in medizinischen Sonderfällen gibt es einen Zuschuss.

Zahlt die ÖGK eine Krone?

Nein, Kronen sind im Normalfall eine Privatleistung.

Wie hoch ist der Selbstbehalt bei einer Prothese?

Seit 1. Mai 2026 30 Prozent der tariflichen Kosten, bei Befreiung von der Rezeptgebühr 20 Prozent.

Kann ich Zahnersatz in Raten zahlen?

Viele Praxen bieten Ratenzahlung an. Fragen Sie vor Beginn und lassen Sie sich die Bedingungen schriftlich geben.

Ist Zahnersatz im Ausland günstiger?

Oft ja, aber Nachbehandlung und Gewährleistung sind schwieriger. Die ÖGK zahlt auch dort für festsitzenden Ersatz nichts.

Lohnt sich eine Zahnversicherung nur für Zahnersatz?

Oft ja, weil gerade dort die Kasse nichts zahlt. Reine Zahnersatztarife gibt es ab etwa 11 Euro im Monat.

Quellen

NAMMERT Versicherungsmakler

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