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Boje oder eigener Anker: was in Mittelmeerbuchten beim Charter gilt
Kurze Antwort
Liegt in einer Bucht ein Bojenfeld aus, ist das freie Ankern oft eingeschränkt, besonders über geschütztem Seegras. Die Verantwortung bleibt trotzdem beim Skipper: Er prüft Leine, Bootslänge und Wetter, bevor er sich auf die Boje verlässt.
Wer von Wien, Linz oder Klagenfurt an die kroatische Küste, nach Italien oder auf die Balearen zum Chartern fährt, trifft in den beliebten Buchten immer häufiger auf Felder mit Muringbojen. Meist geht es um den Meeresboden: Seegraswiesen wachsen extrem langsam, und ein Anker, der die Nacht über schwojt, pflügt sie um. In Schutzgebieten ist das Ankern deshalb in manchen Zonen verboten oder nur über Sand erlaubt, und die Behörden kontrollieren das immer öfter. Was in welcher Bucht gilt, steht in den Revierunterlagen der Basis und in den Bekanntmachungen vor Ort.
Die Boje ist bequem, nimmt Ihnen aber keine Entscheidung ab. Sie ist für eine bestimmte Bootslänge und Windstärke ausgelegt, das steht häufig auf der Boje selbst oder beim Betreiber. Festmachen sollten Sie mit eigener Leine durch das Auge, am besten mit zwei, nie mit einer Leine, die ein Vorgänger zurückgelassen hat. Werfen Sie einen Blick auf Auge und Leine, soweit das von Deck aus geht. Wer vom Attersee oder Wörthersee kommt, unterschätzt gern, wie schnell im Mittelmeer der Wind dreht: Wird die Bucht auflandig, ist sie mit Boje nicht sicherer als ohne. Reißt eine Boje, wird später gefragt, ob sie überlastet war und ob Sie das erkennen konnten.
Praktisch heißt das: Informieren Sie sich vor dem Törn, wo Bojenfelder liegen und wo man reservieren oder zahlen muss, und halten Sie eine Ausweichbucht mit Sandgrund bereit. Ankern Sie selbst, dann über hellem Sand statt über dunklen Flecken, mit ausreichend Kette, und kontrollieren Sie nach dem Eingraben, ob der Anker hält. Nachts sollte jemand an Bord den Wind im Ohr haben. Für einen Schaden am Nachbarboot haften Sie persönlich, egal ob der Anker slippt oder die Bojenleine bricht; dafür gibt es die Skipperhaftpflicht und nicht die Kaution.
Zum Merken
Boje
bequem, aber für Länge und Wind ausgelegt
Anker
nur über Sand und nur, wo es erlaubt ist
Prüfen Sie vor dem Einlaufen, was die Bucht erlaubt, und lassen Sie das Wetter entscheiden, nicht die Boje.
Fragen und Antworten
Häufige Fragen
Darf ich neben einem Bojenfeld frei ankern?
Das regelt jedes Revier selbst. In manchen Schutzgebieten ist das Ankern rund um das Bojenfeld untersagt, anderswo nur über Seegras. Maßgeblich sind die Revierunterlagen der Basis und die Hinweise der Behörde vor Ort.
Wer haftet, wenn die Boje reißt und das Boot abtreibt?
Pauschal lässt sich das nicht beantworten. Entscheidend ist, ob die Boje mangelhaft war oder überlastet wurde, etwa durch ein zu langes Boot oder zu viel Wind. Fotografieren Sie Boje und Leine und verständigen Sie sofort Basis und Betreiber.
Woran erkenne ich Seegras?
Von oben wirkt Seegras wie dunkle, großflächige Flecken, Sand dagegen hell und türkis. Legen Sie den Anker auf die helle Fläche und achten Sie beim Schwojen darauf, dass die Kette nicht über das Gras schleift.
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