Alles zur Versicherung: Kfz-Versicherung
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Kurz gesagt
Junge Lenker starten in Österreich meist in Bonus-Malus-Stufe 9, der teuersten Einstiegsstufe. Am meisten spart die Übernahme einer besseren Stufe von Eltern, Großeltern oder Partner, die ihr Auto in den letzten zwölf Monaten abgemeldet haben: Stufe 0 kann bis zu 60 Prozent günstiger sein. Dazu kommen ein Auto mit wenig kW und der Vergleich mehrerer Versicherer.
Öffentlich genannte Beispielprämien für 18-Jährige in Österreich, einschließlich motorbezogener Versicherungssteuer.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| 18 Jahre, VW Polo, 33 kW, nur Haftpflicht, zwei Versicherer | rund 50 bis 69 Euro im Monat |
| 18 Jahre, VW e-up!, 61 kW, Vollkasko, zwei Versicherer | rund 148 bis 216 Euro im Monat |
| Gleicher e-up!, Vollkasko, Stufe 3 statt Stufe 9 | rund 126 Euro im Monat |
| Gleicher e-up!, Vollkasko, Stufe 0 statt Stufe 9 | rund 101 Euro im Monat |
| Škoda Octavia, Haftpflicht, Stufe 0 bis Stufe 9 | rund 801 bis 1.145 Euro im Jahr |
Beispielprämien aus öffentlich genannten Rechnungen, Stand 2025 und 2026. Das Rechenbeispiel unten ist ein Richtwert aus der Angebotspraxis. Die Angaben zu Annahmegrenzen und Selbstbehalten junger Lenker stammen aus einer Erhebung von 2016 und dienen nur als Hinweis. Ihre Prämie hängt von Auto, Wohnort und Versicherer ab.
Rechenbeispiel
Die Großmutter hat ihr Auto vor acht Monaten abgemeldet und war in Stufe 0. So wirkt die Übernahme bei gleichem Versicherer.
| Eigene Einstufung in Stufe 9 | etwa 215 Euro im Monat, rund 2.590 Euro im Jahr |
| Mit übernommener Stufe 0 | etwa 101 Euro im Monat, rund 1.215 Euro im Jahr |
| Unterschied | rund 1.375 Euro im Jahr |
Die Übernahme senkt die Prämie um mehr als die Hälfte. Die Großmutter startet aber in Stufe 9, falls sie später wieder ein Auto anmeldet.
Ein gesetzliches Bonus-Malus-System gibt es nicht mehr, die meisten Versicherer führen aber eigene Stufen von 0 bis 18 weiter. Wer noch kein Auto versichert hatte oder länger als zwölf Monate ohne angemeldetes Fahrzeug war, beginnt in Stufe 9. Mit jedem schadenfreien Jahr geht es eine Stufe nach unten.
Dazu kommen Zuschläge oder Selbstbehalte für junge Lenker und Probeführerscheinbesitzer, je nach Versicherer. Manche nehmen Lenker unter 22 oder 23 Jahren nur mit Einschränkungen an, etwa bei der Motorleistung. Die motorbezogene Versicherungssteuer ist dagegen für alle gleich: Ein kleiner Motor spart also doppelt, bei der Steuer und bei der Prämie.
In Österreich gibt es keine deutsche Zweitwagenregelung mit fester Sonderstufe. Ein Zweitauto startet meist ebenfalls in Stufe 9, manche Versicherer geben einen Nachlass, wenn das erste Auto bei ihnen liegt. Der stärkste Hebel ist deshalb die Übernahme einer guten Stufe aus der Familie.
| Hebel | Wirkung | Haken |
|---|---|---|
| Stufe von Eltern, Großeltern oder Partner übernehmen | bis zu 60 Prozent | nur wenn deren Auto höchstens zwölf Monate abgemeldet ist, der Abgebende verliert die Stufe |
| Auto mit wenig kW | niedrigere Steuer und Prämie | schränkt die Modellwahl ein |
| Zuschlag für Probeführerschein verhandeln | je nach Versicherer spürbar | klappt nicht überall |
| Zweitauto beim Versicherer der Eltern | Nachlass bei manchen Versicherern | Einstieg trotzdem meist Stufe 9 |
| Teilkasko statt Vollkasko beim Gebrauchten | deutlich weniger Kaskoprämie | eigene Unfallschäden zahlen Sie selbst |
| Mehrere Versicherer vergleichen | oft mehrere hundert Euro im Jahr | manche lehnen junge Lenker ab |
Übernehmen können Sie die Stufe in der Regel von Eltern, Großeltern, Ehe- oder Lebenspartner und Geschwistern im selben Haushalt. Voraussetzung ist, dass deren Auto höchstens zwölf Monate abgemeldet ist. Die Versicherer führen eine gemeinsame Bonus-Malus-Datei und prüfen die Angaben dort.
Die Übernahme ist endgültig. Fährt der Abgebende später wieder selbst, beginnt er neu. Klären Sie deshalb vorher, ob jemand sein Auto wirklich dauerhaft aufgibt, und fragen Sie beim neuen Versicherer nach seinen genauen Regeln.
Wer das Auto auf die Eltern anmeldet und den jungen Hauptlenker verschweigt, riskiert nach einem Schaden Nachforderungen. Geben Sie an, wer das Auto überwiegend fährt.
Eine Vollkasko ist für ein finanziertes oder neues Auto sinnvoll, für einen alten Gebrauchten mit geringem Wert selten. Achten Sie bei jungen Lenkern besonders auf den Selbstbehalt: Er ist oft höher als bei erfahrenen Fahrern.
Fragen und Antworten
Für einen kleinen Gebrauchten mit Haftpflicht ab etwa 50 Euro im Monat einschließlich Steuer. Mit Vollkasko für ein neueres Auto eher 150 bis 220 Euro.
Meist in Stufe 9. Mit jedem schadenfreien Jahr geht es eine Stufe nach unten, nach einem Verschuldensschaden meist drei Stufen nach oben.
In der Regel von Eltern, Großeltern, Partner oder Geschwistern im Haushalt, wenn deren Auto höchstens zwölf Monate abgemeldet ist. Die Regeln können je Versicherer abweichen.
Bei manchen Versicherern ja, als Prämienzuschlag oder höheren Selbstbehalt. Fragen Sie danach, oft lässt sich darüber reden.
Nein. Die motorbezogene Versicherungssteuer hängt nur vom Auto ab, nicht vom Alter.
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