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GPS Störungen auf Ostsee und Nordsee: Was tun, und wer zahlt?
Kurze Antwort
Auf Ostsee und Nordsee melden Skipper GPS Störungen: Positionen springen, Signale fallen aus. Was tun? Mit Seekarte, Kompass und Logbuch weiterfahren und im Schadenfall belegen können, dass sorgfältig navigiert wurde. Das gilt auch auf Überführung oder beim Chartern.
Für manche Segler aus Österreich ist die Ostsee das zweite Revier nach Adria und Salzkammergut, ob mit der eigenen Yacht auf Überführung oder gechartert ab Rügen oder Kiel, seltener an der Nordsee. Genau dort melden Behörden und Skipper seit einigen Jahren gestörte Satellitensignale, besonders in der östlichen Ostsee. Der Plotter setzt das Boot mitten in einen Wald, die Fahrt über Grund springt, das Signal fällt minutenlang aus. Auch AIS-Ziele anderer Schiffe stehen dann womöglich an falschen Orten, weil sie dieselbe Ortung nutzen. Die Anrainerstaaten warnen davor in ihren nautischen Warnnachrichten.
Eine Störung verrät sich meist an Widersprüchen: Die Position passt nicht zum Kurs, die Geschwindigkeit nicht zur Logge, ein Frachter scheint an Land zu fahren. Dann hilft, was man für den Befähigungsausweis gelernt hat und am heimischen See selten braucht. Die Papierseekarte des Reviers gehört an Bord, Position, Kurs und Logge kommen regelmäßig ins Logbuch, Landmarken und Seezeichen werden mit dem Handpeilkompass gepeilt, und der Ort wird aus Kurs, Zeit und Fahrt gekoppelt. Lot und Radar helfen beim Abgleich. Die Störung meldet man über Funk an die zuständige Verkehrszentrale.
Läuft die eigene Yacht wegen einer falschen Position auf, ist das eine Grundberührung wie jede andere. Bei uns ist sie ab Basis PLUS als Unfall des Fahrzeugs versichert, Ziffer A.3.1.1; die Basis kennt den Unfall des Fahrzeugs nicht. Heikel wird es, wenn jemand bei bekannten Warnungen nur dem Plotter folgt: Das kann als grob fahrlässig gelten, und nach österreichischem Recht ist der Versicherer dann ohne Klausel zur Gänze leistungsfrei. Unsere Polizze verzichtet auf diesen Einwand in Basis PLUS bis 25 Prozent der Versicherungssumme, im Premium bis 50 Prozent, außer bei Diebstahl, Drogen und Alkohol. Ein sauber geführtes Logbuch ist Ihr bester Beleg.
Zum Merken
Plotter
zeigt, was der Satellit meldet
Logbuch
zeigt, was Sie an Bord getan haben
Navigiert wird mit Karte und Kompass, belegt wird mit dem Logbuch.
Fragen und Antworten
Häufige Fragen
Woran erkenne ich eine GPS Störung?
An Widersprüchen: Die Position passt nicht zu Kurs und Logge, Werte springen, AIS-Ziele stehen an Land, oder das Signal fehlt ganz. Gleichen Sie mit Peilung und Lot ab.
Wer zahlt, wenn ich wegen einer falschen Position auflaufe?
Die Grundberührung ist in unserer Kasko ab Basis PLUS ein Unfall des Fahrzeugs. Wer bei bekannten Warnungen nur dem Plotter folgt, riskiert den Einwand der groben Fahrlässigkeit; darauf verzichten wir bis 25 Prozent der Versicherungssumme in Basis PLUS und bis 50 Prozent im Premium.
Wie navigiere ich ohne Satellit?
Mit Papierseekarte, Kompass, Logge und Uhr: den Ort koppeln, Landmarken und Seezeichen peilen und die Positionen regelmäßig ins Logbuch schreiben.
NAMMERT Assekuradeur GmbH, Karl-Marx-Straße 4, 15711 Königs Wusterhausen, +49 3375 29 12 77
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