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Lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung in Österreich?

Kurz gesagt

Oft ja, wenn Sie hochwertigen Zahnersatz wie Kronen oder Implantate möchten. Die ÖGK zahlt für Kronen, Brücken und Implantate in der Regel nichts, ein Implantat mit Krone kostet etwa 2.500 bis 3.500 Euro. Die Prämie liegt meist bei 20 bis 50 Euro im Monat. Wer bereits eine Behandlung geplant hat, bekommt dafür keine Leistung mehr.

Lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung in Österreich?

Was es kostet

Richtwerte aus öffentlich genannten Tarifen und Vergleichen für Österreich, Stand 2026.

BeispielRichtwert
Erwachsene, Basistarif für Vorsorge und Behandlungab etwa 20 Euro im Monat
Erwachsene, Tarif mit Zahnersatz und rund 80 Prozent Erstattungetwa 35 bis 40 Euro im Monat
Erwachsene, Vollschutz mit hoher Erstattungbis etwa 50 Euro im Monat
Kinderab etwa 15 Euro im Monat

Richtwerte, Stand September 2026, aus öffentlich genannten Tarifen. Die Prämie hängt vom Eintrittsalter und vom Zahnstatus ab. Behandlungskosten schwanken je nach Praxis und Region.

Rechenbeispiel

38 Jahre, Wien, zwei große Füllungen im Seitenzahnbereich

Im vierten Vertragsjahr bricht ein Backenzahn, er wird durch ein Implantat mit Krone ersetzt.

Kosten Implantat mit Kroneetwa 3.000 Euro
Leistung der ÖGK0 Euro
Erstattung 80 Prozent, Grenze im vierten Jahr nicht erreichtetwa 2.400 Euro
Bezahlte Prämie in vier Jahren, 35 Euro im Monat1.680 Euro

Die Versicherung hat sich schon mit einem Implantat gerechnet. Bleiben weitere Schäden aus, ist der Vorteil kleiner.

Was die ÖGK zahlt und was nicht

Die Österreichische Gesundheitskasse übernimmt Füllungen, Wurzelbehandlungen und Extraktionen beim Vertragszahnarzt. Festsitzender Zahnersatz wie Kronen und Brücken gilt dagegen als Privatleistung, Implantate ebenso, abgesehen von eng begrenzten medizinischen Ausnahmen.

Bei herausnehmbaren Prothesen gibt es einen Kassenanteil, Sie tragen aber einen Selbstbehalt. Die Mundhygiene zahlen Erwachsene selbst, die Zahnspange für Kinder nur bei schweren Fehlstellungen.

BehandlungÖGKTypische Kosten
Mundhygienekeine Leistungetwa 50 bis 270 Euro
Keramikkronein der Regel keine Leistungetwa 800 bis 1.500 Euro
Implantat mit Kronekeine Leistung, außer Ausnahmenetwa 2.500 bis 3.500 Euro
Herausnehmbare ProtheseZuschuss, Selbstbehalt bleibtje nach Umfang
Zahnspange Kind, leichte Fehlstellungkeine Leistungetwa 3.500 bis 6.000 Euro

Wann sie sich lohnt

Die Zusatzversicherung rechnet sich vor allem dann, wenn in den nächsten Jahren Kronen oder ein Implantat wahrscheinlich werden, etwa ab Mitte 30 mit einigen großen Füllungen. Ein einziges Implantat kostet so viel wie viele Jahre Prämie.

Für Eltern kann ein Kindertarif sinnvoll sein, wenn eine Zahnspange absehbar ist, die Kasse aber voraussichtlich nicht zahlt. Er muss dann früh abgeschlossen werden, bevor der Kieferorthopäde eine Behandlung empfiehlt.

Die Grenzen, die man kennen muss

Fast alle Tarife begrenzen die Leistung in den ersten Jahren, oft auf einige hundert Euro im ersten Jahr, und steigern sie bis zum fünften Jahr. Dazu kommen Wartezeiten von drei bis zwölf Monaten, außer bei Unfällen.

Behandlungen, die beim Abschluss schon angeraten oder begonnen waren, sind ausgeschlossen. Fehlende Zähne, die nicht ersetzt sind, schließen viele Tarife ebenfalls aus oder verlangen einen Zuschlag.

Die ehrliche Gegenrechnung

Bei 35 Euro im Monat zahlen Sie in zehn Jahren 4.200 Euro Prämie. Brauchen Sie in dieser Zeit ein Implantat und zwei Kronen, übersteigt die Erstattung das deutlich. Brauchen Sie nichts, haben Sie das Geld bezahlt, ohne Leistung zu bekommen.

Wer gesunde Zähne hat und einfache Lösungen akzeptiert, kann stattdessen monatlich sparen. Wer Wert auf festsitzenden Ersatz legt, fährt mit der Versicherung meist besser.

Schritt für Schritt

  1. Beim Zahnarzt fragen, ob Behandlungen absehbar sind.
  2. Tarife auf Erstattung, Jahresgrenzen und Wartezeit vergleichen.
  3. Abschließen, bevor eine Behandlung angeraten ist.
  4. Gesundheitsfragen und fehlende Zähne vollständig angeben.
  5. Vor jeder größeren Behandlung einen Kostenvoranschlag einreichen.

Checkliste

  • Implantate und Kronen ausdrücklich eingeschlossen
  • Erstattung in Prozent und Höchstbeträge je Jahr bekannt
  • Wartezeit und Staffel der ersten Jahre verstanden
  • Keine laufende oder angeratene Behandlung beim Abschluss
  • Prämienanpassung mit dem Alter geklärt

Häufige Fehler

  • Abschließen, wenn der Zahnarzt die Behandlung schon angeraten hat
  • Nur auf die Erstattung in Prozent schauen und die Jahresgrenzen übersehen
  • Fehlende Zähne bei den Gesundheitsfragen nicht angeben

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Zahlt die ÖGK etwas für ein Implantat?

In der Regel nicht. Nur in eng begrenzten medizinischen Ausnahmefällen gibt es einen Zuschuss.

Gibt es eine Wartezeit?

Meist drei bis zwölf Monate. Manche Tarife haben keine Wartezeit, begrenzen dafür aber die Leistung in den ersten Jahren.

Ist die Mundhygiene mitversichert?

In vielen Tarifen ja, oft mit einem festen Betrag pro Jahr.

Lohnt sie sich noch mit 60?

Das hängt von Prämie und Zahnstatus ab. Die Prämie steigt mit dem Eintrittsalter, die Leistungsgrenzen bleiben.

Zahlt sie Behandlungen im Ausland?

Viele Tarife erstatten auch Rechnungen aus dem Ausland. Prüfen Sie das in den Bedingungen.

Quellen

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