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Was kostet eine Motorradversicherung in Österreich?

Kurz gesagt

Für eine 125er zahlen Sie in Österreich für die Haftpflicht ab etwa 100 Euro Prämie im Jahr, mit Teilkasko ab etwa 400 Euro, mit Vollkasko ab etwa 650 Euro, jeweils ohne Steuer. Dazu kommt die motorbezogene Versicherungssteuer nach Hubraum. Große, neue Maschinen mit Vollkasko können mehrere tausend Euro im Jahr kosten.

Was kostet eine Motorradversicherung in Österreich?

Was es kostet

Öffentlich genannte Beispielprämien und Steuersätze für Österreich, Stand 2026.

BeispielRichtwert
125er Sportmotorrad, Haftpflicht ohne Steuerab etwa 100 Euro im Jahr
Gleiche Maschine, Teilkasko ohne Steuerab etwa 400 Euro im Jahr
Gleiche Maschine, Vollkasko ohne Steuerab etwa 650 Euro im Jahr
Großer Reiseenduro, Haftpflicht und Vollkasko, 20 Millionen Euro Summe, 350 Euro Selbstbehaltetwa 215 bis 265 Euro im Monat
Steuer 125 Kubik, Erstzulassung bis September 2020, jährliche Zahlungrund 37,50 Euro im Jahr
Steuer 1.000 Kubik, Erstzulassung bis September 2020, jährliche Zahlungrund 300 Euro im Jahr

Beispielprämien aus öffentlich genannten Vergleichsrechnungen und Steuersätze des Finanzministeriums, Stand 2026. Ob die Monatsprämie für die große Maschine die Steuer enthält, geht aus der Quelle nicht eindeutig hervor. Ihre Prämie hängt von Maschine, Bezirk und Bonus-Malus-Stufe ab; das genaue Angebot holen wir ein. Die Spannen im Rechenbeispiel sind Richtwerte aus der Angebotspraxis.

Rechenbeispiel

650er aus dem Jahr 2018, 40 Jahre, Hinterlegung von November bis Februar

So kommt die Jahresrechnung zustande, wenn die Maschine acht Monate zugelassen ist.

Steuer 650 Kubik, zwölf Monaterund 195 Euro
Steuer bei acht Monaten Zulassungrund 130 Euro
Haftpflichtprämie, acht Monateetwa 100 bis 180 Euro
Teilkasko mit Selbstbehaltetwa 120 bis 250 Euro

Zusammen etwa 350 bis 560 Euro im Jahr, davon rund 130 Euro Steuer.

Prämie und Steuer getrennt betrachten

Mit der Haftpflichtprämie hebt der Versicherer die motorbezogene Versicherungssteuer ein. Bei Motorrädern, die bis 30. September 2020 erstmals zugelassen wurden, zählt nur der Hubraum: Bei jährlicher Zahlung sind es 0,025 Euro je Kubikzentimeter und Monat, bei einer 650er also rund 195 Euro im Jahr. Monatliche Zahlung ist etwas teurer.

Bei Maschinen mit späterer Erstzulassung zählen Hubraum und CO2-Ausstoß. Die Steuer ist bei jedem Versicherer gleich. Vergleichen Sie deshalb die Nettoprämie, dort liegen die echten Unterschiede.

Wovon die Prämie abhängt

Die Versicherer rechnen mit Hubraum, Leistung und Listenpreis der Maschine, Ihrem Alter, dem Wohnbezirk und Ihrer Bonus-Malus-Stufe. Das gesetzliche Bonus-Malus-System gibt es seit 2002 nicht mehr, die meisten Versicherer führen aber eigene Stufen.

In der Kasko wirken Neuwert und Selbstbehalt am stärksten. Ein Selbstbehalt von einigen hundert Euro senkt die Kaskoprämie deutlich.

FaktorWirkung
Hubraum und CO2bestimmen die Steuer
Leistung und Listenpreisbestimmen vor allem die Kaskoprämie
Alter des Lenkersjunge Lenker zahlen mehr
WohnbezirkStädte meist teurer als ländliche Bezirke
Selbstbehaltsenkt die Kaskoprämie
Hinterlegung im Winterspart Prämie und Steuer für diese Monate

Kennzeichen im Winter hinterlegen

Wer im Winter nicht fährt, kann die Kennzeichen bei der Zulassungsstelle hinterlegen. Für diese Zeit zahlen Sie keine Haftpflichtprämie und keine Steuer. Manche Versicherer bieten stattdessen einen Winternachlass an, dann bleibt die Maschine zugelassen.

Der Nachteil der Hinterlegung: Sie dürfen in dieser Zeit nicht fahren, auch nicht an einem schönen Tag im Dezember. Fragen Sie vorher, ob während der Hinterlegung ein Kaskoschutz in der Garage bestehen bleibt.

Wann Kasko sinnvoll ist und wann nicht

Die Teilkasko zahlt etwa bei Diebstahl, Brand, Elementarschäden und Zusammenstoß mit Wild. Bei einer gestohlenen neuen Maschine ist das viel Geld. Die Vollkasko zahlt auch eigene Stürze und Unfälle und lohnt sich bei neuen, geleasten oder finanzierten Motorrädern.

Für ein älteres Motorrad mit wenigen tausend Euro Wert ist die Vollkasko meist zu teuer. Die gesetzliche Mindestsumme in der Haftpflicht beträgt 7,79 Millionen Euro pauschal. Höhere Summen kosten wenig und sind bei schweren Personenschäden sinnvoll.

Schritt für Schritt

  1. Hubraum und Erstzulassung aus dem Zulassungsschein nehmen und die Steuer ausrechnen.
  2. Festlegen, ob Haftpflicht reicht oder der Wert der Maschine eine Kasko verlangt.
  3. Bonus-Malus-Stufe aus bisherigen Verträgen bereithalten.
  4. Angebote mit gleicher Summe und gleichem Selbstbehalt vergleichen, netto ohne Steuer.
  5. Entscheiden, ob Sie im Winter hinterlegen oder einen Winternachlass nutzen.

Checkliste

  • Haftpflichtsumme über der gesetzlichen Mindestsumme
  • Nettoprämie ohne Steuer verglichen
  • Diebstahlschutz bei jeder Maschine mit Wert
  • Selbstbehalt, den Sie sofort zahlen könnten
  • Regelung für die Wintermonate geklärt

Häufige Fehler

  • Prämien samt Steuer vergleichen und die Unterschiede dem Versicherer zuschreiben
  • Während der Hinterlegung doch eine kurze Ausfahrt machen
  • Bei einem alten Motorrad die Vollkasko weiterlaufen lassen
  • Den Listenpreis mit Zubehör zu niedrig angeben

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Was kostet eine Motorradversicherung im Monat?

Für eine 125er mit Haftpflicht ab etwa 8 bis 10 Euro Prämie plus einige Euro Steuer. Große Maschinen mit Vollkasko kosten ein Vielfaches.

Muss ich für eine 50er Steuer zahlen?

Nein. Motorräder mit Verbrennungsmotor bis 100 Kubikzentimeter sind von der motorbezogenen Versicherungssteuer befreit.

Zahlen Elektromotorräder Steuer?

Ja, ab einer Dauerleistung über 4 Kilowatt, berechnet nach der Leistung des Motors.

Lohnt sich die Hinterlegung im Winter?

Wenn Sie sicher nicht fahren, ja. Sie sparen Prämie und Steuer für diese Monate. Fahren dürfen Sie dann nicht.

Kann ich zwei Motorräder mit einem Kennzeichen fahren?

Mit einem Wechselkennzeichen für Fahrzeuge derselben Klasse ja. Die Steuer zahlen Sie dann nur für das Fahrzeug mit der höchsten Steuer.

Brauche ich eine Vollkasko?

Bei neuen, geleasten oder finanzierten Maschinen meist ja, bei älteren Motorrädern meist nicht. Die Teilkasko deckt den häufigen Diebstahl.

Quellen

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